Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Infektionskrankheit, die durch den Hepatitis-C-Virus (HCV) ausgelöst wird. Es wird geschätzt, dass weltweit etwa 170 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert sind. Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Leberentzündung“ (Hepar = Leber, -titis = Entzündung). Die Krankheit kann aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit einer chronischen Infektion gefährliche Schädigungen wie der Leberzirrhose oder dem Leberzellkarzinom zur Folge haben. Eine akute Infektion wird aufgrund fehlender oder schwacher Symptome nur selten diagnostiziert, heilt jedoch nur bei einem knappen Viertel der Betroffenen im ersten halben Jahr von selbst aus.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren beziffert sich die Spontanheilung auf bis zu 50 Prozent. Die durchschnittliche Inkubationszeit von Hepatitis C (Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht) liegt zwischen sechs und neun Wochen, kann aber in einigen Fällen bis zu 26 Wochen betragen. Der HC-Virus wurde im Jahre 1989 mithilfe der Gentechnologie zum ersten Mal nachgewiesen, seither verbesserten etliche Forschungsreihen das Wissen über Diagnostik, Übertragung und Behandlung der Krankheit. Weiterhin wurde festgestellt, dass der Mensch das einzige Lebewesen ist, das sich mit dem Erreger infizieren kann. Für Betroffene besteht in nahezu allen europäischen Staaten die Meldepflicht.

Ursachen

Die Übertragung von Hepatitis C erfolgt hauptsächlich über infiziertes Blut. Andere Körperflüssigkeiten wie Speichel, Sperma, Tränen oder Schweiß eines Infizierten können ebenfalls geringe Mengen des Erregers enthalten, das Risiko einer Übertragung auf diesem Wege ist jedoch als äußerst gering einzustufen. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, wo das Virus über Geschlechtsverkehr übertragen wurde, beispielsweise mittels Analverkehr (hier entstehen oftmals kleine, nicht sichtbare Risse, die den Blutaustausch begünstigen) oder bei Verkehr während der Menstruation. Drogenkonsumenten stellen eine äußerst gefährdete Gruppe dar, hier ist die Übertragung auf die Verwendung von gebrauchten, infizierten Nadeln zurückzuführen.

Ein ebenfalls erhöhtes Risiko besteht bei Gebrauch von nicht sterilem Werkzeug beim Stechen von Tätowierungen und Piercings. Für ungeborene Kinder schwangerer infizierter Mütter besteht bei normalem Geburtsverlauf ein äußerst geringes Risiko einer Infektion.

Symptome

Nach der Inkubationszeit kommt es bei vielen Betroffenen zu unspezifischen Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie unangenehmen Druck im Bereich der oberen rechten Bauchhöhle. Somit wird oft angenommen, dass es sich um typische Symptome einer vermeintlichen Grippe handelt und die Betroffenen wissen oftmals monatelang nichts von ihrer Krankheit. Einige Infizierte berichten zudem über dunklen Urin und über Stuhlgang in irregulärer Konsistenz und Farbe. Des Weiteren kann es bei einigen Infizierten zur Gelbsucht kommen.

Diagnose

Um Hepatitis C diagnostizieren zu können, wird das Blut zunächst auf HCV Antikörper untersucht. Ist dieser Test positiv, wird in nächster Folge ein PCR-Test durchgeführt. Dieser Test soll im Blut nach dem Erbmaterial des Virus (HCV-RNA) suchen. Ist auch hier das Ergebnis „positiv“, so hat der Betroffene Hepatitis C. Sollte nur der Antikörper Test positiv sein aber der nachfolgende PCR-Test negativ, so liegt höchstwahrscheinlich eine bereits ausgestandene Hepatitis C Infektion mit keiner weiteren Folge vor. Zudem kann eine Leberbiopsie bei Betroffenen Aufschluss über die Progressivität des Krankheitsstadiums geben, wie etwa über das Stadium der Gewebsschädigung.

Therapie / Behandlung

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Hepatitis C sind ausgereift und werden durch die intensive Forschung stetig verbessert. Wenn die Infektion bereits im akuten Stadium erkannt wird, kann die Krankheit durch eine Interferotherapie zu 90 Prozent geheilt werden. Im chronischen Stadium liegt die Quote einer Eliminierung des Erregers immer noch bei ca. 50 bis 80 Prozent.

Die Standardbehandlung ist eine kombinierte Therapie bestehend aus Interferon-alpha und Ribavirin. Interferon wird dem Patienten einmal wöchentlich intravenös zugeführt, Ribavirin-Tabletten, die täglich eingenommen werden müssen, ergänzen die Therapie.

Als grundsätzliches Ziel der medikamentösen Behandlung gilt es, dass ein halbes Jahr nach dem Ende der Therapie kein HC-Virus mehr im Körper nachweisbar ist (HCV-negativ).

Verlauf

In etwa 80 Prozent der Fälle nimmt Hepatitis C nach der akuten Phase einen chronischen Verlauf an (d.h., die Infektion ist nach sechs Monaten noch nicht ausgeheilt). In der Regel hängt es nicht von der Virusmenge ab, wie schnell die Lebererkrankung im Körper voranschreitet. Dies ist ein grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal von anderen Viruserkrankungen wie z.B. Hepatitis B oder HIV.

Bei rund 25 Prozent der chronisch Erkrankten kommt es trotz kontinuierlicher Infektion nicht zu einer Erhöhung der Leberwerte. Etwa die Hälfte der Infizierten weisen eine gemäßigte Entzündungsaktivität auf.Für weitere 25 Prozent der Betroffenen besteht ein erhöhtes Risiko über einen längeren Zeitraum eine Leberzirrhose auszubilden.Darüber hinaus wird angenommen, dass der Erreger die Leberzellen nicht direkt angreift, sondern diese beim Kampf zwischen Immunsystem und Virus zerstört werden.

Vorbeugen

Trotz intensiver Forschungen gibt es bis heute keinen aktiven Impfstoff gegen Hepatitis C. Schützen kann man sich vor allem dadurch, dass man Kontakt zu möglicherweise kontaminierten Gebrauchsgegenständen von Infizierten unterlässt, z.B. Rasierern, Nagelscheren, etc. Immer mehr bundesdeutsche Städte stellen Drogensüchtigen zudem sauberes Spritzbesteck in offiziellen „Fixerstuben“ zur Verfügung, um wenigstens das Problem der Infizierung mit verschiedenen Krankheitserregern wie Hepatitis in den Griff zu bekommen.

Als weitere Schutzmaßnahme sollte, trotz des geringen Risikos, ein Kondom beim Geschlechtsverkehr mit einem Infizierten verwendet werden.

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