Falsches Negativergebnis?

Dieses Thema im Forum "Infektion" wurde erstellt von kreise, 2. Mai 2011.

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  1. kreise

    kreise Neues Mitglied

    Guten Abend!

    Vorweg moechte ich einmal kurz sagen, dass ich mir gut vorstellen kann, dass Ihr alle etwas die Schnauze voll von den Leuten habt, die mitunter nicht wahrhaben wollen, negativ zu sein. Ich glaube, es gibt solche Menschen.

    Dazu folgende kleine Geschichte:

    Meine letzte Beziehung ist drei Jahre her, wir haben anfangs sehr verantwortungsbewusst mit Kondomen verhütet, bis wir uns beide haben testen lassen. Negativ. Nun weiss ich mit hundertprozentiger Sicherheit, dass mein EX mich mehrere Male betrogen hat und dies auch ohne Kondom, wie ich hinterher hören musste. Jeder normale Mensch haette diese Beziehung wahrscheinlich sofort abgebrochen, ich blieb jedoch bei ihm...naiv und dumm wie ich war. Im Laufe der folgenden Jahre habe ich Gedankenspiralen vom allerfeinsten erlebt, habe mir Symptome eingebildet und beim Gedanken anHIV bin ich regelmaessig in Panik ausgebrochen. Ich habe es drei Jahre lang vermieden, einenHIV-Test machen zu lassen, in dieser Zeit hatte ich Beziehungen, ONS, sogar Sex mit HIV-Positiven Menschen. Das war mir alles jedoch vollkommen egal, da ich fest der Überzeugung war, selbst positiv zu sein. Letzte Woche habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten und bin zum Gesundheitsamt gegangen um mich endlich testen zu lassen. Nach einem langen persönlichen Gespräch mit der sehr netten Beraterin, in dem ich ihr meine Situation geschildert habe, sagte sie nur plump, sie gehe nicht davon aus, dass ich positiv bin, sie hätte da ein gutes Gefühl. Was bitte ist das für eine Beratungskompetenz, aufgrund eines subjektiven Gefühls auf ein Negativergebnis zu schliessen? Nach 5 Tagen der endlosen Warterei und schlaflosen Nächte bekam ich heute mein Negativergebnis.
    Die Beraterin sagte zu mir jedoch, sie könne sich vorstellen, dass ich zu einer Menscengruppe gehöre, die irgendwann einmal doch positiv getestet werden könnte. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Sie wünschte mir noch alles Gute und hofft, dass ich gesund bleibe.

    Ich kann diese ganze Story im Nachhinein selber nich fassen.
    Werden beim Gesuamt Leute nach Sympathie und Lust/Laune der Berater als positiv oder negativ eingestuft? Wurde das Blut überhaupt getestet? Oder dachte man sich, ich sei einfach nen bisschn weich in der Birne? Ich weiss nich was ich noch glauben soll.
    Bin direkt danach zur Plasmaspende gegangen, da man dort auch getestet wird und zusaetzlich habe ich mir nochmal beim Hausarzt Blut abnehmen lassen.

    Sicher mache ich mich etwas unsympathisch damit, aber ich weiss, dass da irgendwas ist. Irgendwas ist da faul.
    Die menschliche Psyche ist zu Dingen fähig, die man selber nicht glauben kann. Ich habe ein psychisches Problem, ich bin nicht positiv. Ich bin HiV-Phobiker.[/list]
     
  2. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    1. Das Plasma- und auch das Blutspenden sind keine Gratis-HIV-Tests. Ich krieg jedesmal soooo nen Hals wenn ich das lese.

    2. Beim GA sind Leute die wissen was sie erzählen. Wenn Du nach dem letzten Risiko mind. 12 Wochen gewartet hast ist Dein Test sicher. Ich kann mir eher vorstellen, dass Du es falsch verstanden hast. Kann es sein, dass sie meinte, dass Du aufgrund Deines Verhaltens irgendwann nen pos. Test einkassieren wirst?

    3. Hier rein gar nichts faul in Sachen Tests.
     
  3. kreise

    kreise Neues Mitglied

    Klar sind das keine Gratistests, ich bin nur der Meinung, dass man es vollkommen verzweifelten Menschen nicht zum Vorwurf machen sollte, wenn sie diese Methode in Erwägung ziehen. Das ist moralisch sicher absolut verwerflich aber ich hab bewusst die Plasmaspende gewählt, weil ich beim GA einfach das Gefühl hatte, dass die Frau irgendwie nicht kompetent war. Sie schien auch selbst nicht besonders aufgeklärt zu sein und das hat mich trotz des erfreulichen Ergebnisses beunruhigt. Ich weiss, dass das irrational ist. Aber so ist es eben.

