Primäre HIV-Symptome - Eure Erfahrung

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von peterw_1980, 23. Mai 2011.

Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. peterw_1980

    peterw_1980 Neues Mitglied

    Da immer wieder nach den primären Symptomen gefragt wird und es auch in der Literatur recht viel unterschiedliche Meinungen hierzu gibt, wäre es vielleicht einfach mal interessant, wenn betroffeneHIV-Infizierte ihre eigenen Erfahrungen bzgl. Primärinfektion schreiben würden. Mich würde einfach interessieren, ob das mit der Literatur annähernd übereinstimmt oder ob das wirklich alles recht unspezifisch ist.

    Wäre Euch verbunden, wenn Ihr angebt
    - ob Ihr primäre Symptome hattet
    - welche
    - und wie lange es von Exposition bis zu den Primärsymptomen gedauert hat

    Falls der Infektionszeitpunkt unbekannt ist und auch nicht mehr nachvollzogen kann, dann wäre dies auch interessant.
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Es wird etwa so viele unterschiedliche Meinungen geben, wie es Infizierte gibt. Da es keine direkt zurechenbare Symptome gibt, wird jeder eine unterschiedliche Wahrnehmung haben.

    Tatsache ist, dass alle beschriebenen Begleiterscheinungen (ich vermeide bewusst den Begriff »Symptome«) erst nachträglich erinnert wurden und definitiv nicht nachzuweisen ist, ob sie tatsächlich mit der Infektion zu tun hatten. Das ist vergleichbar mit der Rekonstruktion eines Autounfalls und der Befragung von Zeugen. Man wird sich an ein rotes Auto erinnern - aber keiner weiß mit Bestimmtheit. ob dieses Auto überhaupt etwas mit dem Unfall zu tun hatte.

    Diese inhaltlich falsche »Symptomdefinition« sorgt mit dafür, dassHIV nach wie vor ein falsches Bild hat. Man merkt das z.B. an den panischen Postings hier im Forum, an die Aufzählung vermeintlicher »Symptome« und an der Nichtbeachtung negativer Testergebnisse. Eine rationale Betrachtungsweise würde in den meisten Fällen bedeuten, dass HIV schon von vorneherein ausgeschlossen werden kann.

    Was den wenigsten klar ist: Es gibt sehr viel mehr gefährliche und tödlich verlaufende Krankheiten und Infektionen als HIV. Komischerweise hat davor aber keiner Angst ...

    Ich z.B. hatte keinerlei Begleiterscheinungen, sondern habe 1994 aus »Daffke« einen Test machen lassen. Mir ging es damals einfach nicht gut, so wie das schon oftmals vorher war - also nichts Außergewöhnliches. Mit dem Testergebnis in der Hand habe ich dann mal zurückgerechnet und vermute mit sehr großer Wahrscheinlichkeit den Zeitpunkt der Infektion 1992.
     
  3. peterw_1980

    peterw_1980 Neues Mitglied

    Der letzte Abschnitt von Dir beinhaltete letztlich das, was ich gefragt hatte. Also erstmals Danke.

    Zu der Sache mit den Symptomen: Es ist durchaus in der medizinischen Fachwelt verbreitet, bei bestimmten Symptomen auchHIV in die Differentialdiagnose einzuschließen, besonders dann, wenn der Arzt/Patient meint, er wäre kürzlich einem Risiko ausgesetzt gewesen. Man will sogar das Bewusstsein für Symptome schärfen, weil man hierdurch die HIV-Dunkelziffer senken will. Angesprochen sind hierbei von den Ärzten allerdings nicht Leute, die nach einem (vermeintlichen) Risikontakt gleich nach Symptomen suchen - wie es häufig in diesem Forum ist - sondern eher jene, die nie HIV in Betracht ziehen, evtl. risikoreich leben und eines Tages irgendwann mal grippe- oder mononukleoseähnliche Symptome verspüren. Diese sollten dann zumindest dadurch auf den Gedanken HIV kommen, um sich testen zu lassen.

    Was den Krankheitsverlauf angeht. Du hast recht: es gibt unzählige gefährlichere Krankheiten und ich denke, jeder hat in seiner Verwandt- oder Bekanntschaft Leute, die an Krebs erkrankt sind bzw. daran (leidensvoll) gestorben sind. Statistisch gesehen wird jeder Dritte in diesem Forum wie in ganz Deutschland mal an Krebs sterben - und das ist meist kein schönes Sterben.
    Das Problematische an HIV ist jedoch eher das soziale Stigma, nicht die Krankheit selbst. Hat jemand Krebs, wird er nicht ausgesondert oder schief angeschaut. Bei HIV ist das leider oft etwas anders. Natürlich hängt das auch von der Umgebung ab, wo man sich befindet (Dorf - Stadt, Bildungsumfeld, etc.), aber grundsätzlich denke ich, ist das überall mehr oder weniger unterschwellig zu spüren und ich denke, das ist die größte Angst, die viele Menschen haben.

