HIV in Deutschland

Das Menschliche Immunschw√§che Virus, das im allgemeinen Sprachgebrauch als HI-Virus oder HIV bezeichnet wird, ist ein Retrovirus, der zur Gattung der Lentiviren geh√∂rt. Wenn eine HIV-Infektion nicht erkannt wird, f√ľhrt sie zumeist zum Ausbruch der Krankheit AIDS, die gr√∂√ütenteils t√∂dlich verl√§uft. Seit der Entdeckung des HI-Virus im Jahre 1983 sind weltweit 28 Millionen an der Krankheit AIDS gestorben. In Deutschland sind zurzeit 78.000 Menschen wissentlich infiziert und davon befinden sich nur 50.000 Personen in Behandlung, w√§hrend das HI-Virus bei 28.000 noch unentdeckt ist.

HIV in Deutschland gibt es vermutlich seit Ende der 1970er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, wobei das HI-Virus zun√§chst unerkannt blieb. Erst im Jahre 1982 beginnt das Robert-Koch-Institut mit der F√ľhrung eines Registers f√ľr AIDS-Erkrankungen. Der amerikanische Virologe Robert Charles Gallo und sein franz√∂sischer Forschungskollege Luc Montagnier k√∂nnen das HI-Virus 1983 benennen und finden damit den Erreger der Immunschw√§chekrankheit AIDS. Leider kann das HI-Virus nicht nachgewiesen werden, darum bestimmt man eine Infektion mit HIV durch einen Test auf Antik√∂rper im Blut. Dieser Test ist seit 1984 verf√ľgbar. Die ersten HIV-Infektionen kamen haupts√§chlich in den Kreisen der Homosexuellen vor, was zun√§chst viele Leute glauben lie√ü, dass sie vor einer Infizierung mit HI-Viren gesch√ľtzt seien.

Doch Anfang der 1990er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden Blutkonserven noch nicht auf HI-Viren getestet, was zur Folge hatte, dass mit HIV infizierte Blutkonserven verabreicht wurden. Bei vielen dieser Personen brach dann die Immunschw√§chekrankheit AIDS aus. Erst danach wurde gesetzlich geregelt, dass alle Blutkonserven auf HI-Viren getestet werden m√ľssen, um so eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Gleichzeitig wurde die √Ėffentlichkeit auf das Thema HIV in Deutschland aufmerksam gemacht. Mit Aufkl√§rungsvortr√§gen und Ratschl√§gen, wie man eine Infektion vermeiden kann, wollte man die Ausbreitung der HIV-Infizierungen verhindern. Vor allem Jugendliche wurde bereits an den Schulen angesprochen und √ľber die Fakten zum HI-Virus und der Erkrankung AIDS umfassend informiert.

HIV in Deutschland breitet sich noch immer aus

Laut dem Robert-Koch-Institut kletterte die Anzahl der HIV-Infektionen im Jahr 2012 auf einem neuen H√∂chststand und das HI-Virus breitet sich noch immer aus. Rund 80 Prozent der Infizierten sind M√§nner, der Rest sowohl Frauen wie Kinder. Im Jahr 2012 haben sich 3400 Menschen HIV in Deutschland neu infiziert und √§hnliche Zahlen werden auch f√ľr die n√§chsten Jahre erwartet. Allerdings hat Deutschland im europ√§ischen Vergleich eine extrem niedrige Rate f√ľr Neuinfizierung. Trotzdem ist HIV in Deutschland ein Problem, das nicht aus den Augen gelassen werden darf, denn allein 2012 sind 550 Personen an HI-Viren gestorben. Es gibt zwar inzwischen recht wirksame Medikamente, mit deren Hilfe man als HIV-Tr√§ger praktisch normal weiter arbeiten kann, doch es gibt noch immer keinen Impfstoff, der eine Ansteckung verhindern w√ľrde.

edoch k√∂nnen infizierte Personen dank der vorhandenen Medikamente ihre Lebenserwartung steigern. Eine Heilung der HIV-Infizierung ist bisher nicht m√∂glich. Bis zu 90 Prozent der Neuinfektionen kommen durch ungesch√ľtzten Sexualverkehr zustande, wobei der Anteil homosexueller M√§nner nach wie vor dominiert. Der Anteil der heterosexueller M√§nner liegt bei circa 20 Prozent der Neuinfektionen im Jahr 2012. Nur noch 5 Prozent der HIV-Infizierungen im letzten Jahr entstanden durch den Gebrauch infizierter Spritzen bei Drogenabh√§ngigen. Die √úbertragungen der Infektion mit HI-Viren von der Mutter auf ihr Kind kommen nur noch in Einzelf√§llen vor.

Einmal im Jahr gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Bericht √ľber die Entwicklung von HIV in Deutschland heraus, die in den Medien jedes Mal besprochen wird. Nachdem in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgrund vieler unter anderem staatlich gef√∂rderter Aufkl√§rungsprogramme das Wissen √ľber Jugendliche und Erwachsenen √ľber das HI-Virus und seine Auswirkungen sowie die Pr√§ventivma√ünahmen gesellschaftlich fest verankert war, lie√ü der Informationsfluss aber mit den Jahren nach. In den letzten Jahren wurde den Verantwortlichen aber klar, dass die heranwachsenden Teenager kaum etwas √ľber HIV und HIV in Deutschland wissen. So kommt es jetzt wieder vermehrt zu Aufkl√§rungsprogrammen, um wieder ein Bewusstsein f√ľr dieses ansteckende Virus zu schaffen.

