HIV Verbreitung nach Land / Länderübersicht

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Viele Touristen vergessen im Urlaub, dass man sich mit dem HI-Virus auch in der entspannten Ferienzeit infizieren kann. Gefahr besteht besonders in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen, aber jeder ungeschützte Sex Kontakt, verunreinigte medizinische Instrumente und infizierte Blutprodukte können auch bei einem Urlaub in einem hoch entwickelten Land zu einer HIV-Infektion führen. Um einen unbeschwerten Urlaub ohne Reue zu verleben, sollte man sich vor allem über die Ansteckungsgefahren mit dem HI-Virus im jeweiligen Urlaubsland informieren.

HIV in Spanien

Spanien ist eins der wichtigsten Reiseziele der Deutschen für ihren Urlaub und die Hauptziele sind vor allem die Kanarischen Inseln, die Balearen und die Mittelmeerküste. Spanien steht nicht nur bei den Urlaubsfavoriten der Deutschen auf den vorderen Plätzen, sondern ist derzeit auch das Land mit der höchsten Aids Rate Europas. Gegenüber Ländern wie Deutschland oder Frankreich ist hier laut Wikipedia die Anzahl der Neuerkrankungen um das Vier- bis Zehnfache höher. 130.000 HIV-Positive sind in Spanien registriert, davon sind 104.000 Männer, was etwa 80% aller spanischen Aids-Fälle entspricht.

Die meisten HIV-Infizierten sind im Drogenmilieu zu finden. Ihr prozentualer Anteil liegt bei 65 % und 2.300 der an Aids Erkrankten sterben jährlich. Ursächlich für die relativ hohe Sterblichkeit unter den spanischen AIDS-Kranken ist mutmaßlich eine von den HIV Infizierten hinausgezögerter Behandlungsbeginn. Spanien hat auf die Situation reagiert, und legt seit einigen Jahren den Schwerpunkt auf die Notwendigkeit einer früheren Diagnose. Ein nationaler Plan ruft alle HIV-Gefährdeten des Landes auf, sich auf eine Infektion mit dem HI-Virus testen zu lassen. Mit intensiven Schulungen von Mitarbeitern des Gesundheitswesens wird die Aufklärung über Aids weiter vorangetrieben.

In Spanien können HIV-Tests kostenlos und vertraulich durch den Hausarzt durchgeführt werden und ca. drei von zehn Tests werden dort durchgeführt. Der Test wird auch in Zentren für Drogenberatung und in Beratungsstellen zur Empfängnisverhütung angeboten, um möglichst viele Risikogruppen direkt zu erreichen. Die Maßnahmen der spanischen Regierung haben dazu geführt, dass vier von zehn Spaniern irgendwann in ihrem Leben auf eine HIV Infektion hin getestet wurden. Trotzdem liegt der Anteil der bisher ungetesteten Männer mit Risikoverhalten oder aus bildungsfernen Schichten für die spanische Regierung noch inakzeptabel hoch.

Italien

Italien ist für die Deutschen traditionell eines der beliebtesten Reiseländer und auch hier verbringen Millionen von Deutschen ihren Urlaub. In Italien werden jährlich 4.000 Neuinfektionen registriert. Seit dem Bekanntwerden von AIDS in den 1980er Jahren wurden vom italienischen Ministerium für Gesundheit 120.000 HIV-positive Fälle verzeichnet. Seit dem Jahr 1995 bis heute ist die Zahl der registrierten Fälle von AIDS von 5.600 auf 1.200 gesunken. Dies ist vor allem der Wirksamkeit von kombinierten antiretroviralen, medikamentösen Therapien zu verdanken, die in Italien schon unmittelbar nach ihrem Erscheinen auf dem Markt zur Therapie eingesetzt wurden.

Nach WHO Schätzungen aus dem Jahre 2007 sind in Italien ca.150.000 Personen mit HIV infiziert, wobei der Frauenteil bei 41.000 bzw. ca. 27 % liegt. Im gleichen Jahr verstarben 1.900 Menschen an den Folgen der Infektion. Der Trend weist darauf hin, dass sich HIV-Infektionen besonders stark unter Frauen ausbreitet, wobei 43% aller neuen Diagnosen Migrantinnen betreffen.