    Im Übrigen denke ich, wenn ich mich noch an meine Schulzeit zurückentsinne, dass bzgl. Aufklärung in den frühen 90ern massive Fehler gemacht worden sind. Es wurde zwar alles soweit fachlich mehr oder werniger korregt gesagt, aber auch die Lehrer/Pädagogen vermittelten das Gefühl, man müsse bei HIV höchst vorsichtig im Umgang mit den betreffenden Personen sein. Und das war nicht nur hinsichtlich Ansteckungsrisiko gemeint. Ich hatte das Gefühl, als müsste man gegenüber HIV-Infizierten übermäßig sensibel und vorsichtig sein, was man sagt, um die Personen nicht zu verletzen. Man drängte den Schülern förmlich auf, nicht auszugrenzen, anstatt Natürlichkeit zu vermitteln. Es gibt ja auch den Begriff der sog. "positiven Diskriminierung", d. h. man ist im Umgang mit betroffenen Personen eher nachgiebig als mit anderen, man versucht ihn besser als die anderen zu behandeln, u. ä.
    Und genau das vermittelten damals die Pädagogen. Die Reaktionen der Schüler waren diesbzgl. auch zweigeteilt: die einen meinten, man müsse HIV-Infizierten mehr Chancen geben, sie äußerst zuvorkommend behandeln (das sog. Gutmenschentum) und die anderen - die Minderheit - waren beim gegenteiligen Extrem und meinten, sie würde nie mit HIV-Positiven zu tun haben wollen. Diese ganzen Reaktionen waren also letztlich nichts anderes, als die besondere Herausstellung von HIV/AIDS gegenüber anderen Themen in der Schule, weswegen ich auch dafür plädiere, dieses Thema wie jedes andere im Lehrplan zu behandeln und auf Gefahren und den eigenen Schutz hinzuweisen. Ich muss ja auch keine umfangreiche Themenwoche bei der Feuerwehr haben, um zu lernen, dass ich bzgl. Brandgefährdung in Innenräumen auf bestimmte Dinge achten muss.

    Ich bin jetzt selber vom Thema abgekommen, aber das mal zu meiner Meinung bzgl. Deines Beitrages.
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich hatte mich etwas breiter zum Thema geäußert, weil ich schlicht Probleme mit der Fragestellung habe: (Pseudo-)Wissenschaftliche Ansätze sind in einem Forum wie diesem, wo Betroffene oder vermeintlich Betroffene Hilfe suchen, eher kontraproduktiv, weil sie mehr Verunsicherung erzeugen als sie Information in der Lage zu geben sind. Alleine ein Satz, der mit »Es ist durchaus in der medizinischen Fachwelt verbreitet« beginnt, ist - so inhaltlich richtig er auch sein mag - in diesem Forum nur wenig sinnvoll. Es ist ein Unterschied, ob ein Arzt eine Infektion wieHIV in das Diagnosepotential als eine Möglichkeit mit einschließt oder ob ein User - wie das hier oft der Fall ist - bei Schnupfen sofort und ausschließlich auf HIV schließt. Daher bewege ich mich lieber im Dunstkreis des Wissensstandes und der Fragen der überwiegenden Mehrzahl unserer User. Eine Diskussion wie die von Dir angestoßene würde ich zudem unter einer anderen Rubrik einstellen und nicht unter »Infektion«, wo sie - wie oben gesagt - eher Verunsicherung erzeugt.

    Du musst Dir nur mal die Reaktionen auf die Frist, ab der einHIV-Test sinnvoll ist, ansehen: Da wird um Tage gefeilscht, weil man nicht schnell genug ein Ergebnis bekommen kann, bekommt aber Panik, wenn es heißt, »Nein, sechs Wochen reichen nicht.« Wir hatten auch schon den Fall, wo sich eine Phobie wegen eines Tages wenige als zwölf Wochen zu entwickeln drohte. Diese Ängste - obwohl sie irrational sind - muss man ernst nehmen. Man darf sie in diesem Umfeld nicht noch befeuern.

