Geht aktives Leben weiter nach einen positiven Ergebnis??

Dieses Thema im Forum "Leben mit HIV" wurde erstellt von Mister X, 5. März 2012.

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  1. Mister X

    Mister X Neues Mitglied

    Hallo Zusammen,

    ich habe ein paar Fragen zuHIV bzw. leben mit HIV, ich weiß auch nicht ob ich hier im Forum das an der richtigen Stelle poste.

    Ich bin Anfang 30, männlich, ungeoutet Schwul. Ich habe noch nie einenHIV Test gemacht, ich bin jetzt wegen einer gesundheitlichen Sache bei einem Arzt, der mir einen Test angeraten hat, einfach um alles auszuschließen. (Das war fast vor einem Jahr, so lange schiebe es vor mir her)

    Ich hatte noch nie ungeschützten Sex, aber ich hatte natürlich schon Risikosituationen. Ich habe schon mal Sperma ins Auge bekommen. (Von einem Typen, der sehr oft ohne Kondom mit mir schlafen wollte, was ich aber nie eingewilligt habe). Bei 2 ONS ist mir als passiver das Kondom gerissen (ohne Höhepunkt). Ich bin keine Nonne, ich hatte schon oft Sex in Clubs auf Toilette oder im Darkroom mit Typen die ich im Club kennengelernt hatte, auf Parkplätzen, Sauna usw. Ich will mich deswegen auch nicht rechtfertigen oder dumme Kommentare, ich weiß das es nicht richtig ist, aber wenn man ungeoutet ist, sind die Möglichkeiten einen Sexpartner unter normalen Umständen zu treffen eher gering.
    Meine Frage jetzt zumHIV Test, bzw zum Ergebnis.
    Ich war schon bei der Aidshilfe und habe mich beraten lassen, auch wenn der Berater meinte er würde in meinem Fall ein geringes Risiko ansehen, denke ich eigentlich dass ich es habe. Bei mir sind schon mehrmals Chondylome behandelt worden, auch wenn das kein eindeutiger Beweis für HIV ist, wird es damit assoziiert.

    Ich habe Angst, wenn ich es weiß und auch Medikamente nehmen muss, dass ich mich krank fühlen werde, was jetzt nicht der Fall ist. Ich bin selten krank, weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte mal bei meiner Ärztin war, geschweige denn bestimmt seit über einem Jahr nicht krankgeschrieben war oder so. Fühle mich fit, was ja auch nix heißen soll.

    Ich stehe voll im Leben, habe einen guten Job in der Woche, an 3 Wochenenden im Monat arbeite ich auch in der Gastro, weil es mir Spaß macht, ich fahre ein tolles Auto, tolle Wohnung, lebe in einer tollen Stadt, gehe 4 mal in der Woche zum Sport, sehe gut aus. Ich habe Angst, daß sich dann mein Leben verändern wird, sozialer Abstieg, was ist mit der Finanzierung der Medikamente? Depressionen?

    Ich habe Kundenkontakt, habe Angst das ich wegen der Nebenwirkungen usw. meinen Job nicht mehr ausüben kann, wenn ich im Termin Durchfall bekomme? Habe Angst vor Lipodystrophie, auch wenn die Aidshilfe gesagt hat, sowas würde nicht mehr oft vorkommen, das wäre bei alten Medikamenten der Fall gewesen. Ist das so?

    Ich lese hier von vielen die Positiv und Arbeitslos sind. Gibt es hier denn auch Positive die auch im Powerjob voll im Leben stehen? Darf ich als Positiver weiter in der Gastronomie arbeiten nebenbei, muss ich alle informieren? Muss ich irgendwelche Versicherungen abschliessen? Ich wollte mir eine Wohnung kaufen, geht das dann noch mit dem Kredit??

    Die Aidshilfe informiert sehr gut, aber betroffene können mir bestimmt mehr Informationen geben,
    dort wurde mir zwar die Angst genommen, aber ich kann mir kaum vorstellen, das HIV heute einfach nur Pillen schlucken ist, ohne großartige Nebenwirkungen. Das mit dem Durchfall würde man mit Imodium akut in den Griff bekommen??
    Der Berater meinte die moderne Therapie wäre nicht mehr so schlimm wie es noch vor 10 Jahren war, und die Fettverteilungsstörung im Gesicht würde heute so gut wie gar nicht mehr vorkommen??

    Vielen Dank im Voraus !!
     
