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HIV

Das Akronym HIV ist die Abk√ľrzung f√ľr Humanes Immundefizienz-Virus. Diese Bezeichnung wurde im Jahr 1986 vom Internationalen Komitee f√ľr die Taxonomie von Viren (engl. „International Committee on Taxonomy of Viruses“ – kurz: ICTV) 1 eingef√ľhrt und beschreibt die Infektion mit dem HI-Virus. Das Virus geh√∂rt zur Familie der Retroviren und zur Gattung der Lentiviren. Nach dem heutigen Wissensstand sind zwei Arten von HI-Viren bekannt. Es wird unterschieden zwischen HIV-1 und HIV-2. Innerhalb dieser beiden Arten gibt es weitere Subtypen. Eine Infektion mit HIV f√ľhrt unbehandelt zu AIDS.

HIV – was ist das eigentlich?

Das HI Virus ist ein √§u√üerst komplexes Virus. Der Virenstamm HIV-1 wurde 1983, HIV-2 drei Jahre sp√§ter, also 1986 entdeckt und klassifiziert. Das Virus stammt laut geltender Lehrmeinung vom Affen ab, beziehungsweise wurde vom Affen auf den Menschen √ľbertragen.

Das ICTV hat mit seiner Empfehlung zur Bezeichnung des Virus im Jahre 1986 dazu beigetragen, dass die fr√ľheren nicht einheitlichen Bezeichnungen AIDS assoziiertes Retrovirus (ARV), Humanes T-Zell-Leuk√§mie-Virus III (HTLV-III) und Lymphadenopathie-assoziiertes Virus (LAV) einheitlich unter dem Oberbegriff „HIV“ zusammengefasst wurden.

HIV / HI-VirusSeit Jahrzehnten wird die AIDS-Forschung insbesondere im Bereich der HIV Virologie vorangetrieben. Trotz unentwegter Suche nach einem Impfstoff gegen HIV oder gar nach einem generellen Heilmittel sind die Wissenschaftler bisher leider nicht f√ľndig geworden. Die Komplexit√§t des Virus impliziert, dass es kontinuierlich mutiert. Dies f√ľhrt zu einer nicht statischen Oberfl√§chenstruktur und verkompliziert daher die Chance auf einen baldigen Sieg im Kampf gegen AIDS.

Eine √§u√üerst progressiv voran schreitende Variante – in den Medien als „Super AIDS“ bezeichnet – existiert laut bisherigen Erkenntnissen bis dato nicht. Sie wird jedoch immer wieder medial aufgegriffen und in unterschiedlichen Formaten thematisiert.

Auch, wenn der gro√üe Durchbruch im Kampf gegen das HI Virus noch nicht erfolgt ist (siehe: Kapitel HIV Heilung), so gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmethoden im Rahmen der sogenannten antiretroviralen Therapie. Diese Form der medizinischen Behandlung f√ľhrt zwar nicht zu einer kompletten Eliminierung des HI Virus im Blut des Patienten, aber sie kann die Vermehrung des Virus verlangsamen und stoppen.

Diese Vorgehensweise verlangsamt den Ausbruch von AIDS, kann das AIDS Vollbild r√ľckg√§ngig machen oder gar so lange verdr√§ngen, dass der Patient eine quasi normale Lebenswartung hat – sofern er behandelt wird.

Ist ein Patient bereits an AIDS erkrankt (vgl. AIDS Krankheitsverlauf), so wird er i.d.R. immer mehr mit den Folgeerscheinungen des immens geschwächten Immunsystems zu kämpfen haben.

Dennoch kann heutzutage im Rahmen der Therapie sehr viel daf√ľr getan werden, dass der HIV positiv getestete Mensch ein langes, m√∂glichst beschwerdefreies Leben f√ľhren kann.

Zudem gibt es deutliche Fortschritte in der Forschung. So k√∂nnte in Zukunft ein HIV Impfstoff oder unter Umst√§nden sogar auch eine Anti HIV Pille zur Verf√ľgung stehen. Der bahnbrechende Durchbruch in der HIV-Forschung blieb aber auch im Jahr 2018 bisher aus.

Häufige Fragen zu HIV

Wir haben nachfolgend häufige Fragen und Antworten aufgelistet; sie stellen einen Auszug der am häufigsten gestellten Fragen in unserer Community dar.

Der FAQ Bereich wird ständig erweitert und aktualisiert.

Diese häufigen Fragen liefern Antworten auf die meist gestellten Fragen. Weitere, detaillierte Informationen finden Sie nachfolgend sowie auf den folgenden Seiten.

Verbreitung von HIV

35 Jahre nach der ersten Beschreibung der Krankheit sind nach Angaben von UNAIDS, dem AIDS-Programm der Vereinten Nationen, 36.7 Millionen Menschen mit HIV infiziert, aber nur etwa 70 Prozent davon wissen von ihrer Infektion. Die Dunkelziffer ist also enorm. Allein im Jahr 2016 (Stand der Auswertung: 2018) infizierten sich 1,8 Millionen Menschen weltweit mit HIV, etwa eine Million Menschen starben im Jahr 2016 an den Folgen von AIDS.2

In Deutschland sind derzeit circa 88.400 Menschen HIV-positiv. Allein im vergangenen statistisch vollständig ausgewerteten Jahr (2016) wurden 3.100 Neuinfektionen gezählt. 3

