Schwiegertochter positiv: Tausend Fragen und Angst

Dieses Thema im Forum "AIDS-Forum" wurde erstellt von Mutter Caro, 17. April 2011.

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  1. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    Hallo an alle hier,

    vor ein paar Tagen kam die Freundin meines Sohnes und mein Sohn zum Gespräch zu mir (sie sind schon über 9 Monate zusammen).

    Warum sie Angst hatte, von mir rausgeschmissen zu werden, war mir vorher nicht klar.

    Habe mit allem gerechnet, doch die Tatsache, dass sie seit Geburt HIV pos ist, hat mir den Boden unter den Füssen weggerissen!

    Nach der ersten Schockstarre habe ich sie erstmal in den Arm genommen... Habe schon etwas Infos über die Erkrankung und die Ansteckungsmöglichkeiten...

    Dann:
    es stieg die Angst in mir immer höher, dass mein Sohn sich infizieren könnte!

    im Moment brummt mir der Kopf, mein Magen rebelliert, kann kaum schlafen. Ich habe Angst, dass mein Sohn trotz aller Aufklärung und Safer-Maßnahmen sich anstecken könnte oder sogar schon hat.

    Zig Fragen haben sich bei mir aufgetan...

    bin schwer enttäuscht, dass sie mir das nicht gleich gesagt haben
    bin traurig, weil es ihr oft nicht gut geht wegen der Medies
    bin entsetzt, wie sie es bekommen hat
    und und und .... sehr viele Gedanken schlagen Purzelbäume


    auch wenn ich weiß, dass ich mich nicht infiziert habe , muss doch eine Frage sein:
    ich arbeite im Gesundheitswesen; Infektionen noch nicht mal in der Nähe erwünscht...
    Muss ich meinen Arbeitgeber informieren?
    (habe darüber nichts im Net finden können und für ein Beratungsgespräch war noch keine Zeit )


    Mir brumm fach nur noch der Schädel von den vielen Gedanken und bin um jeden Rat dankbar


    achja: habe sie selbstverständlich nicht rausgeschmissen
     
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Jetzt komm mal wieder ne Spur runter... klar "erschreckt" man bei so einer Nachricht...... aber bleib ruhig.


    Du brauchst nicht geschockt sein, dass sie Dich nicht informiert hat. Sie muss es auch nicht tun d.h. sie kann Dir gegenüber schweigen solange sie will. Im Gegenteil: Sie hat Dir vertraut und es Dir erzählt... und einem Menschen kann man erst mit der Zeit vertrauen. Und wenn Du nun zu Deinem Arbeitgeber rennst und dem alles erzählst..... hast Du genau dieses Vertrauen missbraucht. Schweig darüber..... Du hast niemandem von ihrer Infektion zu erzählen ohne ihre Einwilligung. Und Du bist auch nicht verpflichtet Deinem Arbeitgeber gegenüber was zu erzählen... HIV ist keine Tröpfcheninfektion.

    Wenn sie von ihrer Infektion weiss und es Dir anvertraut... dann hat sie garantiert Deinen Sohn schon lange eingeweiht und Kondome verwendet. Mal nicht den Teufel an die Wand.

    Am besten liest Du hier ein wenig mit und liest unser Factsheet... da steht viel nützliches drin. Und beim Robert-Koch-Institut findet man ebenfalls gute Artikel. https://www.hiv-symptome.de/downloads/ ... tsheet.pdf

    Und wenn Du Fragen hast... frag doch einfach die Freundin Deines Sohnes. Sie wird Dir gerne antworten - da bin ich mir sicher. Akzeptier sie so wie sie ist und gehe so mit ihr um wie Du es bisher getan hast. Nur in Sachen Blut - zb. bei Verletzungen - müsstest Du aufpassen.
     
  4. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    Hallo Alexandra,
    auf ein wenig mehr Verständnis hatte ich gehofft bei meiner Anmeldung hier.


    „Jetzt komm mal wieder ne Spur runter... klar "erschreckt" man bei so einer Nachricht...... aber bleib ruhig.“
    - Durch meinen Beruf bin ich mit sehr schweren Krankheiten konfrontiert, auch mit dem Tod und mein Verständnis ist mehr als groß, egal welche Erkrankung! Warum darf man nicht geschockt sein? HIV ist kein Pappenstiel. Die Medies auf immer, die Nebenwirkungen…(sehe jetzt einiges beim Verhalten meiner „Schwiegertochter“ anders, denn vieles kommt eben dadurch…..), und eben auch das die Medies die Erkrankung bisher nur aufhalten kann, aber nicht heilen.