  2. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ganz kurz:

    Natürlich geht das Leben weiter. Und es ändert sich maximal in der Form, dass man regelmäßig zum Arzt geht, regelmäßig - wenn die Therapie notwendig wird - die Pillen schluckt und ein wenig auf sein Leben achtet.

    Die Therapie übernimmt die Krankenkasse vollständig. Einen sozialen Abstieg wirst Du nur dann erleben, wenn Du Dich gehen lässt. Du wirst als offen Positiver potenziell Diskriminierung erfahren (muss nicht, aber kann). Da Du aber selbst in Deiner sexuellen Disposition ungeoutet bist, gehe ich davon aus, dass Du auch eineHIV-Infektion (so sie denn da ist) nicht an die große Glocke hängen wirst.

    Nur mit dem Autofahren ... ich hoffe, es ist ein großes Auto - damit all die Viren Platz haben (Scherz!!!!!!!!!)

    Ich würde Dir allerdings anraten, gelegentlich nicht nur Äußerlichkeiten zu sehen. Die Angst vor Lipodystrophie ist da ein typisches Beispiel ... Nur eines wirst Du nicht verhindern können: Du wirst auch mit HIV alt werden. Aber dazu sollte HIV erst einmal diagnostiziert werden.

    Ich weiß nicht, woher Du die Info hast, positiv und arbeitslos ginge Hand in Hand? Über die Hälfte der in Deutschland gemeldeten HIV-positiven Menschen stehen in einem ganz normalen Arbeitsverhältnis. Ich selbst bin seit 20 Jahren positiv und ebensolange selbständig. Und nicht als Bettvorleger ... :)
     
  3. Mister X

    Mister X Neues Mitglied

    ...

    danke erstmal für deine Antwort, aber die Antwort befriedigt mich nicht so ganz.

    Was ist mit Nebenwirkungen? Das man mitHIV alt werden kann ist mir schon klar.

    Mir geht es auch darum, dass ich nicht will das meine Familie es merkt, dass ich positiv bin (sein könnte). Auch wenn es krass klingt, ich würde es bevorzugen, Nebenwirkungsfrei (also ohne Therapie) früh zu sterben, als dass man es mir ansieht, mich im meinem Leben mehrfach einschränkt.

    Ist das so der Fall, oder ist da was wahres drann an dem was die Aidshilfe hier sagt, oder wollen die einfach einem beruhigen damit man den Test macht?

    Und was meinst Du damit, mich gehen zu lassen?

    Ich führe schon ein aktives Leben mit kurztrips durch Europa am Wochenende.

    Ich habe Angst dass dies alles nicht mehr möglich sein wird :(
     
  4. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Du willst die eierlegende Wollmilchsau, gell?

    Also: Nebenwirkungen sind möglich, mit den modernen Medikamenten aber deutlich geringer geworden. Ich hatte mit einer Kombitherapie echte Probleme mit Durchfall - seit der Umstellung habe ich »nur noch« eine geregelte Verdauung.

    Solnage Du keine Tabletten nehmen musst, ist die Infektion nach außen nicht sichtbar.

    Allein die »krasse« Idee, lieber ohne Thrapie zu sterben, zeigt, wie wenig Du eigentlich nachdenkst. Normalerweise würde ich hier aufhören mit Antworten, weil mir eine solche »Dorian Gray«-Einstellung gewaltig auf den Senkel geht. Werd' erst mal erwachsen! Ohne Therapie wirst Du nämlich lange leiden, Man stirbt nicht »sofort« - und man wird es Dir ansehen. Und das willst Du wohl - wie ich Dich nach Deinen Einlassungen her einschätze- garantiert nicht. Die paar Nebenwirkungen sind dagegen ein Geschenk des Himmels.

    »sich gehen lassen«: sich für nichts mehr interessieren, alles egal sein lassen, sich nicht mehr pflegen, sich aufgeben etc. pp

    Warum solltest Du keine Trips mehr machen? In Europa gibt es ja keine Einreisebeschränkungen - und selbst China und die USA haben die Beschränkungen aufgehoben.
     
  5. Mister X

    Mister X Neues Mitglied

    Sorry, dass ich so denke, oder gedacht habe, denn ich sehe langsam auch die Notwendigkeit eines Tests.

