Hepatitis B

Die Leber ist das größte Organ des menschlichen Organismus. Sie ist eine Drüse. Drüsen sind Organe, die in der Lage sind, spezielle Substanzen herzustellen und auszuscheiden. Die Leber ist am Stoffwechsel von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten beteiligt. Innerhalb des Eiweißstoffwechsels werden zum Beispiel mit der Nahrung aufgenommene Aminosäuren, die der Organismus nicht benötigt, über den Harnstoffzyklus so verarbeitet, dass sie über den Urin ausgeschieden werden können. Kohlenhydrate aus dem Blut wandelt die Leber in Glykogen um und speichert etwa 150 g davon. Vom Organismus nicht benötigte Kohlenhydrate werden von der Leber in Fett umgewandelt, das in Fettzellen als „eiserne Reserve“ eingelagert wird.

Weiterhin bildet die Leber den für die Fettverdauung notwendigen Gallensaft, der in der Gallenblase gespeichert wird. Die Leber fungiert als Entgiftungsstation des Körpers, denn sie baut zum Beispiel Medikamentenreste oder Alkohol ab. Unter einer Hepatitis versteht man eine Leberentzündung.

Der Begriff setzt sich aus dem griechischen Wort „hépar“ für Leber und der in der medizinischen Fachsprache gebräuchlichen Endung „itis“ für Entzündung. Die Ursachen einer Hepatitis sind vielfältig. Sie kann durch mechanische oder physikalische Einwirkungen, durch giftige, sogenannte toxische Stoffe, wie zum Beispiel Medikamente oder Drogen und durch Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst werden.

Ursachen

Die Hepatitis B ist die häufigste durch Viren ausgelöste Leberentzündung. In Südostasien und China, im Nahen und Mittleren Osten sowie in der Türkei und in großen Teilen Afrikas tritt die Hepatitis B besonders häufig auf. In den westlichen Industrieländern haben weitverbreitete Impfkampagnen das Infektionsrisiko verringert. In Deutschland wurden 2010 mehr als 5000 Neuerkrankungen registriert, wobei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen wird, da viele Erkrankungen ohne Symptome verlaufen. Auslöser ist das Hepatitis-B-Virus, kurz HBV, das über den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen wird.

Zu einem solchen Austausch kommt es überwiegend bei sexuellen Kontakten, seltener durch Bluttransfusionen. Auch nicht sorgfältig sterilisierte Instrumente, wie etwa Nadeln beim Tätowieren oder Spritzen von Drogenabhängigen, können Überträger sein. Der weltweit häufigste Übertragungsweg ist die Infizierung des Kindes bei der Geburt.

Hepatitis B Symptome

Nach einer Inkubationszeit – das ist der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Erkrankung – von einem bis sechs Monaten verläuft eine akute, also eine plötzlich auftretende, Hepatitis B-Erkrankung überwiegend symptomlos. Nur etwa ein Drittel der Erkrankten klagt über Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Gliederschmerzen. Die Haut verfärbt sich gelb und der Urin ist dunkelbraun. Die Beschwerden klingen meist nach zwei bis sechs Wochen völlig ab. Bei einer selteneren schweren Verlaufsform kann es zu Blutgerinnungsstörungen und Schädigungen des Gehirns kommen. In etwa 1% der Fälle ist der Verlauf fulminant. Hier besteht akute Lebensgefahr.

Eine akute Hepatitis B-Erkrankung kann sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln, wenn die Symptome länger als sechs Monate bestehen und entsprechende Marker, das sind messbare Produkte des Organismus, die als Indikatoren für Erkrankungen gelten, nachweisbar sind. Etwa 5% bis 10% aller Krankheitsfälle verlaufen chronisch, wobei Neugeborene, die sich während der Geburt infizieren in 90 % zu chronischen Virusträgern werden. Bei einem Viertel der chronischen Hepatitis B-Erkrankten steigert sich der Krankheitsverlauf während der Jahre.