Durch die erh√∂hte Verf√ľgbarkeit von HIV-Tests und neuen Therapiemethoden konnte die √úbertragung von HIV w√§hrend der Schwangerschaft von der Mutter auf das Kind in den vergangenen Jahren weltweit signifikant gesenkt werden. Dennoch infizieren sich 160.000 Kinder pro Jahr mit dem HI-Virus. (Stand: 2018) 4

In Deutschland sind die Neuansteckungen in den vergangenen Jahren stabil geblieben. Einen Grund zur Entwarnung gibt es weder in Deutschland, noch im Rest der Welt. Die Pandemie verbreitet sich fortlaufend weiter und ist trotz des ambitionierten Ziels von UNAIDS, die Ausbreitung von HIV bis zum Jahr 2030 zu stoppen unverändert brisant. Seit der Entdeckung der ersten Fälle haben sich 78 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Insgesamt sind bisher 35 Millionen Menschen an den Folgen einer HIV-Infektion gestorben. 5

Geschichte der Entdeckung von AIDS und HIV

Ein knapp zwei Seiten langer Aufsatz gilt heute als erster wissenschaftlicher Beitrag, der die Folgen von AIDS – beschrieben hat. Verfasst hat ihn Michael Gottlieb von der University of California in Los Angeles. Im Juni 1981 schrieb Gottlieb im w√∂chentlichen Bulletin der US-Gesundheitsbeh√∂rde √ľber f√ľnf junge M√§nner, die an einer √§u√üerst seltenen Lungenentz√ľndung erkrankt waren. Es handelte sich um homosexuelle M√§nner, von denen zwei bereits verstorben waren, als der Artikel erschien. 6 Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Gottlieb die Folgen von AIDS beschrieben hat.

Damals wusste jedoch noch niemand, dass das HI-Virus der Grund f√ľr den Ausbruch von AIDS ist. Das HI-Virus selbst wurde im Jahr 1983 von den franz√∂sischen Forschern Fran√ßoise Barr√©-Sinoussi und Luc Montagnier entdeckt. Im November 2008 erhielten Barr√©-Sinoussi 7 und Montagnier 8 f√ľr ihre wissenschaftliche Leistung den Nobelpreis f√ľr Medizin und nahmen diesen im Dezember 2008 pers√∂nlich in Stockholm (Schweden) vor den Augen der Welt√∂ffentlichkeit in Empfang.

Herkunft von HIV

√úber viele Jahre hinweg wurde √ľber die Herkunft des Virus spekuliert. Es rankten sich wilde Verschw√∂rungstheorien, die sich alle samt als haltlos erwiesen haben, um den Ursprung von HIV. Erst 2005 erbrachte ein internationales Forscherteam den Beweis daf√ľr, dass das HI-Virus urspr√ľnglich vom Affen stammt. Das Ergebnis basiert auf hunderten Kotproben, die von freilebenden Affen in Kamerun genommen wurden. In zahlreichen Proben wurden Antik√∂rper gegen SI-V festgestellt. SI-V ist die Version des HI-Virus bei Schimpansen. Zuvor wurde das Virus nur bei Schimpansen in Gefangenschaft nachgewiesen. 9

Anfang des 20. Jahrhunderts infizierten sich erstmals Menschen mit SI-V.

Die Schimpansen wiederum sollen sich bei anderen Affenarten angesteckt haben. Das wiederum beweist, dass das Virus wenigstens zweimal die Artengrenze √ľberschritten hat: Vom Affen zum Menschenaffen und von diesem zum Menschen. Wie die √úbertragung auf den Menschen stattgefunden hat, ist aufgrund der zeitlichen Differenz nicht vollst√§ndig gekl√§rt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass das Jagen beziehungsweise der anschlie√üende Verzehr von Fleisch infizierter Affen die Ursache sein k√∂nnte. 10

Wie wirkt HIV im menschlichen Körper?

Im Gegensatz zu Bakterien haben Viren keinen eigenen Stoffwechsel. Deshalb können sie sich auch nicht selbst vermehren. Sie benötigen dazu die Zellen anderer Lebewesen als Wirtszellen. Das HI-Virus ist mit 100nm extrem klein. (vgl. 11) 100nm sind umgerechnet 0,0001mm, auf einem Millimeter finden somit rein rechnerisch 10.000 HI-Viren aufgereiht Platz.

In der √§u√üeren H√ľlle des kugelf√∂rmigen Virus befinden sich die Andockstellen. Die verbinden sich mit den CD4 Molek√ľlen der Wirtszelle. Das Virus kann sich also an allen Zellen andocken, die √ľber einen CD4 Rezeptor verf√ľgen – das sind insbesondere Helferzellen und Stammzellen. Das Innere des Virus ist vergleichbar mit einer Kapsel. In dieser Kapsel steckt die Erbinformation, das Biomolek√ľl RNA.

Au√üerdem ist das Virus mit verschiedenen Werkzeugen ausgestattet. Diese Enzyme helfen dem Virus dabei, die T-Helferzelle zu zerst√∂ren und somit optimale Voraussetzungen f√ľr eine weitere Verbreitung im menschlichen K√∂rper zu schaffen. Aufgrund dieser Komplexit√§t ist das HI Virus so gef√§hrlich und hat verbreitet sich auch im Jahr 2018 auf der ganzen Welt rasant fort.

Was geschieht nach der Ansteckung im Körper?

