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HIV in Afrika

Afrika ist der am st├Ąrksten vom HI-Virus betroffene Kontinent der Welt. Bei der Zahl der Infizierten durch HIV besteht dabei ein gro├čes Gef├Ąlle zwischen dem n├Ârdlichen und s├╝dlichen Teil Afrikas. S├╝dlich der Sahara lebten im Jahr 2007 ├╝ber 22 Millionen infizierte Menschen. Das macht einen Anteil von 67% aller HIV infizierten Menschen der Erde aus. Hinzu ist hier auch die h├Âchste Zahl an Todesf├Ąllen bedingt durch den HI-Virus aufzufinden.

Denn im s├╝dlichen Teil der Sahara starben ├╝ber 2 Millionen Infizierte an den Folgen des HI-Virus. Dazu steckten sich hier auch ├╝ber 2,3 Millionen Menschen neu an. Diese Zahlen verdeutlichen, dass HIV in Afrika eines der gr├Â├čten Probleme der Menschheit darstellt. Die Bek├Ąmpfung des HI-Virus ist dabei als globales Problem zu verstehen. Denn die Epidemie kennt keine Grenzen. Die Ausbreitung von HIV in Afrika hat Auswirkungen auf alle Staaten der Erde. Deshalb soll im Folgenden die Problematik von HIV in Afrika n├Ąher erl├Ąutert werden. Hierbei wird auf die Verteilung des HI-Virus in den einzelnen afrikanischen Staaten genauso eingegangen, wie auf Gr├╝nde der hohen Zahl an Infizierten und Ma├čnahmen zur Bek├Ąmpfung der Epidemie.

Verbreitung von HIV in Afrika in Zahlen

Die Zahl der HIV Infizierten in Afrika h├Ąngt stark von der jeweiligen Region ab. Wie bereits erw├Ąhnt, ist der n├Ârdliche Teil weniger heftig betroffen als der Rest des Kontinents. Im n├Ârdlichen Teil geht man von einem Anteil der Infizierten an der Gesamtbev├Âlkerung von 0,3% aus. W├Ąhrend es in den s├╝dlichen Staaten der Sahara ├╝ber 5% sind. Als Gr├╝nde f├╝r diese starken Unterschiede wird zum einen die nat├╝rliche Grenze der Sahara angesehen und zum anderen die N├Ąhe zum europ├Ąischen Kontinent. Die W├╝stenregion der Sahara wird dabei als Puffer betrachtet, der die Verbreitung von HIV wegen des schwer zu passierenden und bev├Âlkerungsarmen Gebiets vermindert.

Die N├Ąhe zu Europa wirkt sich dabei positiv auf die Zahlen im n├Ârdlichen Afrika aus, da in Europa eine gr├Â├čere Aufkl├Ąrung ├╝ber den HI-Virus betrieben wird, wovon die nordafrikanischen Staaten aufgrund ihrer geographischen N├Ąhe profitieren. Die Staaten s├╝dlich der Sahara haben diesen geographischen Vorteil nicht und sind somit dem HI-Virus erheblich ausgesetzt. Das dr├╝ckt sich besonders in den folgenden Zahlen aus.

Die am st├Ąrksten durch den HI-Virus betroffenen Staaten des afrikanischen Kontinents sind dabei mit 26% Anteil an der Gesamtbev├Âlkerung Swasiland, Botswana mit 25% und Lesotho mit 23%. ├ťber 18% Infizierte anteilig an der Gesamtbev├Âlkerung weisen dabei die Staaten Namibia und S├╝dafrika auf. Die Staaten Simbabwe, Mosambik und Sambia kommen auf einen Anteil von 10%. ├ťber 5% erreichen Malawi, Kenia, Uganda, Tansania, Kamerun, Gabun und die zentralafrikanische Republik. Die Zahlen verdeutlichen die Probleme f├╝r die einzelnen Regionen. Denn die Todesf├Ąlle in den Altersgruppen der 24 bis 49j├Ąhrigen hat sich im s├╝dlichen Teil Afrikas mehr als verdoppelt und auch die Sterblichkeit der unter 24j├Ąhrigen nimmt rapide zu. Dieser Sachverhalt hat erhebliche demographische Verschiebungen zur Folge, welche sich fatal auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen der betroffenen Region auswirken.

Ursachen von HIV und AIDS in Afrika

Die Ursachen f├╝r die immensen Infektionen an HIV in Afrika sind im Gegensatz zu Europa deutlich unterschiedlich. Der h├Ąufigste ├ťbertragungsweg des HI-Virus ist in Afrika mit ├╝ber 50% der heterosexuelle Geschlechtsverkehr. Auch Bluttransfusionen sind auf dem afrikanischen Kontinent ein bedeutender Grund f├╝r die Verbreitung des HI-Virus. Bis zu 10% der Ansteckungen werden auf Bluttransfusionen zur├╝ckgef├╝hrt. Aber auch die ├ťbertragung des Virus w├Ąhrend der Geburt wird in Afrika hoch beziffert. So liegt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung f├╝r das Neugeborene einer infizierten Mutter bei bis zu 30%. Als Ursachen f├╝r die starke Verbreitung von HIV in Afrika im Gegensatz zu anderen Teilen der Welt sieht man besonders die versp├Ąteten Pr├Ąventionskampagnen. Beispielsweise wurde in den Industrienationen kurz nach Bekanntwerden der Seuche in den 1980er Jahren ├╝ber ├ťbertragungswege und Schutz vor HIV durch Aufkl├Ąrungskampagnen von Politik und Medien informiert, w├Ąhrend HIV in Afrika tabuisiert wurde.

