HIV in der Partnerschaft - Bitte um Erfahrungsberichte!

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Exorial82, 14. März 2014.

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  1. Exorial82

    Exorial82 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    mich würde interessieren, welche Erfahrungen Ihr habt, was eine Partnerschaft angeht, in der einer diesen Virus hat und der andere nicht.

    Bei mir ist es so, dass ich eine Frau kennengelernt habe, bei der endlich mal alles zu passen scheint, so sehr, dass es schon fast unheimlich ist. Bis auf diese Krankheit ist alles perfekt. Sie sagte mir von Anfang an, dass sie HIV positiv ist und ich dachte mir zuerst: "Naja, vom Kennenlernen einer Person ist noch niemand krank geworden und viel mehr als gute Freunde wird da eh nicht draus". Inzwischen entwickelt sich da aber mehr draus, weil es einfach so verrückt gut passt, wir wurden auch schon intim, dann dieser "Unfall" von dem ich in einem anderen Beitrag schrieb und ich hadere jeden Tag mit mir selbst ob es nicht klüger wäre, das Ganze zu beenden, weil ich als nicht infizierter natürlich ständig mit dem Feuer spiele, je mehr und je länger ich mich auf sie einlasse.

    Klar... HIV ist heute so gut therapierbar, dass selbst WENN ich mich anstecken WÜRDE, es keinem Todesurteil mehr gleichkäme.
    Aber angenommen wir merken irgendwann, dass es doch nicht passt auf Dauer, dann wäre ich mit dieser Krankheit gebrandmarkt, da ein potenzieller Partner (sofern sich überhaupt noch jemand auf mich einlassen würde) mit den gleichen Gedanken wie ich sie gerade habe konfrontiert wäre.

    Ich kenne die Risiken, ich weiß wie gering das Ansteckungsrisiko bei einer Virenlast unter der Nachweisgrenze ist, aber mich würde trotzdem interessieren, wie Eure Erfahrungen sind...

    Wie sehr trennt einen das vom andern auf Dauer...
    Wie gering ist wirklich das Risiko wenn man sehr häufig und sehr intim miteinander ist... ich meine, hey - unser Gummi ist beim ersten Sex direkt geplatzt... das kann sicher wieder passieren irgendwann...

    Gibt es unter Euch Partnerschaften, die über viele Jahre anhielten in denen sich der andere nicht angesteckt hat? Ein Risiko ist ja trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nie ganz auszuschließen. Wer von Euch trotzt diesem Risiko der Liebe willen und wie löst ihr das? Wie sehr beeinträchtigt das Eure Beziehung? Wie sehr gleicht HIV in Eurer Beziehung einem dunklen Schatten der Euch stets begleitet und sich nicht wegdiskutieren lässt?

    Ich frage Euch in der Hoffnung, durch einige echte Beispiele aus der Praxis bestärkt zu werden, diese Person nicht fallen zu lassen, nur weil meine Angst größer ist als die Fakten und Erfahrungswerte anderer bei denen es funktioniert, die den Mut hatten sich trotzdem zum kranken Partner zu bekennen und dabei "negativ" zu bleiben.

    Ich muss dazu sagen, dass diese Frau transsexuell ist und nicht operiert d.h. sexmäßig kommt nur Analverkehr in Frage. Demnach gelten zur Bewertung meiner Situation wohl die Richtlinien einer homosexuellen Beziehnung bei der ich allerdings der aktive Part bin.


    (Sorry für die Details, aber Ihr versteht hoffentlich, warum ich das erwähne).

    Liebe Grüße
    Eric

    P.S. Bei Ihr liegt die Virenlast seit ca. einem Jahr unter der Nachweisgrenze
     
  2. Unser Tipp Frage jetzt einen Arzt! HIV-Symptome.de

  3. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Eric,

    es ist überhaupt kein Problem, wenn Du in die Details gehst, denn Du zeigst eine innere Zerissenheit im Umgang mit infizierten Menschen, die eigentlich nicht mehr sein muss. Trotzdem ist es immer gut, sich Gedanken zu machen.