Das Virus sch√§digt die k√∂rpereigenen Abwehrkr√§fte. Das Immunsystem sch√ľtzt unseren Organismus. Es besteht aus einer Vielzahl von Zellen, deren Aufgabe darin besteht, Eindringlinge wie Viren, Bakterien oder Pilze auszumerzen. Das HI-Virus hat es aber nicht auf irgendwelche Zellen abgesehen, sondern st√ľrzt sich gleich auf die rangh√∂chsten Zellen im Immunsystem. Hierbei handelt es sich prim√§r um die T-Helferzellen, eine Form von wei√üen Blutk√∂rperchen, die auch CD4-Zellen genannt werden.

Es folgen die 4 zentralen Schritte:

  1. Das HI-Virus dockt an die CD4-Zellen an. Das HI-Virus wird bald nach dem Andocken komplett von der T-Helferzelle aufgenommen. Die Infizierung ist somit vollständig erfolgt.
  2. In der n√§chsten Phase l√∂st sich die H√ľlle des Virus, so dass die Erbinformation in der CD4-Zelle freigesetzt wird. Zugleich beginnt auch die Vermehrung des HI-Virus. Es programmiert mit Unterst√ľtzung von Enzymen, den sogenannten Reversen Transkriptasen (RT), die Erbinformation der T-Helferzelle.
  3. Das HI-Virus setzt seine eigene Erbinformation in die T-Helferzelle ein. Dies geschieht mit Integrase, einem weiteren Werkzeug, das dem Virus zur Seite steht. Es ist ebenfalls ein Enzym von Retroviren. Ist die Erbinformation in die Wirtszelle eingebaut, hat die T-Helferzelle keine andere Möglichkeit, als massenhaft neue Virenbestandteile zu produzieren.
  4. Nun kommt das dritte Werkzeug des HI-Virus zum Einsatz, wiederum ein Enzym. Die Protease setzt die von der Wirtszelle hergestellten Virenbestandteile zu neuen HI-Viren zusammen, die dann die T-Helferzelle verlassen und andere CD4-Zellen infizieren. Durch die ständige Vermehrung der HI-Viren stirbt die Wirtszelle ab.

Andocken und Umprogrammierung der Erbinformation in der Wirtszelle geschieht in einem Zeitraum von etwa zehn Stunden. Das HI-Virus ist √§u√üerst wandlungsf√§hig und kann in k√ľrzester Zeit verschiedene Unterarten entwickeln.

Irgendwann gewinnen die HI-Viren die Oberhand. Es gibt nicht mehr gen√ľgend T-Helferzellen, die den K√∂rper gegen Krankheitserreger sch√ľtzen k√∂nnen. HIV-positive Menschen sind nun anf√§lliger f√ľr Infektionserkrankungen, die bei einem intakten Immunsystem keinen Schaden anrichten w√ľrden. Diese Infektionen k√∂nnen f√ľr HIV positive Menschen lebensbedrohlich sein und t√∂dlich enden.

HIV √úbertragungswege

√úbertragung von HIVUm sich zu infizieren, muss eine gro√üe Menge an HI-Viren in die Blutbahn gelangen. Das Virus ist au√üerhalb des K√∂rpers nur kurzzeitig lebensf√§hig, da es auf Umwelteinfl√ľsse sehr empfindlich reagiert. Im K√∂rper eines Menschen befindet sich das Virus in verschiedenen K√∂rperfl√ľssigkeiten. Dazu z√§hlen Blut, Sperma, Scheidenfl√ľssigkeit, Menstruationsblut, Fl√ľssigkeit in der Darmschleimhaut und die Muttermilch.

Das Virus kann dann √ľbertragen werden, wenn eine ausreichende Menge an K√∂rperfl√ľssigkeit, die zahlreiche HI-Viren enth√§lt, in den K√∂rper eines anderen Menschen gelangt.

Bei HIV positiven Menschen finden sich die meisten Viren in Blut und Sperma. Daher z√§hlt ungesch√ľtzter Verkehr zu den h√§ufigsten √úbertragungswegen. Besonders risikoreich ist Analverkehr ohne Kondom, denn die Darmschleimhaut kann das Virus leicht aufnehmen und enth√§lt auch viele HI-Viren.

Wegen minimaler Verletzungen der Scheidenschleimhaut kann das Virus beim Vaginalverkehr in das Blut der Frau gelangen. Auch Oralverkehr ist nicht frei von Risiken, wenn Sperma oder Menstruationsblut verschluckt wird.

Das Risiko, sich oder andere mit HI-Viren zu infizieren erh√∂ht sich, wenn weitere Krankheiten hinzukommen. Dazu z√§hlen beispielsweise Hepatitis B und Gonorrh√∂. Durch die Entz√ľndungen werden die Schleimh√§ute d√ľnner und somit durchl√§ssiger f√ľr das Virus. Im umgekehrten Fall enthalten entz√ľndete Schleimh√§ute besonders viele Viren.

Dar√ľber hinaus sind insbesondere Drogenabh√§ngige in Gefahr sich anzustecken, wenn sie gebrauchte Spritzen oder Kan√ľlen benutzen, da hier infekti√∂ses Blut unter Luftabschluss direkt in die eigene Blutbahn eingebracht werden kann.