Erst Ende der 1990er Jahre wurde in Afrika damit begonnen, ├╝ber HIV aufzukl├Ąren, sodass sich die Epidemie fast 20 Jahre ausbreiten konnte. Zudem spielt die wirtschaftliche Situation der s├╝dafrikanischen Staaten eine bedeutende Rolle. Denn gerade der s├╝dliche Teil des Kontinents geh├Ârt zu den ├Ąrmsten Regionen der Erde. So sind beispielsweise Kondome f├╝r viele Einwohner unerschwinglich und finden nur Verwendung, wenn sie kostenlos verteilt werden. Auch fehlt es hier vielen Staaten an Geld f├╝r einschl├Ągige Aufkl├Ąrungskampagnen oder die politische Situation erm├Âglicht diese erst gar nicht. Zudem wird HIV in Afrika noch immer in vielen Teilen tabuisiert.

So gilt die Infizierung als Schande, was einerseits zur Ausgrenzung der Erkrankten f├╝hrt und anderseits die Bereitschaft ├╝berhaupt einen HIV Test durchzuf├╝hren extrem mindert. Denn vielen gilt die Diagnose HIV als Todesurteil in medizinischer und auch sozialer Sichtweise. Hieraus entsteht eine gewisse Gleichg├╝ltigkeit der Infizierten, die damit eine Ansteckung ihrer Sexualpartner in Kauf nehmen. Au├čerdem ist besonders Prostitution und gewaltsamer Sex eine erhebliche Ursache f├╝r die Verbreitung von HIV in Afrika. Auf dem afrikanischen Kontinent sind 57% der Infizierten weiblichen Geschlechts, da Prostitution h├Ąufig als einzige M├Âglichkeit zum Gelderwerb angesehen wird.

Zudem gaben ├╝ber 14% der Frauen in Ostafrika an, dass ihre ersten sexuellen Erfahrungen bedingt durch Gewalt entstanden sind und ohne Schutz vollzogen wurden. Auch kulturelle Unterschiede zu den Industrienationen werden als Ursache betrachtet. So ist in vielen Regionen die Polygamie erlaubt und stark verbreitet und Witwen werden nach dem Tod ihres Mannes schnell wieder verheiratet. Auch stellt die Verbreitung anderer Geschlechtskrankheiten eine wesentliche Ursache f├╝r die starke Verbreitung von HIV in Afrika dar. Denn hierbei f├╝hren viele Geschlechtskrankheiten zu Hautverletzungen an den Organen, die wiederum die ├ťbertragung des HI-Virus beg├╝nstigen. ├ťber die Ursachen der starken Verbreitung von HIV in Afrika l├Ąsst sich zusammenfassend sagen, dass Armut, politische Unsicherheit, Unwissenheit und eine schwache Rolle der Frauen in den Staaten s├╝dlich der Sahara zu wesentlich mehr Infektionen am HI-Virus f├╝hren als beispielsweise in Europa.

Gegenw├Ąrtige Situation und Ma├čnahmen gegen HIV

Im Gegensatz zu den HIV Infizierten in den Industrienationen ist die Diagnose HIV f├╝r die meisten Betroffenen in Afrika ein qualvolles und schnelles Todesurteil. Denn die medizinische Versorgung der Infizierten ist aufgrund der hohen Kosten f├╝r die Medikamente selten ausreichend. So erhalten circa 85% der an HIV Erkrankten nicht die notwendige Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten, welche die Lebensqualit├Ąt und Dauer der Infizierten erheblich steigern k├Ânnten. Dies f├╝hrt oft dazu, dass junge Familienangeh├Ârige ihre Eltern zeitaufwendig pflegen m├╝ssen und somit die Schule abbrechen, was wiederum zu weniger Aufkl├Ąrung durch mangelhafte Bildung f├╝hrt und das Ansteckungsrisiko an HIV zu erkranken steigert.

Im Jahr 2003 erarbeiteten mehrere Organisation mit der UNAIDS ein aus drei Punkten bestehendes Konzept zur Bek├Ąmpfung von HIV in Afrika. Die Kernprinzipien sind unter dem Namen Three Ones erschienen. Sie beinhalten eine gemeinsame Strategie zur Bek├Ąmpfung von HIV, die Gr├╝ndung nationaler und multisektoraler Koordinationsstellen und ein landesweites Evaluierungs- und Monitoringsystem. Hierbei soll vor allem die Koordination der Mittel innerhalb eines Staates zur Bek├Ąmpfung von HIV verbessert werden.

Die Bek├Ąmpfung von HIV in Afrika erfolgt meistens ├╝ber nationale Gesundheitsministerien. Als Geldgeber f├╝r nationale Pl├Ąne gelten besonders Institutionen wie die Weltbank oder Staaten der Industrienationen, die mit den afrikanischen Staaten ihre Geldtransaktionen ├╝ber ein Abkommen vereinbaren. Hierbei wird auch bereits die Problematik im Kampf gegen HIV deutlich. Denn jeder betroffene Staat handelt f├╝r sich allein. Da der HI-Virus jedoch keine staatlichen Grenzen kennt, bleibt abzuwarten, ob nationale Strategien die richtige Antwort sind, um das Problem von HIV in Afrika zu l├Âsen.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt ├╝berarbeitet am: 13. Oktober 2020.
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