Infiziert: Ja oder nein?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von Mr. Spuck, 13. Oktober 2011.

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  1. Mr. Spuck

    Mr. Spuck Neues Mitglied

    Für alle die sich quälend Fragen ob sie sich vielleicht infiziert haben oder nicht, hier meine Geschichte.
    Ich bin hetero, und hatte vor vielen Jahren einen RK mit einer Dame die ich zwar ein wenig kannte aber eben nicht gut genug.
    Ich hatte nach dem Kontakt keine der sogenanntenHIV Symptome und mir ging es bisher immer gut. Der sexuelle Kontakt mit dieser Dame (ungeschützter Verkehr, gegenseitige orale Stimmulierung) war der einzige RK den ich bislang hatte.
    Anfang 2011 bekam ich plötzlich juckende Pickel und kleine Quaddeln an Oberarmen und Oberkörper, ich dachte zunächst an eine Allergie u.ä. So ging ich also zu mehreren Hautärzten aber keiner hatte eine Erklärung für die Ursache, ich bekam Cremes, Antiallergika usw. nichts half, der Aussschlag blieb. Hinzu bekam ich in dieser Zeit 3 mal eine Gehörgangsentzündung, sowie eine Ohrspeicheldrüsenentzündung. Als ich dann Anfang Okt. 2011 mal wieder beim Hautarzt war verschrieb er mir eine neue Creme und ein neues Antiallergikum, dabei machte er die "blöde Aussage." Wenn das jetzt auch nicht hilft müssen wir mal nach einem Immundefekt schauen." Das war für mich der Knackpunkt denn genau da viel mir der RK von damals ein. Ich dachte ich habe mich vielleicht infiziert ohne Symptome oder ohne diese zu bemerken.
    Der RK war mein erster großer Fehler, nun nach der Aussage des Hautarztes machte ich den zweiten großen Fehler. ICH GOOGELTE was das Zeug hielt nach HIV und AIDS Symptomen. Ich googelte im Zusammenhang von HIV und Ohrspeicheldrüsenentzündung/Gehörgangsentzündung/Hautausschläge, ich goggelte das ganze Wochenende. Am Sonntagabend war ich mir zu 99% sicher mich infiziert zu haben, bei diesem einen RK.
    Ich bin also am Montagmorgen direkt zu meinem Internisten gefahren habe ihm davon erzählt, er hat sich alles angehört sich meine Hautveränderungen angesehen, und gesagt das sehe alles nicht nach einer HIV Infektion aus. Aber das hat mich nicht wirklich beruhigt, also Blut abnehmen undHIV Test machen lassen.
    Heute erhielt ich das Ergebnis: NEGATIV
    Ich hatte aber ein höllisches Wochenende durch meine googelei und vier höllische Tage des wartens auf das Testergebnis.

    Diese Geschichte soll euch folgendes sagen:
    Vermeidet meinen ersten Fehler, lasst euch nicht auf einen Risikokontakt ein, auch nicht "NUR EINMAL."
    Wenn ihr schon einen RK hattet und glaubt ihr habt euch infiziert "GOOGELT NICHT "GEHT ZUM ARZT ODER GESUNDHEITSAMT UND LASST EUCH TESTEN."

    NUR EIN TEST GIBT EUCH ABSOLUTE SICHERHEIT

    MR. SPUCK 100% Negativ
     
  2. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Danke für Deine Geschichte!
     
  3. beepop1

    beepop1 Bewährtes Mitglied

    Hallo Mr. Spuck,

    So right, so right.

    Gruß

    beepop1
     
  4. Ph

    Ph Neues Mitglied

    Hallo Mr. Spuck,
    in deiner Geschichte liegt Hoffnung, wer sich allerdings mit diesem Forum beschäftigt hat deinen ersten Fehler oder einen anderen häufig schon gemacht.
    Was mich beschäftigt ist, wenn es nach dem Test dunkel wird und eben kein Licht am Ende des Tunnels ist.

    Gruß Phönix
     
  5. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Natürlich ist Licht am Ende des Tunnels - aber man sieht es in dem ersten Schreck nicht. Das Grundproblem besteht, wenn ein positives Testergebnis überraschend kommt - in Fragen wie »Wieso denn ich?«. Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, überhaupt an einer Krankheit zu leiden - vor allem an einer, an deren Verhütung man selbst aktiv sein kann. Und wenn es dann passiert, ist der Blick eher hilflos zurückgerichtet (warum?), anstatt nach vorne zu schauen (»jetzt erst recht!«) und aktiv Hilfe und Unterstützung zu suchen.

    Unter Schwulen z.B. als einer der betroffenen Gruppen, ist die Beschäftigung mit dem Thema deutlich stärker, weil man mehr oder weniger oft und direkt damit konfrontiert wird. Selbst, wenn man als Schwuler überraschend das Testergebnis erhält, gibt es zumindest ein funktionsfähiges Netzwerk.

    Wichtig ist die frühe Aufklärung überHIV als eine von etlichen unheilbaren Krankheit und - vor allem - die jeweilige Aktualisierung. Viel zu viele Leute stehen heute noch auf dem Wissensstand der Mitte 90er, als die medikamentöse Therapie gerade erst in den Kinderschuhen steckte. Heute z.B. verhilft Dir die Therapie dazu, dass Du unter bestimmten - mit etwas Selbstdiziplin recht leicht zu erreichenden - Voraussetzungen als nicht mehr infektiös giltst!