    Das ist auch nicht böse gemeint. mit 24 als ich noch wirklich nicht erwachsen war, habe ich immer gesagt ich werde niemals einen Test machen.
    Auch wenn ich vielleicht garnicht positiv bin, aber das ich schon vor einem Jahr im Gesundheitsamt war und mich dort über den Test und Risiken und Therapie informiert habe, ist schon ein riesengrosser Schritt für mich.

    Ich habe hier eigentlich mit mehr "Erfahrungsberichten" gerechnet von Leuten in vielleicht einer ähnlichen Situtation :(

    Du bist selbständig, klar hast Du damit viel Verantwortung, aber Du bist dein Chef, wenn es dir nicht gut geht, kannst Du bestimmen, dass du zuhause bleibst. Kannst vielleicht Termine verschieben usw.

    Ich bin nicht selbständig, so wie ich die Jahre funktioniert habe, erwartet das auch mein Chef weiterhin.

    Ich arbeite in einem konservativen Konzern,HIV würde ich auf jeden Fall verschweigen, anders als wenn es mir wegen einer z. B. Krebserkrankung nicht gut gehen würde oder so.

    Verstehst du was ich meine? Deswegen würde ich gerne wissen, falls ich positiv sein sollte und eine Therapie gemacht werden müßte, wird es mich für einige Zeit aus dem Ruder reißen? Mich erstmal umhauen, bis ich mich daran gewöhnt habe? Müsste ich mir für 4 Wochen frei nehmen, bis es besser geht? Sowas würde ich gerne wissen, von Leuten die aktuell eine Therapie gestartet haben.


    Gruss
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Oha ...

    mit 24 habe ich auch keinen Test machen wollen ... das lag aber nicht am jugendlichen Überschwang, sondern daran, dassHIV gerade einmal 2-3 Jahre alt war und die STERN- und SPIEGEL-Titelgeschichten nichts Gutes verhießen. Damals war HIV ein Todesurteil - und das wollte ich einfach nicht vorzeitig bekommen. Vor allem, weil die Infizierten damals qualvoll gestorben sind ... und diese Aussicht wollte ich nicht. Ich habe den Test 1994 aus »Daffke« (also ohne direkten Anlass) gemacht, obwohl es immer noch ein Todesurteil war ... aber mit 33 Jahren und einer gesunden Portion Lebenserfahrung war ich bereit, jedes Ergebnis anzunehmen.

    Als Du 24 warst - das muss also so 2002/2003 gewesen sein - hatte HIV bereits viel von seinem Schrecken verloren, denn es war schon damals seit einigen Jahren eine behandelbare Krankheit geworden. Dass Du immer noch Deine Augen vor der Realität verschließt, zeigt mir, dass Deine Lebenserfahrung noch nicht wesentlich größer geworden ist - trotz schönem Auto, tollem Job und Kurztrips durch Europa ... denn Dein ganzes Denken kreist - zumindest so wie Du Dich hier zeigst - um pure Äußerlichkeiten. Wahrscheinlich würde Dich schon ein Pickel auf der Stirn zum Kreischen bringen (Scherz).

    Wir leben heute in ener Zeit, in der Menschen Verantwortung zeigen müssen - nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst. Dazu gehört auch, dass man mit sich selbst im Reinen ist und vor allem, dass man potenzielle Realitäten zumindest abcheckt.

    Ich bin vielleicht selbständig - aber mir geht es deswegen nicht besser als Dir. Du solltest Dich auch da vielleicht ein wenig mehr informieren. Ich habe weder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, ich habe keine Arbeitslosenabsicherung, ich habe keinen Kündigungsschutz, ich habe keinen Urlaubsanspruch (ganz im Gegenteil: Für mich ist der Urlaub doppelt so teuer wie für Dich: Ich verdiene in der Zeit nichts, gebe aber Geld aus). Ich bezahle Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer (die nicht vom Arbeitgeber einbehalten werden, sondern mit denen ich arbeiten muss), ich bezahle meine Sozialversicherung zu 100% und muss mich um jeden Auftrag selbst bemühen, weil die »gebratenen Tauben« nicht von selbst in den Mund fliegen. Ich muss mich Dumping-Angeboten irgendwelcher jungscher Wettbewerber erwehren, die »Ich mach was mit Medien« anbieten, aber keine Ahnung von Kundenpflege haben. Und ich muss mich jeden Morgen selbst disziplinieren - ich kann eben nicht »zuhause« bleiben ... denn wenn Aufträge nicht erledigt werden, wandern die Kunden ab ... und Termine verschieben? »Ach lieber Kunde, schalte Deine Anzeige doch 2 Monate später, mir geht's grad nicht gut ...« - meinst Du das?

