Ratlosigkeit macht sich breit...

Dieses Thema im Forum "Babbelecke" wurde erstellt von Ella, 15. Dezember 2020.

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  1. Ella

    Ella Mitglied

    Hallo liebes Forum,

    vor einiger Zeit hatte ich euch von einem Risikokontakt meines Bruders geschildert. Eine kurze Rückblende:

    Es ging um ungeschützten AV und GV mit einer Dame aus dem Gewerbe. Beide entschlossen sich dazu kein Kondom zu verwenden.

    Netterweise habt ihr mir hierzu Informationen zu einer eventuellen PEP Einnahme gegeben.

    Mein Bruder verdrängte im Nachgang den RK und entschloss sich gegen eine PEP Behandlung. Ebenfalls wollte er nicht die Beratungsstelle Casablanca aufsuchen. Welche mir netterweise hier empfohlen wurde. Selbstverständlich hätte ich meinen Bruder in die Klinik bzw. zur Beratungsstelle begleitet. Er wollte die 6 Wochenfrist abwarten, um dann im Anschluß einenHIV - Test zu machen. Auch daran hätte ich ihn sicherlich nach 6 Wochen erinnern müssen. Soviel erstmal dazu.

    Heute berichtete mir mein Bruder erneut von einem RK mit der selbigen Dame. Ein weiteres Mal kam es hierbei zum ungeschützten GV, kein AV. Nun liegt mir mein Bruder erneut in den Ohren mit seiner Angst sich dabei mit dem HIV Virus infiziert haben zu können. Wobei der Dame ebenfalls der HIV Status meines Bruders unbekannt ist.

    Mein Bruder ist depressiv. Ich hatte bereits erwähnt, dass er Antidepressiva nimmt. Durch seine Drogenvergangenheit leidet er unter einer erektilen Dysfunktion. Die nach Angabe seines Arztes in 3-4 Jahren in eine Impotenz umschlagen kann. Dadurch hat er eine Sexsucht entwickelt. Der Verstand setzt dann beim GV aus. Und er bringt sich wiederholt in solch eine Situation.

    In seiner Verzweiflung hat mein Bruder die Dame unter einem anderen Namen angeschrieben. Und sie dann gefragt, ob diese beim GV auf das Kondom verzichten würde?? Sie hatte geantwortet, das sei kein Problem. Der Preis würde sich hierbei allerdings verdoppeln. Beim 2. ungeschützten GV habe sie ihm vorher versichert keinen ungeschützen GV mit Kunden zu haben.

    Wie ihr euch sicher vorstellen könnt ist mein Bruder nun komplett panisch unterwegs. Ich bin als Schwester selbst überfordert und ratlos. Wie soll ich ihm hierbei noch helfen?? Eine PEP kommt doch nun erst recht nicht mehr infrage. Da zwischen dem 1. und 2. GV nur wenige Wochen zurückliegen. Ich habe ihm zu einer HIVPCR Untersuchung nach 2 Wochen des RK geraten.

    Er gelobt ständig Besserung, aber bringt sich erneut in die gleiche Situation. Ob es zu einem weiteren RK kommt kann ich dabei nicht einmal ausschließen.

    Ich bin einfach nur ratlos und würde mich freuen, wenn ihr mir ein weiteres Mal eure Meinungen hierzu schreibt.

    LG
    Ella
     
  2. Ella

    Ella Mitglied

    Ich habe das Thema unter der Rubrik "Babbelecke" verfasst. Da ich die gleiche Thematik bereits beim ersten Mal unter der RubrikHIV Test verfasst habe.

    Wenn ich hierbei einen Fehler gemacht habe, entschuldige ich mich dafür. Wäre dann einer der Moderatoren so freundlich den Text in die richtige Rubrik zu verschieben?

    Ich bedanke mich im Voraus dafür!
     
  3. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Lass ihn machen... er ist alt genug um selbst zu entscheiden welche Risiken er eingehen will und welche nicht. EinePCR bringt nicht viel... sie ist keinHIV-Ausschlusstest, müsste auf HIV1 und 2 gemacht werden und.... soll er nach jedem Risiko erneut einePCR machen? ProPCR geht es an die 100 Euro aufwärts meines Wissens.

    Wie gesagt.... zieh Dich zurück und hör ihm zu wenn er reden will. Sag ihm aber deutlich, dass er die Konsequenzen für sein Handeln selbst tragen muss.
     
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  4. LottchenSchlenkerbein

    LottchenSchlenkerbein Poweruser Poweruser

    Nach wie vor weiß ich nicht, was ich von dieser ganzen Sache hier halten soll, und mehr und mehr kommt mir das spanisch vor.
    Aber - gehen wir einfach davon aus, dass die Geschichte stimmt.