Häufige Fragen zur HIV Übertragung:

Im Rahmen unserer Community werden häufig Fragen gestellt, die sich darauf beziehen, wie wahrscheinlich die Übertragung des HI Virus in bestimmten Situationen ist. Fakt ist, dass es zwar unterschiedliche Übertragungswege gibt, eine Infektion je nach Situation jedoch schon aufgrund des nicht vorhandenen Risikos per se ausgeschlossen werden kann.

Bitte w√§hlen Sie aus der nachfolgenden Liste die Situation aus, von der Sie vermuten, dass sie zu einer Infektion gef√ľhrt haben k√∂nnte:

Wie hoch ist das Risiko, sich mit HIV zu infizieren?

HIV Infektionsrisiko Das Infektionsrisiko ist ein zentrales Thema unserer Aufkl√§rungsarbeit. Fakt ist: HIV ist – im Vergleich zu g√§ngigen Viren wie z.B. Hepatitis – relativ schwer √ľbertragbar. Es reicht weder eine Tr√∂pfcheninfektion, noch eine Schmierinfektion aus, um das HI Virus zu √ľbertragen. Immer dann, wenn infekti√∂se K√∂rperfl√ľssigkeiten √ľbertragen wurden, besteht die Gefahr einer Infektion. Diese Art des Kontakts mit dem HI Virus wird als Risikokontakt (kurz: „RK„) bezeichnet.

Sollten Sie einem RK ausgesetzt gewesen sein, so ist es unabdingbar, dass Sie einen HIV-Test durchf√ľhren lassen. Um eine Infektion sicher nachzuweisen oder auszuschlie√üen, empfiehlt das Robert Koch Institut (RKI), das in Deutschland f√ľr die √úberwachung der HIV Epidemie verantwortlich ist, eine Zeitspanne von 6 Wochen ab dem RK. Erst nach 6 Wochen ist ein Test generell als „sicher“ zu bezeichnen. 12 Im Einzelfall kann die gr√∂√ütm√∂gliche Testsicherheit sogar schon fr√ľher vorhanden sein – Ihr Hausarzt kennt Ihre medizinische Historie und liefert Ihnen gerne Informationen hierzu.

Wichtiger Hinweis: Sofern Sie gerade einen akuten Risikokontakt hatten und dieser zeitlich nur kurz zur√ľck liegt (idealerweise h√∂chstens 24 Stunden, maximal jedoch 72 Stunden), so kann die Infektionswahrscheinlichkeit in vielen F√§llen noch drastisch gesenkt werden:

Sie k√∂nnen unter √§rztlicher Aufsicht eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe (PEP) durchf√ľhren lassen. Im Rahmen der PEP werden √ľber die Dauer von meist 4 Wochen Medikamente eingenommen. Das Restrisiko einer Infektion sinkt auf den Bruchteil der Wahrscheinlichkeit ohne Postexpositionsprophylaxe. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf umgehend an einen Arzt Ihres Vertrauens oder au√üerhalb der Sprechzeiten an das n√§chstgelegene Krankenhaus. Je fr√ľher mit der Postexpositionsprophylaxe begosnnen wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie wirkt. Erfahrungsgem√§√ü kann eine PEP in jeder Arztpraxis, aber auch in jeder Notaufnahme / Ambulanz eines Klinikums verschrieben und begonnen werden. Es gilt jedoch, keine Zeit zu verlieren. Im Fall der F√§lle wenden Sie sich bitte sofort an eine der genannten Stellen.

Stadien von HIV bis AIDS

Wie verläuft die HIV-Infektion von der Ansteckung bis zum Ausbruch von AIDS? Es werden vier Stadien unterschieden. Diese Stadien können unterschiedlich lang sein und manifestieren sich je nach Patient und Zeitpunkt des Beginns der ART.

  1. Im ersten Stadium der HIV-Infektion k√∂nnen 2 bis 3 Wochen – sp√§testens 6 Wochen – nach der Ansteckung Symptome auftreten. Die Anzeichen sind √§hnlich einer Grippe: Fieber, Durchfall, starkes Schwitzen, M√ľdigkeit und Anschwellungen der Lymphknoten.Nach einigen Wochen klingen diese Krankheitszeichen wieder ab. Viele Patienten gehen davon aus, eine Grippe oder eine Magen-Darm-Infektion √ľberstanden zu haben. Der K√∂rper hat inzwischen auf die HI-Viren reagiert und Antik√∂rper gebildet. Die k√∂rpereigenen Abwehrkr√§fte k√§mpfen gegen das Virus an, k√∂nnen es aber auf Dauer nicht komplett ausschalten.
  2. Nach der Prim√§rinfektion folgt das zweite Stadium der Erkrankung, die sogenannte Latenzphase. Nachdem sich die ersten Krankheitszeichen verfl√ľchtigt haben, treten zun√§chst keine weiteren Symptome auf, die einer Erkrankung zuzuordnen w√§ren. Das HI-Virus vermehrt sich unbemerkt weiter, w√§hrend die T-Helferzellen weniger werden. Das Immunsystem wird weiter geschw√§cht. Der Patient ist zwar latent gef√§hrdet, kann aber unter Umst√§nden auch ohne Behandlung 10 Jahre oder auch deutlich l√§nger frei von akuten Beschwerden leben.
  3. Das dritte Stadium ist die Zeit, in der beim Infizierten zahlreiche Infektionskrankheiten auftreten. Das geschw√§chte Immunsystem versagt. Krankheiten in dieser Phase sind aber noch nicht lebensbedrohlich. Im Einzelnen kann es sich um Schwellungen der Lymphknoten handeln, Schwei√üausbr√ľche in der Nacht, Ver√§nderungen der Haut und verschiedene Pilzerkrankungen. Auch dieses Stadium l√§sst sich zeitlich nicht exakt eingrenzen. Es kann sich √ľber eine kurze Zeit, aber auch √ľber mehrere Jahre hinziehen und geht dann in die vierte Phase – das AIDS Vollbild – √ľber.
  4. Das AIDS Vollbild ist das vierte Stadium einer HIV-Infektion. Hier treten die sogenannten opportunistischen Infektionen auf, sie bilden sich jedoch nicht zur√ľck.

