Sex mit einer Prostituierten

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von hoodini, 16. Oktober 2020.

  1. hoodini

    hoodini Neues Mitglied

    Guten Abend an Alle

    Ich habe mir denHIV-Leitfaden durchgelesen, welcher mir so ziemlich jeden erdenklichen Stein vom Herzen genommen hat. Nichtsdestotrotz möchte ich euch nochmal meine individuelle Situation schildern und dann von Leuten, die wirklich in der Materie drin sind hören, was sie dazu sagen.

    Also fangen wir ganz von vorne an: (Ich bin Männlich)

    Diesen Montag hatte ich Sex mit einer Prostituierten in der Schweiz, war jetzt keine billige und laut eigener Aussage testet sie sich alle 3 Monate auf so ziemlich alles, hat mir im Nachhinein auch einen negativen Test gezeigt, der knapp 10 Wochen zurückliegt, um mich zu beruhigen. Wir haben uns in Ihrer Wohnung getroffen, wo es zum geschützen Geschlechtsverkehr kam (Kondom) und zum teilweise ungeschützten Oralverkehr (Mund-Vagina). Vorab gibt es hierbei kein Risiko, jedoch habe ich mich 2 Stunden davor beim Rasieren im Intimbereich (Etwa zwischen Bauch und Penis) etwas geschnitten, die Wunden sind sehr klein und nach ein paar Minuten ist auch kein weiteres Blut ausgetreten (Also auch hier kein HIV Risiko, da die Wunden zu klein sind und sich schon ein Schorf gebildet hat, der der weiteren Austritt von Blut verhindert) Der zweite Risikofaktor ist eine kleine Wunde im Mund, direkt hinter der Oberlippe ganz oben quasi dort wo die Oberlippe mit dem Zahnfleisch verbunden ist, dieses kleine Stückchen hab ich mir am Tag zuvor verletzt und da hats kurz geblutet, danach auch wieder direkt aufgehört und während dem Sex hat es garnicht geblutet. Mich hat wie aus dem Nichts eine Panik gepackt, welche dazu geführt hat, dass ich die PEP entdeckte, beim Arzt angekommen, etwa 40 Stunden nach dem Risiko-Kontakt schilderte ich ihm meine Situation und er meinte auch, dass eigentlich keine wirkliche Wahrscheinlichkeit zur HIV-Infektion besteht, nichtsdestotrotz verschrieb er mir eine PEP-Therapie um das Risiko nach bestem Wissen und Gewissen einzudämmen, gerade wegen der Wunde im Mund.

    Laut Google, besteht ein Risiko, laut dem Forum muss ich mir überhaupt keine Sorgen machen, da die Wunden im Intimbereich geschlossen waren und selbst wenn nicht, als HIV-Eintrittspforte zu klein und nicht tief genug waren. Im Mund gab es eigentlich auch kein Risiko, da die Mundschleimhaut sehr stabil ist und selbst die kleine Wunde, die ich hatte nicht als HIV-Eintrittspforte geeignet war, da der Speichel das Vaginalsekret sofort verdünnt und auch die Menge Vaginalsekret, die man da aufs mal aufnimmt einfach nicht ausreicht für ne Infektion. Plus noch oben drauf, auf dieses absolut minimale Risiko mache ich gerade eine PEP (Truvada und Tivicay für die, dies interessiert).

    Durch die PEP muss ich nun insgesamt 10 Wochen auf einen definitiven Bescheid warten, jedoch habe ich gerade jetzt dummerweise privat sehr viel zu tun und würde gerne mit der ganzen Thematik ins reine kommen, da viel von den nächsten Wochen abhängt und ich ungerne mein Leben schleifen lassen würde, nur wegen einer scheinbar sogar völlig unbegründeten Angst.

