HIV in Südamerika

Südamerika ist nach Afrika und Asien der am stärksten vom HI-Virus betroffene Kontinent der Welt. Jedoch unterscheiden sich die Zahlen hierbei wesentlich von denen des afrikanischen und asiatischen Kontinents. In Südamerika lebten nach einer Schätzung aus dem Jahr 2008 circa 2 Millionen HIV Infizierte. Dies macht einen Anteil von 0,6% an der Gesamtbevölkerung des südamerikanischen Kontinents aus. Je nach Staat sind die Zahlen von Infektionen an HIV in Südamerika verschieden.

So können Staaten, die große Kampagnen zur Aufklärung von HIV durchführen, bereits Erfolge in der Bekämpfung des HI-Virus vorweisen, während Staaten, die solche Maßnahmen vernachlässigen, über eine verstärkte Ausbreitung von HIV klagen. Der südamerikanische Kontinent ist vielseitig, was sich auch in der Verbreitung des HI-Virus ausdrückt. Im Folgenden soll versucht werden, HIV in Südamerika darzustellen, Probleme erkennbar zu machen und auf erfolgversprechende Maßnahmen eingegangen werden.

Verteilung und Ursachen von HIV in Südamerika

Südamerika ist zwar der am drittstärksten von HIV befallene Kontinent des Globus, jedoch sind die Zahlen bedeutend geringer als in Afrika und Asien. Die meisten HIV Infizierten weisen dabei die großen Staaten wie Brasilien, Argentinien, Kolumbien und Mexiko auf. Die 730.000 an HIV erkrankten Menschen in Brasilien sind jedoch mit 0,6% Anteil an der Gesamtbevölkerung gering. Im Vergleich dazu haben kleine Staaten wie Belize mit 2,1%, Guyana mit sogar 2,5% und Suriname mit 2,4% Anteil an der Gesamtbevölkerung wesentlich höhere Werte. Generell ist der Anteil an HIV Infizierten in den großen südamerikanischen Staaten geringer als 1%. Die Verbreitung von HIV in Südamerika ist von Staat zu Staat verschieden.

Jedoch lassen sich auch hier ein paar Ursachen benennen, die auf den gesamten Kontinent in ähnlicher Weise zu treffen. So werden über 40% der Ansteckungen an HIV in Südamerika auf gleichgeschlechtlichen Sexualverkehr unter Männern zurückgeführt. Als Begründung hierfür wird die hohe Diskriminierung von Homosexuellen in Südamerika angesehen. So trauen sich nur wenige Homosexuelle mit ihrer Sexualität offen umzugehen, da sie erhebliche gesellschaftliche Stigmatisierung zu befürchten haben. Auch werden Kampagnen zur Aufklärung über beispielsweise die Benutzung von Kondomen bei Homosexuellen in Südamerika stark vernachlässigt. Schlechte Aufklärung und Diskriminierung führt auch bei den Prostituierten zu einer hohen Ansteckungsrate. So wird auf dem südamerikanischen Kontinent davon ausgegangen, dass über 6% der HIV Infektionen auf Prostitution zurückzuführen sind.

Dabei geht man beispielsweise in Guatemala sogar von 15% aus, während man in Bolivien lediglich mit 0,4% wertet. Die relativ guten Werte in Bolivien werden dabei auf große Kampagnen zur Nutzung von Kondomen bei Prostituierten zurückgeführt, was verdeutlicht, dass Aufklärung eine der besten Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV darstellt. Ebenfalls stellt der Konsum von Drogen wie Heroin und Kokain einen erheblichen Anteil an den Neuerkrankungen an HIV in Südamerika dar. Gegenstände wie Nadeln und Spritzen, die zur Injektion der Drogen benutzt werden, werden häufig von mehreren Menschen gleichzeitig verwendet, wodurch das Risiko einer Ansteckung steigt. Diese Ursache der Ansteckung stellt gerade in Staaten wie Brasilien, Uruguay, Paraguay und Argentinien den höchsten Anteil. Ebenso stellen die Migranten eine Risikogruppe dar. Die wegen Armut und politischer Unsicherheit aus ihrer Heimat flüchtenden Menschen wissen häufig gar nicht, dass sie mit HIV Infiziert sind und stecken somit unwissentlich andere Personen mit der Krankheit an.