    Gar nicht... er ist alt genug, er ist weder entmündigt noch geistig behindert. Er ist für sein eigenes Handeln vollumfänglich verantwortlich und somit muss er mit den Konsequenzen auch selber fertig werden.
    Du bist co-abhängig. Er ist Deine Familie, Du liebst ihn... das ist menschlich.

    ABER - Du kannst ihm nicht helfen. Und solange Du für ihn die Kastanien aus dem Feuer holst, wird sich nichts an Eurer Situation ändern.
    Du reibst Dich auf, und er muss seine Comfortzone nicht verlassen.

    Entweder holt er sich professionelle Hilfe, oder er geht vor die Hunde, irgendwann. Weil Dein Bruder nicht ein Problem alleine hat - sein ganzes Leben ist ein Problem. Drogenabhängigkeit (jetzt oder vergangen ist irrelevant), hochriskantes Sexualverhalten, Depressionen... alleine ist das nicht zu bewältigen. Und Du bist viel zu nah dran und viel zu emotional, als dass Du ihm wirklich helfen kannst.

    Ich weiß, klingt brutal und Du willst das alles ganz gewiß nicht hören. Aber die Wahrheit ist selten sanft. Dein Bruder hat Probleme, die in professionelle Hände gehören. Du solltest ihm das verständlich machen, wenn es sein muss, stell ihm ein Ultimatum. Natürlich kannst Du ihm helfen, sich Hilfe zu suchen.. der erste Schritt muss aber von ihm kommen. Solange er jedoch keinerlei Konsequenzen spürt, wird er sein Verhalten nicht ändern.
     
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  5. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Auch wenn es Dir als Schwester schwer fällt, das so zu sehen: Aber ihm ist nicht zu helfen, da er sich von Dir nicht helfen lassen will. Mit jeder weiteren Hilfe entmündigst Du ihn weiter … und mit jeder weiteren Entmündigung wird er sich wieder in Gefahr begeben. Du bist raus, weil Du weder die Kapazität, noch die Kompetenz – und vor allem nicht die Distanz hast, ihm zu helfen.
     
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  6. Ella

    Ella Mitglied

    Die Situation habe ich tatsächlich so geschildert wie sie sich zugetragen hat. Was hätte ich auch davon die Unwahrheit zu erzählen. Ich wünschte dem wäre nicht so. Seine Drogenvergangenheit liegt hinter ihm.
    Ich habe die Situation tatsächlich so geschildert wie sie sich zugetragen hat. Was hätte ich davon die Unwahrheit zu erzählen? Ich wünschte, dass alles wäre erst gar nicht passiert. Seine Drogenvergangenheit hat mein Bruder längst hinter sich gelassen. Leider haben die Drogen sein Nervensystem beschädigt. Dadurch ist mein Bruder in eine Depression verfallen. Da er mit der ständigen Angst lebt in wenigen Jahren impotent zu sein. Mein Bruder ist tatsächlich geistig etwas zurück. Das bedeutet, dass er länger braucht um Zusammenhänge zu erkennen. Aber sicherlich weiß was er tut, bzw. wenn er vom Kopf her wieder bei Verstand ist. In Therapie war er bereits. Aber das habe ihm nicht weitergeholfen. "

    Ja, tatsächlich bin ich als Schwester mit der Situation meines Bruders überfordert. Meine Eltern haben mir bereits in Kindertagen aufgetragen meinen Bruder zu beaufsichtigen während sie arbeiteten. Das habe ich bis heute beibehalten, sodass ich nur schwer loslassen kann.

    Ich weiß, dass er auch diesen RK wieder verdrängen wird. Und nach wenigen Wochen wird er mit dem gleichen Problem wieder auf mich zu kommen. Die Spirale dreht sich immer in die gleiche Richtung.

    Ich habe die Angst irgendwann hier schreiben zu müssen, mein Bruder seiHIV pos. getestet. Und mir dann im Nachhinein dafür die Schuld zu geben. Da ich evtl. doch hätte mehr für ihn tun können!?

    Ich sehe es ja ein, dass der Weg meiner Hilfestellung gegenüber meines Bruders langsam zu Ende geht. Puh, loslassen ist angesagt.

    Ich danke dir sehr für deine ausführliche Meinung hierzu!

    LG
    Ella
     
  7. Ella

    Ella Mitglied

    Ich werde auch deinen Ratschlag hierzu beherzigen.

    Vielen Dank für deine Meinung!

    LG
    Ella
     
  8. Ella

    Ella Mitglied

    Ja, du bringst es ohne wenn und aber auf den Punkt. "Entmündigen", von der Seite habe ich es noch gar nicht betrachtet. Das gibt mir zu denken. Aber so gesehen hilft es mir hoffentlich dabei endgültig von meinem Bruder zu lassen.

    Vielen Dank auch für deine Meinung hierzu.

    Lg
    Ella
     
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