    Ich freue mich mittlerweile über jedes positive Testergebnis - nicht, weil ich es anderen gönne, sondern weil eine früh erkannte HIV-Infektion die besten Voraussetzungen zur Behandelbarkeit mitbringt. Je länger man wartet - also je älter die Infektion ist, desto mehr ist der Körper bereits angegriffen, desto höher muss die Medikamentendosis sein, umso höher sind die Nebenwirkungen ... willst Du noch mehr hören? Nebenbei: Wer eine nicht entdeckte HIV-Infektion in sich trägt, infiziert unnötigerweise potenziell andere Menschen - zwar nicht absichtlich, aber durchaus fahrlässig. Ich bin zwar kein Freund des »Risikogruppen«-Denkens ... aber solange noch 65 % der HIV-Infizierten schwul sind, ist das Risiko einer Infektion eben größer als bei anderen Sexualpraktiken.

    Du arbeitest in einem konservativen Konzern. Ich liebe diese Begründung. Die Problematik der gesellschaftlichen Toleranz gegenüber HIV und insbesondere den Infizierten liegt darin, dass der Grund gegen ein Outing immer im Umfeld liegt ... niemals wird er bei sich selbst gesucht. Solange es Menschen mit Deiner Denke gibt, solange wird sich auch nichts ändern. Ich habe das im schwulen Bereich hinter mir, ich habe es im positiven Bereich hinter mir. Ich habe auf diese Einstellung keine Lust.

    Weißt Du, was wirklich zählt: Wenn ein 14jähriger Junge mit arabischem Hintergund nach einer Lesung in einer Hauptschule zu Dir kommt und Dir offen ins Gesicht sagt: »Ich finde Sie cool«. Oder wenn in einer Lesung in einer Strafanstalt, wo über dreißig 19-25jährige Gewaltverbrecher mit den unterschiedichsten sozialen Hintergründen vor Dir sitzen, ein offenes Gespräch über Homosexualität und HIV möglich ist ... und die, die vorher keine Lust hatten, sich das anzutun, hinterher bedauern, nicht dabeigewesen zu sein, weil die anderen begeistert erzählen ...

    Junge - es ist Dein Leben. Und nicht das Leben Deiner Kunden oder deines Chefs.

    Sorry, wenn ich ein wenig ausgeufert bin ... aber das musste nun mal 'raus.
     
  7. Mister X

    Mister X Neues Mitglied

    Danke für deine Nachricht,

    Ich finde die Bezeichnung unter deinem Nick „Gute Seele des Forums“ absolut NICHT zutreffend.

    Mag ja sein, dass du in allem Recht hast was du sagst, aber auf jeden Fall gehst du ganz falsch mit Leuten um, die sich nicht sicher sind was sie machen sollen und bewirkst bei mir das absolute Gegenteil.

    Es mag ja ganz toll sein, dass du das Glück hattest in einem verständnisvollen Umfeld zu sein als du Deine Diagnose bekommen hast. Du warst bestimmt geoutet und warst bestimmt in einer ganz anderen Situation!
    Du magst dich auch als Pionier fühlen mit deiner Offenheit deinem Buch,/Bücher?, Vorträge um die Welt und alle aufzuklären. Das finde ich auch toll! Da habe ich auch großen Respekt vor.


    ABER ICH BIN NICHT SO WIE DU!!!!

    Du kannst nicht dein Leben und eine Vorgehensweise mit anderen vergleichen.
    Ich sage jetzt was, was bestimmt für einige nicht nachvollziehbar ist, aber:

    ICH BIN KEINER, DER DIE WELT VERÄNDERN WILL ODER DIE DENKWEISE DER GESELLSCHAFT GEGENÜBER HOMOSEXUELLEN UND POSITIVEN.

    Sorry dafür, aber das musst Du/ Ihr auch akzeptieren, und nicht von mir verlangen, dass ich so bin wie Du!!
    Nur weil ich Schwul bin und eventl. Positiv muss ich keine Flagge zeigen, oder dazu gezwungen werden!! Auch wenn es gut wäre für die Gesellschaft.

