Welche Infektionswege gibt es denn noch?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von uno, 15. Mai 2008.

  1. uno

    uno Neues Mitglied

    Unsafer Sex in alle Körperhöhlen, das ist ja nun klar, auch der direkte Blutkontakt, sei es nun durch Spritzen oder bei Bluttransfusionen. All das sind belegte Infektionswege.

    Aber welche noch?
     
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  3. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Infektionswege HIV

    Es gibt eine ganze Reihe an Infektionsmöglichkeiten. Grundsätzlich kann eine Infektion mit dem HI Virus immer dann erfolgen, wenn Körperflüssigkeiten Dritter involviert sind. Die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion hängt dann immer davon ab, wie viruslastig die Körperflüssigkeit war und ob und wenn ja wie die Körperflüssigkeit in den eigenen Organismus gelangt ist.

    Ich bin davon überzeugt davon, dass man nicht alle Infektionswege aufzählen kann ... es gibt aber eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die als Risikokontakt einzustufen sind und daher ein definitives Risiko für eine HIV Infektion mit sich bringen.

    Die wohl wichtigsten haben wir hier (https://www.hiv-symptome.de/hiv-infektion.html) aufgelistet. Ein erhöhtes Gefahrenpotential für eine Infektion liegt vor bei:

    - analem, vaginalem und oralem Geschlechtsverkehr
    - Schwangerschaften (insofern die Mutter HIV+ ist und keine Medikamente einnimmt)
    - der (gemeinsamen) Benutzung von unsterilem Fixbesteck oder vergleichbaren Utensilien
    - direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten Dritter (Speichel -wie unten beschrieben- unter Umständen ausgenommen)
    - Erhalt von Bluttransfusionen oder Blutprodukten Dritter (Risiko wird durch professionelle Tests minimiert - gerade in Entwicklungsländern und Ländern der Dritten Welt ist das Risiko aber deutlich vorhanden!)
    - Erhalt von Organspenden (Risiko wird ebenfalls durch professionelle Tests [z.B. PCR-Test] minimiert - gerade in Entwicklungsländern und Ländern der Dritten Welt ist das Risiko aber deutlich vorhanden!)

    Grundsätzlich sind aber auch Mischformen denkbar. Wenn beispielsweise der ansonsten nicht viruslastige Speichel mit Blut versetzt ist, dann könnte es bei einem - nennen wir es mal - Speichelaustausch auch zu einer HIV Infektion kommen. Diese Infektionswege sind aber sehr selten und vielseitig. Wenn Du Dich an die Anfangs genannte Grundregel hältst, dann kommst Du aber auf jeden Fall potentiellen Infektionswegen auf die Spur und kannst Dich auch dementsprechend schützen.

    Liebe Grüße
    Marion
     
  4. uno

    uno Neues Mitglied

    Danke schön.

    Und welche Infektionswege kann man dann sicher ausschließen? Küssen, aus einem Glas trinken, aufs gleiche Klo gehen, Selbstbefriedigung (wie wir heute gelernt haben :wink: ) sollen ja ungefährlich sein.
     
  5. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Gerne! :)

    Das ist ja das Hauptproblem an Infektionen: man kann einen Infektionsweg nur bedingt ausschließen. Die elementare Frage wäre also: was bedeutet für Dich "sicher"?

    Wenn keine Körperflüssigkeiten Dritter im Spiel sind, dann sind diese Dinge auf jeden Fall "sicher" :). Gefährlich wird es nur dann, wenn das Virus via Körperflüssigkeit (auf welchem Wege auch immer) in den eigenen Körper gelangt sein könnte. Das normale Zusammenleben mit HIV positiven Menschen ist gefahrlos; wie gesagt: nur wenn die genannten Liquide involviert sind, besteht eine Gefahr. Aber auch diese Gefahr kann dadurch vermindert werden, dass gute Hygiene vorherrscht. In den Industrieländern ist eine Infektion durch reines Zusammenleben praktisch ausgeschlossen; in Afrika sieht es schon ganz anders aus!

    Liebe Grüße
    Marion
     
  6. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Eine alte Krankenschwesternweisheit hilft hier weiter:
    Blut ist i m m e r infektiös.
    Alles, wo Blut vorkommen kann, ist also gefährlich, ob nun in Afrika oder im auch so sicheren Europa.
    Im Speichel, wenn z.B. gerade die Zähne geputzt wurden oder sonstwie das Zahnfleisch verletzt sein kann, also immer.
    In der Vagina, die ja auch mit äußerst empfindlicher Schleimhaut ausgekleidet ist, ebenso wie wie die empfindlichen Stellen von Penis und Anus.
    Natürlich offene Wunden, wenn es also blutet, damit in gebrauchten Drogenbestecken, bei Bluttransfusionen, bestimmten Medikamenten (Serum, Gammaglobuline, Gerinnnungsstoffe, was eben so aus menschlichem Blut gewonnen wird), Organtransplantationen.

    In einem ziemlich seltsamen neuplatonischen Buch las ich einmal, die HIV-Infektionsgefahr werde maßlos übertrieben, lediglich bei jedem 200ten (ungeschützten, heterosexuellen) Akt käme es zur Infektion.
    Das mag für den Weg Frau nach Mann stimmen, auf keinen Fall jedoch für den umgekehrten Fall, Mann gefährdet Frau, da das
    S p e r m a
    bei der Infektionsgefahr dem
    B l u t
    gleichgestellt ist.

    Für die Schwangerschaft gilt, daß das Virus die Plazentaschranke nicht passieren kann. Solange das Baby im Bauch ist, ist also alles gut, ganz gleich, ob die werdende Mutter Medikamente, welcher Art auch immer, nimmt oder nicht. Die kritische Phase ist die Geburt, die bei HIV i m m e r als Kaiserschnitt erfolgen sollte, um das Infektionsrisiko (das zu etwa 97% ein Risiko des Geburtsvorganges ist) auf etwa eine von hundert Geburt zu verringern, hier in Europa ebenso wie im schönen Afrika.

    Generell würde ich sagen, eine Partnerin oder ein Partner, nichtinfiziert und dauernd infiziert liiert, sollte sich rechtzeitig auf den Fall der Fälle vorbereiten, irgendwann passiert es.

    Ebenso Drogenabhängige, was durchaus vergleichbar ist.

    Dem nichtinfizierten Partner fehlt irgendwanneinmal unter Garantie das Kondom oder es geht kaputt oder man hat schlicht keinen Bock 'drauf und kann doch nicht anders.
    Der, die Drogenabhängige hat irgendwanneinmal kein eigenes Besteck und trotzdem Gift und es liegt da nur so eine schimmlige Pumpe herum mit einer rostigen Nadel und dann muß es eben 'mal gehen, geht ja nicht anders.

    Ich suche übrigens noch eine i n f i z i e r t e Partnerin, alles andere ist mehr oder weniger gefährliche Körperverletzung. Das sage ich übrigens auch jeder Frau, die mich interessiert und die Interesse zeigt. Schließlich bin ich auch nur ein armer Sünder, der Versuchung ausgeliefert.
     
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