Jeder Verlauf ist anders. Viele HIV-Infektionen verlaufen symptomfrei und werden genau deshalb lange Zeit nicht bemerkt. Je nach Beginn der ART, physischen Voraussetzungen des Patienten und individuellen Kriterien wie dem exakten Subtyp des HI-Virus und Vorerkrankungen, k√∂nnen die Phasen signifikant von diesem Schema abweichen. So ist es beispielsweise m√∂glich, durch die Therapie vom Vollbild zur√ľck in das dritte Stadium zu gelangen.

Alles steht und fällt mit dem Zeitpunkt der Diagnose und dem Beginn der Therapie. Genau deshalb ist ein HIV Test nach jedem Risiko erforderlich und sinnvoll.

Schutz vor HIV

Der einzige wirksame Schutz gegen eine Ansteckung beim Verkehr ist das Kondom, das gleichzeitig eine Schwangerschaft verhindert und zudem ein H√∂chstma√ü an Schutz – auch vor anderen Infektionen – bietet. Da die √ľberwiegende Mehrheit aller HIV-Infektionen durch ungesch√ľtzten Verkehr entsteht, ist die Verwendung von Pr√§servativen das Mittel der Wahl. Hierdurch kann man sich und seinen Partner beziehungsweise seine Partnerin vor K√∂rperfl√ľssigkeiten des anderen so effektiv, wie m√∂glich sch√ľtzen. Ein 100 prozentiger Schutz ist per Definition nicht m√∂glich, da beispielsweise ein Materialfehler dazu f√ľhren kann, dass ein Pr√§servativ nicht sch√ľtzt. Ein theoretisches Restrisiko besteht also immer, wobei es bei korrekter Anwendung stark gegen Null geht.

Keine Gefahr bei alltäglichen Kontakten

Viele Menschen f√ľrchten noch immer, sie k√∂nnten bei einem Krankenhausaufenthalt √ľber Blutkonserven angesteckt werden. Seit der fl√§chendeckenden Einf√ľhrung moderner Testmethoden ist die Gefahr einer Ansteckung durch eine Bluttransfusion in den westlichen Industrienationen √§u√üerst minimal.

Auch eine Ansteckung durch M√ľckenstiche ist praktisch ausgeschlossen.

Bei allt√§glichen Kontakten besteht ebenfalls keine Gefahr, sich mit HIV anzustecken. Zwar kommt das HI-Virus auch in Urin, Stuhlgang, Tr√§nen und Schwei√ü vor, aber die Mengen sind so gering, dass sie f√ľr eine Infizierung nicht ausreichen. Beim H√§ndesch√ľtteln und bei Umarmungen kann absolut nichts passieren. Man kann auch bedenkenlos aus dem Glas eines anderen Menschen trinken, gemeinsam Teller, Bestecke und Handt√ľcher benutzen – die Ansteckungsgefahr ist gleich null. Auch durch K√ľssen kann HIV in der Praxis nicht √ľbertragen werden. Hier w√§re nur dann Vorsicht angesagt, wenn beispielsweise nach einem zahn√§rztlichen Eingriff eine offene, deutlich blutende Wunde vorliegt – aber dann hat man erfahrungsgem√§√ü nun wirklich anderes zu tun, als sich innig zu k√ľssen. In der Praxis kann K√ľssen daher auch als Infektionsweg ausgeschlossen werden.

HIV Test

HIV Test Es ist Fakt, dass HIV und AIDS immer wieder verwechselt werden. Im Volksmund wird beides gleichgesetzt. Hierdurch besteht die Gefahr der faktischen Verwechslung und Desinformation. Daher weisen wir ausdr√ľcklich darauf hin, dass HIV und AIDS nicht identisch sind. Es gibt keinen „Aidstest„, sondern ausschlie√ülich einen HIV-Test. Dies aber nur vorab zur Kl√§rung der Begrifflichkeiten.

Es gibt zwar keinen AIDS Test, dennoch werden Sie auf unseren Seiten immer wieder die Aufforderung lesen, einen HIV-Test durchf√ľhren zu lassen, um eine HIV Infektion sicher nachweisen (verifizieren) oder ausschlie√üen (falsifizieren) zu k√∂nnen.

Manchmal werden tats√§chliche Risikokontakte von den betroffenen Personen nicht als solche erkannt. Diese Personen k√∂nnen dann – ohne es zu wissen – HIV positiv sein. Das in Deutschland mit der √úberwachung der HIV-Verbreitung beauftragte Robert Koch-Institut (RKI) weist solche F√§lle dann als sogenannte „Dunkelziffer“ aus.