    Meine Bitte aus vollstem Herzen ist einfach, dass mir jemand bestätigen kann ob ich das alles richtig verstanden habe und das Infektionsrisiko richtig einschätze. Mein Ziel ist es, dass ich in diesem Thread die komplette mentale Therapie mit allen Fakten bezüglich meiner Situation gebündelt habe und immer in Momenten der Schwäche, wo ich fast keine Luft mehr kriege vor Angst und Panik auf diesen zurückgreifen kann, um mir die Situation wie sie wirklich ist wieder vor Augen zu führen und aus dieser ewigen Angstspirale auszubrechen.

    Vorab bedanke ich mich bei jedem Einzelnen für das, was er hier tut und für den Zeitaufwand, der aufgebracht wurde um sich hier meine Panikattacke in schriftlicher Form durchzulesen.
     
  2. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Eine PEP.. für ein nicht vorhandenes Risiko.. wow.. also entweder hast Du den barmherzigen Samariter getroffen oder Du hast da eine völlig andere Story erzählt als hier.

    Rasurwunden sind keine Eintrittspforte. Und ein Kondom hast Du auch benutzt.. ich verstehe das Problem nicht ?
     
  3. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Solche Miniverletzungen sind wahnsinnig schnell wieder verschlossen und viel zu klein als mögliche Eintrittspforte.
    Der Arzt hat völlig überzogen gehandelt und sich absolut nicht an die Leitlinien zur Verordnung einer PEP gehalten.
    Es bestand keinerlei Risiko fürHIV und somit bestand auch nicht ansatzweise die Notwendigkeit einer PEP, die übrigens innerhalb der ersten 24 Stunden begonnen werden sollte.
    Auftretende Nebenwirkungen der PEP haben NICHTS mit einer in diesem Fall unmöglichen HIV-Infektion zu tun. Das bitte ich zu bedenken.
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Was gerne unterschätzt wird: Eine unnötige PEP erhöht das Risiko von Resistenzen, wenn wirklich mal was passieren sollte. Das sind keine Bonbons, sondern Medikamente, die tief in Dein Immunsystem eingreifen. Allerdings solltest Du sie jetzt auch zu Ende nehmen.
     
  5. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hausarzt?
    Ich staune immer wieder wie leichtsinnig die PEP verschrieben wird und dann 40 Stunden danach....vielleicht solte der Arzt sich mal über HIV informieren.
     
  6. hoodini

    hoodini Neues Mitglied

    Erstmal danke für eure Antworten.

    @AlexandraT Es war nicht mein Hausarzt, sondern direkt die Notfallstation im Krankenhaus meiner Stadt und er war zwar noch ein junger Assistenzarzt, jedoch hat er, nachdem er sich die Wunde angesehen hat in Rücksprache mit einer Spezialistin die PEP verschrieben, welche laut meiner bescheidenen Recherche und der Meinung des Arztes auch nach 40 Stunden genommen werden kann, da er davon ausgeht, dass ich wenn überhaupt nur einer kleinen Menge ausgesetzt war und trotz etwas verspätetem PEP-Start diese dann das kleine Restrisiko ausschliessen würde.

    Die grösste Angst habe ich vor der Wunde im Mund, diese war zwar klein und hat nicht geblutet, der Arzt meinte hierzu, dass dies trotzdem eine beschädigte Mundschleimhaut darstellt und ein Risiko ist, selbst wenn sie nicht mehr geblutet hat und sich schon ein Fibrinbelag auf der Wunde gebildet hat.

    Die Frage, die ich mir jetzt stelle ist, wie gross und tief eine Wunde sein muss, dass sie einHIV Risiko darstellt und die andere Frage wäre, ob man zu 100% infiziert ist, wenn eine mit HIV-Viren belastete Körperflüssigkeit ins Blut eindringt, oder ob der Körper bzw. das Immunsystem fertig werden kann mit einer kleinen Virenmenge.
     
  7. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Dann sollten da alle mal überHIV informieren....es war kein Risiko vorhanden. Eine PEP gibt man nach entsprechender Leitlinie und nur bei Risiken. Und in den Leitlinien steht auch was über die Zeit in Serbien PEP beginnen sollte. Bei mir müsste jemand der bei sowas die PEP verschreibt zum internen Gespräch antanzen.
     