    Das soziale Stigma ist eine direkte Folge von Unkenntnis. Man kann nicht erwarten, dass die Stigmatisierung einer Krankheit oder der Infizierten durch die Allgemeinheit aufhört, wenn man eben dieser Allgemeinheit Informationen vorenthält - oder (nicht auf Dich bezogen) mittlerweile längst überholte Vorurteile wie Risikogruppen etc. weitergibt. Diese Informationen müssen aber vorne anfangen und nicht irgendwo mittendrin. Ich erlebe auf meinen Lesungen und Vorträgen in Schulen immer wieder ungläubiges Staunen, dass man seit fast 20 Jahren positiv sein kann und immer noch gut drauf - und vor allem lebensfroh. DAS ist eine Information, die dazu angetan ist, die Stigmatisierung von unten her auszuhöhlen, um sie irgendwann einmal als erledigt erklären zu können.

    Übrigens sind allerdings auch - und jetzt werde ich etwas böse - viele Infizierte selbst schuld: Wer sich per se und von vorneherein als Opfer einer Stigmatisierung fühlt, wird sie auch erleben. Das ist eine klassische »self-fulfilling prophecy«. Wenn schon Kranke nicht »normal« mit ihrer Krankheit umgehen - warum sollten das dann die Gesunden tun? Wie viele Kranke (egal, welcher Art) nehmen denn ihre Krankheit zum Anlass, ihre Erwartungshaltung an die Gesellschaft drastisch zu erhöhen, weil sie doch »so arme Schweine« sind?

    In der Tat ist Krebs Schicksal und HIV selbst verursacht - zumindest in der Denke (zu) vieler Leute. Aber wenn ich ehrlich bin, bin ich froh, »nur« positiv zu sein und nicht an Krebs erkrankt. Wie oft lese ich hier »Wenn das Ergebnis des HIV-Tests positiv ist, ist für mich das Leben vorbei!« - ein typisches Merkmal fehlender Aufklärung.

    Wer sich intensiver mit dem Thema jenseits der bangen Frage »habe ich mich infiziert?« befasst, kommt über kurz oder lang natürlich auch auf andere Diskussionen, Ansätze oder Meinungen, die aber allesamt z Zt noch medizintheoretisch sind. Ich stehe durch meine berufliche Arbeit eng mit der DAGNÄ (Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter) und der DAHKA (Deutsche Arbeitsgemeinschaft HIV-kompetenter Apotheken) in Verbindung und kenne alle diese Positionen sehr genau. Gerade deswegen weiß ich auch, dass es für bestimmte Informationen bzw. zur richtigen Einsortierung bestimmter Informationen ein gerüttelt' Maß an Vorkenntnis benötigt, über das die Mehrzahl der User hier nicht verfügt bzw. nicht verfügen kann.

    Positive Menschen - zuweilen auch ich - setzen manchmal zu viel Wissen über ihre Krankheit voraus und sind dann sauer, wenn der Gegenüber dieses Wissen nicht hat. Aber auf die Idee, mal bei »Adam und Eva« anzufangen, um die Wissenslücken zu schließen, kommen leider die Wenigsten ...
     
  5. peterw_1980

    peterw_1980 Neues Mitglied

    Vielleicht sollten wir den Thread tatsächlich in den anderen Bereich verschieben.

    Ich finde es aber schade, solche Diskussionen nicht mehr führen zu dürfen, weil manche User es missverstehen könnten. Ich meine, Symptome sind nun mal auch in der Fachliteratur und zu Hauf im Internet nachzulesen und wer sich leicht verunsichern lässt, der ist auch verunsichert, wenn er noch nichts über Symptome gelesen hat. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Und das angeführte Beispiel eines Users, dass er nach 12 Wochen minus 1 Tag das Ergebnis anzweifelt, tja, was willst dagegen noch sagen? Da hilft Diskutieren genauso viel wie Nichtdiskutieren.

    Selbsterfüllende Prophezeiung, ja, das mag sein, aber trotzdem: ich könnte aus meinem Bekanntenkreis einige Leute aufzählen, die hinterher "komisch" reagieren würden, wenn sie von einer Infektion bei mir erfahren würden, unabhängig von meinem Verhalten. Es ist natürlich immer leicht gesagt, Menschen, die einem wegen sowas nicht mehr akzeptieren, seien es nicht wert, Freunde zu sein, aber trotzdem brauchen wir uns nichts vormachen:HIV stigmatisiert. Man ist eingeschränkt, einen Partner zu finden und ich hätte als Positiver auch Angst, einen Partner, der mir sehr am Herzen liegt, anzustecken - safer sex hin oder her.