Wir appellieren daher an Ihre Vernunft: Lieber ein Test zu viel, als einer zu wenig. Die letztendliche Entscheidung – ob Sie sich testen lassen – m√ľssen Sie treffen. Die Informationen und Tipps auf unserer Webseite k√∂nnen Ihnen die Entscheidung durch fundierte medizinisch-biologische Fakten erleichtern.

Fakt ist: Wer in der Vergangenheit ungesch√ľtzten Verkehr oder ein anderes Risiko hatte, kann nur mit einem HIV-Test Klarheit schaffen.

Die h√§ufigste Methode ist der sogenannte HIV-Antik√∂rper-Test (AK-Test). Beim HIV-Antik√∂rper-Suchtest wird das Blut auf bereits vorhandene Antik√∂rper untersucht. Antik√∂rper sind Abwehrstoffe, die das k√∂rpereigene Abwehrsystem bildet, wenn HI-Viren in den Organismus eingedrungen sind. Der Test ist sehr zuverl√§ssig und so ausgelegt, dass er deutlich eher falsch positiv, als falsch negativ ist. Er kann jedoch nicht direkt nach dem Risikokontakt durchgef√ľhrt werden. Gem√§√ü aktuellem Stand der Medizin kann ein Antik√∂rper-Test 6 Wochen nach dem Risikokontakt ein sicher positives oder negatives Ergebnis ausgeben. 13

Genau genommen handelt es sich beim AK-Test um zwei Testmethoden, die gemeinsam zum Einsatz kommen, um ein besonders sicheres Ergebnis zu liefern.

  1. ELISA Test: Der Suchtest besitzt eine sehr hohe Empfindlichkeit und reagiert auf bereits vorhandene Antikörper im Blut des Patienten. Er ist deutlich eher falsch positiv, als falsch negativ.
  2. Western blot Test: Der Western blot Best√§tigungstest wird im Rahmen des AK-Tests durchgef√ľhrt, um falsch positive ELISA-Ergebnisse auszuschlie√üen. Mit ihm werden die Ergebnisse also korrekt verifiziert oder falsifiziert. Ist auch der Western blot Test positiv, so wird dem Patienten die Diagnose HIV positiv mitgeteilt.

Dar√ľber hinaus besteht die M√∂glichkeit, das Virus selbst mit einem Test nachzuweisen. Dies ist mit dem sogenannten PCR Test m√∂glich. Dieser Test nutzt die Polymerase-Kettenreaktion (aus dem Englischen „Polymerase Chain Reaction“). Dies ist eine Methode, um – sofern vorhanden – das Erbgut der Viren so massiv zu vervielf√§ltigen, dass sie nachweisbar werden. Ein PCR-Test kann daher bereits wenige Tage nach dem Risikokontakt erfolgen. Da eine PCR eher falsch positiv ausfallen kann, bedarf es immer eines zus√§tzlichen Antik√∂rpertests, um nach einer positiven PCR die Diagnose HIV positiv stellen zu k√∂nnen. Der PCR kann daher den AK-Test nicht ersetzten, kann aber bei der Diagnostik eine elementare Rolle spielen. Je fr√ľher man eine HIV Infektion erkennt, desto besser.

Welche Testmethode eingesetzt wird, entscheidet der behandelnde Arzt anhand der jeweiligen Situation.

Einen HIV Heimtest k√∂nnen wir nicht empfehlen. Heimtests erfolgen nicht, wie vom Gesetzgeber gefordert, erst nach einer vorherigen √§rztlichen Beratung. Die medizinische Aufkl√§rung rund um den HIV Schnelltest f√ľr zuhause, die Test-Methode und die Interpretation der Ergebnisse ist aus mehreren Gr√ľnden indiziert: Nicht selten kommt es bei einem HIV Selbsttest, der zuhause und nicht durch medizinisches Fachpersonal durchgef√ľhrt wurde, zu groben Anwendungsfehlern.

Ein HIV-Test sollte daher entweder beim Arzt oder beim Gesundheitsamt erfolgen. Bei diesen Anlaufstellen ist gew√§hrleistet, dass der Patient im Vorfeld von einer medizinisch versierten Person aufgekl√§rt, der Test unter kontrollierten Bedingungen durch eine Fachperson durchgef√ľhrt und die Ergebnisse entsprechend professionell interpretiert und kommuniziert werden. Zudem ist beim Arzt gew√§hrleistet, dass ein positives Testresultat nicht ohne vorherigen Best√§tigungstest (siehe oben: Western blot Test) an den Patienten √ľbermittelt wird.

Der HIV-Test kann bei Gesundheits√§mtern kostenlos und anonym durchgef√ľhrt werden. Zum Test geh√∂rt auch eine umfassende Beratung. Auch beim Hausarzt kann ein HIV-Test durchgef√ľhrt werden. Allerdings muss der Test aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Kosten bewegen sich meist zwischen 20 bis 25 Euro. Die meisten Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen √ľbernehmen die Kosten f√ľr einen Test nur dann, wenn der Arzt – beispielsweise aufgrund eines hohen Risikos oder ansonsten nicht erkl√§rbaren Symptome – zu einem Test geraten hat.

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge werden die Kosten f√ľr den HIV-Test bei einer werdenden Mutter von den Krankenkassen √ľbernommen.

Grundsätzlich gilt: Niemand darf gegen seinen Willen getestet werden Рauch nicht während der Schwangerschaft.

