HIV positiv

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Was bedeutet „HIV positiv“ eigentlich? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, beginnen wir bei den Grundlagen. HIV ist eine Viruserkrankung, hervorgerufen durch das HI Virus. Eine Infektion mit HIV führt im Laufe des Krankheitsverlaufs zum sogenannten AIDS Vollbild. Das AIDS Vollbild endet tödlich, da sich das Immunsystem des HIV Positiven nicht mehr gegen die das Vollbild definierenden Opportunistischen Infektionen ankämpfen kann. AIDS Patienten sterben oft an – für gesunde Menschen nicht gefährlichen – Infektionen wie beispielsweise an einer Grippe oder an einer Lungenentzündung. Auch Krebserkrankungen wie das Karposi Sarkom treten bei Patienten mit AIDS Vollbild häufig auf und können direkt oder indirekt zum Tod des Patienten führen.

Was bedeutet HIV positiv?

Doch, um der Frage nachzugehen, was „HIV positiv“ eigentlich bedeutet, müssen auch andere Fakten bedacht werden. HIV positiv sein, bedeutet vor allem, dass man sein ganzes Leben neu ordnen und planen muss, dass sich viele Einsichten ergeben und der Patient von einer Sekunde auf die andere in eine neue Lebensphase eintritt. Dieser psychische Druck lastet auf fast allen Menschen, die mit der Diagnose HIV positiv konfrontiert werden. Hieraus resultiert oftmals auch ein massives psychisches Tief, das in den meisten Fällen auch nur durch die Konsultation von Psychologen und Psychiatern überwunden werden kann.

Es gibt aber auch Menschen, die Vorbilder dafür sind, dass man auch anders mit einer HIV Infektion umgehen kann: aktiv und offensiv! Unser immer hilfsbereites Community Mitglied Matthias Gerschwitz steht zu seinem Serostatus und überzeugt durch sein bedachtes, strukturiertes Vorgehen. Matthias hat auch ein Buch über seinen Umgang mit der Diagnose „HIV positiv“ geschrieben und zeigt in diesem auf, wie man sein Leben mit HIV meistern kann und was sich genau verändert. Sicher: die Veränderung nimmt jeder anders wahr. Menschen wie Matthias und Uwe (der ebenfalls Member unserer Community ist und ebenfalls ein Buch geschrieben hat) beweisen, dass man die Chance nutzen und sein Leben den per se geänderten Umständen anpassen und neu erfahren kann.

In den letzten Jahren sind auch unzählige Blogs und Homepages von HIV Positiven ins Netz gestellt worden, die alle samt eindrucksvoll beweisen, dass man auch nach der Diagnose HIV positiv ein lebenswertes Leben leben kann. Diese Tendenz hält an und führt aktuell – auf jeden Fall unserer Meinung nach – zu einem unterstützenswerten gesellschaftlichen Wandel. Viele Menschen informieren sich aufgrund derartiger Projekte und der dazugehörigen medialen Berichterstattung (Medienecho) über HIV und AIDS. Dieser Umstand trägt somit aktiv dazu bei, die gigantische Wissenslücke zu dieser Thematik zu schließen, die seit über 3 Jahrzehnten alle gesellschaftlichen Schichten übergreift. Je mehr man über HIV und AIDS weiss, desto eher schützt man sich und lässt sich z.B. im Anfangsstadium einer Partnerschaft direkt testen, bevor man ungeschützt miteinander schläft.

Was bedeutet die Diagnose HIV positiv für den Infizierten?

