AIDS Ausbruch - wie schlimm ist die Lage?

Dieses Thema im Forum "AIDS-Forum" wurde erstellt von sven77, 18. November 2010.

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  1. sven77

    sven77 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    bei meinem Bruder ist vor kurzem AIDS ausgebrochen. Er liegt nun bereits seit gut 10 Tagen auf der Intensivstattion. Leider hat er uns seine schwereHIV-Erkrankung mehrere Jahre vorenthalten und so konntem wir ihm deswegen nicht helfen oder ihm beistehen. Nun habe ich die Befürchtung auch dieses mal nicht die volle Wahrheit zu erfahren.

    Könnt ihr mir vielleicht helfen?

    Sein Zustand sieht wie folgt aus:
    - CD4-Wert ist unter 99 (heißt das eigentlich "so gut wie nicht messbar" oder wie kann ich das verstehen?)
    - Virenlast: unbekannt
    - Hodgeking Lymphom (vermutlich fortgeschritten, da bereits seit mehreren Monaten)
    - Hepatitis
    - Herpes enzephalitis (also im Gehirn)
    - Stark aufgeblähter Bauch (vermt. wg. Infektion im Darm)
    - Vermtl. Nierenversagen, da er 24/7 an der Dialyse angeschlossen ist
    - Pneunomie (die aber scheinbar nicht mehr akut ist)

    Grundsätzlich sind seine Blutwerte sehr schlecht (vor allem Leberwerte). Die Infektionen im Körper sind trotzt Antibiotika, Blutkonserven und Thrombozyten nicht so recht in den Griff zu kriegen.

    Als wären die Fakten nicht schon schlimm genug, bekomme ich immer wieder widersprüchige Aussagen von den Ärzten - vor allem, da immer wieder ein anderer Spezialist bei ihm ist. Quasi 10 Ärzte mit 11 verschiedenen Meinungen! Das schlimmste ist, dass sein behandelnder Arzt scheinbar seinen Zustand positiver darstellt, als er in Wahrheit ist.

    Wie hoch sind denn in diesem fortgeschrittenen Stadium überhaupt noch die Heilungschancen? Ich habe in diesem Forum gelesen, dass man in bestimmten Fällen AIDS wieder zu einer "normalen" HIV-Infektion umkehren kann. Aber ist das überhaupt noch realistisch in Anbetracht seines Zustandes?

    Vielen Dank für eure Hilfe.

    Viele Grüße
    Sven
     
  2. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Hallo Sven,

    wie hoch die Heilungschancen bei Deinem Bruder liegen, vermag ich nicht zu sagen. Grundlegend mal eine Frage: welchen Typ von Hepatitis hat er denn (A, B, oder C)?
    Desweiteren wundere ich mich, das seine Werte überhaupt so schlecht sein können, bei den heutigen Medikamenten. Entweder er hat sie nicht genommen oder er wusste von seiner Infektion nichts. Helferzellen (CD4) bei 99. Das ist alles andere als gut. Zum Vergleich: meine liegen bei über 400.
    Das bedeutet, das Dein Bruder sehr leicht anfällig für jegliche Infektionen ist (Bakterien, Viren und auch Pilze). Das mag hart klingen, leider ist dies aber so.
    Ich drücke Dir und natürlich auch Deinem Bruder alle Daumen. Halte uns mal wegen der Geschichte weiter auf dem laufenden.

    LG
    Chris
     
  3. sven77

    sven77 Neues Mitglied

    Hallo Chris,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort.

    Mein Bruder wußte von seiner Krankheit bereits seit über fünf Jahre. Er hat seit dem auch Medikamente dagegen genommen - welche das genau sind, kann ich allerdings nicht sagen. Im Krankenhaus haben sie die Behandlung aber auch wieder umgestellt. Auch welche Hepatitis er hat, weiß ich leider auch nicht. Ein schneller Blick in Wikipedia sagte mir aber, dass es nicht nur A, B oder C gibt (die durch Viren ausgelöst werden), sondern das Heptatits eigentlich ein Oberbegriff für eine ganze Reihe von Lebererkrankungen sein kann (mehr als ein dutzend weitere sind da aufgelistet). Auch eine bakterielle Ursache wird dort erwähnt. Das macht eine Diagnose und eine Prognose vermutlich schiwierig...

    Jedes mal, wenn wir meinen Bruder besuchen, müssen wir uns desinfizieren und uns komplett in "Krankenhauskleidung" einhüllen (also Kittel, Maske, Haube, Handschuhe) damit wir auch keine Keime mitbringen. Und trotz all dieser Hygiene kommen fast täglich neue Hiopsbotschaften.