    Fangen wir mit dem guten Teil an:
    Wenn bei einem HIV-infizierten Menschen die Viruslast seit mehr als sechs Monaten unter der Nachweisgrenze liegt, wer regelmäßig die Medikamente genommen und die Werte gecheckt werden und wenn keine anderen Geschlechtskrankheiten vorliegen, gilt dieser Mensch als nicht infektiös.

    Warum?

    Zur Übertragung der Infektion ist ein Mindestmaß an Viren notwendig - und wenn die Viruslast konstant under Nachweisgrenze liegt, wird diese schlicht und ergreifend nicht erreicht.

    Kommen wir zu sehr guten Teil:
    Du hast einen Menschen kennengelernt, bei dem aus der anfänglichen Faszination ein Rückzieher wurde ... und nun stellst Du fest, da ist doch mehr - scheinbar sogar »mehr, als Dir lieb ist«. Dabei ist es völlig unerheblich, ob dieser Mensch ein Mann oder eine Frau, homo-, bi-, hetero- oder transsexuell ist ... es kommt auf den Menschen an!

    Ein Mensch besteht aus so vielen Facetten ... und Du legst Kriterien an ein paar Rest-Viren, die zwar noch vorhanden sind, aber keinen Schaden anrichten. Das wäre so, als wenn ich Dich nur nach dem Inhalt Deines Geldbeutels bewerten würde ...

    Genieße die sich entwickelnde Beziehung! Du schilderst sie in so schillernden Farben, dass man fast neidisch werden kann. Deine Partnerin (ich bleibe bei der weiblichen Form) ist Dir gegenüber ehrlich; sie hat Dir nicht nur von dr Infektion erzählt, sondern auch von ihrem gesundheitlichen Status drumherum. Das ist doch schon mal das beste Zeichen, dass sie auch im Umgang mit Dir, in Gefühlen und dergl., ebenso ehrlich ist.

    Zudem gibt es Schutzmöglichkeiten. Der HIV-Therapie wird in Studien eine 96%ige Sicherheit zugebilligt, während das Kondom z.B. nur 95%ige Sicherheit hat. Hier passieren eben leicht Anwendungsfehler. Die Kombination von Therapie und Kondom sollte Dir also genügend Dicherheit bieten ... und selbst, wenn ein Kondom reißt, ist das Risiko einer Infektion unglaublich gering bis nicht vorhanden.

    Bewerte einen Menschen nach seinen inneren und äußeren Werten ... aber niemals nach seinen Blutwerten!
     
  4. Exorial82

    Exorial82 Neues Mitglied

    Danke, Matthias für Deine ausführliche Antwort - fand ich wirklich aufbauend z.T. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht, dass sich sonst so gar keiner gemeldet hat, der/die in der gleichen Situation war und einfach geschildert hat wie er/sie damit umgegangen ist.
     
  5. -cupcake-

    -cupcake- Bewährtes Mitglied

    Ich geb ja immer gern meinen Senf dazu aber bei mir ist es so dass wir beide positiv sind und von daher kann ich dir nicht weiter helfen.
     
  6. Shiva27

    Shiva27 Neues Mitglied

    Lieber Eric,

    Ich selbst bin auch positiv und weiß das seit November 2011.Im Oktober,also noch bevor ich wusste,dass ich positiv bin,lernte ich meinen jetztigen Partner kennen (er selbst ist negativ).Als ich ihm von der Diagnose erzählte,war meine größte Angst,ihn zu verlieren,denn ich hatte mich bereits in ihn verliebt und ich hatte große Angst,alleine zu bleiben für den Rest meines Lebens (die Diagnose an sich war gar nicht das eigentliche Problem,sondern für immer alleine zu bleiben,ohne ihn).