Leben und Arbeiten mit HIV-Infektion

Obgleich eine HIV-Infektion noch immer nicht geheilt werden kann, ist die Therapie inzwischen so weit ausgereift, dass Menschen mit einer HIV-Infektion weiterarbeiten k√∂nnen. Es gibt in Deutschland auch kein Berufsverbot f√ľr Menschen, die sich eine HIV-Infektion zugezogen haben. Allerdings gibt es eine europ√§ische Verordnung, laut der HIV-Patienten den Beruf des Piloten nicht aus√ľben k√∂nnen und im chirurgischen Bereich k√∂nnen HIV-Infizierte auch nicht uneingeschr√§nkt arbeiten. Rund Zweidrittel der mit HIV in Deutschland infizierten Menschen √ľben nach wie vor ihren Beruf aus.

Statistisch gesehen ist einer von 1000 Arbeitnehmern mit HIV infiziert. Durch die medikament√∂se Behandlung sind infizierte Arbeitnehmer im Grunde genauso leistungsf√§hig wie ihre Kollegen. Mit HIV kann man sowohl in der Gastronomie, in der Kinderbetreuung wie auch in der Altenpflege uneingeschr√§nkt besch√§ftigt werden. Rechtlich gesehen muss ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber auch nicht mitteilen, dass er unter einer HIV-Infektion leidet, abgesehen von den vorher genannten Ausnahmen. Inzwischen ist jedoch bekannt geworden, dass HIV-infizierte Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz durchaus diskriminiert werden oder sich davor f√ľrchten, bei einer Bekanntgabe ihrer Infektion zuk√ľnftig diskriminiert zu werden.

Die Bandbreite der Diskriminierung reicht von Ger√ľchten und Tratsch bis hin zu Mobbing oder sogar ungerechtfertigten K√ľndigungen. Diese k√∂nnen jedoch in der Regel vor das Arbeitsgericht gebracht werden. Als Grund f√ľr dieses Verhalten der Kollegen und Vorgesetzten wird in der Regel mangelndes Wissen √ľber den Ansteckungsrisiken und den Verlauf einer HIV-Erkrankung angenommen. Dabei sollten sich vor allem Vorgesetzte √ľber HIV in Deutschland informieren, wobei sie feststellen werden, dass die √úbertragung von HIV-Viren im Arbeitsleben praktisch unm√∂glich ist. Viele unwissende Kollegen f√ľrchten auch einen schweren Krankheitsverlauf und den baldigen Tod des Kollegen ohne zu wissen, dass man inzwischen Jahrzehnte mit HIV in Deutschland leben kann, ohne das die Krankheit AIDS zum Ausbruch kommt.

Wichtig zur Eind√§mmung der HIV-Epidemie bleibt das umfassende Wissen √ľber HIV

Weltweit sollen sich 34 Millionen Menschen mit HI-Viren angesteckt haben und die Dunkelziffer liegt sicher noch viel h√∂her. Die Ansteckungsraten in den L√§ndern mit geringer Bildungsrate wie in Afrika und Asien sind am h√∂chsten, weil dort kaum jemand etwas √ľber HIV und die Ausbreitung wei√ü. Das HIV in Deutschland einen relativ geringen Prozentsatz der Bev√∂lkerung betrifft, ist vor allem der strikten und umfassenden Informationspolitik zu verdanken. Obgleich es zun√§chst in Deutschland eine Art der Stigmatisierung der HIV-Erkrankung gab, so konnte doch ein Problembewusstsein bei den entsprechenden Stellen geschaffen werden.

Der sogenannte „Blut-Skandal„, bei dem HIV kontaminierte Blutkonserven an Patienten verabreicht wurden, hat die Aufmerksamkeit verst√§rkt auf HIV in Deutschland gelenkt. Durch die konsequente Aufkl√§rung in den Medien und auch im Schulunterricht wusste ein gro√üer Teil der Bev√∂lkerung zum Beispiel, wie man eine Ansteckung vermeiden kann. Darum sollte das Thema HIV auch konsequent in den Medien besprochen werden und die Aufkl√§rungsprogramme f√ľr Jugendliche und Erwachsene beibehalten werden. Je mehr Aufkl√§rung auch am Arbeitsplatz stattfindet, desto gr√∂√üer ist die Chance, die Zahl der Neuinfektionen noch weiter zu verringern

Auch hilft die Aufkl√§rung am Arbeitsplatz durch Arbeitgeber und andere Stellen, Vorurteile abzubauen und das Leben von HIV-Infizierten zu erleichtern. Leider verwechseln viele Menschen noch immer eine HIV-Infektion mit der Erkrankung AIDS. Hier wird noch sehr viel Aufkl√§rungsarbeit gebraucht, um vorhandene Vorteile abzubauen und den Menschen die M√∂glichkeit zu geben, sich ein klares, auf Fakten beruhendes Bild von der Situation um das HI-Virus zu machen. Da das HI-Virus nach wie vor ein weltweit aktuelles Problem ist und das auch √ľber Jahrzehnten noch bleiben wird, sollte man sich mit HIV in Deutschland auseinandersetzen.