    Die diagnostische Lücke habe ich eingehalten. Mein letzter RK ist 4 Monate her, mein letzter Sex mit meinem letzten Exfreund (Positiv, jedoch unter Nachweisgrenze, trotzdem immer Kondom benutzt) ist ca. 6 Wochen her. Da mach ich mir auch eigentlich keine Sorgen, wir haben immer die Kondome nachkontrolliert. Dass ich sagte,HIV-phobisch zu sein, bezog sich sowieso eher auf die Auseinandersetzung mit HIV in meiner Gedankenwelt, bzw. meinem Körper. Teilweise hab ich mir Symptome einfach eingebildet, hab KS gesehen, wo keine waren, jedes Niesen hab ich als Zusammenbruch des Immunsystems interpretiert. Auf der anderen Seite... Ich habe keine irrationalen Ängste vor Nadeln, die in Kinositzen stecken oder öfftl. Toiletten oder wasweißich. Klar, ich bin da eigtl. keine Rechenschaft schuldig und es hat auch niemand von Euch danach gefragt aber sonst wäre ich doch auch keine Beziehung mit Jemandem eingegangen, der selbst positiv ist. Ich denke, ich habe das nicht falsch verstanden, sie hat mir "sogar" gesagt, wie verantwortungsbewusst sie mich erlebt hat...und trotzdem dann der Spruch. Zugegeben, ich bin erst 21 und wahrscheinlich wirklich einfach ein wenig weich im Kopf...möglicherweise meinte sie auf diese etwas verschrobene Art, ich solle weiterhin so "verantwortungsbewusst" sein. Aber ich musste mir diese Sache mal vom Herzen schütteln und wollte es einfach so anonymisiert wie möglich tun. Ist das okay?

    Lieben Gruss
     
  4. AlexandraT

    AlexandraT Moderator HIV-Symptome.de Team

    Doch, man darf auch jemandem wie Dir deutlich sagen, dass die Blut- und Plasmaspenden nicht für irgendwelche Gratistest gedacht sind. Menschen brauchen diese Spenden – hast Du schon mal dran gedacht? Es gibtHIV-Tests bei Beratungsstellen, Gesundheitsämtern etc. Und nur weil Du mit der Dame vom GA nicht zurechtkommst heisst es nicht, dass Du nun Deine HIV-Tests beim Plasmaspenden machen sollst. Dies ist ein egoistisches Verhalten. Auch wenn die Gefahr einer Infektion gering ist weil mittels Ak-Test undPCR getestet wird…. es bleibt ein Restrisiko. Also, das nächste Mal wieder zum Gesundheitsamt. Und wenn Dir was an der Aussage der Dame nicht passt sprich sie gleich dort drauf an und frag detaillierter.

    Es ist schon etwas „unnatürlich“ wenn man sich dauernd in Gedanken mit HIV befasst.

    Klar ist es ok wenn Du hier schreibst… aber Du musst dann auch mit den Antworten der User hier klar kommen.
     
  5. kreise

    kreise Neues Mitglied

    Ich habe doch auch nie behauptet, dass Du das "Menschen wie mir" nicht deutlich sagen darfst, oder? Natürlich weiss ich, dass Menschen auf Plasma und Blut angewiesen sind aber Du kannst doch nicht davon ausgehen, dass jeder der dort hingeht, das aus rein altruistischen Gründen tut?! Ist doch auch schon für jeden, nebenbei regelmäßig kontrolliert zu werden. Und wenn ich als Spender zugelassen werde, gehe ich natürlich auch regelmäßig hin um zu spenden. Und bitte, werf mir jetzt nicht vor, das eh nur zu machen, weil ich egoistisch und misstrauisch wär. Dazu ist mir die Zeit, die ich auf irgendwelchen Liegen dann verbringe mit Schläuchen am Arm, doch definitiv zu schade.
    HIV in Gedanken ist unnatürlich. Jo, geb ich Dir Recht.
     
  6. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Doch - es gibt noch Menschen, die helfen um der Hilfe willen.