    Solange HIV - solange man selbst direkt oder indirekt nicht davon betroffen ist - immer nur als die »Krankheit der Anderen« angesehen wird, solange wird das eigene Testergebnis ins Dunkle führen. Und wenn man mit Gewalt versucht, die Krankheit, die man auch mit Gewalt nicht mehr abschütteln kann, als »Feind« zu sehen, wird es noch dunkler. Aussprechen - annehmen - als Teil des Ichs begreifen ... anders wird man keinen »entspannten« Umgang mit welcher Krankheit auch immer bekommen ... und anders ist der Weg zum »Licht« auch verdammt schwer.


    P.S.: Liebe Admin, liebe Mods: Der Punkt von Phönix wäre eigentlich einen eigenen Thread wert. »Warum fällt man in ein Nichts« oder so. Ich denke, dass sich viele diese Frage stellen.
     
  6. Mr. Spuck

    Mr. Spuck Neues Mitglied

    Hallo Phönix,
    ich bin mal wieder hier um zu sehen was aus meinem Thread geworden ist, dabei las ich dein Statement.
    Ja, du hast wahrscheinlich recht, sehr viele die in diesem Forum stöbern haben wahrscheinlich meinen ersten oder ähnlichen Fehler bereits begangen, nichts desto trotz bewahrt es sie vielleicht davor den zweiten Fehler zu begehen. Besser als im Netz über Suchmaschinen nach Symptomen zu suchen, einfach zum Arzt des Vertrauens oder zum Gesundheitsamt gehen und sich testen lassen.
    Was deine Sorge betrifft, dass es nach dem Test (positiv) dunkel wird und eben kein Licht am Ende des Tunnels ist.
    So möchte ich dir hier sagen welche Gedanken mir durch den Kopf gegangen sind, als ich glaubte ich sei positiv und was ich aus diesen Gedanken in mein Leben alsHIV-negativer mitgenommen habe.
    Ich hatte nie den Gedanken dass bei einem positiven Ergebnis mein Leben vorbei ist, denn zum Glück gibt es gute Medikamente und HIV hat den Schrecken des Todes zu einem großen teil verloren. Mir war aber auch klar das sich bei einer positiven Diagnose mein Leben schon verändern würde, dass machte mir ein wenig Angst. Da stellen sich für jeden viele ähnliche Fragen, z.B. wie gehe ich als HIV-positiver mit meiner Krankheit um, gehe ich offen damit um und das Risiko ein Freunde zu verlieren oder versuche ich ein Doppelleben zu führen und meine Erkrankung für mich zu behalten. Letzteres wäre für mich nichts gewesen, denn ich bin für mich zu der Erkenntnis gekommen, nur ein offener Umgang mit dieser Krankheit kann helfen andere davor zu bewahren. (An dieser Stelle Hut ab vor allen, die mit ihrer Krankheit offen umgehen und sogar den Schritt wagen dies in Büchern zu publizieren, so wie Matthias oder Andy).
    Ich gebe gerne zu das ich mich bis zu meinem Verdacht dass ich mich infiziert haben könnte nur selten und wenig mit dem Thema HIV auseinander gesetzt habe. Dennoch wurde mir durch das kurze aber intensive auseinandersetzen mit dieser Krankheit klar, dass ich nicht nur eine Verantwortung mir gegenüber, sondern auch meinen Mitmenschen gegenüber habe. Und zwar nicht nur als HIV positive sondern auch als HIV negative Person. So habe ich mich entschieden auch als HIV negativer Mensch das zu tun was ich auch als HIV positiver getan hätte.
    Ich engagiere mich mittlerweile ehrenamtlich im Bereich der Prävention bei der AIDS-Hilfe in unserer Stadt.
    Um auf das Licht zurück zu kommen, es gibt definitiv ein Licht am Ende des Tunnels, es ist wie mit anderen Schwierigkeiten oder schweren Krankheiten im Leben, es muss nur jeder seinen eigenen Weg finden zu diesem Licht zu gelangen. Aber als erstes, muss wohl auf jeden Fall der Wille und die Bereitschaft vorhanden sein, auf dieses Licht zuzugehen.
    Was ich in meinem Engement für die AIDS-Hilfe weiter gelernt habe ist, dass es eine Gruppe Menschen gibt denen HIV als das bekannt ist was es ist, nämlich eine Krankheit die durch einen unbedachten Moment jeden treffen kann ohne diese zu verdammen. Eine andere Gruppe Menschen die völlig sorglos damit umgeht und sich gar keine Gedanken dazu macht.
    Diese Gruppe gilt es in richtiger Weise dafür zu sensibilisieren, nicht nur was den Schutz vor einer Infekton betrifft, sondern auch was den humanitären Umgang mit betroffenen angeht.
    Es gibt aber noch eine weitere nicht zu unterschätzende Gruppe von Menschen, nämlich die bei denen HIV und AIDS immer noch als Dogma einer Lustseuche in den Köpfen sitzt, hier ist die Überzeugungsarbeit vor allem über den Umgang mit betroffenen wohl am schwierigsten.
    Was ich mit all dem sagen will, ob du ein Licht am Ende des Tunnels siehst oder nicht, ob du es erreichen kannst/willst oder nicht, hängt primär von deiner Einstellung ab, dabei ist es letztenendes egal ob du selber positiv oder negativ bist. Mein Licht am Ende des Tunnels ist es, möglichst viele Menschen durch mein Engagement zu überzeugen sowohl zum Schutz vor einer Infektion, als auch im Umgang mit HIV positiven bzw. an AIDS erkrankten Menschen. Ob meine Restlebenszeit ausreicht dieses Ziel zu erreichen weiss ich nicht, ich bin immerhin schon 51 Jahre, aber ich weiss, je mehr Menschen mithelfen desto schneller kommen wir voran.

    in diesem Sinne

    liebe Grüße an alle

    Mr. Spuck
     
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