    Nach einer Woche eher sporadischem Kontakt,sahen wir uns dann wieder und er stellte mich abends im Club seinen Freunden als seine neue Freundin vor :) Er erzählte mir später mal,dass er die Woche Funkstille brauchte,um sich darüber klar werden zu müssen,was es bedeutet,wenn er sich für mich entscheidet und ich nehme ihm das nicht übel.Er ist meine größte Stütze im Leben und wir sind seit 2,5 Jahren glücklich zusammen,leben zusammen,verreisen zusammen,lachen zusammen,gehen feiern zusammen,streiten und weinen zusammen!Sprich,wir sind ein ganz normales Paar und er sagt,er wäre dumm gewesen,wenn er sich von den paar Viren in meinem Körper hätte abschrecken lassen und all das nicht mit mir erleben hätte können. Die Erkrankung an sich spielt gar keine große Rolle in unserer Partnerschaft,was vielleicht auch daran liegt,dass ich beisher noch nicht mit den Medikamenten anfangen musste,da meine Werte alle top sind (CD 4:1156;Virenmenge 9810).Ich gehe regelmäßig alle 3 Monate zur Blutabnahme und that´s it!
    Mein Partner hat sich bisher nicht angesteckt,wir sind natürlich vorsichtig und benutzen immer Kondome und wir hatten auch noch nie eine Situation,in der er gefährdet gewesen wäre (also Kondom geplatzt o.ä.) Er geht nach dem Akt :) Seine Hände und Intimbereich waschen und gut ist...Auch sprechen wir über den Kinderwunsch,der für nächstes Jahr geplant ist....wie gesagt,alles ist eigentlich wie in einer normalen Partnerschaft auch :wink:

    Auch wissen unsere engsten Freunde im gemeinsamen Freundeskreis über die Infektion Bescheid und auch da haben alle super reagiert. :D :D :D :D

    Ich kann dir nur ans Herz legen,wenn du deine Freundin sehr magst und sie dir wichtig ist,steh zu ihr und steh ihr bei und gemeinsam schafft ihr das!!Ihr werdet beide nur stärker dadurch bzw. die Beziehung wird stärker und sie wird daraus Kraft schöpfen können!

    Liebe Grüße
     
  7. tomtom

    tomtom Neues Mitglied

    Hallo Eric,
    Vielleicht liest ja diesen Beitrag noch. Ich hatte mit meinem Mann fast ein Jahr ungeschützten AV und blieb negativ. Daher habe ich jetzt, wo er unter Therapie und unter Nachweis ist, erst recht keine Angst mehr. Wir haben immer noch unverkrampften S E X ( das Wort wird hier anscheinend zensiert lol) und ich denke dabei fast nie an seine Infektion. Wir machen es halt jetzt mit Kondom, obwohl wir das eigentlich gar nicht bräuchten. So sehen das zumindest die neuesten seriösen Studien. Auf die Kondombenutzung besteht übrigens er und nicht ich. ;)

    Ich mache alle sechs Monate einen HIV Test. Das haben wir mit dem SPA so abgesprochen. Bin immer noch negativ und ich bin sicher, dass das auch so bleiben wird.
     
  8. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    @ tomtom

    Dass das Wort hier zensiert wird, hat definitiv seine Gründe. Bitte halte Dich daran und suche keine "Workarounds". :wink:

    LG
    Marion
     
  9. don`t you worry

    don`t you worry Neues Mitglied

    Partnerschaft - Leben mit HIV

    Hallo,

    ich schliess mich hier mal an, ich bin über das med1 Forum hier gelandet :)
    Mein Lebensgefährte ist positiv, seit 12 Jahren, seit 11 J ist er unter der Nachweisgrenze. Wir haben, über künstliche Befruchtung, ein wunderbares Kind bekommen, es wird bald 1 Jahr alt.
    Seit unsere Tochter da ist, mach ich mir vermehrt Gedanken wegen HIV. Ich weiss, dass das unnötig ist. Er nimmt täglich seine Tablette, ist alle 3 Monate zur Untersuchung und wie oben steht, seit 11 J ist das Virus nicht nachweisbar. Aber seit ein paar Monaten oder ca. 1/2 J bin ich bei jedem winzigen Kratzer bei ihm oder unserer Tochter oder mir in Sorge. Er war zuletzt am 10.12. beim Blutcheck, dort hat er seinen Arzt nochmal gefragt. Der sagte, es käme bei Frauen öfter nach der Geburt eines Kindes zu verstärkten Ängsten.
    Im Grunde such ich Personen, denen es geht wie mir zum Austausch, gern hier im Forum.
    Ich war zuletzt letzte Woche beim Test, immer noch alles ok und wir benutzen eh Kondome.
    Im alltäglichen Umgang besteht laut Arzt keine Gefahr.
    Ach so-weil ich merke, dass meine Angst langsam belastend für uns wird, hab ich mir ärztliche Hilfe geholt. (Psychotherapie). Bin wohl generell ein bißchen durch und da sind Ängste dann oft Begleiter. In jedem Fall reden wir, mein Freund und ich, in letzter Zeit, viel über HIV. Aber ich will ihn nicht nerven und auf der anderen Seite aber auch nicht alles mit mir selbst ausmachen oder gar googlen (das war die schlechteste Idee überhaupt) - darum denk ich, hier sind Leute unterwegs, die auch damit leben und das hilft sicher mehr, sich hier auszutauschen.
    Habt alle einen schönen 3. Advent.