Es kommt ganz darauf an, wie man diese Frage interpretiert und von wem sie gestellt wird. Ist man selbst betroffen, so bedeutet die Diagnose für einen primär ein Umdenken. Da HIV bisher nicht heilbar ist und auch kein Heilmittel gegen HIV oder AIDS existiert, muss man vor allem die Tatsache annehmen, dass das Virus in einem schlummert. Man darf nie vergessen, dass man HIV positiv ist, um Dritte zu schützen. Ungeschützter Geschlechtsverkehr ist nach der Diagnose HIV positiv ebenso für immer tabu, wie die gemeinsame Benutzung von Drogenbesteck. Zudem ändern sich auch im Alltag viele Dinge. Man muss sich mit Versicherungen, regelmäßigen Arztbesuchen und der Tatsache konfrontieren, dass dies einen den Lebtag lang begleiten wird. Nimmt man dies als gegeben an, so ergeben sich auch in der neuen Lebenssituation unzählige Möglichkeiten, ein erfülltes Leben zu führen – mit dem HI Virus.

Fakt ist aber auch, dass man die eigenen Lebensumstände der Infektion anpassen muss. Neben ausgewogener Ernährung, Sport und Fitness sind auch soziale Faktoren wichtig. Man muss sich überlegen, ob und wenn ja wie man seine Infektion kommuniziert. Geht man das Risiko gesellschaftlicher Ausgrenzung – auch unter vermeindlich „guten“ Freunden – ein, so kann man sich outen. In vielen Fällen läuft das Outing aber auch ganz anders als gedacht und schweißt Freundschaften und Familien noch enger zusammen. Will man dies (noch) nicht riskieren, so akzeptiert man ein Leben bei dem ein dauerhafter Bestandteil – die HIV Infektion – immer verborgen bleibt und somit ggf. zu anderen Krankheiten auch psychischer Natur führen kann. Es gibt viele Faktoren, die sich für einen HIV Positiven verändern. Anhand des obigen Beispiels sollte aber erkennbar sein, dass diese Faktoren – so unterschiedlich sie auch sein mögen – immer so auf einen wirken, wie man sich selbst mit der Diagnose HIV positiv konfrontiert hat und wie man die persönliche Philosophie, aber auch seine Lebensziele der Diagnose anpasst.

Das eigene Leben wird sich mit der Diagnose HIV positiv auf jeden Fall verändern. So traurig dieses Zeugnis für das allgemeine Vertändnis um das Virus sein mag – auch mit Ablehnung konfrontiert. HIV Patienten werden oftmals auch medizinische Behandlungen untersagt. Uns wurde vielfach darüber berichtet, dass auch beim Arzt mit einer Ablehnung gerechnet werden muss. HIV positive Menschen müssen natürlich auch wegen nicht lebensbedrohlichen Dingen zum Arzt. Nicht selten auch wegen OPs.

Die Bandbreite ist enorm – so können Schönheitsoperationen wie eine Nasenkorrektur durch den Patienten gewünscht oder sogar medizinisch indiziert sein, auch kann es vorkommen, dass ein Patient Zahnimplantate benötigt – egal, wie die konkrete Situation auch aussehen mag, es kann sehr gut vorkommen, dass man als ehrlicher Patient unter mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen abgelehnt wird. Auch Partnerschaften können auf Ablehnung stoßen oder zerbrechen. All diese Gründe führen in vielen Fällen zu einem Restrukturierungsprozess, in dem sich der Patient neu sortieren kann. Es ist daher grundsätzlich immer ratsam, auf derartige Änderungen vorbereitet zu sein – zum Einen, damit man zu schätzen weiss, wenn es bei einem eben nicht zutrifft, zum Anderen, damit man derartige Ablehnung auch verarbeiten kann. Daher ist es immer ratsam, von Anfang an einen Psychologen zu involvieren, der einem mit Rat und Tag zur Seite stehen kann.

Was bedeutet die Diagnose HIV+ für das Umfeld (Partner, Familie, Freunde)?