    Du hast Dich mit Deiner Infektion offenbar sehr gut arrangiert. Dass Du gesund bist, widerlegt das, was ich in den ersten 90ern in der Schule gelernt habe: nach ca. 10 Jahren HIV sei man tot. Und genau das ist noch in vielen Köpfen. Ich denke, fast alle, die sich heute in Deutschland mit HIV infizieren, werden genauso alt wie der Rest auch, aber man steckt natürlich auch in dem Dilemma, die Krankheit nicht verharmlosen zu wollen, um nicht einen leichtfertigen Umgang aufkommen zu lassen.

    Im Übrigen: rational können die wenigsten denken. Da könnte ich auch das Beispiel der Flugangst nennen. An einem Autounfall zu sterben ist viel wahrscheinlicher als an einem Flugzeugabsturz, und trotzdem hat keiner Angst, Auto zu fahren, während Flugangst bzw. ein flaues Gefühl sehr verbreitet ist (ich leide als Vielflieger auch ein wenig darunter). Man kann seine Gefühle nicht abstellen. Wir sind nun mal überwiegend emotional denkende Menschen. Aufklärerisches, rationales Denken ist meist nur dann möglich, wenn man über andere urteilt. Bei einem selbst hört es meist auf.

    Tja, ich denke, wir haben mit dieser Diskussion den Thread schon fast erstickt, aber vielleicht wäre es trotzdem interessant, wenn noch einige Infizierte schreiben würden. Evtl. können dann sogar an solchen Erfahrungsberichten andere User erkennen, dass HIV höchst unspezifisch verlaufen kann.

    Tja, sollte ich in einigen Wochen positiv getestet werden - hatte ein gewisses Risiko - dann werde ich auch mit meinen kleinen, verschiedenen Symptömchen, die ich in letzter Zeit hatte und nicht ganz so zum typischen Bild passen, hierzu beitragen...
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das war damals auch noch so ... Medis gibt es erst seit Mitte der 90er ...

    Übrigens: Natürlich können und dürfen wir eine solche Diskussion führen - aber eher in einem anderen Unterforum.
     
  7. Aymaraa

    Aymaraa Bewährtes Mitglied

    Auch wenn ich eure Diskussion viel interessanter und lehrreicher finde, will ich doch mal wie gewünscht auf die ursprüngliche Fragestellung eingehen:

    Ich selber bin negativ, mein Partner seit ca 1 1/2 Jahren positiv. Bei ihm trat als einziges "Symptom" recht hohes Fieber (um 39°C) etwa 3 Wochen nach RK auf, welches ca 5 Wochen anhielt. Begleitet von leichter Müdigkeit, bedingt durch die Auseinandersetzung mit dem Virus.

    Ansonsten keine weiteren Beschwerden.
     
  8. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    So... und nun verschiebe ich auch noch den richtigen Faden.....

    Mit Verschieben ist nicht mal so einfach.....der Babbelbereich hat nichts mitHIV zu tun. "Leben mit HIV" vielleicht....geht ja um Menschen die HIV pos. getestet wurden. Ich denke, ich mach es mal da rein.
     
  9. BrokenInside

    BrokenInside Neues Mitglied

    Meine Symptome sind chronische Lymphknotenschwellung am Hals, der Leiste und unter den Achseln die nichtmehr (vielleicht wenn ich unter Therapie bin) weggehen.
    Ansonsten hab ich Nachtschweiß und manchmal Fieberschübe
     
  10. Alex-Facharbeit

    Alex-Facharbeit Bewährtes Mitglied

    Siehst du da, genau was BrokenInside schreibt, habe ich seit dem 06. Februar 2009 auch (und noch einiges mehr), sehr stark angefangen und seitdem mal mehr, mal weniger. Heute zum Beispiel hat mir der Gurt mal wieder stärker am Hals gedrückt. Nur ich WEISS (viel zu spät, erst seit diesem Monat), dass es KEINHIV sein kann. Der Arzt vermutet eine Zwangs- und Angststörung, und ich wäre froh wenn es bei F-Diagnoseschlüsseln bleibt. :D
     
  11. peterw_1980

    peterw_1980 Neues Mitglied

    Nun, bei Dir wurde kein HIV nachgewiesen. Wir reden hier über Primärsymptome, falls aufgetreten, bei nachweislich HIV-Infizierten.
     
Die Seite wird geladen...
Status des Themas:
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  1. Unser HIV Forum nutzt Cookies. Details zur Nutzung von Cookies auf unseren Seiten findest Du hier und unter "Weitere Informationen":

    Information ausblenden