    Mein Umfeld würde niemals Verständnis für all das aufbringen, weder meine Neigung, noch was jetzt noch kommen mag. Ich bin Ausländer, in meiner Familie gibt es noch Leute, die denken Homosexualität ist heilbar, muss ich noch mehr sagen?!!!
    Im Gegensatz zu vielen Deutschen ist mir die Familie heilig und mehr Wert als mein eigenes Leben, ich würde niemals meiner Familie schaden oder Kummer bereiten und auch wenn es heißt, dass ich mein Leben lang versteckt leben muss und auf viele Sachen verzichten muss.

    Dass musst Du auch akzeptieren, auch wenn es nicht der richtige Weg ist.

    Sei froh, dass es bei Dir und bei ganz vielen anderen, anders ist!!

    Wäre ich 18 in einer Schule und hätte einen deiner Vorträge gehört, wäre ich bestimmt auch zu Dir gekommen und hätte gesagt, Du bist cool, aber ich bin nicht Du und ich sehe einfach du kannst mich nicht verstehen.

    Deswegen möchte ich dich bitten deine „freundlichen „ Kommentare nicht mehr unter meine Postings zu setzen.

    Vielleicht kann ja auch jemand Kontakt mit mir aufnehmen der in einer ähnlichen Situation ist, nicht geoutet!! Und auch nicht offen Positiv!!

    Wie schon oben erwähnt, mag sein das du in allem Recht hast und ich es anders angehen sollte offener mit allem umgehen sollte und im nachinein hast Du vielleicht Recht, aber du hast kein Feingefühl, sorry.

    Deswegen antworte bitte nicht mehr auf meine Beiträge, bitte respektiere das auch!

    Danke
     
  8. blume23

    blume23 Bewährtes Mitglied

    Also ich finde, dass Matthias Nick als gute Seele des Forums absolut zutreffend ist.
    Er hat dir doch nur gesagt, wie alles bei ihm verlaufen ist und hat auf dich in keinster Weise Druck ausgeübt, sein Outing gleich zu tun. Das ist und bleibt jedem selbst überlassen. Ich finde seine Postings in jedweder Hinsicht ermutigend. Er hätte ebenso denken können, dass seine Umsatzzahlen nach einem Outing sinken könnten, was für einen Selbstständigen gleich einem beruflichen Todesurteil wäre. Aber all dies ist nicht passiert - ganz im Gegenteil. Er bekam für seinen offenen Umgang mit der Erkrankung und sein Buch sogar einen Preis verliehen!

    Fakt ist, dass ein Leben lang Versteck spielen eine ebenso große Bürde ist und bleibt, wie ein Outing, bei dem man zu Beginn sicher ein paar negaive Reaktionen abbekommt. Aber das ist bei Outings jeglicher Art der Fall, nicht nur beim "Schwul-Sein" oder bei einemHIV-Outing.
    Und ich denke solange man es nicht probiert, kann man die Reaktionen auch nicht vorhersehen, egal wie konservativ die Leute im Umfeld scheinen. Wer weiß, was die für eine Einstellung zum Thema HIV haben. Du weißt nicht, ob die jemand im Bekanntenkreis haben, der eventuell eine ebenso schwere Diagnose bekommen hat und daher vielleicht verständnisvoll reagieren?!

    Ich bin zwar selbst nich positiv, war aber selbst schon schwer an einem Bandscheibenvorfall erkrankt (das will ich gar nicht mit HIV vergleichen) weiß aber wie wichtig ist es ist, in schweren Momenten auch mal Unterstützung aus dem Umfeld zu bekommen. Ich persönlich würde es bestimmt auch nicht jedem Dahergelaufenen auf die Nase binden wollen, fände es aber wichtig damit offen in meinem engen Umfeld umzugehen.

    Aber wie gesagt, jeder kann damit umgehen wie er möchte und die Postings hier sind nicht dazu da um jemanden zu sagen " So hab ich es gemacht und du musst es auch so machen." Es sind nur Ratschläge, die aufzeigen sollen, dass es auch gut verlaufen kann!
     
