PCP (Pneumocystis Pneumonie)

Die Pneumocystis-Pneumonie zählt zu den opportunistischen Infektionen und verläuft schleichend. Wird sie nicht behandelt, endet sie dennoch sehr häufig tödlich. Bei der Pneumocystis-Pneumonie (PCP) handelt es sich um eine spezielle Form der Lungenentzündung. Sie wird durch den Erreger Pneumocystis jiroveci hervorgerufen, der zu den Pilzen zählt und weitverbreitet ist. Meist kommt es bereits in der Kindheit zu einer Infektion, die jedoch ohne den tatsächlichen Ausbruch der Krankheit verläuft. Bei einer Schwächung des Immunsystems, wie sie auch bei einer HIV-Infektion auftritt, kommt es dann häufig zum Ausbruch der Krankheit.

Eine zugrundeliegende HIV-Infektion kann auch eine Neuinfektion mit dem Erreger zur Folge haben, da dieser in der Regel von Gesunden übertragen wird. Eine Pneumocystis-Pneumonie bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass eine Infektion mit dem HI-Virus vorliegen muss, da es dafür keine gesicherte Symptomatik gibt. Die PCP beginnt in den meisten Fällen schleichend mit zunehmendem trockenen Husten und einer fortschreitenden Atemnot. Die Patienten können auch unter Fieber leiden, dies muss jedoch bei dieser besonderen Form der Lungenentzündung nicht zwingend anwesend sein. Oft kommt es in den ersten Erkrankungswochen zu einem Gewichtsverlust von mehreren Kilogramm. Im Mund der Patienten kann häufig ein sogenannter Mundsoor nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um den Befall der Mundschleimhaut mit Pilzen verschiedener Candida-Arten, die einen weißen oder gelblichen Belag hinterlassen. Durch die schleichenden Beschwerden kann es oft mehrere Wochen dauern, bis die Pneumocystis-Pneumonie als solche erkannt wird.

Ursachen für eine Pneumocystis-Pneumonie

Ursächlich für eine Pneumocystis-Pneumonie ist der Pilz Pneumocystis jiroveci. Der Erreger wurde lange zur Gruppe der Einzellern gerechnet. Durch die kontinuierliche Zunahme des Wissens um diesen Keim und die Erweiterung der Untersuchungsmöglichkeiten um die DNA-Analysen wird er jetzt jedoch zu den Pilzen gezählt. Bereits im Kindesalter haben sich die Pilze im Bronchialsystem angesiedelt und verursachen dort beim gesunden Menschen keine Beschwerden, da sie vom Immunsystem erfolgreich unterdrückt werden. Durch eine Schwächung des Immunsystems, die auch unter eine HIV-Infektion auftreten kann, kann die PCP durch eine sprunghafte Vermehrung der Keime ausbrechen.

Grund dafür kann der Rückgang der T-Helferzellen auf weniger als 200 pro Mikroliter sein. Das Auftreten von sogenannten opportunistischen Infektionen, zu denen auch die Pneumocystis-Pneumonie zählt, wird dann begünstigt. Auch Menschen mit einem künstlich herabgesetzten Immunsystem können eher von der Erkrankung betroffen sein. Dazu zählen unter anderem auch Patienten, die Medikamente einnehmen müssen, wie etwa nach einer Organtransplantation oder auch während einer Krebsbehandlung. Es besteht kaum eine erbliche Vorbelastung für eine Pneumocystis-Pneumonie. Sie tritt lediglich bei einigen vererbbaren Immundefekten auf, die die Funktion der T-Helferzellen erschweren. Davon sind derzeit jedoch weltweit nur wenige Patienten bekannt.

PCP – Diagnose und Verlauf

Die Diagnose einer Pneumocystis-Pneumonie ist nicht ganz einfach. Beim Röntgen der Lunge ergibt sich oft noch ein unauffälliges Bild, manchmal ist allerdings schon ein schmetterlingsförmig aufgeblähtes Gebilde zu erkennen, das den Arzt an eine PCP denken lässt. Durch eine Computertomographie (CT) der Lunge kann sich dieser Verdacht weiter verstärken. Eine definitive Diagnose kann jedoch nur durch eine Bronchoskopie mit Bronchiallavage gestellt werden.

Die Bronchoskopie ist dabei eine der wichtigsten Diagnosemethoden zur Erkennung von Lungenerkrankungen. Dabei wird ein dünner Schlauch durch den Mund in die Bronchien gebracht. Mit kleinen Bürsten und Zangen kann Gewebe entnommen werden. Es können jedoch nur die Bronchien und nicht auch die Lungenbläschen beurteilt werden. Hierzu dient die Bronchiallavage. Sie ist eine Spülung der Atemwege mit einer Kochsalzlösung, die anschließend wieder abgesaugt wird. Das bei den Untersuchungen gewonnene Gewebe wird anschließend mikrobiologisch analysiert, um den Erreger sicher nachzuweisen. Die beiden Untersuchungen können unter einer Sedierung oder auch unterer Narkose durchgeführt werden und sind dann für den Patienten schonender zu ertragen. Bleibt eine Pneumocystis-Pneumonie unbehandelt, wird der Patient immer hinfälliger. Die Krankheit endet dann sie nicht selten tödlich.

Behandlung der PCP Erkrankung

Ist die Diagnose bekannt, muss die Pneumocystis-Pneumonie möglichst schnell behandelt werden. Die Therapie dauert zunächst 21 Tage, in denen ein hochdosiertes Antibiotikum verabreicht wird. Zusätzlich können auch Kortisonpräparate zur Eindämmung der Entzündungsreaktionen in der Lunge gegeben werden. Nur bei einer ganz leichten Ausprägung der Erkrankung kann der Patient die Medikamente zu Hause einnehmen, denn sehr häufig kommt es in der ersten Zeit der Behandlung zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Nur wenn die Lungenfunktion des Patienten kaum eingeschränkt ist, ist ein Therapieversuch zu Hause sinnvoll.

In schwereren Fällen mit Einschränkung der Lungenfunktion muss eine Aufnahme in ein Krankenhaus erfolgen, da so die Möglichkeit einer sofortigen Beatmung gegeben ist, wenn es zu einer Verschlechterung der Sauerstoffversorgung kommt. Die Therapie mit hochdosierten Antibiotika ist bei den meisten Patienten gut verträglich. Wird zügig nach Diagnosestellung mit der Verabreichung begonnen, besteht bei 95 Prozent der betroffenen Patienten die Chance einer vollständigen Heilung.

Vorbeugende Maßnahmen

Die Vorbeugung gegen eine Pneumocystis-Pneumonie ist besonders für Patienten mit einer herabgesetzten Immunabwehr sinnvoll. Besonders erfolgreich hat sich hier die prophylaktische Einnahme von Antibiotika erwiesen. Diese werden in Tablettenform entweder in einer bestimmten Dosierung täglich oder in anderer Dosierung dreimal wöchentlich eingenommen und verhindern dadurch eine Vielzahl von Erkrankungen. Wichtig ist jedoch auch der sofortige Arztbesuch, wenn die bereits genannten Beschwerden auftreten, denn je schneller eine Behandlung eingeleitet werden kann, desto besser sind die Heilungschancen.

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