    Dass Du der Dame vom Gesundheitsamt keinen Glauben schenkst, ist Deine Sache. So, wie Du hier Dein Sexualleben geschildert hast, muss ich ihr allerdings völlig Recht geben, denn ist es durchaus möglich, dass Du eines Tages positiv bist ... Du gehst völlig gedankenlos und selbstverliebt an die Sache heran und suchst Dir im Zweifelsfall jemanden, der für Dich die Schuld übernimmt (im Sinne von: lieber die Ehrlichkeit anderer anzweifeln, als den Fehler bei sich zu suchen).

    Was faul ist, ist Deine Einstellung zu Dir selbst.
     
  7. kreise

    kreise Neues Mitglied

    Klar gibt es diese Menschen aber lange nicht jeder, der dorthin geht, ist so ein Mensch.

    Hmm, ich finde Du verurteilst mich hier gerade etwas. Gedankenlos? Gedanken mach ich mir genug darum. Selbstverliebt? Bitte, Du kennst mich doch garnicht. Oder ist es normal, hier einen Menschen vorschnell in Schubladen zu stecken? Das hätte ich so nicht erwartet, Entschuldige.
    Ich weiss, wo meine Fehler sind. Die habe ich bereits geschildert und auch eingestanden und ich suche mit Sicherheit bei niemand anderem als mir selbst die Schuld dafür. Also hör bitte auf, mir sowas zu unterstellen. Ich unterstelle Dir schliesslich auch nichts.
     
  8. matthias

    matthias Moderator HIV-Symptome.de Team

    Ich halte mich nur an Dein Eingangsposting:

    Dem entnehme ich, dass Dir nicht nur alles, sondern auch alle anderen egal waren, denn Du hast es in Kauf genommen, andere zu infizieren. Das nenne ich gedankenlos. Du wunderst Dich, dass die Dame vom Gesundheitsamt so reagiert? Und unterstellst ihr sogar noch Inkompetenz? Das nenne ich selbstverliebt.

    Und - noch einmal: Die weitaus meisten Menschen, die zum Blutspenden gehen, machen das, weil sie helfen wollen - und nutzen das nicht, um einenHIV-Test machen zu lassen. Oder - um Heinrich Zille zu zitieren: »Wer von sich auf andere schließt, vergisst, dass es auch anständige Menschen gibt.«

    Warum hast Du uns an Deiner Geschichte teilhaben lassen? Ich nehme an, aus demselben Grund, wie alle anderen. Du woltest etwas loswerden und hast Hilfe erhofft. Was völlig richtig ist. Hilfe ist aber nicht immer das, was Du hören möchtest. Hilfe ist das, was Dir ermöglicht, Deine Situation richtig einzuschätzen. Und dazu gehören auch kritische Bemerkungen. Und die muss man ertragen können.

    Ich sag das ja nicht gegen Dich, sondern gegen Deine Einstellung. Und das ist ein riesiger Unterschied!
     
  9. kreise

    kreise Neues Mitglied

    Velleicht hätte ich erwähnen sollen, dass ich mich stets trotzdem geschützt habe. Obwohl. Das hab ich ja. Steht halt etwas weiter oben oder unten im Beitrag, vielleicht hättest Du das auch lesen sollen.

    Auf Selbstverliebtheit zu schliessen, weil ich etwas misstrauisch gegenüber einer Person war, die mir plump aufgrund meines Aussehens oder meines Verhaltens quasi fast schon versicherte, nicht positiv zu sein, ohne jedoch ein Testergebnis vorliegen zu haben finde ich etwas fehlinterpretiert von Dir. Aber okay, Wahrnehmung ist ja subjektiv.

    Natürlich erzähle ich diese Geschichte, weil ich Hilfe suche. Aber darf ich vielleicht selbst noch entscheiden, was ich glaube, was mir hilft und was nicht. Ich bin 21, ich habe noch nicht so die Lebenserfahrung, ich mache Fehler, wie jeder andere auch, ich suche diese Fehler, ich bin selbstreflexiv und versuche mich zu bessern. Was bin ich denn, wenn ich nicht bin, was ich denke? Und was ich denke, ist meine Einstellung, zumindest meistens. Ich glaube, Heinrich hat vergessen, dass wer von anderen auf sich selbst schliesst, nicht existiert.
     
  10. niemehrwieder

    niemehrwieder Poweruser

    Was soll diese Diskusion denn nun bringen?
     
  11. kreise

    kreise Neues Mitglied

    Ich denke, die Diskussion ist nun beendet. Vielen Dank für die netten Beiträge und die konstruktive Kritik an meiner Geschichte. Ich werde es mir annehmen.

    Lieben Gruß
     
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