Frage zu den Ansteckungswegen

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von KaiPirinha7, 3. Juni 2021.

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  1. KaiPirinha7

    KaiPirinha7 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,
    ich habe hier jetzt schon viel gelesen , was zu meiner Fragestellung passt. DiesesHIV-Ansteckungsthema ploppt leider bei mir seit 20 Jahren immer wieder mal auf. Ich hab es soweit auch im Griff, mache schon lange nicht mehr wegen eigentlichen Nichtrisikovorkommnissen andauernd Tests (surely immer negativ), müsste aber doch noch eine kleine Einschätzung haben. Vielen Dank im Voraus, ich finde es super, wie ihr die Fragen hier doch meist geduldig beantwortet.
    Ich habe zeitweilig Probleme mit dyshidrotischen Bläschen an der Hand. Vor 2 Jahren war es im Urlaub wirklich schlimm mit Blasen von 1-2 cm Größe an den Seiten fast aller Finger.
    Ich war damit in einer Arcade-Halle und beim Rallyesimulator sind ein paar der Blasen beim 5-minütigen Fahren aufgeplatzt und schön verrieben dabei. Ich weiß, HIV wird nicht als Schmierinfektion übertragen, aber es gibt da im Netz auch manchmal widersprüchliche Aussagen zu offenen Hautstellen, verreiben usw… Sehe ich das richtig, das 1. die aufgeplatzten und nässenden Wunden generell keine ausreichende Eintrittspforte sind, da sie trotz heftigem Aussehen nicht tief genug sind (trotzdem ich manchmal gelesen habe das sie doch auch bis in die Subkutis reichen können) und 2. das, wenn da Blut am Lenkrad gewesen wäre, es eine sichtbare Menge frisches und nicht getrocknetes Blut (nahezu tropfend) für ein Risiko gewesen sein müsste? Ich habe keine Ahnung, wie kurz vorher jemand das Lenkrad benutzt hat. Danke für Eire Antwort. Ich will Euch nix erzählen, viele hier sind infiziert und wundern sich zurecht über eine solche Fragestellung, aber so eine Phobie (bei mir generell bei bedrohlichen Erkrankungen, nicht explizit HIV) ist echt blöd. Wäre cool, wenn @matthias auch was dazu sagen könnte, er hat eine pointierte Ausdrucksweise und ist aus der gleichen Stadt. Vielleicht kannst Du vor dem Hintergrund meiner Fragen noch einmal genauer auf deine häufige Aussage „eine Ansteckung findet im Körper statt“ eingehen. Grüße aus Solingen…:)
     
  2. devil_w

    devil_w Poweruser Poweruser

    Das ist ganz einfach.
    Das infektiöse Sekret muss in ausreichender Menge aus dem einen Körper, ohne Umwege, über eine geeignete Eintrittspforte direkt in den anderen Körper gelangen.
    Und genau das ist nur bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr und bei gemeinsamen Gebrauch intravenöser Spritzen möglich.
     
  3. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Solingen steht bekanntlich auf des Messers Schneide :), daher lebe ich ja schon seit fast 30 Jahren in Berlin.
    Ich freue mich allerdings, endlich mal einen User begrüßen zu dürfen, der einen sehr leckeren Nick hat – der Sommer lässt grüßen!

    Und da sind wir schon beim Thema, denn hier grüßt das Murmeltier. :)

    Deine Bläschen wären (Konjunktiv!) eine Eintrittspforte, wenn direkt frisches Blut – sozusagen aderfrisch abgezapft – in großen Mengen hineinliefe. Sinngemäß gilt das auch für Sperma, aber das ist nicht so schön rot.

    Ich muss sagen, dass ich von solchen Bläschen noch nie gehört habe, aber schon bei dem Namen bin ich ganz froh … immerhin erklären sie aber sie aber Deine Frage, denn sowas ist (hoffentlich) nicht alltäglich. Trotzdem: Die Zeit, in der man glaubte, dassHIV schon en passant, also quasi zu jeder Gelegenheit übertragen werden könnte, sind ja hoffentlich vorbei. Nun bist Du aber in dem Alter, in dem man sich nur an die Schreckensnachrichten aus der Jugend erinnert, die ausgesprochen positiven Entwicklungen seit Mitte der 90er Jahre aber irgendwie gar nicht mitbekommen hat. Insofern:

    Bläschen hin oder her – es gibt wirklich nur zwei Übertragungswege – der ungeschützte Sex und der intravenöse Drogengebrauch bei gemeinsamer Spritzenbenutzung. Während bei letzterem die Formulierung »im Körper« sicher leicht verständlich ist – man spritzt ja direkt in die Vene – scheint es bei Geschlechtsverkehr mittlerweile zu einer babylonischen Sprachverwirrung gekommen zu sein. (Nicht nur) ich meine bei Sex schlicht den eindringenden Verkehr, so wie er früher mal üblich war. Denn erst wenn Sperma tief in den Körper gelangt, egal ob vaginal oder anal, kann es – vorausgesetzt es ist infektiös – Schaden anrichten.

    Deiner Phobie könnte es helfen, wenn ich Dir sage, dass in Deutschland mittlerweile 90% aller mit HIV infizierten Menschen in medikamentöser Therapie sind und dadurch das Virus nicht weitergeben können. Und dabei ist es nun mal ganz egal, ob ein Blutfleck am Lenkrad klebt – was ohnedies kein Risiko ist, denn das Virus hasst den Sauerstoff aus der Luft – oder ob man richtigen Sex hat.
     
  4. KaiPirinha7

    KaiPirinha7 Neues Mitglied

    Vielen Dank für deine Antwort. Ja, das dishydrotische Ekzem mit den Bläschen ist echt nicht schön, aber ich komme klar. Ich wohne gerne in SG, aber stimmt, die 5 Jahre Studium in Köln waren wie eine andere Welt. Alles was da hip ist, kommt in SG mit 10-15 Jahren Verzögerung an…:) Ein Haus dort war für meine Frau und mich aber leider nicht zu finanzieren…:)
    Einen habe ich noch, dann ist Schluss. Was mich noch generell mal sehr interessieren würde und für mich auf den verschiedenen Seiten im Netz, auch in der Fachliteratur, nicht deutlich genug wurde: Im Bezug auf die antiretrovirale Therapie geht es ja immer um einen frühen Zeitpunkt des Beginn nach Infektion. Hat man denn, wenn man die akute und Latenzphase überstanden hat ohne was zu merken und dann erst mit den Symptomen des Ausbruchs von AIDS zum Arzt geht und die Diagnose erhält, heutzutage trotzdem noch die Chance auf eine erfolgreiche Therapie mit den Medis und dementsprechend einer „normalen Lebenserwartung“?
     
  5. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Das ist unterschiedlich. Es kommt wirklich immer darauf an. Wir hatten hier ein Mitglied,der mit 2 Helferzellen und AIDS-definierenden Krankheiten (wie sich dann herausstellte) in die Klinik kam und erfolgreich mit der ART behandelt wurde. Allerdings ist man im Stadium AIDS, sobald man es einmal erreicht hat, un geht nicht wieder auf den Status »HIV-positiv« zurück. Ob die Lebenserwartung »normal« ist, hängt u.a. davon ab, was es an Vorschädigungen gibt. Aber genau das ist ja der Grund, weshalb immer empfohlen wird, regelmäßig zu testen, um den Status zu kennen.

    Ich habe mit der Therapie im Jahr 2001 – 7 Jahre nach der Diagnose – begonnen (9 Jahre nach der vermuteten Infektion). Das hat ausgereicht. Damals gab es aber noch keine so große Auswahl an Medikamenten und Wirkstoffkombinationen, dass man erst begonnen hat, wenn das Immunsystem wirklich Unterstützung brauchte. Heute ist das anders, da empfiehlt sich ein frühzeitiger Beginn, um mit leichten Dosen (1 oder 2 Tabletten pro Tag) erfolgreich auskommen zu können.
     
  6. KaiPirinha7

    KaiPirinha7 Neues Mitglied

    Alles klar, ich hatte mir schon gedacht, dass das so allgemein nicht gesagt werden kann. Dennoch scheint man ja auch dann zumindest noch eine Chance auf eine erfolgreiche Therapie zu haben. Du hast recht, als sozusagen Normalo hat man unbewusst immer noch die Infos aus der Zeit Ende der 80er/Anfang der 90er im Kopf (Mercury, Hudson und viele eher panische Medienberichte) und hat von den bahnbrechenden Entwicklungen seitdem hinsichtlich Lebensqualität/Lebenserwartung kaum was mitbekommen. Danke nochmal für Deine Zeit und alles Gute so far…
     
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