HIV in der Türkei

Die Türkei lockte in den vergangenen Jahren immer mehr deutsche Urlauber an und ist so zu einem der bedeutendsten Urlaubsländer für deutsche Touristen geworden. In der Türkei ist die Prävalenz von AIDS sehr niedrig, aber die Zahl der HIV / AIDS-Fälle hat in den letzten Jahren zugenommen. Eine der Ursachen für die Zunahme von HIV-Infektionen in der Türkei ist das mangelhafte Wissen über HIV / AIDS. Das Thema wird öffentlich kaum diskutiert und viele Türken denken deshalb sogar, dass es in Ihrem Land keine AIDS-Fälle gibt. Laut Gesundheitsministerium lag im Jahr 2011 die Zahl der HIV-Infizierten bei fast 5.500.

Die meisten Neuinfektionen werden durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr übertragen, wobei man von einem Anteil von 64% aller Fälle innerhalb der letzten 5 Jahre ausgeht. Um die Ursachen des Anstiegs der HIV-Infektionen festzustellen, wurde im Auftrag der türkischen Regierung und der UN eine Studie durchgeführt. Es der wichtigsten Resultate dieser Untersuchungen war, dass riskantes Sexualverhalten von mobilen Arbeitern als eine der Hauptursachen für die Zunahme von HIV-Infektionen in der Türkei ausgemacht werden konnte. Dazu wurden Seeleute, LKW-Fahrer, Wanderarbeiter aus der Bauindustrie und im Tourismus Beschäftigte Personen nach ihrem Sexualverhalten befragt.

Die Studie ergab, dass 35 % aller mobilen Mitarbeiter häufiger Verkehr mit Prostituierten hatten und weniger als die Hälfte dabei ein Kondom benutzte. Damit liegt die Häufigkeit von Sex mit Prostituierten im vergleichbaren Rahmen anderer Länder, jedoch ist die Verwendung von Kondomen dabei signifikant niedriger. Verbesserungen wird es nur geben, wenn sich die gesellschaftlichen und individuellen Verhaltensweisen sowie der Wahrnehmung von Aids als Krankheit ändern.

Frankreich

Die Anzahl der HIV Neudiagnosen in Frankreich ist nach Angaben des französischen Gesundheitsministeriums seit dem Jahr 2010 mehr oder weniger konstant. Neu diagnostiziert wurden in Frankreich im Jahr 2010 über 6.200 HIV-Infektionen, während es im Vorjahr etwas mehr als 6.300 Neuinfektionen und damit einen Rückgang von 1,2 % gab. Die Zahl der Neuinfektionen auf heterosexuellem Wege nimmt ab, während ein Anstieg der Neuinfektionen bei Männern mit homosexuellen Sex Praktiken zu verzeichnen ist. Verantwortlich dafür ist eine Zunahme von Risikoverhalten in dieser Gruppe.

Den stärksten Rückgang an Neuinfektionen gab es zwischen den Jahren 2004 bis 2007. Männer, die Sex mit Männern haben und aus dem Ausland zuziehende, bereits HIV-infizierte Personen waren hauptsächlich für neu registrierte Fälle von HIV-Infektionen verantwortlich. Frankreich hat es ebenfalls nach Angaben der Regierung geschafft, 5,2 Millionen Screenings für HIV-Infektionen durchzuführen. Dadurch haben bereits 86% der in Frankreich lebenden Homosexuellen einen HIV-Test absolviert.

HIV in Thailand

Im Fernen Osten hat sich Thailand zu einem attraktiven Urlaubsland für Deutsche entwickelt. Thailands erster Fall von HIV / AIDS wurde Jahr 1984 diagnostiziert und bis 2008 hatten sich ca. 1,1 Mio. Erwachsene infiziert, wie die thailändische Regierung bekannt gab. Fast 600.000 Einwohner Thailand sind bereits an Aids gestorben. Im Jahre 2010 hatte Thailand nach Presseberichten die höchste HIV-Prävalenz in ganz Südostasien. Obwohl die Regierung bereits im Jahre 1991 eine Strategie zur Bekämpfung der Krankheit beschloss, stieg die Anzahl der festgestellten Neuinfektionen über einige Jahre lang an, konnte jedoch in den letzten Jahren gesenkt werden. In der Frühzeit der Epidemie in Thailand trat HIV / AIDS vor allem bei Männern auf, die homosexuellen Verkehr pflegten. In der nächsten Phase der Epidemie verbreitete sich das HI-Virus dann auch schnell bei Drogenkonsumenten, kurze Zeit später folgten vermehrte Neuinfektionen bei weiblichen Prostituierten.

