HIV in Vietnam

In Vietnam sind ca. 0,3% der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. Im regionalen Vergleich hat Vietnam damit einen niedrigen Wert. Dennoch deuten Statistiken und der Lebenswandel der Vietnamesen an, dass sich HIV in Vietnam immer stärker ausbreitet. Mangelnde finanzielle Mittel, kaum mediale Beachtung in der westlichen Welt und die generelle Armut des asiatischen Landes erschweren die Bekämpfung, sodass sich HIV in Vietnam weiter ausbreiten kann. Im weiteren Verlauf des Textes soll auf die unterschiedlichen Wege zur Infektion am HI-Virus, die Situation der Infizierten und Maßnahmen zur Bekämpfung eingegangen werden, um ein Verständnis und Erkenntnis für die Ausbreitung von HIV in Vietnam zu erhalten.

Häufige Ansteckungswege von HIV in Vietnam

Die Übertragungswege für HIV in Vietnam sind äußerst vielseitig. Dennoch fällt dabei besonders auf, dass sich viele HIV Erkrankte durch den Konsum von Rauschmitteln infiziert haben. Besonders zu injizierende Drogen stehen im Zusammenhang mit der Übertragung des HI-Virus. Bei 65% aller HIV Infizierten in Vietnam wird davon ausgegangen, dass sie sich durch die Benutzung von Gegenständen zur Injektion von Drogen anstecken. So werden beispielsweise Spritzen und Nadeln oft von mehreren Person verwendet, wodurch sich die Krankheit weiter ausbreiten kann.

Bei einer Studie in mehreren vietnamesischen Provinzen stellte sich heraus, dass fast 35% der befragten Drogenkonsumenten ihre Nadeln und Spritzen teilen würden. Dazu gaben 25% der männlichen Konsumenten von intravenösen Drogen an, den Geschlechtsverkehr ohne Kondome zu vollziehen. Frauen dagegen sind häufig gezwungen, ihre Drogensucht durch Prostitution zu finanzieren. Dadurch wird deutlich, dass neben den Konsumenten von intravenösen Drogen gerade auch Prostituierte eine Risikogruppe darstellen. Generell wird in Vietnam die Verhütung beim Geschlechtsverkehr vernachlässigt. So gilt ungeschützter Sex hinter der Benutzung von infizierten Gegenständen zum Drogenkonsum als zweithäufigste Ursache zur Infektion an HIV in Vietnam. Gerade die Tagelöhner Vietnams, die auf der Suche nach Arbeit quer durch das Land irren, suchen häufig infizierte Prostituierte auf. Wieder zuhause stecken sie so unwissentlich ihre Ehefrau mit dem HI-Virus an. Unter den Schwangeren wird von einer HIV Infektionsrate von 1% ausgegangen. Wie viele Neugeborene sich dadurch am HI-Virus anstecken, ist dabei nicht geklärt.

Im Gegensatz zu Europa ist über die Infektion am HI-Virus durch gleichgeschlechtlichen Sexualverkehrs wenig bekannt. Das ist darauf zurückzuführen, dass Homosexualität in Vietnam ein starkes Tabu bedeutet. Ebenso ist nicht zu klären, wie hoch die Ansteckungsraten durch Blutübertragungen sind, da diese Thematik bisher ungenügend erforscht wurde. Zudem werden HIV Tests in Vietnam hauptsächlich beim Militär gemacht, was eine enorme Dunkelziffer vermuten lässt.

Umgang mit HIV Erkrankten

HIV gilt in Vietnam noch immer als Tabuthema. Viele HIV Infizierte werde dabei vom gesellschaftlichen Leben isoliert. So dürfen sich die Erkrankten nur in bestimmten Einrichtungen aufhalten oder werden gar aus ihrem Ort vertrieben. Auch innerhalb der Familie werden HIV Infizierte abgelehnt und als Schande angesehen. Zudem wird HIV infizierten Kindern der Zutritt an Schulen verweigert. Gegen HIV bestehen in Vietnam viele Vorurteile.

Zum einen beziehen sich diese auf die Lebensweise der Opfer. Erkrankten wird vorgeworfen, dass sie durch ein zügelloses und kriminelles Leben selbst die Schuld an der Infizierung tragen. Zum anderen beziehen sich die Vorurteile auf die Ansteckungswege. So ist einem Großteil der vietnamesischen Bevölkerung nicht klar, wie es zu einer HIV Infektion kommen kann oder gar, was HIV bedeutet. Viele Vietnamesen sind gar in dem Glauben, dass bloßer Kontakt bereits zu einer HIV Infektion führen kann.

