Tattoo mit HIV

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Anonymous, 31. Oktober 2009.

  1. Anonymous

    Anonymous Gast

  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. Anonymous

    Anonymous Gast

  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Daniel,
    ich verstehe ja, was Du damit sagen möchtest - aber was Du nicht bedenkst, ist folgendes: Viele Menschen werden, sobald ihr Status "HIV-positiv" bekannt ist, gnadenlos gemobbt und verfolgt. Und nicht Wenige zerbrechen psychisch daran. Denke einfach mal daran, wie schwierig es schon ist, sich als "schwul" zu outen - und wieviele, vor allem jüngere Leute, das Wort "schwul" immer noch als Schimpfwort benutzen ("schwule Sau", "schwules Opfer" etc.). Glaubst Du, das wäre anders mit "positiv"?

    Ich bin vielmehr der Meinung, dass es verboten sein sollte, unbedacht, unwissend oder ohne Nachzundenken unsafen Sex zu betreiben. Jeder ist zunächst mal für sich selbst verantwortlich.

    Das Virus ist leider nicht per Gesetz in den Griff zu bekommen. Und die Ausbreitung lässt sich auch per Gesetz nicht stoppen. Es werden ja auch nach wie vor Autos geklaut und Menschen ermordet, obwohl das Gesetz das verbietet ...

    lg - matthias
     
  5. Anonymous

    Anonymous Gast

  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Da stimme ich mit Dir überein. Die Antwort auf deine Frage muss ich allerdings schuldig bleiben - aber Marion, Alexandra oder Jacky werden Dir sicher die gewünschte Auskunft geben können.
    lg - Matthias
     
  7. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Das sehe ich ebenfalls so. Faktisch gesehen ist es aber so, dass man - wenn man eine HIV Infektion offen kommuniziert - sogar massive Probleme hat, überhaupt einen Arzt zu finden. Von einem Tätowierer mal ganz zu schweigen! Ich bleibe aber mal bei diesen beispielhaften Berufsbildern, um die Problematik zu verdeutlichen:

    Ärzte wissen alle, wie man hygienisch arbeitet und müssen (!) einen Standard bieten, der -auch wenn ein Patient nichts von seiner Infektion weiß oder sagt- so hygienisch ist, dass keine Infektionsgefahr für Dritte besteht.

    Bei Tattoo-Studios sieht es theoretisch gesehen ähnlich aus. Aber eben nur theoretisch. Tätowierer studieren nicht jahrelang hygienische Maßnahmen und die körperlichen Zusammenhänge. Sie können also per se nicht so "fit" in Sachen Infektionsmöglichkeiten, Hygiene und Co. sein als Ärzte.

    Zudem ist der Berufszugang frei. Es gibt keine Ausbildung für Tätowierer. Trotzdem unterliegen sie natürlich grundsätzlichen Hygienevorschriften, die aber u.a. aufgrund des oftmals defizitären Wissens in Sachen Infektiologie ggf. nur bedingt beachtet und eingehalten werden können. Hat ein Studio dann auch noch viele Mitarbeiter, so liegt die hygienische Grundverantwortung praktisch beim Chef. Achtet dieser nicht darauf, dass auch seine Mitarbeiter absolut sauber arbeiten, so birgt dies natürlich ein immenses Risikopotential!

    Nicht, dass es Missverständnisse gibt: ich sage nicht, dass es keine "sauberen" Tattoo-Studios gibt. Natürlich gibt es die. Glücklicherweise werden es seit Jahren auch permanent mehr!

    Ich will aber darauf hinweisen, dass die Wahrscheinlichkeit, ein sauberes Studio zu erwischen relativ gering ist. Auf jeden Fall im Vergleich zu Ärzten. Einfach deshalb, weil es vielen Tätowierern an grundsätzlichen Kenntnissen mangelt, da eigentlich jeder ein Studio eröffnen kann und keine Ausbildung dafür erforderlich ist! Die wenigsten Tattoo-Studios unterwerfen sich einer Selbstkontrolle (z.B. durch einen seriösen Dachverband). Selbst wenn diese Selbstkontrolle genutzt wird, ist deren Effizienz immer noch fraglich! Es gibt zudem immer noch viel zu wenige staatliche Kontrollen und viel zu viel Intransparenz für die Kunden!

    Meiner Meinung nach sollte man einen derartigen Beruf nur unter Nachweis differenzierter Sachkenntnisse ausführen dürfen. Die Realität in Deutschland sieht aber anders aus ... aber genau HIER sollte man meiner Meinung nach ansetzen.