Besonders stark war nach den Regierungsangaben der Anstieg der Infektionsraten in den Jahren zwischen 2003 und 2005, als es in Bangkok Steigerungen der HIV-Prävalenz von 17 bis 28 Prozent unter homosexuellen Männern gab und bei anderen Gruppen die jährliche Steigerungsrate an Neuinfektionen bis zu 50 Prozent erreichte. Im Jahr 2005 betrug der Anteil von Frauen bei den Neuinfektionen schon mehr als 40 Prozent. Die Frauen infizierten sich meistens durch Geschlechtsverkehr mit langfristigen Liebhabern und durch Betätigung in der illegalen thailändischen Sex Industrie. Seit 2011 stellen weibliche Prostituierte die Hauptrisikogruppe mit der höchsten Anfälligkeit für HIV Infektionen. In Thailand sieht man seitens der Regierung aus mehreren Gründen die Gefahr einer wieder vermehrten Zahl von Neuinfektionen. Das allgemeine Bewusstsein für die Gefahr durch den HI-Virus ist immer noch gering und dem entsprechend niedrig ist besonders bei Risikogruppen die Neigung, sich auf eine HIV Infektion testen zu lassen. Auch gibt es in der Bevölkerung das weit verbreitete Missverständnis, ohne Aids Symptome grundsätzlich HIV negativ zu sein. Ein anderer Faktor, der zu einer in Zukunft erhöhten Infektionsrate führen könnte, ist die weithin fehlende Akzeptanz zum Gebrauch von Kondomen.

HIV in den USA

Auch die Vereinigten Staaten von Amerika sind für besonders viele Deutsche ein lohnendes Reiseziel. Die offizielle Geschichte von HIV / AIDS in den Vereinigten Staaten begann 1969, als HIV wahrscheinlich mit einem einzigen infizierten Einwanderer aus Haiti in die USA kam. Nachdem man die Aids Symptome zunächst mit Krebs verwechselt hatte, fanden Mediziner heraus, dass es sich um ein neuartiges Virus handelt. Nach Schätzungen der amerikanischen Regierung sind zur Zeit etwa 1 Mio. Bewohner der Vereinigten Staaten mit HIV infiziert, wobei eine stetige, leichte Zunahme der Erkrankten festzustellen ist. Als Ursachen für die neuen Infektionen sieht die Statistik etwa in der Hälfte der Fälle männliche homosexuelle Kontakte und in einem Fünftel der Fälle intravenösen Drogenkonsum.

Die meisten AIDS-Diagnosen wurden 2007 in den Bundesstaaten im Osten und Süden der USA gestellt und die amerikanische Statistik zu HIV / Aids zeigt deutlich, dass die Mehrheit dieser AIDS Diagnosen in der Nähe zu Küsten vorkommen. Das wird auf die höhere Populationsdichte und eine besonders hohe Interaktion durch Häfen und Flughäfen zwischen den USA und anderen Ländern in diesen Regionen zurückgeführt. Die Gründe für die HIV Infektionen wurden in der frühen Phase zwar auch mit Sex Praktiken unter homosexuellen Männern in Verbindung gebracht, ein regelrechter Schub von Infektionen wurde jedoch durch eine Reihe von Impfungen gegen Hepatitis ausgelöst, die Homosexuelle in San Francisco erhielten und mit dem HI-Virus kontaminiert waren. Sehr früh und mit einigem Erfolg wurde in den USA begonnen, mit Werbekampagnen gegen homophobe Reaktionen auf Aidskranke anzugehen und entsprechende Diskriminierungen von HIV-Infizierten und Aids Kranken auch gesetzlich zu verhindern.