Befindet man sich in einer Beziehung, so ist die Diagnose HIV positiv auch für den Partner von elementarer Bedeutung. Die erste Frage ist natürlich, ob sich der Partner auch infiziert hat. Der Partner sollte sich daher umgehend testen lassen. Dass in der Zwischenzeit auf ungeschützten Geschlechtsverkehr oder vergleichbare Risikokontakte verzichtet werden soll, kann nicht oft genug geschrieben werden und sollte selbstverständlich sein! Egal, ob der Partner negativ oder auch positiv ist – Fakt ist, dass man ungeschützten Verkehr nie mehr ausführen kann. Diese Tatsache kann das Verhältnis zum Partner beeinflussen und sollte daher frühst möglich in der Beziehung diskutiert werden. Vermeidet man Risiken einer HIV Infektion, so kann man auch weiterhin eine glückliche, für beide Partner erfüllende Beziehung führen. Fakt ist aber, dass dann beide Partner lernen müssen, mit der Diagnose HIV positiv des einen Partners umzugehen.

Werden oben genannte Risiken vermieden, so ist ein Zusammenleben mit einem HIV Positiven problemlos möglich. HIV ist keine Schmierinfektion und kann im normalen Alltag nicht übertragen werden. Beachtet man die klaren Regeln für den Schutz vor einer HIV Infektion, so kann man zusammenleben ohne Angst vor einer Infektion haben zu müssen. Dies betrifft natürlich auch die Familie des HIV Positiven. Da sich Familien erfahrungsgemäß große Sorgen um die infizierten Mitglieder machen, sollten sich auch diese in puncto HIV weiterbilden. Je mehr man über das Virus, die Infektionswege und den Krankheitsverlauf weiss, desto besser funktioniert das Zusammenleben in einer Familie auch. Sollte der Infizierte oder auch die Familie psychologische Unterstützung benötigen, so sollte diese dem Familiensegen zuliebe so früh wie möglich hinzu gezogen werden. Je aktiver man sich auch um die mentale Auswirkung der Diagnose HIV positiv kümmert, desto leichter lässt sich auch in den Alltag zurück finden.

Freunde und Bekannte müssen sich grundsätzlich keine Sorgen machen, sich mit HIV zu inifzieren. Wichtig ist nur, dass ein ungeschützter Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalsekret) oder gar deren Transfer vermieden wird. Da dies im normalen freundschaftlichen Alltag problemlos realisierbar ist, hat die Diagnose HIV positiv auf Freunde eher psychosoziale Wirkungen. Sprich: es gibt Fälle, in denen sich – wie oben beschrieben – vermeintliche Freunde aus Unwissenheit vom Infizierten abwenden, sobald sie von der Diagnose erfahren. Es stellt sich dann aber per se auch die Frage, ob man mit solchen „Freunden“ befreundet sein möchte, da man diese – wie beschrieben – ja nicht gefährdet.

In vielen Freundeskreisen spielt das Outing eines Mitglieds nur insofern eine Rolle, als dass wahre Freundschaft auch eine derartige Diagnose verkraftet. Für HIV Positive sind Freundschaften wie auch für nicht infizierte Menschen äußerst wichtig. Sie sind sogar noch wichtiger, da ein intakter Freundeskreis, in dem man offen auch über Probleme in Bezug auf die Infektion sprechen kann durch nichts zu ersetzen ist. Wir plädieren daher immer dafür, dass sich auch Freunde mit der Thematik konfrontieren, um die Freundschaft zu erhalten und dem betroffenen Freund oder der Freundin wirklich zur Seite stehen zu können.

HIV positiv ungleich AIDS krank!

Um ein für alle Mal mit einem Mythos, einer Urban Legend, aufzuräumen: HIV positiv bedeutet nicht gleich AIDS krank! Ein HIV Infizierter kann heutzutage oftmals noch zig Jahre mit der Infektion leben, ohne, dass das AIDS Vollbild diagnostiziert wird, also – wie der Volksmund sagt – AIDS ausbricht. Es ist also per se falsch, HIV positive Menschen als aidskrank zu bezeichnen. Man vergleicht hier sprichwörtlich Äpfel mit Birnen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in unserem Factsheet mit Grundlagen zu HIV, der Diagnose sowie zur medizinischen Behandlung.

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