Die gesellschaftliche Ausgrenzung der Infizierten führt auch dazu, dass die Krankheit bewusst geheim gehalten wird. Was wiederum zu neuen Ansteckungen führt. Außerdem haben die HIV Infizierten durch die Isolierung kaum die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine Anstellung oder auch nur eine kurzfristige Arbeit wird ihnen nicht ermöglicht. Dadurch sind die HIV Erkrankten gezwungen, in Armut zu leben und ihr tägliches Brot durch Betteln zu erhalten. Die Folgen der HIV Erkrankung werden dadurch verschlimmert. Durch fehlende medizinische Therapien wird die Lebensqualität der Infizierten rapide heruntergesetzt und die Verbreitung von HIV gefördert. Generell ist in Vietnam das Gesundheitssystem zu beklagen. Krankenhäuser verfügen nicht über die nötige Ausstattung überhaupt alle Krankheiten gezielt zu behandeln. Hierdurch wird deutlich, dass therapeutische und medikamentöse Behandlung von HIV Patienten kaum bis gar nicht erfolgt. Somit ist die Situation für HIV Erkrankte in Vietnam äußerst schlecht und sollte mit großer Sorge betrachtet werden.

Maßnahmen zur Bekämpfung von HIV in Vietnam

Das sich die Lage in Vietnam zuspitzt und in der Zukunft eine große Gefahr darstellen kann, wurde früh von der vietnamesischen Regierung erkannt. Bereits nachdem ersten Auftreten von HIV in Vietnam wurde 1990 das Nationale Komitee zur Vorsorge und Kontrolle von HIV/Aids kurz NAP gegründet. Doch die finanziellen Mittel des Komitees reichen bis heute nicht aus, um effektiv gegen die HIV Epidemie vorzugehen. Zwar hat sich das NAP zum Ziel gesetzt, dass sich bis 2020 die Rate an Infizierten nicht erhöhen soll, aber um dieses Ziel zu verwirklichen, braucht es Unterstützung von außerhalb. Als Geldgeber fungieren dabei Nichtregierungsorganisation, der Globale Fonds, Stiftungen und Regierungsorganisationen.

Dabei wird versucht, mehrere Programme zu verwirklichen. Schwerpunkte der Programme liegen dabei mehr auf der Behandlung von HIV Infizierten als bei Vorbeugungsmaßnahmen. Denn die Versorgung mit antiretroviralen Medikamenten findet in Vietnam kaum statt, was in den wenigen Krankenhäusern und dem schlechten Gesundheitssystem begründet liegt. Dabei will man die Krankenhäuser einerseits mit mehr antiretroviralen Medikamenten ausstatten, mehr HIV Test durchführen und auch Therapieformen für die HIV Erkrankten anwenden, um die Lebensqualität der Infizierten zu verbessern. Zudem legt man große Anstrengungen darauf, dass man die Ansteckungsrate von Schwangeren an ihren Neugeboren noch weiter senkt. Für Präventionsmaßnahmen setzen sich besonders Nichtregierungsorganisationen und kirchliche Organisationen ein.

Die Caritas besucht beispielsweise Schulen, um die Kinder vor Ort über die Ansteckungsmöglichkeiten und das Krankheitsbild aufzuklären. Generell wird dabei viel versucht, um die Diskriminierung von HIV Kranken aufzuheben. Dabei werden auch HIV Infizierte besucht und Angehörigen Ratschläge zur Pflege gegeben und vor allem Versucht, Ängste zu nehmen. Doch Präventionsmaßnahmen und Hilfe zum Umgang mit HIV Erkrankten erfolgt nicht ausreichend, um flächendeckend die HIV Epidemie aufhalten zu können. Mit der Erkenntnis, dass Prostitution und Drogenkonsum die Hauptursachen für die Ansteckungen an HIV in Vietnam sind, versucht die Regierung Vietnams mit härten Gesetzen gegen Drogen und Prostitution die Ausbreitung von HIV zu bekämpfen. Zudem strengt man sich an, die junge Bevölkerung vor den Ansteckungen zu warnen. Jedoch fehlt für große Aufklärungskampagnen von Seiten der Regierung einerseits das Geld und andererseits auch die Helfer.

Zusammenfassend lässt sich über HIV in Vietnam sagen, dass der Anteil an HIV Infizierten an der Bevölkerung noch nicht sehr hoch ist. Sich in Zukunft jedoch vermuten lässt, dass es mehr Ansteckungen und Todesfälle geben wird. Denn einerseits ist die medizinische Versorgung der Betroffenen mangelhaft und anderseits ist das Wissen über HIV in der Bevölkerung kaum vorhanden. Die vietnamesische Regierung hat zwar die Gefahr erkannt und ist in ihrem Handeln bemüht, jedoch kann sie ohne finanzielle Hilfe von außerhalb, sowie tatkräftige Unterstützung vor Ort nicht die hoch gesteckten Ziele verwirklichen. Um HIV in Vietnam gezielt bekämpfen zu können, ist es noch ein weiter Weg. Doch dieser sollte schnell gegangen werden, sonst könnte sich die Epidemie rasanter ausbreiten als vermutet. Hierbei sollte klar sein, dass der HI-Virus keine Grenzen kennt. Selbst wenn Vietnam weit entfernt ist, bedeutet eine verstärkte Ausbreitung von HIV in Vietnam auch eine Gefahr für den Rest der Welt. HIV kann nur erfolgreich bekämpft werden, wenn man überall gegen die Krankheit vorgeht.

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