HIV- positiv : wie und wann geht es weiter ?

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von new_life_87, 9. Februar 2014.

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  1. new_life_87

    new_life_87 Neues Mitglied

    Hallo,

    Kurz zu mir: Ich bin 26 Jahre alt, lebe in Norddeutschland, homosexuell und habe am Donnerstag die Nachricht erhalten, dass in meinem BlutHIV- Antikörper nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse des Bestätigungstest stehen noch aus ..... Ich bin vor ca. 4 Wochen auf Grund eines Hautauschlages, mit Pusteln, starker Rötung und Juckreiz im Gesicht zum Hautarzt gegangen. Dieser verachrieb mir eine Antibiotische Salbe und sagte, es sei eine harmlose Dermatitis. Ich hielt mich an die Ratschläge vom Arzt und cremte mich mit der Salbe ein. Keine Besserung ! Am letzten Montag dann erneute Vorstellung und diesmal sprach man von geschwächtem Immunsystem und Pilzinfektion, eine Blutentnahme erfolgte. Donnerstag dann der Anruf , die Ärztin bat mich in die Praxis zu kommen..... da war mir irgendwie alles klar.... Die Nachricht ist unfassbar gewesen, ich rief sofort meine Mutter an. Wir weinten beide .....

    Jetzt fühle ich mich von Gefühlen ubermannt, schlafe nicht mehr, bereue die zweifelhaften Kontakte zu Männern und mache mir Sorgen über meine berufliche Zukunft, denn ich stehe gerade mitten in den Examensprüfungen zum Gesundheits- und Krankenpfleger .... Nix ist seit Donnerstag wie es mal war .... Das Leben überschlagt sich !
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Moin moin und hallo,

    weißt Du eigentlich, dass Du unterschwellig - und ohne es zu wissen - bereits den ersten Schritt zur Antwort auf Deine Frage getan hast? Dein Nick verrät es - und es stimmt: Ab jetzt beginnt ein neues Leben. Aber keines, das - wie noch vor 20 Jahren - von der Infektion definiert und dominiert wird, sondern eines, in dem man lernen kann, die Infektion anzunehmen und sie mit Hilfe eines guten Schwerpunktarztes (oder einer -ärztin) und Medikamenten unter Kontrolle zu halten.

    Was bei Dir gerade passiert, findet im Kopf statt. In der Realität kann man mitHIV ein (fast) völlig normales Leben führen. Dass es Dich im ersten Moment umhaut, ist nur zu verständlich. Nur tu' mir - und vor allem Dir - einen Gefallen: Bereue nicht und stelle nicht Dein bisheriges Leben in Frage. HIV ist nicht auf Schwule beschränkt.

    Toll finde ich das Verhältnis zu Deiner Mutter, das aus dem traurigen Satz durchschimmert. Es ist für Euch jetzt notwendig, sich über die Infektion zu informieren und - vor allem - sich nicht mit schon lange überholten Horrorgeschichten selbst Angst einzujagen.

    Wenn Du Fragen, Sorgen oder Ängste hast - wenn Du Dich auskotzen willst: Hier kannst Du es.

    Ich wünsche Dir alles, alles Gute!
     
  3. new_life_87

    new_life_87 Neues Mitglied

    Lieber Matthias,

    Danke, für deine Worte :) Mir ist klar, es geht irgendwie weiter ^^ Nur ich fühle mich zur Zeit wegen der beruflichen Situation. Vor jeder Einstellung als examinierter GKP ist einHIV- Test notwendig und wird von der Berufsgenossenschaft verlangt. Ich kann halt die Pläne, die ich bis Mitte letzter Woche hatte, nicht realisieren ... es schmerzt halt...
    ..... und bereuen : Waren diese Momente es wert ???? Die Frage stellt sich schon ....
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Nanu? Ich kenne etliche positive Krankenpfleger. Und einenHIV-Test zu verlangen, widerspricht der Gesetzeslage. Allerdings hast Du recht: Wer sich dem Test verweigert, wird wohl ausgesiebt. Das ist die Sauerei ....

    Hier mal ein paar Infos:
    www.aids-stiftung.de/fileadmin/redaktio ... pdf‎
    http://blog.aidshilfe.de/2012/09/30/kei ... eitswesen/
    https://www.aerztekammer-bw.de/10aerzte ... n/1108.pdf
     
  5. new_life_87

    new_life_87 Neues Mitglied

    Danke, beruhigend !