    Liebe Grüße
     
  10. don`t you worry

    don`t you worry Neues Mitglied

    Ach so und zu Eric,der ja hier eröffnet hat --- ich hab meinen Lebensgefährten nicht verlassen, als er mit der Nachricht kam, dass er HIV hat. Das war seine erste Frage: ob ich jetzt geh.
    Wenn Du jemanden getroffen hast, den Du lieben kannst, dann schlag zu. Sowas passiert nicht allzu oft.
     
  11. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo don't you worry,

    dass Mütter nach der Geburt eher Ängste entwickeln, ist wohl dem völlig normalen Schutzreflex geschuldet. Nur, man muss sie tatsächlich nicht haben. Man kann sich im Alltag – solange keine Körperflüssigkeiten im Spiel sind - nicht infizieren, und wenn Dein Partner schon so lange unter der Nachweisgrenze ist, dann heißt das, es sind nur noch wenig Viren im Blut - und selbst das wäre nicht mehr infektiös.

    Vorsicht ist gut, Rücksicht auch. Aber Angst ist unnötig und schlecht. Freut Euch lieber am Nachwuchs!
     
  12. don`t you worry

    don`t you worry Neues Mitglied

    Immer noch ...

    Es nervt mich.
    Ich war gestern bei der AIDS Beratung.
    Die waren da sehr sehr nett, ich hab vor, da mit zu helfen.
    Es wurde auch gesagt, dass für mich und das Kind keine Gefahr besteht. Weil mein Partner eben als nicht infektiös gilt.

    Naja und heute verbrenn ich mich im Mund, hat sich dann auch Haut gelöst, fühlt sich wund an über der Zunge hinter den Zähnen halt.
    Und mein Partner hat mich dann zweimal auf den geschlossenen Mund geküsst.

    Und ich weiss, dass nichts passieren kann.
    Eigentlich.
    Und hab aber trotzdem jetzt wieder Angst.
    Kennt sowas jemand?
    Ich denk, es ist wirklich erst so, seit das Kind da ist.
    Wir reden auch viel. Ich beginne eine Therapie, um das in Griff zu kriegen aber...ich weiss langsam nicht mehr, wie ich das in den Kopf bekommen soll, dass mir und dem Kind nichts passieren kann.

    Bin für jede Antwort sehr dankbar.
     
  13. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Überleg mal: Du hast Dich im Rachenraum verletzt ... und Dein Partner küsst Dich auf den geschlossenen (!) Mund ..

    So ... was kann da wohl passieren?

    Er wird sich von Dir trennen. Ich würde es jedenfalls ...
     
  14. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hm.. vor dem Kind hat sie auch mit ihm zusammen gelebt und diese Angst war nicht da. Was war also der Auslöser? Muss was mit dem Kind zu tun haben. Oder eine andere Angst die sich nur so zeigt. Ich finds gut, dass sie mit dem Mann über ihre Angst redet und sie mit einer Therapie angehen will. Aber ich denke, dass er nicht ewig Geduld haben wird.
     
