HIV Behandlung

Dieses Thema im Forum "Behandlung / Therapie" wurde erstellt von Marion, 10. Dezember 2007.

  1. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

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  3. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Seit ich das letzte Mal ins Netz schaute, um nach HIV zu gucken (vor etwa drei Jahren), hat sich doch einiges getan in Sachen Medikamenten.

    Neuerdings gibt es Protease-Hemmer und Integrase-Hemmer (neben den Transskriptase-Hemmern - die damals noch Polymerase-II-Hemmer hießen - und dem Eintrittshemmer T20).

    Damit ist im Prinzip bis auf den letzten Schritt - das Zusammensetzen des Fertigteiles aus der RNA und den Hüllenproteinen - der gesamte Virusproduktionsprozeß medikamentös abgedeckt.

    Eintrittshemmer, klar, verhindert das Eindringen des Virus in die Zielzelle. Vorteile: es kommt erst garnicht zu einem Befall der Zellen und es gibt keine Nebenwirkungen. Nachteil: rasche Resistenzbildung, da das blockierte Molekül des Virus in seinem Aufbau mit der Zeit Abweichungen aufweisen kann, die eine Blockade mit genau diesem Medikament verhindern.

    Dann die reverse Transkriptase-Hemmer, die verhindern, daß aus der Virus R N A Virus DNA hergestellt wird - ein Vorgang, der notwendig ist, um Viruserbgut in das Erbgut des Zellkernes einzubauen.
    Vorteil: Es gibt keine Resistenzbildung, da das Medikament nicht auf den Virus, sondern auf die Wirtszelle gerichtet ist. Diese Medikamentenklasse geht immer, jedoch, Nachteil: Da die Wirtszelle beeinflußt wird, ergeben sich erhebliche Nebenwirkungen. Es wird eben nicht nur das Umschreiben der Virus-RNA in DNA gehemmt sondern auch das Umschreiben sämtlicher anderer RNA, etwa bei der Zellteilung. Das kann bei entsprechender körperlicher Verfassung Probleme bereiten.

    Recht vielversprechend einscheinen mir die Integrase-Hemmer. Diese wohl neueste Klasse der antiretroviralen Medikamente verhindert den Einbau des in DNA transskribierten (umgeschriebenen) Viruserbgutes in das Zellerbgut. Normalerweise sitzt die Integrase wie ein Reiterlein auf dem Virus-DNA-Strang und lotst ihn in das Zellerbgut.
    Nachteile sehe ich zur Zeit nicht, es dürfte aber recht schwierig sein, den Wirkstoff in die Zelle zu bekommen und die Frage nach Resistenzen scheint noch nicht geklärt zu sein.

    Nach der Integration des Erbgutes in das Zellerbgut beginnt die Zelle dieses Kuckucksei zu bebrüten, es entsteht messengerRNA, die die Erbinformation des Virus enthält.
    Vielleicht läßt sich dieser Vorgang gut mit dem Weben vergleichen. Entlang der DNA wird in einem kontinuierlichen Prozeß messengerRNA erzeugt, die allerdings - wie ein endloses Stück Stoff aus der Webmaschine - noch auf Länge geschnitten und mit einer Webkante versehen werden muß. Hierfür ist die Protease zuständig. Protease-Hemmer blockieren jene Moleküle/Eiweiße. Die (Virus)mRNA ribbelt sozusagen wieder auf wie ein Pullover ohne Abschluß. Pech gehabt, Virus!
    In wieweit es hier Nebenwirkungen oder Resistenzen gibt, weiß ich (noch) nicht.

    Wenn die messengerRNA konfektioniert ist, muß sie wiederum in ''normale'' Virus RNA umgeschrieben werden. Da setzen nochmal die Reverse Transkriptase-Hemmer an, indem sie den Zellstoffwechsel herunterfahren.

    Das sind schon recht ordentliche Fortschritte in der Chemotherapie der HIV Infektion - im Vergleich zu vor drei Jahren, meine ich - und wenn ich mich hier irgendwo geirrt haben sollte, bitte, ich bin belehrbar.

    Außerdem fordere ich niemandem zum Experiment mit homöopathischen Medikamenten wie etwa Immunotrop auf. Ich kann aber berichten, daß es mir recht gut geht, wenn ich die Tropfen nehme und eher schlecht, wenn ich etwa zwei Monate darauf verzichtet habe (Kopfschmerzen und vor allem ein feucht-dumpfes Unwohlsein in den Lymphknoten sowie eine minimal leicht erhöhte Körpertemperatur, weniger wie Fieber, mehr wie bei kindlicher, freudiger Erregung, besonders in Händen und Füßen).

