Nadelstiche

Die elementare Frage ist, welche Form von Nadelstichen gemeint ist. Bei einer Nähnadel, die monatelang in der Nähmaschine vor sich hin gestaubt ist und man sich damit sticht, kann man ganz klar davon ausgehen, dass keine Infektion erfolgen kann. Vorausgesetzt natürlich, es sticht sich nicht direkt vor einem ein anderer, HIV infizierter Mensch mit der gleichen Nadel. Dann bestünde trotzdem eine Infektionsgefahr!

Geht man jedoch von einer Spritzennadel, also von einer Hohlnadel oder Kanüle aus, so ist ggf. sogar eine relativ hohe Infektionsgefahr gegeben – insbesondere dann, wenn die Nadel vor wenigen Tagen durch einen Dritten, einen HIV positiven Menschen, benutzt wurde. Dies ist gerade beim gemeinschaftlichen Drogenkonsum („Fixen“) oftmals der Fall, so dass hier ein relativ hohes Risiko für eine Infektion besteht. Wie groß das Infektionsrisiko definitiv ist, hängt von der Viruslast des HIV Positiven, von der zeitlichen Differenz der Benutzung der Nadel sowie von der Art des Einstichs (ob intramuskulär, intravenös) ab.

In einem derartigen Fall kann die PEP (vgl.: Postexpositionsprophylaxe) dabei helfen, die Infektion noch vor dem Ausbruch zu verhindern.

Wichtiger Hinweis: diverse Meldungen über Menschen, die mit „HIV Spritzen“ andere Menschen mutwillig mit HIV infizieren (normalerweise wird in diesem Zusammenhang eine Diskothek oder eine Großveranstaltung genannt) sind meist in das Reich der Urbanen Legenden zu verweisen.

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Beissen / Biss
Blut
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Lusttropfen
Nadelstiche
Oral
Petting
Schmierinfektion
Speichel
Urin

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