  15. don`t you worry

    don`t you worry Neues Mitglied

    Hey,

    also wir sind 17 J zusammen. Auch das Kind war nicht gleich der Auslöser. Ich bin jetzt fertig mit den Vorgesprächen der Theapie. Es ist so, dass diese Angst pathologisch ist (das heisst unbegründet), laut Doc. Denn ich weiss es ja. Das zeigt sich jetzt übersteigert.
    Und wir müssen raus finden warum.
    Gibt zwei mögliche Auslöser...dass ich im Frühjahr so ewig lang erkältet war, dass mein Freund selber anfing zu googlen und Angst hatte mich angeteckt zu haben. Bis dahin war ich eben sicher, dass ER sicher ist, dass das nicht möglich ist, zumal wir Kondome nehmen. Da fiel also Sicherheit für mich weg. Er hat dann später nochmal mit seinem Arzt geredet und der sagte, das geht nicht. Er kann mich nicht anstecken, er kann auch das Kind nicht anstecken. Keinerlei Gefahr.
    Und zweite Möglichkeit, als ich im Oktober irgendwann was an der Hand unserer Tochter sah, was Blut gewesen sein kann und wird. Kleiner Fleck, aber nicht von ihr. Sie war da nicht verletzt an der Hand. Vielleicht war es eben auch das Visuelle, weil mein Freund zu der Zeit vom Gartenarbeiten ein paar Kratzer am Arm hatte. Und da dachte ich halt, sie ist da dran gekommen, als er sie auf dem Arm hatte. Kurz drauf gings los und ich dachte halt, Mist, auf Dich selber kannst Du vielleicht ganz gut aufpassen. Aber das Kind kanns nicht. Und er hat jetzt erneut beim Doc angerufen, eigentlich nur, um seine Werte vom Dezember abzufragen. Und da nochmal dessen Assistentin gefragt, die auch Mutter ist. Die sagte, das sei ganz normal. Viele Frauen, die einen Positiven Partner haben, verändern sich nachdem ein Kind da ist. Gehen wie ich zur Beratung und sind viel viel fragiler, was das angeht.

    Glaubt mir, am aller nervigsten ist das für mich selber.
    Ich liebe ihn, ich such ständig seine Nähe und in seinem Arm gehts mir gut.
    Wenn diese Scheis Grübelei los geht, das ist wie ein Selbstläufer.

    Wir haben jahrelang auch GAR NICHT drüber geredet. Also von ihm aus nicht, wenn dann hab ich gefragt, wenn er beim Doc war, ob alles gut ist, wie es ihm geht. Er sagt jetzt, für ihn ist das eh schwer. Aber ich, und das weiss ich, mach es für uns beide im Moment halt fast unerträglich.

    Und wie gesagt, ich hab jetzt Kontakt zu einer Beratungsstelle. Ich bin in Therapie (Antrag ist eingereicht, muss jetzt halt warten, dass er zurück ist) und will diese Angst los werden.

    Und an Mathias: danke auch für Deine Antwort. Ich denke nicht, dass er mich verlässt. So wie ich ihn nicht verlasse. Wir werden zusammen halten.


    Vielleicht noch zu dem Anlass gestern.
    1) ich weiss, dass er nicht infektös ist
    2) Speichel ist eh nicht infektiös
    3) ein Kuss mit geschlossenen Lippen-is nix

    --> aber wenn man eine Störung hat wie ich, dann geht in Gedanken dies los: er ist nicht infektiös, aber er hat seit Freitag eine Erkältung-macht das was mit dem Virus?
    --> wenn ich mit der Zunge ständig an die Wunde komm, um da rum zu fühlen-bring ich dann nicht den Speichel von ihm dahin, wenn ich mir auf den Lippen rumkaue oder sie mit der Zunge befeuchte

    Sowas eben. Dass ich da vviiieeeell zu viel nachdenk und das falsche den, das weiss ich auch. Ist das Krankheitsbild der Angststörung. Bis ich die Scheisse los bin, muss ich irgendwie damit umgehen.


    PS: und weil ich weiss, dass ich dumm bin: hab ich ihn seit gestern bewusst immer wieder genauso auf den Mund geküsst. Weil ich eben (ein Teil von mir zumindest) weiss, dass nichts passieren kann. Und weil ich ihn liebe. Und kurz drauf geht der Kopfrummel wieder los. Und dann küss ich ihn wieder. Ich werd uns von der Angstscheisse nicht kaputt machen lassen.
     
  16. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Auch für Dich: ich schreibe mich mit 2 x t!