  9. blume23

    blume23 Bewährtes Mitglied

    Nachtrag zu meiner Erfahrungsgeschichte, da du welche hören wolltest:
    Mein Ex-Freund hat mich x-fach betrogen, auch ungeschützt im horizontalem Gewerbe, all das hätt ich ihm als Grundschullehrer nie im Leben zugetraut (so kann man sich täuschen :D ).
    Die Beziehung war schon lange kaputt und ich habe mich auch 6 Wochen nach der Trennung in meinen ehemals besten Freund verliebt. Leider konnte ich die Phase des Verliebtseins nicht voll und ganz genießen, da ständig die Angst im Hinterkopf war, dass da ja "was sein kann". Als die geforderten 12 Wochen (ich war hier noch nicht so aktiv und wusst nicht, dass 8 Wochen reichen) schlug ich ganz unverbindlich vor, einen gemeinsamenHIV Test zu machen. Vorher hatten wir eh noch nicht miteinander geschlafen. Bevor es aber nicht "aus dem Sack" war, wollte ich meinen neuen Freund allerdings nicht beunruhigen, denn er steckte in einer sehr schweren Prüfungsphase.
    Bei dem Test ging es mir ehrlichgesagt sehr dreckig und ich habe mir wieder und wieder überlegt, was ich zu meinem Freund denn sagen soll, wenn es sich als positiv herausstellt. Das wäre keine Zuckerschlecken gewesen.
    Aber ich denke, dass man heut auch im Alter von 23 für sich selbst und die, die einem lieb sind Verantwortung übernehmen muss. Nach dem Test, habe ich ihm freudig mein Ergebnis mitgeteilt ihm dann aber auch gesagt, was ich für eine Angst hatte. Und er reagierte verständnislos in der Hinsicht, warum ich nicht mit ihm darüber geredet habe :)
     
  10. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Hallo Mister X,

    ich melde mich doch noch einmal, weil ich das Gefühl habe, dass Du in mein Posting mehr hineininterpretiert hast als wirklich drinsteckt.

    Selbstverständlich bist Du anders gestrickt als ich oder jeder andere ... aber Du kannst nicht verleugnen, dass Deine Selbstbeschreibung hier meine Schlussfolgerungen durchaus zulässt. Ich erwarte übrigens nicht von Dir, dass Du Dich »verbiegst« ... es wäre nur schön, wenn Du Dir auch die andere Seite der Medaille anschaust - Du musst sie ja nicht akzeptieren.

    Du machst übrigens nicht so sehr den Endruck, Du wärst Dir nicht sicher. Ich erinnere nur an Deinen Satz: »Auch wenn es krass klingt, ich würde es bevorzugen, Nebenwirkungsfrei (also ohne Therapie) früh zu sterben, als dass man es mir ansieht, mich im meinem Leben mehrfach einschränkt.« Diese Einstellung ist ebenso klar formuliert wie sie objektiv falsch ist.

    Ich habe vermerkt, dass die Alters-Situation (24 vs. 33) bei uns ident ist, auch wenn sie bei mir weiter zurückliegt. Aber damals waren die Voraussetzungen für einen Test bzw. die Folgen völlig anders und nicht zu vergleichen. Heute sollte der Wissensstand - auch bzgl. der Therapie - schon etwas weiter sein.

    Ich habe dargelegt, dass die romantische Vorstellung von »Selbständigkeit«, der Du nachhängst, mit der Realität nicht unbedingt etwas zu tun haben muss.

    Und ich habe festgestellt, dass sich in der gesellschaftlichen Akzeptanz die Katze in den Penis beißt. (Das Wort »Penis« wird hier offensichtlich automatisch für das verlängerte Rückgrat des genannten Tieres eingesetzt - ich meine aber die völlig asexuelle Redewendung). Wenn man sich erst traut, sich zu outen, weil die Akzeptanz da ist, ist das eben das Gegenteil davon, sich zu outen, damit die Akzeptanz wachsen kann. Wer sich nicht outen will, muss das nicht tun. Aber dann wird sich auch nie etwas ändern.

    Ansonsten wünsche ich Dir alles Gute - und vor allem ein negatives Testergebnis.
     
  11. mira_nrw

    mira_nrw Neues Mitglied

    Hallo Mr. X,

    aus den Dingen wird das, was wir daraus machen. Undzwar immer.

    HI Viren sind sicher die ungeliebtesten Mitbewohner, die man sich vorstellen kann ABER es gibt bei weitem Schlimmeres (MS, Leukämie, Rollstuhl nach Unfall um jetzt nur spontan einfallende Dinge zu nennen).

    Solltest Du irgendwann positiv getestet werden (und es liegt an Dir, dem entgegen zu wirken) beinträchtigt Dich dies nur soweit, wie Du es zulässt.

    Mag sein, dass es einige +getestete gibt, die keinen Job haben ABER das gibt es auch ohneHIV. Und so ist es auch mit all den anderen Bereichen im Leben, das Zauberwort heisst Verantwortung, für das was wir tun UND was wir nicht tun.
     
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