    „Du brauchst nicht geschockt sein, dass sie Dich nicht informiert hat. Sie muss es auch nicht tun d.h. sie kann Dir gegenüber schweigen solange sie will. Im Gegenteil: Sie hat Dir vertraut und es Dir erzählt... und einem Menschen kann man erst mit der Zeit vertrauen. Und wenn Du nun zu Deinem Arbeitgeber rennst und dem alles erzählst..... hast Du genau dieses Vertrauen missbraucht. Schweig darüber..... Du hast niemandem von ihrer Infektion zu erzählen ohne ihre Einwilligung. Und Du bist auch nicht verpflichtet Deinem Arbeitgeber gegenüber was zu erzählen... HIV ist keine Tröpfcheninfektion.“

    weder renne ich zum Arbeitgeber, noch halte ich HIV für eine Tröpfcheninfektion!
    Es ist weder eine harmlose Sache, noch eine Sache, die man durch die Welt tratscht, noch eine Grippe. Aber da sie wegen einer Kreislauferkrankung öfters mal umfällt und ich schon oft mit ihr allein war, wäre es wichtig gewesen, mich zu informieren. Habe selbst auch Probs mit dem Kreislauf und weiß, dass man sich auch mal was einhauen kann. Sie hätte mir von Anfang an die Chance geben müssen im Notfall zu wissen, dass ich evlt eben Handschuhe anziehen muss…

    Ich wollte wissen, in wie weit das Gesetz bei Mitarbeiter im Gesundheitswesen verpflichtet sind, den Arbeitgeber zu informieren! Ich darf bei einer harmlosen Erkältung nicht zur Arbeit…..also versteht bitte meine Frage RICHTIG!


    Wenn ich aber hier verurteilt werde, weil z.B. heute mal mein Kopfkino einen Moment sich gemeldet hat, als ich versehentlich aus ihrer Tasse getrunken habe, aber ich weiß, dass das null Problem ist. Weil ich diesen Gedanken hatte und auch einen Moment in Zweifel geraten bin, aber mich beruhigt zurücklehnen konnte… dann bin ich leider im falschen Forum

    Denn ich suche hier Rat, grade weil ich manche Fragen im Net oder bisher noch nicht wo anders finden konnte…
     
  5. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    umgang im Alltag mir einer betroffenen Person

    Auch wenn es nur wenige Tage sind, seit die Infekion bekannt ist, mlöchte ich mal den Alltag hier schildern:

    Erst mal ausschlafen!
    Dann frühstücken. Zusammen am Tisch. jeder greift zu in die Sachen die auf dem Tisch sind. Null Gedanke an eine Infizierung. Messer ablecken und wieder ins Marmeladenglas ist aus anderen Gründen nicht gewünscht. HIV kein Thema deswegen

    Badbenutzung: Wie immer!
    Verwechslung des Trinkgefäßes: wie schon immer!
    abendessen: wie immer
    ein Tag wie eh und jeh!

    Was sich verändert hat:
    durch die Medikamente leidet die infizierte Person oft unter Magenbeschwerden. Ein Tee dagegen hat einzug erhalten. Hab gelesen, dass fettarme Kost besser ist, werde mal fragen... wenns helfen sollte, bin ich die erste die das auf den Plan stellt...

    das Kopfkino spielt einem manchmal noch einen Streich, und es gibt noch Fragen, die nicht beantwortet sein können.
    Und die Angst um die Gesundheit des eizigen Kindes mag man mir als Mutter nicht absprechen, sondern mit Antworten nehmen.


    Zeit braucht man, um mit der "schlimmsten Erkrankung, die es gibt" (Definition meines Sohnes!) leben zu lernen.

    Zeit!
    Und Geduld
    auch für die Angehörigen!
    Denn auf wir müssen lernen mit dem Schock um zu gehen, mit der Infektion leben zu können
     
  6. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    @ Mutter Caro

    Alexandra meints nur gut mit Dir! Auch ich hätte so geantwortet, denn Dein erstes Posting liest sich wirklich so, als ob Du extrem aufgeregt bist, was in der Situation auch verständlich wäre. Ob das wirklich so ist, können wir über das Web ja nie sagen - daher auch Alexandras präventiver Hinweis, "down zu coolen". 8)

    Genau das kann Dir niemand in einem Forum beantworten. Das wäre Rechtsberatung und ist per se nicht zulässig, ausser durch einen Anwalt. Das steht so auch 1/1 in unseren Forenregeln.