  8. hoodini

    hoodini Neues Mitglied

    Von welchem "Wundumfang" sprechen wir, wenn du sagst, dass hierbei kein Risiko vorhanden war? Welche Vorraussetzungen muss eine Wunde erfüllen, dass sie im Mund einHIV-Risiko darstellt? Muss sie zwingend bluten? Muss sie eine gewisse Grösse oder Tiefe haben, oder reicht die Viruslast im Vaginalsekret von vornherein nicht aus für eine orale Infektion, da ich und selbst der Arzt keinen bekannten Fall fanden, wo sich jemand durch Vaginalsekret im Mund angesteckt hat.

    Besten Dank für deine Aufmerksamkeit selbst zu solchen Uhrzeiten.
     
  9. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Sie muss frisch und gross sein und Du müsstest Blut oder Vaginalsekret in grossen Mengen abbekommen. Dazu muss die Frau auch pos. sein und unbehandelt. Kleine Zahnfleischverletzungen und OV reichen bei weitem nicht aus. Du weisst, dass nach der PEP die normale Wartezeit für den Test erst beginnt....ohne PEP hättest Du den unnötigen Test 6 Wochen danach machen können.
    Und wenn Dir der Arzt ohne bekannte Infektion auf diesem Weg auch noch eine PEP verschreibt...dann sollte er dringend in eine Weiterbildung zum ThemaHIV.
     
  10. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moment: Erstens stimmt es, dass in veralteten Quellen noch von einer Frist bis zu 72 Stunden die Rede ist … es aber generelle und anerkannte sowie belegte Praxis ist, dass ein Beginn später als 24 Stunden nach der Exposition die Wirkungschancen expontentiell vermindert.

    Zweitens: Was für eine »Spezialistin« war das? Es gibt tatsächlich spezielleHIV-Notfallambulanzen, in denen in Infektologie und speziell HIV aus- und weitergebildete Ärzte tätig sind … aber das ist nicht in jedem Krankenhaus der Fall.

    Drittens: Wenn schon der Arzt davon ausgeht, dass Du nur einer kleinen Menge ausgesetzt warst, hätte er die PEP niemals verschreiben dürfen. Oder gehst Du mit der Panzerfaust auf Mäusejagd?

    Lange Rede – kurzer Sinn: Bei Dir ist das typische Verhalten aufgetreten, dass die Angst vor HIV – die auf einem uralten »Kenntnis«-Stand beruht – weit größer ist als »Bedrohung«, die insbsondere bei Deiner speziellen Situation davon ausgeht.

    Die Frage ist, was Dein tatsächliches Problem ist. Denn das, was Du hier beschreibst, kann man seit 1996 mit HIV real nicht mehr in Verbindung bringen.
    Du bist 21 Jahre alt … wurdest also geboren, als HIV medizinisch bereits etliche Jahre gut behandelbar und unter Kontrolle zu bekommen war, was allerdings die Gesellschaft nicht davon abgehalten hat, Mythen, falsches Wissen, Vorurteile und Diskriminierung weiterzutragen. Du leidest nicht unter HIV – ja, Du hattest nicht einmal ein Risiko! – sondern unter der Kopfgeburt einer Panik. Und die kann man mit der PEP nicht bekämpfen.
     
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  11. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Dann ist alles gesagt in diesem Fall. Denn welche Einschätzung ich auch immer dazu habe, es spielt keine Rolle mehr :cool:
    Und durch diesen Umstand sind auch sämtliche weitere Fragen deinerseits völlig irrelevant...
     
  12. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Sehe ich auch so....
     
    haivaupos gefällt das.
  13. hoodini

    hoodini Neues Mitglied

    @haivaupos @AlexandraT Mir ist jetzt unklar, was ihr damit meint, denkt ihr, dass ich mir überhaupt keine Sorgen machen soll bzw. der ganze Thread hinfällig ist weil die PEP das eh gut regeln wird? Oder wie meint ihr das genau?
     