    Irgendwas läuft da aber grundsätzlich nicht richtig, denn bei der Vorstellung beim Betriebsarzt zur Feststellung der Eignung zur Ausbildung war vonHIV nie die Rede. Ich mach mich nochmal schlau ...
     
  6. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Hallo. Also ich bin Krankenschwester und weiss seit 10/12 dass ich posutuv bin. Habe im Oktober ne Betriebsärztliche Untersuchung gehabt und mich vorher beim Anwalt der berliner AUDS Hilfe informiert. Er sagte wenn der Betriebsarzt speziell fragt ob er nen Test machen darf dann kannst du sagen "nein, ich weiss meinen Status. Wenn er sagt der Arbeitgeber besteht drauf dann solltest du gleich sagen "ist nicht nötig ich bin positiv". DerBetriebsarzt unterliegt der Schweigepflicht und darf dem Arbeitfeber nicht mitteilen dass du positiv bist. Er gibt dem AG lediglich eine Bescheinigung dass du ohne Bedenken für die Arbeit einsetzbar ist. Wenn du nen estimmten Bereich hastwo du arbeitest dann würde er nur einen Verweis machen "bedingt einsetzbar da oder dort" mehr nicht.
     
  7. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Ach ja und der Betruebsarzt wo ich im 10/13 war hat nucht ein Wort überHIV verloren. Also keine Sorge.
     
  8. new_life_87

    new_life_87 Neues Mitglied

    .... und dann kommt es auf den/ die Betriebsärztin an ? Und wo beginnt die Grenze zu " bedingt geeignet" ? OP, Intensiv und Notaufnahne sind dann sicher keine geeigneten Arbeitsplätze, oder ?

    Jedenfalls schon ein Lichtblick ^^ Die Vorstellung dann zu sagen ich seiHIV - positiv ist noch etwas befremdlich :(
     
  9. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Bei mir haben sie nicht gefragt wegen ner Infektion. Also brauchte ich auch nix sagen bzglHIV. Wo die da Grenzen ziehen weiß ich nicht. Aber auch in meiner Ausbildung hatte mich der Betriebsarzt nie nach Hiv oder nem Test dazu befragt.
     
  10. new_life_87

    new_life_87 Neues Mitglied

    Das ist ja auch in meinem Lehrkrankenhaus das Verrückte, Schüler werden vor Einstellung nicht aufHIV getestet und auch nicht vor dem Examen. Es wird lediglich auf Hepatitis untersucht. Bei der Einstellung für examiniertes Personal wird jedoch nach Enwilligung ein HIV- Test gemacht und es müssen auch in dem Anamnesebogen Infektionskrankheiten angegeben werden, somit wäre es bei mir eh auf dem Tisch des Betriebsarztes.
    Ich versuche es einfach, mehr als eine Ablehnung kann ich ja nicht bekommen .... und wenn ich es mir so überlege dann stehen zur Zeit auch eigentlich wichtigere Dinge auf dem Plan.... vielleicht hilft es einfach sich mit den "kleineren" Problemen, wie die berufliche Zukunft, zu beschäftigen.

    Danke !
     
  11. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    dir steht auch frei ob du es sagst oder nicht. von daher.... mich hat der Betriebsarzt auch nach chronischen Krankheiten gefragt und ich sagte "nicht dass ich wüsste"... ;)
     
  12. new_life_87

    new_life_87 Neues Mitglied

    Danke für die Informationen !

    Letztlich ist es doch immer besser mit offenen Karten zu spielen .... Es ist allerdings wirklich schwer darüber zu sprechen. In meiner Familie wissen es inzwischen die wichtigsten Menschen, und wenn der Rest es erfährt ist es auch okay. Darüber sprechen tur mir gut!
    Die Nacht wird zum Tag, die Gedanken kreisen um die Fragen " warum ? Was ist für mich in Zukunft anders? Warum schmerzt es ? " Die Diagnose ist eigentlich kein Problem, nur die Gedanken dazu können grausam sein ...... und andererseits erwischt man sich mit Freunden beim Lachen und Spaß haben, wenn die Worte "HIV- positiv " in den Kopf schießen .... Nach einer Woche ist jedenfalls eines ganz klar : Es wird weitergehen !!!
     
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