    Ansonsten freut es mich zu lesen, dass ihr den Alltag wieder Alltag sein lasst. Fakt ist aber auch, dass ich Euch raten würde - wenn ihr schon so offen mit einander umgeht (was ich super finde!), dass ihr einfach mal zusammen zur örtlichen Aidshilfe geht. Die Mitarbeiter sind mit genau solchen Situationen bestens vertraut und kennen das oftmals sogar aus eigener Erfahrung. Es ist auf jeden Fall eine Option, die ihr gemeinsam in Anspruch nehmen solltet.
     
  7. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    viermal war ich schwanger
    dreimal habe ich ein Kind verloren
    ein Kind, mein Sohn hat eine positive Partnerin
    Versteht meine Angst
    Klammern meinerseits ist kein Thema, denn er soll sein (!) Leben leben

    Und genau das ist es:
    es soll sein Leben leben! Aber ohne infekt bite, denn das bedeutet schwere Medies, ausgrenzung, nur wenige Akzepotanz und am Ende.... ich muss nicht weiter schreiben...

    seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema hier, denn negatives Blutbild ist immer postiv...Vorsorge und Safe ist schon langen bei mir Programm und das habe ich meinem Sohn lang und satt und oft beigebracht.
    auch wenn ich ihn genervt hatte, es scheint seine Wirkung gebracht haben. Er geht auf Nummer sicher.

    Das Hiv nun im driketen Haushalkt Einzug erhlöaten hat, muss ich nicht für gut halten. aber nun ist es so und jeder hier versucht damit zu leben.
    Mit nicht nur 100 Prozent Sicherheit, sondern wegen der Unsicherheit lieber etwas mehr... damit keiner das auch noch bekommt
     
  8. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    Doppelter Beitrag gelöscht....
     
  9. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    genau ich war und bin auch in gewisser Weise noch aufgeregt, denn vieles hätte nicht sein müssen.
    Habe immer schon Verständniss gehabt, doch ich verstehe nicht wenn infizierte andere in Gefahr bringen ( das ist leider so passiert und mit der Info häte es nicht sein brauchen)!
     
  10. Mutter Caro

    Mutter Caro Neues Mitglied

    Probs zu verstehen wegen PTBS

    Da ich unter einer PTBS leide (posttraumtischen Belastungsstörung)mit Ansatz zu Borderline- Störung und auch deswegen schon in einer Klinik war, fällt es mir schwerer als normal, mit schweren Lebensumständen um zu gehen.
    Und ich versuche alles, um vernünftig mit der neuen Situation um zu gehen
    Eine Rechtberatung habe ich hier nicht erwartet, nur eben Lebenerfahrungen.
     
  11. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Deine Postings sind sehr wirr... erstaunt mich aber nicht wenn Du sagst, dass Du Richtung Borderline gehst. Aber... im ersten Posting hast Du sie beinahe schon im Verdacht gehabt, dass sie ihm es auch verschwiegen haben und ihn infiziert haben könnte.

    Dann schreibst Du, dass Du im med. Bereich tätig bist und dann doch nicht ruhig ans Thema HIV ran gehen kannst. Du bist noch immer auf 180. Wie schon gesagt: Werde ruhig. Auch wenn nun HIV im Alltag präsent ist.... geh den Alltag mit der Schwiegertochter so an wie damals als Du noch nichts von der Krankheit wusstest. Nur vor Blut muss man sich in Acht nehmen. Aber seit Du weisst, dass sie infiziert ist drehst Du im roten Bereich.

    Du willst, dass sich keiner infiziert.... ich dachte, Du hast mit Medizin zu tun und kennst die Wege der Infektion.

    Du musst Deinem Arbeitgeber rein gar nichts melden.... wenn... dann höchstens die Schwiergertochter selbst je nach Job den sie hat.

    Also... alles beim Alten lassen und so mit ihr umgehen wie bisher... und anderen gegenüber schweigen. Und nochmals... rede mit ihr. Sag ihr, was Dir Angst macht etc. Sie merkt es auch, dass Du nervös bist und übervorsichtig.

    Ich hab Freunde mit HIV.... ich halte mich nur an eine Regel: Keinen direkten Kontakt mit Blut d.h. kein Blut von ihnen auf Wunden bei mir oder auf Schleimhäute. Ansonsten.... der Alltag ist gleich wie bei einem Nichtinfizierten. An die Regel oben halte ich mich eh bei allen mir fremden Menschen - es gibt ja nicht nur HIV.
     
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