    Das heißt aber leider noch nicht allzuviel, da die HIV-Infektion schubweise abläuft. Immer, wenn eine Generation Viren in den befallenen Zellen herangereift ist, platzen die Wirtszellen und es gibt Symptome wie oben beschrieben.
    Das Ende eines solchen akuten Schubes macht sich mit leichtem Juckreiz am Ort der Lymphknoten bemerkbar. Wie meine Mutter ihren Kindern immer sagte: Wenn es juckt, dann heilt es. Was Mutter damals nicht so ernst nahm, waren die Narben, die bei der Heilung im Gewebe zurückbleiben und bei den Lymphknoten die Fähigkeit zur Endfertigung der Helferzellen beeinträchtigen.

    Schau'n mer mal, würde Schau'n-mer-mal-Franze sagen.
    Beobachte ich also, ob diese Rezidive bzw. Zyklen aufhören, wenn ich meine Tropfen (100 ml enthalten: Juglans regia D4 (Walnuss) 80 ml; Chelidonium D4 (Schöllkraut) 10 ml; Hamamelis D4 (virginische Zaubernuss) 10 ml) regelmäßig nehme, noch habe ich ja etwas zuzusetzen an Lymphknotengewebe. Zu oft sollte das nicht passieren, daß es juckt und heilt, vorallem nicht zu heftig und zu schnell hintereinander, gibt häßliches, dysfunktionelles Narbengewebe ...

    Ein anderer Befund, den der Pathologe bei AIDS-Kranken feststellen kann, ist die Atrophie der Thymusdrüse. Die Thymusdrüse ist für die ''Programmierung'' der aus dem Knochenmark stammenden Helferzellen zuständig. Hier lernen die kleinen Helferlein das körpereigene Gewebe kennen, um es von Fremdkörpern (Bakterien, Viren, Giften, Krebszellen) unterscheiden zu können. Eine harte Schule, nur etwa jede hundertste Zelle schafft die ''Abschlußprüfung'', erkennt also in jedem Fall das körpereigene Gewebe (Bei Autoimmunerkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, ist diese Prüfung defekt und die Helferzellen markieren fälschlich körpereigenes Gewebe als fremd, worauf hin die Fresszellen Nervenfasern angreifen als wären sie krankmachend).
    Nun, in der Thymusdrüse finden sich normalerweise die Hasallkörperchen, das Gewebe dieser Drüse, in dem die CD-4 Zellen programmiert werden. Bei Menschen, die an AIDS erkrankt sind, gibt es beinahe keine Hasallkörperchen mehr in der Thymusdrüse. Es kann also kaum noch eine Schulung der Helferzellen stattfinden. Meine Vermutung (!) ist, daß die Thymusdrüse atrophiert, weil sie nicht mehr benutzt wird, so wie ein eingegipstes Bein ja auch seine Muskeln verliert, weil es nicht bewegt wird.
    Daß dieses Teilgewebe der Drüse nicht mehr benutzt wird, liegt nach dieser Vermutung daran, daß die von den Viren bei der Fortpflanzung zerstörten Helferzellen auf einmal einen Botenstoff freisetzen, der eigentlich über die gesamte natürliche Lebensdauer kontinuierlich abgegeben werden sollte. Dieser Botenstoff signalisiert demnach der Thymusdrüse den Bedarf an auszubildeneden Helferzellen, der ja in einem bestimmten Verhältnis zum Bedarf an Killerzellen steht (die in einem anderen Teilgewebe der Thymusdrüse ihre Programmierung erfahren). Wird der Botenstoff durch die zerplatzenden Zellen in großen Mengen ans Blut abgegeben, ''denkt'' die Thymusdrüse, es seien jede Menge Helferzellen vorhanden und stellt die Produktion ein, ein Irrtum vom Amt sozusagen. Stellt die Thymusdrüse die Produktion ein, bzw. verringert sie diese chronisch auf ein sehr niedriges Maß, baut der Körper natürlich den CD-4 Teil der Thymusdrüse ab. Im Körper wird eben alles, was nicht benötigt wird, abgebaut. Wie die Muskelmase des eingegipsten Beines, zum Beispiel. Wunderbar ökonomisch, normalerweise.
     