    Warum wunderst du dich so über seine schlechten Werte? Meinst du damit, dass er vielleicht die falschen Medikamente bekommen hat oder diese nicht genommen hat?
    Und wie kann man den Wert denn wieder nach oben bekommen? Reichen die "richten" Medikamte überhaupt noch aus? Oder braucht es da noch mehr?

    Er hat ja bereits mehrere Infusionen (Blut + Thrombozyten) bekommen. Ich berfürchte aber, dass je nach Höhe der Virenlast diese Infusionen schnell an Wirkung verlieren können. Oder welche Rolle spielt die Virenlast dabei?

    Vielen Dank schon mal an alle hier. Tut mir leid, wenn ich noch etwas unbeholfen wirke, aber ich bin leider auch noch relativ neu in dem Thema, da ich mich erst seit wenigen Tagen damit beschäftige. Gerne werde ich euch aber auf dem Laufenden halten.

    Viele Grüße
    Sven
     
  4. ChrisLDK

    ChrisLDK Poweruser

    Es klingt mir eher so, das er die Medikamente nicht genommen hat. Normalerweise geht einHIV-Infizierter alle drei Monate zu einem Facharzt und lässt sich Blut abnehmen. Dort wird die Viruslast, die Helferzellen, die Leberwerte und auch das allgemeine Blutbild bestimmt. Spätestens da hätte Deinem Bruder was auffallen müssen. Aber auch der Schwerpunktarzt (Facharzt) hätte was merken müssen. Die Medikamente verhindern ja die Ausbreitung der Viren, so das man nach einer bestimmten Zeit "unter der Nachweisgrenze" ist.
    Wie gesagt, ich bin kein Mediziner. Ob Deinem Bruder geholfen werden kann, kann und werde ich nicht beantworten. Normalerweise behandelt man ihn mit hohen Dosen Antibiotika um die viralen und bakteriellen Infektionen in den Griff zu bekommen. Schwerer wird es, wenn er auch noch ne Hepatitis C hat. A und B sind sehr gut behandelbar, aber ne C ist nicht gerade gut.

    LG
    Chris
     
  5. sven77

    sven77 Neues Mitglied

    Hallo zusammen,

    sein Zustand ist in den letzten Tagen wesentlich besser geworden. Wegen der Herpes Enzephalitis waren Bereiche seines Gehirns stark angeschwollen, wesegen die Lage zwischenzeitlich sehr kritisch wurde. Die Ärzte wollten aber wg. der schlechten Blutwerte eine OP nach möglichkeit vermeiden. Nun gehts aber wieder bergauf - die Schwellung ließ nach, die Blutwerte werden langsam wieder besser.

    Ich hoffe, dass er regelmnäßig zum Arzt gegangen ist. Diese Fragen möchte ich ihm in seinem Zustand aber noch nicht zumuten... Aber davon unabhängig: Wie teuer sind denn eigentlich dieHIV Medikamente? Das zahlt doch alles die Krankenkasse oder?

    Ich habe auch gelesen, dass es bei HIV eine "statistische Häufung" vom Hodgekin Lymphon gibt. Da frage ich mich doch, warum das sein Arzt erst so spät diagnostiziert hat. Er lief bestimmt schon seit über einem halben Jahr mit ne Beule am Hals herum(!). Mittlerweile hat er am ganzen Körper wohl drei oder vier solcher Beulen. Eigentlich müsste doch ein guter Arzt da direkt 1 und 1 zusammenzählen können.

    Wie schnell kann denn der CD4 Wert sinken, bzw. die Viruslast steigen? Es kann ja schon mal natürliche Schwankungen geben, die noch nichts über einen bevorstehenden Ausrbuch aussagen. Aber ich bezweifle mittlerweile selber, dass der Wert von heut auf morgen unter 100 gesunken sein soll.

    Liebe Grüße
    Sven
     
  6. Jacky_DA

    Jacky_DA Bewährtes Mitglied

    Hallo Sven!

    Zunächst einmal freut es mich, dass es mit Deinem Bruder wieder bergauf geht. Zu den Medikamenten: diese sind sehr teuer (müsste jetzt nachgucken, was eine Behandlung im Schnitt genau kostet), die Kosten werden aber von der Krankenkasse übernommen.

    Die Frage ist halt, ob Dein Bruder regelmäßig beim Arzt war und ob er seine Medikamente regelmäßig eingenommen hat. Aber die Beantwortung dieser Fragen bringt ja weder ihn noch Dich weiter.
     
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