Super AIDS

Seit Jahren geistert ein Mythos durch die Medienlandschaft, das sogenannte „Super AIDS„. Hierunter versteht man – je nach medialer Interpretation – eine besonders resistente und/oder besonders progressive Form der HIV Infektion, die binnen kĂŒrzester Zeit zum Ausbruch von AIDS und dem Tod des Patienten fĂŒhrt. Fakt ist, dass unterschiedliche Varianten des HI Virus existieren, die tatsĂ€chlich einen unterschiedlichen Krankheitverlauf besitzen. Eine Infektion mit dem Virenstamm HIV I verlĂ€uft in der Regel lĂ€ngst nicht so progressiv wie eine HIV II Infektion. Desweiteren gibt es noch diverse Subvarianten, die sich im allgemeinen Krankheitsverlauf, aber auch im zeitlichen Verlauf unterscheiden. Die unterschiedlichen Infektionen verlaufen aber lĂ€ngt nicht so dramatisch, wie in den Medien seit Jahren berichtet wird.

Bereits im Jahre 2005 haben renommierte Magazine ĂŒber vermeintliches Super AIDS berichtet. Bis dato bestehen keine wissenschaftlich fundierten Studien oder Auswertungen, die die reale Existenz von Super AIDS untermauern könnten. Trotzdem verbreitet sich der Mythos von Jahr zu Jahr weiter – nicht zuletzt auch wegen der Nennung von Super AIDS in einer Folge der Serie South Park.

Vermeintlicher Super AIDS Fall in New York

2005 berichteten die Medien, dass bei einem Mann aus New York eine Art „Super AIDS“ vorliegen mĂŒsse. Der Mann hatte ungeschĂŒtzten Analverkehr mit (vermutlich) hunderten MĂ€nnern und konsumierte ĂŒber einen langen Zeitraum kontinuierlich Methamphetamin (sog. „Crystal Meth“). Fakt ist, dass der Konsum von Methamphetamin zu einer negativen Beeinflussung des Immunsystems fĂŒhrt, die somit auch zur Beschleunigung der Infektion gefĂŒhrt haben könnte. Eine „Super“-Variante des HI-Virus wurde ausdrĂŒcklich nicht nachgewiesen.

Desweiteren gibt es ein offizielles Statement auf der Webseite der Deutschen AIDS Gesellschaft e.V., das Sie hier nachlesen können: http://www.daignet.de/

Darstellung von „Super AIDS“ in der Serie South Park

In der South Park Folge Season 9, Episode 6 glaubt Leopold „Butters“ Stotch, einen Geist gesehen zu haben. Sein Vater reagiert darauf mit der Äußerung, dass er wohl eine sehr rege Fantasie habe und ihm sein Gehirn von Zeit zu Zeit einen Streich spiele. Butters Vater erklĂ€rt, dass man sich nur vor realen Dingen wie beispielsweise „Super-AIDS“ fĂŒrchten muss. Super AIDS ist laut ihm gegen jegliche medikamentöse Behandlung resistent und man stirbt innerhalb von 3 Jahren, wenn man „einen Teelöffel Super AIDS in (s)einen Hintern“(Quelle: South Park, Staffel 9, Folge 6 – zuletzt aufgerufen am: 22.10.2014) bekommt. (Vgl. ebd.)

Anm. d. Red.: Da die Serie South Park als gesellschafts-kritisches und zugleich satirisches Format betrachtet werden kann, ist die Äußerung ĂŒber „Super AIDS“ unter unterschiedlichen Gesichtspunkten interpretierbar. Fakt ist, dass es „Super AIDS“ in der dargestellten Form natĂŒrlich nicht gibt – dies aber nur vorweg. Die Tatsache, dass South Park die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sowie die Erziehungsmethoden in praktisch jeder Folge parodiert, lĂ€sst den RĂŒckschluss zu, dass es sich bei der Konversation zwischen Butters und seinem Vater um den Versuch der ErfĂŒllung der elterlichen FĂŒrsorge im Rahmen der Vermittlung der Gefahren ungeschĂŒtzten sexuellen Verkehrs handelt. Dass man das Super AIDS auf einen Löffel nehmen und rektal verabreichen kann, kann als fĂŒr South Park typische Satire angesehen werden.

Das Fazit des Dialogs von Butters mit seinem Vater ist eindeutig PrĂ€vention. Die Passage zeigt zum Einen auf, wie schwer es fĂŒr Eltern ist, eine Thematik wie „AIDS“ adĂ€quat anzusprechen und so frĂŒh wie möglich in den Erziehungskanon zu integrieren, zum Anderen lassen die Aussagen aber den RĂŒckschluss zu, dass nachwievor ein massives Wissensdefizit in der Allgemeinbevölkerung bezĂŒglich des Themenkomplexes HIV und AIDS besteht.