Diagnose

Für die Diagnose einer Hepatitis B wird das Blut auf das Vorkommen von Antigenen, Antikörpern und Virus-DNA untersucht. Finden sich die Antigene HBs-Ag und HBe-Ag, so liegt eine akute oder chronische Erkrankung vor. Der Patient ist hoch ansteckend. Kann nur HBs-Ag nachgewiesen werden, und ist der Patient sonst gesund, so ist der Betroffene HBs-Träger. Auch dann besteht noch Ansteckungsgefahr. Der Nachweis des Antikörpers Anti-HBc-IgG zeigt, dass die Erkrankung am Ausheilen oder bereits ausgeheilt ist.

Die Antikörper Anti-HBc-IgM sind Zeichen für das Vorliegen einer akuten Hepatitis B. In der Heilungsphase einer akuten Erkrankung finden sich die Antikörper Anti-HBe im Blut. Sie gelten auch als Zeichen für eine Verbesserung und geminderte Ansteckungsgefahr bei einem chronischen Krankheitsverlauf. Findet sich im Blut DNA des Virus, so kann daran eine chronische Hepatitis B diagnostiziert und beobachtet werden. Wenig Virus DNA bedeutet eine ruhende Infektion, viel das Vorliegen einer akuten Hepatitis B-Erkrankung.

Therapie / Behandlung

Während einer Akutphase der Hepatitis B werden lediglich die Symptome behandelt durch Bettruhe, allgemeine Schonung, Alkoholverbot und Vermeidung von leberbelastenden Medikamenten wie Schmerzmittel oder der „Pille“. Ist der akute Verlauf schwer, so werden Anti-Viren-Medikamente eingesetzt. Eine chronische Erkrankung wird entweder mit Interferonen behandelt, die das Immunsystem stärken und zu vermehrter Aktivität anregen, oder mit Medikamenten, die die Vermehrung der Viren behindern. Weitere Wirkstoffe befinden sich noch in der Erprobung.

Allerdings wird durch die Behandlung die chronische Erkrankung nicht geheilt. Sie zielt allein darauf ab, den Verlauf abzumildern und damit das Risiko von Spätfolgen zu senken.

Verlauf

Eine akute Hepatitis B-Erkrankung heilt meist nach wenigen Wochen völlig ab. Weniger als 10% werden zu chronischen Verlaufsformen. Ganz selten ist Verlauf fulminant, so dass zu Leberversagen kommen kann. Eine chronische Hepatitis B verläuft beim überwiegenden Teil der Betroffenen beschwerdefrei. Sie haben ein eher geringes Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen. Bei 20% entwickelt sich eine Leberzirrhose, das heißt Schrumpfleber, aus der Leberkrebs entstehen kann. Das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken, ist bei chronischer Hepatitis B bis zu 100fach erhöht. In seltenen Fällen kommt es in der Folge zu einer Erkrankung anderer Organe, zum Beispiel der Nieren. Nur wenige Patienten können sich zusätzlich auch mit einer Hepatitis D infizieren.

Vorbeugen

Am besten beugt man einer Erkrankung an Hepatitis B durch eine Impfung vor. Bis zum 18. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen eine solche Grundimmunisierung. Auffrischungen sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht notwendig. Eine Impfung empfiehlt sich im Erwachsenenalter für denjenigen, der in pflegerischen und /oder medizinischen Berufen tätig ist oder eine Reise in eine Gegend plant, in der Hepatitis B epidemisch auftritt. Beim Akt, insbesondere bei häufigem Partnerwechsel, ist die Verwendung von Kondomen unverzichtbar.

Vorsicht ist geboten bei der Verwendung von durch andere bereits benutztem Rasierzeug, Zahn- oder Haarbürsten, Nagelscheren oder Nagelfeilen. Einwegspritzen sind zu bevorzugen. Bei der Wahl eines Tattoo- oder Nagelstudios sollte auf die vorherrschende Hygiene geachtet werden, etwa, dass die Instrumente ausreichend desinfiziert werden. Sollte nach einem Nadelstich die Gefahr einer Infektion bestehen, können innerhalb der ersten sechs bis zwölf Stunden Hepatitis B Antikörper gespritzt werden. Es empfiehlt sich danach noch eine aktive Immunisierung.

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