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Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von littlecrazyboy, 20. November 2011.

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  1. littlecrazyboy

    littlecrazyboy Neues Mitglied

    Ich weiß nicht, ob man hier nur Fragen posten kann, deshalb trau ich mich einfach mal und schreib hier sowas wie einen längeren Tagebuch-Eintrag rein. Ich musste es mir einfach mal von der Seele schreiben, da es mich enorm beschäftigt. Wer meint, es störe hier absolut und passe gar nicht hierher, kann ihn ja wieder löschen:

    HIV-Tagebuch

    HIV-Risikokontakt: Montag, 03.10.2011
    Auftretende Symptome seither, die mich eine HIV-Infektion vermuten lassen:
    lang anhaltende Müdigkeit / Abgeschlagenheit, Trägheit
    angeschwollener Lymphknoten auf der rechten unteren Halsseite
    entzündete Mandeln auf der linken Seite (mittlerweile abgeklungen)
    kaum Apettitgefühl
    Gewichtsverlust von ca 3,0 kg, Probleme mit Gewichtszunahme wegen Punkt 3
    vereinzelt Gelenkschmerzen in Nacken und Schultern
    Krankheitgefühl in den ersten Wochen
    Nachtschweiss, aber eher selten und meist verbunden mit sehr lebhaften Träumen
    Sämtliche oben aufgezählten Symptome könnten womöglich Rückstände einer Magen-Darm-Infektion sein, die ich mir fast zeitgleich zugezogen habe (erstes Bemerken am Freitag, 07.10.2011) und die mittlerweile mittels stationärer Behandlung im KKH Rottweil abgeklungen ist.

    Besonderheiten hierbei sind,...
    dass sich der Lymphknoten am Hals zeigte und seitdem nicht wieder abgeschwollen ist. Anschwellen des Lymphknotens ohne ersichtlichen Grund. Erstes Bemerken am Montag, 17.10.2011.
    fast zeitgleich mit Entlassung aus KKH am Donnerstag, 20.10.2011 traten Symptome wie Krankheitsgefühl, langanhaltende Müdigkeit, Depressionen auf. Letzteres sowie das fehlende Apettitgefühl müssen nicht zwangsweise als HIV-Symptome gesehen werden, da sie auch aufgrund der seelischen Belastung, die durch die Angst vor einer möglichen HIV-Infektion einhergeht, hervorgerufen werden könnten. Der Gewichtsverlust von über 3,0 kg könnte dem stationären KKH-Aufenthalt einerseits (kaum Nahrungsaufnahme aufgrund von druchgeführter Magenspiegelung und CT-Untersuchungen), und von der Apettitlosigkeit durch die Depressionen andererseits herrühren. Vor meinem KKH-Aufenthalt betrug mein Körpergewicht ca 63 kg, aktuell (20.11.2011) sind es ca 59 kg.
    Sowohl Hausarzt als auch HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) vermuteten zuallererst Rückstände bzw. Nachwirkungen der o.g. Magendarminfluenz. Nach deren Abklingen durch Behandlung von Antibiotika und Salben enstand der recht schnell der Verdacht des Pfeiferschen Drüsenfiebers / Epstein-Barr-Virus (EBV). Dieser Verdacht konnte anhand von Blutunterschungen und deren negativer Ergebnisse widerlegt werden. Nach weiteren Untersuchungen wurden zwar noch immer Krankheitsbeschwerden meinerseits in Form der oben genannten Symptome festgestellt, jedoch konnte keine konkrete Ursache dafür festgelegt werden. Unter Einnahme von Antibiotika und Schmerzmitteln zur "Bekämpfung" der Halsschmerzen z.B. wurde nur zu Ruhe und möglichst wenig Betätigung geraten. Innerhalb von wenigen Wochen sollte der "Infekt" von selbst abklingen. Warten lautet die Devise!

    Wieviel davon tatsächlich als "Symptome" angesehen werden kann und was davon eher eingebildet ist, lässt sich von meiner Seite aus schwer feststellen. Zu sagen wäre an dieser Stelle nur noch, dass ich ähnliches bereits vergangenes Frühjahr schon einmal durchlebt habe. Damals hatte ich einen HIV-Risikokontak am Sonntag, 18.02.2011. Bereits in der Woche darauf zeigten sich einige körperliche Beschwerden von fehlendem Apettitgefühl bis hin zu einem totalen Kollaps in Form eines Nervenzusammenbruchs. Alles wohl herbeigeführt durch heftige Depressionen und Ängste und dem negativen Sichselbst-Zuredens, sich die Infektion tatsächlich zugezogen zu haben. Noch am Dienstag, 20.02.2011 ließ ich mir einen erstenHIV-Test machen, nichts ahnend, dass eine Infektion erst 10-12 Wochen nach der Ansteckung einwandfrei nachweisbar ist. Als mir der Arzt dies mit Erhalt des natürlich negativen Ergebnisses am Freitag, 23.02.2011 mitteilte, begann sich die anfängliche Erleichterung schnell wieder in erneute, noch heftigere Angst zu verwandeln.
    In dieser Zeit hatte ich mit einigen, scheinbaren Symptomen zu kämpfen, während ich mich parallel dazu über die Krankheit selbst informierte (und so z.B. herausfand, dass der Krankheitsverlauf in drei Phasen erfolgt und in einigen Fällen sogar ohne ersichtliche, einhergehende Symptome verlaufen kann). Dazu gehörten u.a. Gliederschmerzen im Nacken- und Schulterbereich, Apettitlosigkeit mit zusammenhängenden Gewichtsverlust, heftigen Depressionen zusammenhängend mit Alpträumen, Schlafproblemen, Schlaflosigkeit und gelegentlichen Nachtschweiß.
    Nach genau drei Monaten, nämlich am Dienstag, 17.05.2011 brachte ich den zweitenHIV-Test hinter mich und hielt bereits am Freitag, 20.05.2011 erneut ein negatives Test-Ergebnis in Händen. Angesichts dieser Geschichte sollte man meinen, ich hätte für die Zukunft daraus gelernt und mir durch wiederholtes Voraugenhalten der durchstandenen harten Tage und durchwachten Nächte die Lehre gezogen, künftig besser auf mein (Sexual-)Leben zu achten. Wie sich jetzt herausstellte, war ich also erneut zu leichtsinnig und finde mich nun erneut an diesem Punkt wieder, so schwere Depressionen und Ängste meinen Alltag bestimmen. Ob es sich dabei wieder nur um Einbildung handelt, wird sich erst noch zeigen. Festlegen kann man natürlich gar nichts (auch, wenn ich z.B. anhand des geschwollenen Lymphknotens schon wieder das möglichst Schlimmste vermute und positives Zureden anderer nichts bringt).