Ein zweiter Ansatz zur Eindämmung stellten die Einreisebeschränkungen für Menschen mit HIV oder AIDS dar. Das Verfahren dazu ist zwar gelockert worden, es gibt jedoch immer wieder Bestrebungen, die Einwanderungsgesetze und Einreisebestimmungen für HIV-Positive zu verschärfen. Schon in den 1990er Jahren gab es Regierungsstudien, die eine schlechtere Behandlung von HIV-infizierten Gruppen mit Zugehörigkeit zu bestimmten ethnischen und sozialen Gruppen feststellten, welche auch die Neuinfektionsrate bei diesen Gruppen wieder überdurchschnittlich steigerte. Nachdem dieser Zusammenhang erkannt war, wurde schnell eine medizinische Gleichbehandlung aller HIV-Infizierten durchgesetzt, was sich umgehend auch in einer gleichmäßigen Verteilung der Infektionen über alle Ethnien und soziale Klassen hinweg zeigte. Bis 2007 lag die Gesamtzahl der Todesfälle bei Personen mit Aids in den USA bei über 580.000. Heute sind die drei Hauptfaktoren, die zu Neuinfektionen beitragen, Sex unter Männern, die illegale Prostitution von Frauen, die intravenöse Zufuhr illegaler Drogen und mangelnde Kenntnisse der Prävention von HIV-Infektionen.

HIV in der Karibik

Nicht jedes der 21 Länder der Karibik ist ein so bedeutendes Urlaubsziel für Deutsche wie die Dominikanische Republik, Jamaika oder Kuba. In Sachen HIV / Aids hängen die meist kleinen Staaten jedoch eng zusammen und zeigen, außer Kuba, ein relativ einheitliches Bild. Wie Wikipedia Veröffentlichungen zeigen, sind einige Forscher der Auffassung, dass die HIV-Epidemie möglicherweise in den 1970er Jahren in der Karibik ihren Anfang nahm. Der erste Fall in Jamaika wurde jedoch erst im Jahre 1982 offiziell gemeldet und es folgte eine Reihe von HIV-Fällen homosexueller und bisexueller Männer in Trinidad und Tobago.

Entgegen sonstiger Erfahrungen geschah die Übertragung des HI-Virus in der karibischen Region primär durch ungeschützten heterosexuellen Verkehr. Deshalb waren nur in den frühen Tagen der Epidemie mehr Männer als Frauen betroffen, denn die Zahl der HIV Neuinfektionen stieg bei Frauen schneller als bei Männern und heute sind die weiblichen HIV-Infizierten in der Mehrzahl. Unter den erwachsenen Einwohnern der Karibik im Alter von 15 bis 44 ist laut Wikipedia AIDS die häufigste Todesursache. Zwischen 2001 und 2009 waren die zwar Neuinfektionen leicht rückläufig, auf den Bahamas, in Belize, Guyana, Haiti sowie in Trinidad und Tobago sind jedoch bereits 2 % der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Haiti hat eine HIV Rate von 3 %, eine der höchsten der Welt. In Jamaika und Barbados beträgt die HIV-Rate etwa 1,5 %, während sie in Kuba nach Regierungsangaben unter 0,2 % liegt. Es gibt eine Vielzahl von sozialen Faktoren, welche die Ausbreitung von HIV / AIDS in der Karibik begünstigt haben, dazu gehören Armut und geringer Bildungsstand.

Einer der Faktoren, die Frauen am meisten gefährdet, ist häufige sexuelle Gewalt. Ebenfalls gibt es ein hohes Maß an sexueller Aktivität und häufig wechselnde Sexualpartner unter den Jugendlichen. Der intravenöse Konsum von Drogen spielt eine unterschiedliche Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit in der Karibik. In den meisten karibischen Ländern spielt dieses Problem eine untergeordnete Rolle, während nach Wikipedia Beiträgen zum Beispiel in Puerto Rico fast 80% der HIV Infektionen auf das Injizieren von Drogen zurückzuführen sind. Die niedrige HIV-Rate in Kuba ist eine der niedrigsten der Welt, weil Kuba sehr frühzeitig etwas gegen Mutter-Kind-Übertragung sowie Übertragung durch Bluttransfusionen getan hat und intravenöser Drogenkonsum weitgehend unbekannt ist.

HIV Verbreitung nach Land:

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