HIV Behandlung: Die antiretrovirale Therapie

Medikamente zur HIV Behandlung Die Behandlung von HIV positiven Patienten ist √§u√üerst vielseitig. Sie wird von einem Schwerpunktmediziner (Facharzt der Infektiologie) koordiniert. Das Komplexe an der medizinischen Komponente ist, eine f√ľr den Patienten ideale und vor allem vertr√§gliche Strategie zu entwickeln. Der Patient jedoch hat hier die zentrale Schl√ľsselrolle inne. Oftmals haben Patienten Angst davor mit den √Ąrzten offen √ľber die Probleme zu sprechen, die eine Infektion mit sich bringt. Auch heutzutage wird nicht selten erst das AIDS Vollbild diagnostiziert, bis sich der Patient auf HIV testen l√§sst.

Gerade unangenehme Themen wie Brechreiz oder Durchfall werden gegen√ľber dem behandelnden Arzt eher verschwiegen. Nur ein funktionierendes Team aus Arzt und Patient hat eine gute Chance, bestm√∂glich Herr √ľber die Situation zu werden. Dass der HIV positive Mensch selbst zu Therapieerfolgen beitragen kann und muss kann man auch unserer Informationsseite „Rauchen und HIV“ entnehmen – nichts liegt mehr auf der Hand, als dass der Wunsch, m√∂glichst lange gut zu leben vom Betroffenen selbst ausgehen muss.

Hierf√ľr muss aber ein Vertrauensverh√§ltnis zwischen Arzt und Patient aufgebaut und gepflegt werden. Vielen Patienten f√§llt dies umso leichter, je fundierter ihr Wissen √ľber den Themenkomplex HIV und AIDS wird.

Aber soweit muss es inzwischen nicht mehr kommen. War HIV fr√ľher eine Erkrankung mit unweigerlich t√∂dlichem Ausgang, ist sie nun zu einer chronischen Krankheit geworden – sofern der Patient in Behandlung ist.

Seit den Anf√§ngen der Pandemie ist die Aids-Forschung einen gro√üen Schritt weiter gekommen. Zwar ist eine vollst√§ndige Heilung nach wie vor nicht m√∂glich, aber mit einer antiretroviralen Therapie kann die Infektion gehemmt und sogar f√ľr gewisse Zeit zum Stillstand gebracht werden. Der Einsatz der neuartigen Medikamente dient dazu, die Vermehrung der Viren zu reduzieren. Das k√∂rpereigene Immunsystem wird nicht weiter geschw√§cht.

Da sich hierdurch weniger Viren im Blut befinden, wird die Gefahr geringer, andere zu infizieren.

Die CD4-Zellzahl gibt Aufschluss √ľber das Stadium der Infektion. Umso niedriger der Wert ist, umso geschw√§chter ist das Immunsystem. Sinkt die Zahl unter 200 pro Mikroliter Blut, versagt das Immunsystem. Es kann keine Abwehr gegen Infektionen mehr aufbauen. Die Viruslast ist besonders hoch. Der Patient erkrankt an zahlreichen weiteren Infektionen. Schlie√ülich bricht das AIDS Vollbild aus. Um das abzuwenden, muss die Behandlung fr√ľhzeitig einsetzen. Die antiretrovirale Therapie verhindert den fr√ľhzeitigen Tod. Die Weltgesundheitsbeh√∂rde (WHO) hat erst j√ľngst die einst empfohlenen Grenzwerte zum Beginn einer Therapie ge√§ndert.

Unabh√§ngig vom CD4-Wert sollte jetzt die Behandlung nach der Diagnose – unabh√§ngig von der Anzahl der CD4 Zellen pro Mikroliter Blut – beginnen.14 Die Virusmenge im Blut soll durch den fr√ľhen Therapiebeginn schnell dahingehend verringert werden, dass ein Viruslast-Test sie nicht mehr erfassen kann. Der Patient ist hierdurch unter der sogenannten Nachweisgrenze.

Beide Werte, die CD4-Zellzahl und die Viruslast, m√ľssen w√§hrend der Therapie in regelm√§√üigen Abst√§nden gepr√ľft werden. Nur auf diese Weise l√§sst sich erkennen, ob die Behandlung anschl√§gt und eine nachhaltige Wirkung zeigt.

Um die Vermehrung des Virus zu bremsen, wird die sogenannte antiretrovitale Therapie eingesetzt (abgek√ľrzt „ART„). Zum Einsatz kommen verschiedene Medikamente. Jedes Mittel wirkt auf eine andere Weise. Durch die Kombination der Medikamente wird das Ziel der Therapie erreicht. W√ľrde der Arzt sich nur auf einen Wirkstoff beschr√§nken, best√ľnde die Gefahr, dass das Virus mit der Zeit nicht mehr auf das Medikament reagiert. Es w√ľrde dagegen resistent werden. Die antiretrovitale Therapie muss lebenslang fortgef√ľhrt werden.

Therapietreue – sog. HIV Therapie Compliance

Voraussetzung f√ľr eine erfolgreiche Therapie ist die strikte Einhaltung des Therapieplans. Die Medikamente m√ľssen zuverl√§ssig und regelm√§√üig genau nach den Vorgaben des Arztes eingenommen werden. Therapietreue ist so wichtig, damit die Konzentration der Medikamente im Blut ausreichend hoch ist, um die Vermehrung der HI-Viren kontinuierlich mindern zu k√∂nnen. Sinkt diese Konzentration unter den notwendigen Wert ab, weil beispielsweise Tabletten vergessen oder nicht vorschriftsm√§√üig eingenommen wurden, k√∂nnen sich Resistenzen entwickeln, so dass die Behandlung scheitert.