  4. JohannesBuhlmann

    JohannesBuhlmann Neues Mitglied

    Fortsetzung

    Die Vermutung, daß die Thymusdrüse aufgrund einer Inaktivität verkümmert, stimmt wohl nicht.
    Vielmehr tragen die funktionellen Zellen der Thymusdrüse auf ihrer Oberfläche ebenfalls den CD-4 Rezeptor sowie einen der beiden Korezeptoren und werden vom Virus infiziert und gehen dann, wenn genug neue Viren prodziert sind, zugrunde.
    Das ist eine ebensogute Erklärung für den allmählichen Abfall des CD-4/CD-8 Verhältnisses bei gleichbleibend niedriger Viruslast.
    Allerdings verfestigt sich in mir die Vorstellung, daß die Thymusdrüse der zentrale Ansatzpunkt für eine körperbezogene Therapie ist (körperbezogen im Unterschied zu virusbezogen).
    Recht interessant zu lesen ist hierzu die ''Medical Microbiology'' von Jewetz, Melnick & Adelberg, Lange Medical Books, New York.
    Im ''Deutschlandfunk'' kam gestern ein Hinweis (28/05/2008, Forschung aktuell, ca. 16.50 Uhr, im Internet unter dradio.de zu finden) zu einem neuen Ansatz der Behandlung, die in den Zusammenbau der vorproduzierten Virusbestandteile (Hüllenproteine, Stützproteine, Erbsubstanz) eingreift.
     
  5. Anonymous

    Anonymous Gast

  6. Marion

    Marion Administrator HIV-Symptome.de Team

    Hallo,

    bitte lese die Forenregeln und erstelle Deinen eigenen Beitrag! Ich lösche dann diesen hier, damit wir wieder die Ordnung haben, die wir zur Bearbeitung und Diskussion Eurer Anliegen benötigen!
     
  7. nbneu

    nbneu Neues Mitglied

    an B. Markus

    hallo Markus,
    die Diagnose HIV positiv zu sein ist für jeden zunächst ein Schock. Mir ging es ähnlich als ich im Jahr 2006 erfuhr das ich positiv bin.
    Aus Verantwortung gegenüber meines Mannes habe ich am selben Tag die Karten offen gelegt. Wie auch Du bin ich nicht fremdgegangen, habe jedoch regelmäßig Schwule Saunen besucht. Sicherlicht kommt es dort in bestimmten öffentlichen Räumen zu Körperkontakten was jedoch nicht heißt das man Fremd gegangen ist. Nach Rücksprache mit meinem HIV Spezialisten besteht die Möglichkeit einer Ansteckung wenn ein offenes Hautbild besteht.
    Ich bin auch erst Mitte 40 und denke das ich erst die Hälfte meines Lebens erreicht habe. Mit meinem Mann habe ich ausführlich über das Thema gesprochen, wir sind nun schon 15 Jahre zusammen und werden auch weiterhin das Leben gemeinsam verbringen.
    HIV-positiv heißt nicht das der Tod schon auf uns wartet, auch wenn es kein tolles Gefühl ist mit dem Virus zu leben. Die Suche nach Demjenigen der uns angesteckt hat ist Müßig, Neveraufreibend und bringt in der Regel nichts. Wichtiger ist es doch sich mit der Krankheit auseinander zu setzen und in der Partnerschaft gemeinsam Wege zu gestallten das Leben zu meistern.
    Ich mache seit 8 Monaten nun eine Therapie und bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen, da sich auch mein Allgemeinbefinden verbessert hat. Du kannst das Leben auf ganz normale Weise weiterführen wenn Du kleine Regeln beachtest. Dein Schwerpunktarzt sollte für Dich DIE Vertrauensperson sein. Mit ihm solltest Du alle Dinge besprechen die Deine Gesundheit und das Seelenwohl betrifft. Ich habe meinen Lebenspartner schon des öffteren zur Konsultation mitgenommen und offen über alle Probleme gesprochen.
    Also in diesem Sinne das Leben geht auch mit dem Virus weiter denn die Forschung hat mitlerweile sehr gute Medikamente auf den Markt gebracht bei denen die Nebenwirkungen relativ sind. Ich nehme einen Cocktail aus Efavirenz,Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil. und das alles in einer Tablette.
    Dein Schwerpunktarzt wird mit Dir den Therapiebeginn besprechen und mit Dir gemeinsam die optimale Anfangstherapie herausfinden.

    LG Uwe
     
  8. Anonymous

    Anonymous Gast

    Inhalt gel
     
  9. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Bitte nicht schon wieder ... und vor allem nicht so einen Quatsch.

    Der Link führt auf eine Seite, die rechtlich alleine schon deshalb juristisch zweifelhaft ist, weil weder ladungsfähiger Name noch Anschrift enthalten sind - offensichtlich will sich also niemand verantwortlich erklären - und zudem über einen weiterenLink auf einen Verlag führt, der sich hauptsächlich mit Büchern über Verschwörungstheorien aller Art befasst.

    Wer auch immer »Frank Müller« ist ... er ist nicht glaubwürdig.
     
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