Gleichgeschlechtlicher Sex, Prostitution, Drogenkonsum und viele Flüchtlinge sind die Hauptursachen für Ansteckungen an HIV in Südamerika. Jedoch hat jeder Staat auch seine eigenen Merkmale. Deshalb sollen im Weiteren ein paar landesspezifische Beispiele genannt werden, um die Problematik von HIV in Südamerika weiter zu verdeutlichen. In Kolumbien resultieren die meisten Erkrankungen an HIV durch gleichgeschlechtlichen Sex. Das Problem liegt darin, dass Homosexuelle besonders wegen der politischen Instabilität des Landes permanent diskriminiert wurden und immer noch werden. Somit sind Homosexuelle in Kolumbien Ziel von Stigmatisierung und werden in Kampagnen kaum über die Ansteckungsrisiken beim Geschlechtsverkehr ohne Kondome aufgeklärt. In Honduras liegt dabei eine hohe Verbreitung an der kulturell und religiösen Lebensform der Gemeinschaft der Garifuna. Die Garifuna ist eine religiöse Gemeinschaft, die Formen von Verhütung völlig ablehnt und dadurch einen großen Anteil an Neuerkrankungen am HI-Virus in Honduras trägt. Nicaragua hat mit nur 0,2% Anteil an der Gesamtbevölkerung einen sehr geringen Wert an HIV Infizierten. Jedoch erfolgen hier die meisten HIV Ansteckungen durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr. Dies ist auf einen geringen Zuspruch von Kondomen innerhalb der Bevölkerung zurückzuführen, was in der Zukunft zu größeren Problemen für den Staat führen könnte. Da die Tendenz in dem kleinen Staat zu häufigeren Wechseln der Sexualpartner geht. Es ließ sich bisher erkennen, dass die Ursachen für die Ansteckungen an HIV in Südamerika äußerst verschieden sind und nahezu bei jedem Staat die Gewichtung der Hauptursache wechselt, was eine kontinentale Bekämpfung von HIV nur erschweren kann.

Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV in Südamerika

Die unterschiedlichen Gründe für eine Ansteckung an HIV, die hohe Armut in einigen Staaten und die häufig instabilen politischen Gegebenheiten erschweren eine Bekämpfung von HIV in Südamerika. National ist das Problem kaum zu lösen. Auch wenn Staaten wie Brasilien und Bolivien erste Erfolge vermelden können. Deshalb haben viele Nichtregierungsorganisationen und internationale Programme ihr Augenmerk auf den südamerikanischen Kontinent gelegt und sich zum Ziel gesetzt, HIV dort zu bekämpfen.

Flächendeckend und in Kooperation mit den Gesundheitsministerien der einzelnen Staaten versucht man engagiert Aufklärung zu betreiben. So wird an vielen Schulen des Kontinents der Umgang mit Kondomen gelehrt und über Ansteckungsrisiken informiert. Zudem wird über Medien wie Radio, Fernsehen und Internet über die Erkrankung des HI-Virus berichtet, sodass man einen großen Teil der Bevölkerung erreichen kann. Doch für einen anderen Großteil der südamerikanischen Bevölkerung bleibt der Zugang zu Medien und Kondomen verwehrt, da schlicht das Geld dazu fehlt. Außerdem ist die Diskriminierung von HIV Infizierten immer noch bedeutend hoch, sodass weitere und umfassendere Maßnahmen getroffen werden müssen.

So lässt sich sagen, dass die Erfolge aus beispielsweise Brasilien, wo Nichtregierungsorganisationen und der Staat große Aktionen wie die kostenlose Verteilung von Kondomen gepaart mit Aufklärung über HIV, zwar Grund zum Optimismus liefern, jedoch ärmere Staaten wie Belize sich solche Maßnahmen ohne internationale Hilfe nicht leisten können. Auch sind die Maßnahmen zur medizinischen Versorgung der HIV Infizierten noch immer nicht ausreichend gewährleistet. So konnten bisher nur 55% der HIV Erkrankten in Südamerika antiretrovirale Medikamente erhalten, was die Lebensqualität und Dauer der Infizierten erheblich senkt.

Eine Perspektive für den südamerikanischen Kontinent

Staaten wie Brasilien, Argentinien oder Uruguay wollen ihre Kampagnen im Kampf gegen HIV intensivieren. Jedoch sind diese Staaten zugleich politisch stabil und versprechen wie beispielsweise Brasilien wirtschaftliche Verbesserung. Ärmere Staaten wie Belize und Kolumbien haben diese Voraussetzungen nicht. Deshalb wird es in Südamerika immer Flüchtlinge geben, die in einem anderen Staat von einem besseren Leben träumen und die Verbreitung von HIV fördern.

Eine gezielte und nachhaltige Bekämpfung von HIV in Südamerika kann also nur erfolgen, wenn es zu den nationalen Programmen auch zu internationalen Kampagnen zur Bekämpfung von HIV kommt. Denn die Menschen müssen über die Risiken von HIV aufgeklärt werden und dazu gebracht werden, mit der Diskriminierung von HIV Infizierten aufzuhören. Zudem ist eine bessere medizinische Versorgung der HIV Infizierten von Nöten. Denn einerseits führt es für die Erkrankten zu einer besseren Lebensqualität und kann andererseits dadurch helfen, die Vorurteile gegenüber HIV Infizierten aufzuheben.

Damit sich die Zahlen in Südamerika nicht erhöhen, müssen die südamerikanischen Staaten zusammenarbeiten und besonders die ärmeren Länder gefördert werden. Auch sollten internationale Hilfsaktionen verstärkt werden. Schließlich kennt die Erkrankung keine nationalen Grenzen.

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