Hepatitis G

Der GB-Virus (GBV) ist ein neu entdeckter Krankheitserreger, der früher unter dem Namen Hepatitis G bekannt war. Sein Name stammt von den Initialen des Chirurgen G. Barker, der sich 1966 mit einem Typ von Hepatitis (Hepatitis G) infizierte, der sich nicht als A oder B diagnostizieren ließ. GBV wurde bei seiner Entdeckung fälschlicherweise den Hepatitis-Viren (Hepatitis G) zugeordnet. Ursprünglich in Verbindung mit Hepatitis C beobachtet, trug der 1996 isolierte Virus die falsche Bezeichnung Hepatitis G Virus (HGV).

Zum heutigen Zeitpunkt ist relativ wenig über die Infektionsrate, die Symptome oder die Behandlung des GBV bekannt. Der Virus wird in die drei Spezies A, B und C unterteilt und vorläufig bei der Familie der Flaviviridae eingeordnet. GBV-A und GBV-B treten nur bei Affen auf, während der ursprüngliche GBV-C nur beim Menschen nachgewiesen wurde. Der GB-Virus weist starke Ähnlichkeit zum Hepatitis-C-Krankheitserreger (Hepatitis G) auf, ist jedoch eindeutig eine eigene Virusspezies. Er kann bis heute nicht mit Krankheiten oder Symptomen in Verbindung gebracht werden, auch wenn sein Auftreten signifikant häufig zusammen mit Hepatitis C oder HIV vorkommt. Denn wie bei Hepatitis C und HIV verläuft die Infektion mit dem GB-Virus über Blut und Blutprodukte. GBV-C besitzt kein festgestelltes Krankheitsbild, zeigt jedoch eine suppressive Wirkung auf HIV-Replikatoren.

Ursachen

Der GB-Virus überträgt sich durch Blut und Blutprodukte. Es bestehen Annahmen, dass auch Schmier- oder Kontaktinfektionen möglich sind. Die Sicherheit dieser Annahme ist auf Grund der symptomfreien Natur des Virus noch weitestgehend unerforscht. Es ist auffällig, dass eine Infektion oder Diagnose von GBV-C häufig in Verbindung mit Hepatitis C auftritt. Statistisch zeigen 10-25% aller Hepatitis-C-Erkrankten auch eine GBV-C-Infektion. Zwischen beiden Krankheitserregern besteht trotz Ähnlichkeit wissenschaftlich erwiesen keine Verwandtschaft.

Bei verstärktem Umgang mit Blut oder Blutprodukten, insbesondere in unsauberen Umgebungen und unter Drogenabhängigen, steigt die Möglichkeit der Verbreitung. Auch der Kontakt mit Blutspenden, Bluttransfusionen oder ähnlichen medizinischen Abläufen keine Ursache einer Infektion mit dem GB-Virus sein. Einer Studie sind zufolge sind 2% aller US-amerikanischen Blutspender mit GBV-C infiziert und über 13% weisen eine frühere Infektion auf. Die sexuelle und vertikale (Mutter-Kind) Übertragung ist ebenfalls möglich. Selbst in der normalen Bevölkerung liegt die Verbreitung der Infektion mit dem GB-Virus bei rund 60%, ohne dass sich damit ein Krankheitsbild in Verbindung bringen lässt.

Hepatitis G Symptome

Zum aktuellen Zeitpunkt hat der GB-Virus keine identifizierten Symptome. Als er noch in Verbindung mit Hepatitis-C-Erkrankungen als Hepatitis G betrachtet wurde, bestanden damit assoziierte Krankheitsbilder. Leberentzündungen und andere Symptome bei Hepatitis G haben seit der Einordnung als eigene Virusspezies keine Gültigkeit mehr. Es ist nicht klar, ob der Virus bei Menschen irgendeine Form von selbstständiger Erkrankung verursacht. Diese Möglichkeit ist vom aktuellen Forschungsstand her unwahrscheinlich.

Obwohl am GB-Virus weiter wissenschaftliche Untersuchungen stattfinden, ist die aktuelle Perspektive, dass der Krankheitserreger vollkommen harmlos ist, sehr naheliegend. Als einzige Wirkung des GBV-C verzeichnet ist die Suppression von HIV-Replikation. Wie dies zustande kommt ist unklar. HIV-Infizierte ohne nachgewiesene GBV-Erkrankung weisen nicht die Verlangsamung der Krankheitsentwicklung auf. Dieser Aspekt ist im Falle eines klaren Nachweises eher als eine positive Wirkung als ein Erkrankungssymptom zu betrachten.

Diagnose

GBV-C-Infektionen gibt es weltweit. Laut einer amerikanischen Studie sind 2% aller US-amerikanischen Blutspender mit GBV-C infiziert und über 13% weisen eine frühere Infektion auf. Selbst in der Normalbevölkerung ist die Verbreitung des GB-Virus statistisch bei rund 60% angesiedelt, ohne dass sich damit ein Krankheitsbild in Verbindung bringen lässt. In entsprechend ausgestatteten Labors, die den Virus zur Forschung analysieren, ist es möglich ihn nachzuweisen.

Als der GB-Virus noch als Hepatitis-Infektion identifiziert und mit einem Risiko behaftet war, gab es eine Reihe von Testprodukten. Mit der Einordnung als Infektion ohne ersichtliche Folgen, Symptome oder Krankheiten sind diese Tests wieder vom Markt verschwunden. Diese kommerziellen Produkte sind zur Zeit in Deutschland nicht erhältlich.

Therapie / Behandlung

Zum aktuellen Zeitpunkt ist keine Behandlung für GB-Viren bekannt. Neben der ungeklärten Natur der Virusspezies liegt dies auch an ihren fehlenden Krankheitsbildern und damit verbundenem Gefahrenpotenzial. Bei Menschen mit einem intakten Immunsystem verschwindet der GBV-C innerhalb der ersten Jahre, die Infektion kann allerdings laut Forschungsergebnissen Jahrzehnte andauern. Es gibt keine eindeutigen Erkenntnisse zum Abstand zwischen der Infektion und dem Verschwinden der GB-Viren.

Verlauf

Es gibt keine mit dem GB-Virus assoziierten Erkrankungen oder Symptome. Früher Vermutungen in Zusammenhang mit der Klassifizierung als Hepatitis G wie Leberentzündungen haben sich als falsch herausgestellt. Da es im Zusammenhang mit GBV-C beim Menschen keine Erkrankung gibt, mangelt es ebenso an einem Krankheitsverlauf oder abweichenden Krankheitsbildern.

Vorbeugen

Da GBV-C nach derzeitigem Forschungsstand nur durch Blut übertragbar ist, liegt hier der einfachste Schutz. Eine Möglichkeit die Infektion mit GB-Viren zu vermeiden ist der Abstand zu Blut und Blutprodukten. Beim regelmäßigen Umgang mit Blut oder Blutprodukten helfen entsprechende Schutzkleidung und Handschuhe. Bei einer Injektion von Medikamenten durch Spritzen sollten saubere, frische Nadeln gewährleistet sein. Auch der sexuellen Übertragung lässt sich durch Kondome oder entsprechende Verhütungsmaßnahmen vorbeugen.

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