  14. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Es gab NIE ein Risiko. Deine PEP ist absolut unnötig.
     
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  15. haivaupos

    haivaupos Poweruser Poweruser

    Du nimmst eine PEP. Die regelt das. Dafür ist sie da, also warum hast du...
    ?
    Und all deine Fragen hättest du vor Beginn deiner völlig unnötigen PEP mit deinem Arzt besprechen sollen. :rolleyes:

    Ach, das hast du ja eh
    Nur geglaubt hast du es ihm anscheinend nicht. Denn hättest du zum Arzt "Oh, Danke für ihre Einschätzung. Dann bin ich ja beruhigt" gesagt und wärst gegangen, dann hättest du jetzt keine PEP, die, hab ich das schon erwähnt (?), völlig unnötig ist/war...
     
  16. hoodini

    hoodini Neues Mitglied

    Danke an alle Antworten, ihr könnt euch garnicht vorstellen, wie sehr ihr mich entlastet habt.

    Wenn ich das richtig verstanden habe bestand von vornherein keinHIV-Risiko und selbst wenn würde dies von der allenfalls zu leichtsinnig verschriebenen PEP zurückgehalten werden.

    Thread kann geschlossen werden und ich möchte euch nochmals meinen tiefsten Dank und Respekt aussprechen, für die Aufklärungsarbeit, die ihr hier tagtäglich betreibt. Ich fühle mich nun voll und ganz informiert und bin glücklich darüber, dass ich (scheinbar) doch noch mit einem blauen Auge davon gekommen bin.

    Liebe Grüsse
     
  17. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hör mal mit diesem „selbst wenn“ auf....akzeptiere, dass es kein Risiko war. Oder rennst Du nun mach jedem Sex ohne Risiko in die Klinik für eine PEP?
     
  18. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Du hats noch vergessen zu erwähnen, dass eine PEP auch gegen »kein Risiko« hilft ;) – nur, und das ist mein voller Ernst, ist sie dann nicht nur nicht notwendig, sondern eher schädlich, denn sie belastet die Körperfunktionen und kann Resistenzen verursachen.
     
    devil_w und AlexandraT gefällt das.
  19. hoodini

    hoodini Neues Mitglied

    @matthias Ich habe gerade einen Post von dir gelesen, wo du über den PCR-Test sprichst. Verstehe ich das richtig, dass dieser 2 Wochen nach RK ein zu 99% sicheres Ergebnis herausspuckt? Das würde ja dann in meinem Fall bedeuten, dass ich in Kombination mit der PEP in 6 Wochen denPCR-Test machen könnte, oder?

    Die Angst, die ich am Anfang hatte ist praktisch verflogen (Wegen den kleinen Wunden), jedoch plagt mich nun die Vermutung, dass mit dem Kondom etwas nicht in Ordnung war, da sie beim aufstülpen das Reservoir nicht zugehalten hat und sich darin Luft befand während dem Verkehr, glücklicherweise haben wir aber mehrmals das Kondom gewechselt und ich bin auch nicht im Kondom gekommen so dass Reservoir garnicht zum Einsatz kam. das Gleitgel war auf Wasser-Basis also müsste da soweit auch alles in Ordnung gewesen sein. Mir ist noch nie ein Kondom geplatzt oder sonst irgendwie während dem GV flöten gegangen, erkennt man das direkt, wenn das Kondom platzt? Oder sind das nur ganz kleine Öffnungen, die man von Auge nicht sieht.

    Besten Dank auch hier nochmal für die Antworten.
     
  20. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Nein.... während einer PEP macht man keine Tests. EinePCR ist keinHIV-Ausschlusstest und man müsste sie auf HIV1 und 2 machen. Nur ein Antikörpertest gibt ein sicheres Ergebnis.

    Ein Kondom ist enweder defekt oder nicht... vergiss den Mist mit den kleinen Oeffnungen. Ein Kondom ist unter Spannung und man sieht sofort ob es defekt ist.

    Man kann auch nach unsinnigen Infektionswegen suchen.
     
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