    Erstmöglichster, aussagekräftigerHIV-Test: Dienstag, 03.01.2012
    Voraussichtliches Testergebnis: Samstag, 07.01.2012.
     
  2. Hoffnung2011

    Hoffnung2011 Mitglied

    Hi,

    Texte - ähnlich wie deiner - habe ich hier schon wirklich oft gelesen und ich kann dir eindringlich raten: Höre auf so tief in deinen Körper hineinzublicken!!! Das macht deine Seele krank und ist das erst mal der Fall, werden immer mehr "vermeintliche" Symptome auftreten, die aber nicht vom Virus herrühren sondern von deiner Psyche. Natürlich kann ich verstehen, dass du Angst hast und du auch gerne wissen möchtest, warum du dich so krank fühlst aber glaube mir, sich wegen dem Virus derartig verrückt zu machen, ist viel schlimmer als wenn man mit ihm lebt :)

    Liebe Grüße,
    Hoffnung
     
  3. beepop1

    beepop1 Bewährtes Mitglied

    Hallo little crazyboy,

    ich denke Hoffnung 2011 hat recht. Im voraus sich verrückt zu machen, bringt Dir nichts. Vorallem hast Du es ja schon einmal erlebt und es ging für Dich gut aus.
    Wie gesagt, aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut, wie viele andere hier, was eine Psyche auch ausmachen kann. Ich rate Dir, geniéße die bevorstehende Weinachtszeit die jetzt kommt, geh auf die Weihnachtsmärkte in der Region (sind dort ja sehr schön) und warte den Januar ab. Alles andere bringt nix. Bist Du Dir auch sicher, das Dein Kontakt ein Risikokontakt war? Frag Ihn doch, wenn das geht.

    Gruß

    beepop1
     
  4. littlecrazyboy

    littlecrazyboy Neues Mitglied

    Danke für eure mutmachenden Antworten!

    Meinen "Risikokontakt fragen" kann ich leider nicht, da ich im Moment leider nicht weiß, wo "dieser" sich befindet. Es war eine einmalige Sache, Hals über Kopf, wenn man denn so will - gerade deswegen bereue ich diese Dummheit auch so. Wäre es innerhalb einer Beziehung gewesen, wäre es wahrscheinlich nochmal was anderes. Aber dahingestellt, schließlich ist es jetzt schon passiert und niemand anderes ausser mir hat Schuld daran...

    ich muss leider zugeben, dass es ungeschützter Analverkehr mit einem mir unbekannten Typen war (bin bi). Was mich damals dazu geritten hat, keine Ahnung :(
    ich kann mich nur absolut nicht mehr daran erinnern, ob er "in mir gekommen" ist, oder nicht. Jedenfalls war es ungeschützt und darin liegt das Problem.

    Heute habe ich festgestellt, dass wohl auch noch der Lymphknoten auf der linken Halsseite im Begriff ist, anzuschwellen. Ausserdem sind dort in der Nähe kleine Pünktchen, die wie Mitesser aussehen, aber keine sind und die ich nicht zweifelsfrei einordnen kann. Das alles macht mich ziemlich nervös, sodass ich diese Woche sicher noch die naheliegendste AIDS-Beratungsstelle aufsuchen werde. So kann es jedenfalls nicht weitergehen...
     
  5. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ungeschützter Analverkehr ist sicherlich ein Risikokontakt ... aber der Umkehrschluss, dass jeder Risikokontakt automatisch eine Infektion nach sich zieht, ist schlichtweg falsch. Es soll nämlich noch ein paar Negative geben - auch unter Schwulen (*ironie aus*)

    Es ist gut, dass Du Dir Gedanken machst, aber falsch, dass Du panisch reagierst, vor allem, weil Du diese Situation schon kennst.

    Und noch ein Tipp: Wer immer seine Lymphknoten betastet, um zu gucken, ob sie anschwellen, sorgt selbst dafür, dass sie anschwellen.
     
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