    Kleiner Einschub:

    ... in Holland, in der Schweiz und in Österreich hat der Staat seit vielen Jahren sehr strenge Gesetze erlassen (die natürlich von entsprechenden Kontrollen begleitet werden), die zu einer Marktbereinigung und zu vergleichsweise sehr sauberen Studios geführt hat. Ich bin der Meinung, dass man in diesen Ländern die saubersten Studios der Welt findet.

    Das kommt ganz darauf an, wie "sauber" der Laden ist und wie der Tätowierer arbeitet. Es ist heutzutage überhaupt kein Problem mehr, so zu arbeiten, dass die Infektionsgefahr praktisch bei 0 liegt.

    Sterile Nadeln, separate Einweg-Farbtöpfe, Sterilisatoren, Desinfektionsmittel sind nur einige der Faktoren, die zu einem sauberen Tattoo-Studio gehören. Es kommt aber wie gesagt ganz darauf an, wie sehr der Inhaber oder die Mitarbeiter auf Hygiene bedacht sind.

    Daher würde ich das Risiko von fast 0 bis X beziffern. Genauer kann man das pauschal nicht sagen... traurig, aber wahr.
     
  8. go4itnow

    go4itnow Neues Mitglied

    also ..jetzt muß ich auch mal meinen Senf dazugeben...

    ich denke man sollte differenzieren..ich würde meine HIV Infektion auch nicht jedem auf die Nase binden...hab durch mein Outen auch meinen Arbeitsplatz verloren....

    Wenn ich jemanden kennenlerne oute ich mich definitiv nicht...
    da ich keinerlei sexuelle Kontakte anstrebe da glücklich verheiratet...
    wäre ich auf Partnersuche oder auf der Suche nach sexuellen Kontakten dann wäre es selbstverständlich für mich meinem Gegenüber zu sagen was los ist.
    mein Mann wußte es von Anfang an..ebenso oute ich mich bei jedem Arzt, Tattoostudio etc....
     
  9. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Autsch, sowas ist echt unfein.

    Gruss
    Alexandra
     
  10. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das solltest du deutlicher erklären ... Weil:Das darf nicht sein.
     
  11. go4itnow

    go4itnow Neues Mitglied

    guten morgen

    Hallo lieber Matthias...

    nun ich bin eben ein ehrlicher Mensch auch meinem Arbeitgeber gegenüber gewesen und habe mich eben geoutet und dann prompt sofort meine Stelle verloren....muß dazu sagen, dass ich im Gesundheitswesen im Umgang mit Patienten zu tun hatte..und meinem Chef, obwohl er Arzt ist und eigentlich diesbezüglich wissentlich hätte sein müssen...war das dann zu riskant.
    Ein zweiten Versuch scheiterte ebenfalls schon beim Bewerbungsgespräch, obwohl meine Qualifikationen hervorragend waren (laut Aussage des Chefs) an meiner HIV Infektion...
    Rechtlich hat man da wohl keine Chance....leider....

    inzwischen bin ich Mutter von 2 Kindern und muß zum Glück nicht arbeiten...wenn die kleinen aus dem gröbsten raus sind und ich wieder einen Job suche..dann werde ich mich nicht mehr outen, soviel ist klar.
     
  12. rexton

    rexton Bewährtes Mitglied

    dass ein ARZT (!) diesbezüglich Bedenken äußerst erscheint mir schon recht suspekt --> soetwas darf, wie Alexandra schon schrieb, nicht sein! - ich wünsche dir trotzdessen mehr Glück im zukünftigen Arbeitsleben (in den meisten Berufen ist ja das Thema HIV in Bezug auf Infektionsgefahr sowieso hinfällig und völlig irrelevant)
    Alles Gute, Rexton
     
  13. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Re: guten morgen

    Das würde ich prüfen lassen. Die HIV-Infektion gehört zum Persönlichkeitsrecht, und es besteht keine Informationspflicht an den Arbeitgeber, außer die Infektion hat Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Für einige Berufe in der Luftfahrt, im Gesundheitswesen und bei allen Berufen, die Tropentauglichkeit voraussetzen, gelten besondere Bedingungen. Ich habe das recherchiert, als ich mein Buch geschrieben habe (siehe Header). "Besondere Bestimmungen" heißt aber nicht automatisch, dass der Kündigungsschutz entfällt. Ich empfehle Dir dringend, einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt zu konsultieren. Ich bin nämlich der festen Überzeugung, dass Dein Arbeitgeber mit der Kündigung gründlichst gegen das Arbeitsrecht verstoßen hat.
     
  1. Unser HIV Forum nutzt Cookies. Details zur Nutzung von Cookies auf unseren Seiten findest Du hier und unter "Weitere Informationen":

    Information ausblenden