Schutz vor HIV

Ein sicherer Schutz vor einer HIV-Infektion ist nur dann gegeben, wenn einer Infektion präventiv vorgebeugt wird. Die HIV-Prävention umfasst alle Möglichkeiten, die eine Übertragung des Virus effektiv unterbinden. Dies bedeutet in erster Linie, den ungeschützten Kontakt und Transfer von infektiösen Körperflüssigkeiten zu vermeiden.

In der Praxis sind insbesondere die nachfolgend genannten Infektionswege und Schutzmaßnahmen relevant. Weitere Infektions-Situationen und Risikokontakte sind durchaus möglich und ebenfalls nicht vollständig auszuschließen.

Folgende Maßnahmen schützen vor einer HIV-Infektion:

  • korrekt angewandter, physischer Schutz vor Körpferflüssigkeiten (Gummihandschuhe, Sterilisatoren etc.)
  • per Kondom geschützter Geschlechtsverkehr (safer sex). Bitte beachten Sie, dass eine Infektion bei Anal-, Oral-, und Vaginal-Verkehr erfolgen kann. Zudem sollte – auch in einer festen Beziehung – nur dann ohne Kondom verhütet werden, wenn von beiden Partnern mindestens ein ärztlich durchgeführter HIV-Test vorliegt. Sicherheit geht vor! Sprechen Sie mit Ihrem Arzt!
  • medikamentöser Schutz vor Übertragung des Virus auf Ungeborene
  • Benutzung von sterilem Fixbesteck (falls möglich: den Drogenkonsum so schnell wie möglich einstellen bzw. Beratungsstellen aufsuchen!)
  • Benutzung von sterilem OP-Besteck (insbesondere in Ländern der Dritten Welt und in Entwicklungsländern)
  • Vorab-Tests von Blutkonserven und Spenderblut um nicht die Empfänger der Bluttransfusionen zu infizieren
  • Vorab-Tests von Spenderorganen

Sollten Sie detaillierte Fragen zu einzelnen Sachverhalten haben, so wenden Sie sich bitte direkt an unsere Community. Wir helfen Ihnen schnell und unkompliziert weiter.

Schutz vor HIV Infektion im Beruf

Desweiteren gibt es viele Möglichkeiten, sich im Beruf gegen eine Infektion zu schützen, sofern man einer besonders gefährdeten Berufsgruppe angehört.

Besonders gefährdet sind all diejenigen Berufe, die in direktem Kontakt mit potentiell infektiösen Trägern stehen. Dies sind insbesondere Berufe im Gesundheitsbereich (Arzt, Chirurg, Krankenschwester, Pfleger, Techniker etc.) sowie Berufsgruppen, die indirekt z.B. bei der Reinigung von Aufenthaltsorten von Junkies (Stadtreinigung, Müllentsorgung etc.) mit infektiösem Material wie z.B. gebrauchten Spritzen in Berührung kommen können und selbstverständlich auch Prostituierte, Polizisten (bei Durchsuchungen etc.) und andere Staatsbedienstete.

Gerade Angehörige der o.g. Berufsgruppen sollten sich daher intensiv mit den Präventionsmöglichkeiten in Ihrem Beruf auseinander setzen um sich und Dritte vor einer HIV Infektion zu schützen.

In Ländern mit einem gut entwickelten Wirtschafts- Rechts- und Sozialsystem sind diese Schutzmöglichkeiten i.d.R. gesetzlich verankert und werden als (Arbeits-, Hygiene- etc.) Vorschriften in praktisch jedem Betrieb umgesetzt. Als Arbeitgeber steht man immer in der Pflicht, diesen Anforderungen in vollem Umfang Folge zu leisten! Es gibt aber auch viele Länder, in denen dieser Schutz im Beruf nicht oder nur unzureichend praktiziert wird. Insbesondere dann, wenn medizinische Güter wie Spritzen und Nadeln nicht oder kaum zur Verfügung stehen oder die hygienischem Standards (Desinfektion etc.) niedrig sind, besteht eine akute Gefährdung für Arbeitnehmer und Dritte (z.B. Patienten).

HIV Schutz im Alltag

Selbst, wenn Sie als Ersthelfer an einen Verkehrsunfall oder Ähnliches herantreten, bedenken Sie immer, dass Ihre Gesundheit immer vorrangig ist! Es ist keinem geholfen, wenn Sie zwar einen Beteiligten retten, aber -quasi im Gegenzug- mit HIV oder einer anderen übertragbaren Krankheit infiziert werden. Nutzen Sie daher im Falle eines Unfalls unbedingt die Latexhandschuhe aus Ihrem Verbandskasten!

Desweiteren sollten Sie alle o.g. Präventionsmaßnahmen beherzigen – auch beim Sex oder Drogenkonsum!