G√ľnstig ist es, die Therapie so weit wie m√∂glich dem pers√∂nlichen Lebensrhythmus anzupassen. Im Alltag bedeutet das, die Tabletten zum Beispiel vor dem Z√§hneputzen oder nach dem Aufstehen einzunehmen. Hilfreich ist die Verwendung einer Tablettenbox f√ľr sieben Tage, die am besten eine Woche im Voraus gef√ľllt wird. Hier erkennt man sofort, wenn eine Einnahme vergessen wurde. Neigen sich die Medikamente dem Ende zu, muss rechtzeitig ein neues Rezept beantragt und eingel√∂st werden. Reisen und andere Ver√§nderungen im Alltag sollten mit dem behandelnden Arzt besprochen und abgestimmt werden.

Es gibt keine Alternative zur antiretrovitalen Therapie

Zur rechtzeitigen antiretrovitalen Therapie gibt es zurzeit keine Alternative. Aber ein fr√ľherer Behandlungsbeginn stellt die Gesundheitssysteme vor weitere finanzielle Herausforderungen. Gem√§√ü aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhielten nur 53 Prozent der HIV positiven Mensch im Jahr 2016 eine antiretrovirale Therapie. Das ist alarmierend, denn die tats√§chlichen Kosten w√§ren fast doppelt so hoch, wenn alle infizierten Menschen mit HIV-Medikamenten versorgt werden w√ľrden. F√ľr das Jahr 2017 summiert die WHO 20,9 Millionen in Therapie befindliche Patienten weltweit. Im Umkehrschluss betr√§gt der reale weltweite Bedarf aktuell knapp 40 Millionen lebenslange Therapien. 15

Nimmt man aktuelle Zahlen f√ľr die ART-Kosten in Afrika als Grundlage (die realen Kosten liegen nat√ľrlich deutlich h√∂her, da die Behandlungskosten je nach Land variieren und eher deutlich dar√ľber liegen), so w√ľrde die lebenslange ART f√ľr 40 Millionen Infizierte weltweit aktuell zumindest 41.350 USD pro Person, also insgesamt etwa 1.350 Milliarden Euro kosten. 16

Je fr√ľher die Infektion diagnostiziert wird, desto √§lter werden die Patienten und desto l√§nger blieben sie (abgesehen von der Diagnose HIV+) gesund – wohlgemerkt weltweit. Im Umkehrschluss k√∂nnen auch die sozio√∂konomischen Folgen durch die per ART deutlich verl√§ngerte Lebenserwartung der Patienten weitaus besser kompensiert werden.

Fazit

HIV ist und bleibt eine weltweite Pandemie. Es steht au√üer Frage, dass ein m√∂glichst fr√ľher HIV-Test der zentrale Schl√ľssel f√ľr die Betroffenen und die Verbreitung oder Nicht-Verbreitung des HI-Virus ist. HIV kann mittlerweile sehr gut behandelt, wenn auch bisher nicht geheilt werden. Eine Behandlung kann jedoch nur dann erfolgen, wenn die Infektion bekannt ist. Da die Diagnose HIV positiv nur dann gestellt oder ausgeschlossen werden kann, wenn ein klinischer Test durchgef√ľhrt wurde, ist es besonders wichtig, sich testen zu lassen.

Durch die Verbesserung der Testmethoden k√∂nnen Infektionen fr√ľh und √§u√üerst zuverl√§ssig erkannt werden.

Regierungen, Institutionen und √Ąrzte weltweit haben dem HI-Virus den Kampf angesagt. Trotzdem ist dieser noch lange nicht gewonnen. Dies wiederum ist unser Ansporn. HIV-Symptome.de informiert seit √ľber 10 Jahren √ľber HIV und AIDS. In unserem Forum finden Betroffene kompetente Ansprechpartner. In dringenden F√§llen helfen wir rund um die Uhr.

Verwendete Quellen / Literatur

  1. https://talk.ictvonline.org/
  2. http://www.unaids.org/en/resources/fact-sheet
  3. http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/47_17.pdf?__blob=publicationFile
  4. http://www.unaids.org/en/resources/fact-sheet
  5. http://www.unaids.org/en/whoweare/about
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1470620/
  7. https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2008/barre-sinoussi-facts.html
  8. https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/medicine/laureates/2008/montagnier-facts.html
  9. Vgl. „Chimpanzee Reservoirs of Pandemic and Nonpandemic HIV-1“ in: Science.
    Nr. 313, S. 523-526 vom 28.07.2006
  10. Deutsches Primatenzentrum GmbH – Leibniz-Institut f√ľr Primatenforschung http://www.dpz.eu/de/infothek/wissen/hiv.html
  11. http://www.infektionsbiologie.ch/seiten/modellparasiten/seiten/hiv/steckbrief_hiv.html
  12. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/HIVAids/FAQ-Liste.html
  13. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/HIVAids/FAQ_05.html
  14. http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/186275/1/9789241509565_eng.pdf?ua=1
  15. http://www.who.int/hiv/data/en/
  16. http://www.who.int/hiv/pub/journal_articles/cost-effectiveness-arv-children/en/

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 14. Oktober 2020.
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