    Es war von meiner Seite aus, das gebe ich zu, ein wenig zugespitzt. Aber mal ganz ehrlich: Ich bin selber positiv. Wenn mich mein(e) Partner/Partnerin so – zumindest gedanklich - behandeln würde, wie Du Deinen Lebensgefährten ... ich wäre schon lange weg. Denn was Du - sicherlich ungewollt - machst, ist Diskriminierung. Du siehst in Deinem Lebensgefährten eine potenzielle Bedrohung - vor allem da, wo überhaupt keine ist. Glaube mir: Dein Nachbar ist eine größere Bedrohung für Deine Gesundheit als ein positiver Lebensgefährte, der schon lange unter der Nachweisgrenze ist.

    Wie lange willst Du Deinem Lebensgefährten eigentlich noch erklären, dass er krank und eine Gefährdung für Dich und den Nachwuchs Ist? Nichts anderes tust Du nämlich ...

    Nein, nicht Du bist dumm. Deine Gedanken sind es.
     
  17. don`t you worry

    don`t you worry Neues Mitglied

    Hallo Matthias,

    Du hast Recht. Absolut.
    Ich hab mich bei Deiner mail erst erschrocken (Er wird sich trennen...) aber dann dachte ich, vielleicht brauchst Du es mal so direkt. Er hat ja Recht. Und der Gedanke mit der Diskriminierung kam mir auch.
    Alles was Du schreibst, ist dem vernünftigen Teil von mir vollkommen klar.
    Die kranke Seite (die mit der momentanen frei fliegenden Angststörung) sucht halt immer nach was.
    In klaren Momenten, wie jetzt, ist mir das selber rästelhaft.

    Sorry nochmal.
     
  18. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Du musst Dich nicht bei mir entschuldigen. Du musst das Deiner angstgestörten Seite erklären. Viel Erfolg dabei - und daraus folgend eine lange, wunderbare Beziehung!
     
  19. Cooltur

    Cooltur Mitglied

    Hallo don't you worry,


    mich würde interessieren was Dir die Therapie bringt und zeigt, vielleicht, wenn es Dir nicht zu intim ist, kannst Du ja zu gegebener Zeit berichten. Du scheinst einerseits aufgeklärt und abgeklärt, andererseits gibt es diese Ängste.
    Mein erster Eindruck war: das sind die Hormone, die die Schwangerschaft mitbringen und Verhaltensweisen auslösen. :wink:
    Wenn ich meine Schwester und ihr geändertes Wesen beobachte (Mutter einer 1jährigen Tochter), könnte das passen.
    Ob es wirklich sein kann, dass Hormone pathologische Ängste erzeugen können?! Hm... Der Therapeut wird des Rätselts Lösung finden.

    Jedenfalls finde ich es schön, dass Du den Schritt der Therapie gewählt hast und wünsche Eurer kleinen Familie alles Gute!
     
  20. GanzNormal

    GanzNormal Neues Mitglied

    Hallo don't you worry....

    Danke für deine offenen Worte - mich würde auch interessieren wie die Therapie bei dir läuft - ob es etwas bringt.

    Ich bin auch negativ und mein Mann seit 6 Monaten positiv.
    Ich habe tief in mir drin auch Ängste obwohl ich genau weiss, dass eigentlich nichts passieren kann. Aber diese AIDS-Panik mit der ich aufgewachsen bin lässt sich nicht so einfach verdrängen.....

    Noch dazu nimmt mein Mann keine Medikamente, seine Werte sind "zu gut" - rein theoretisch besteht also die Gefahr einer Ansteckung durchaus - es ist so ein Scheißgefühl.....
     
  21. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    »Zu gut« klingt unter anderen Umständen ja ein wenig zynisch – nur gut, dass Du den Begriff in Anführungszeichen gesetzt hast. Ich weiß ja, wie Du es meinst ...

    Dein Mann ist derzeit im Höchstfalle bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder bei stark blutenden Wunden ansteckend. Überlege bitte, wie häufig das am Tag passiert. Soll heißen: Man muss nur bei den wirklichen potenziellen Risiken aufpassen; die werden im Schnitt aber nicht mehr als 5% des Tages in Anspruch nehmen.

    Dein »Scheißgefühl« raubt Dir also pro Tag 95% gute Lebenszeit und Beziehungsqualität. Ist es das wert???
     
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