Pilzinfektionen

Eine Infektion mit Pilzsporen kann an Haut, N√§geln, inneren Organen und auch im Blut auftreten. HIV und AIDS Patienten neigen verst√§rkt zu allen Arten von Pilzinfektionen, da die gest√∂rte Immunabwehr diese beg√ľnstigt. Pilzinfektionen der N√§gel kommen sowohl an den F√ľ√üen wie auch an den H√§nden vor. Sie sind meist ansteckungsbedingt und k√∂nnen nicht nur den gesunden Wuchs der N√§gel beeintr√§chtigen, sondern auch auf das empfindliche Nagelbett √ľbergreifen.

Vor Infektionen der N√§gel kann man sich mit sorgf√§ltigen, aber nicht √ľbertriebenen Hygienema√ünahmen sch√ľtzen. Schuhwerk jeglicher Art ist dabei zu desinfizieren und regelm√§√üig zu l√ľften und zu reinigen. Nach dem Baden und Duschen sollte man Zehenzwischenr√§ume und die Fu√ü- und Fingern√§gel sorgf√§ltig abtrocknen und mit einem Puder trockenhalten. Wer T√ľrgriffe von Stra√üenbahnen und Bussen angefasst hat oder bei der Arbeit Sammeltoiletten benutzt l√§uft Gefahr, sich mit Nagelpilz anzustecken.

Deshalb sind sorgf√§ltiges H√§ndewaschen mit Seife und die anschlie√üende Desinfektion unerl√§ssliche Ma√ünahmen, um Nagelpilz vorzubeugen. Danach wird die Haut durch das Eincremen vor Austrocknung gesch√ľtzt.

Schwimmbäder bergen Infektionsherde

Aber nicht nur die N√§gel der F√ľ√üe, sondern auch die Zehenzwischenr√§ume sind f√ľr eine Ansteckung mit Pilzsporen geradezu pr√§destiniert. In Schwimmb√§dern holt man sich besonders leicht eine Pilzinfektion. Man sollte deshalb Schwimmhallen und Freib√§der niemals barfu√ü betreten und nach dem Schwimmen die K√∂rperpflege besonders vorsichtig betreiben. Viele Schwimmb√§der verf√ľgen √ľber Vorrichtungen zur Desinfektion der F√ľ√üe. Aber man sollte auch immer Badeschuhe tragen, denn Fu√üpilz ist extrem ansteckend und nur sehr schwer zu bek√§mpfen. Hat man sich eine Infektion mit Fu√üpilz geholt, jucken und brennen die F√ľ√üe und insbesondere die Zwischenr√§ume der Zehen.

Es bilden sich kleine, mit infekti√∂sem Wasser gef√ľllte Bl√§schen. Kratzt der Betroffene diese Bl√§schen auf, so verbreitet sich der Fu√üpilz an neuen Stellen. Hier kann der Betroffene mit in der Apotheke erh√§ltlichen Cremes, Tinkturen und L√∂sungen Abhilfe schaffen. Extrakte der Eichenrinde k√∂nnen in besonders hartn√§ckigen F√§llen die Behandlung unterst√ľtzen. Es gibt getrocknete Eichenrinde f√ľr Absude in der Apotheke zu kaufen, aber es sind auch fertige Fu√ü- und Teilb√§der im Handel, die den Wirkstoff der Eichenrinde enthalten. B√§der oder Teilb√§der mit Eichenrinde haben den Nachteil, dass sie die Haut sehr austrocknen. Der betroffene Patient muss sich deshalb entsprechend √∂fter eincremen und dabei zu fettreichen Lotionen, Cremes oder √Ėlen greifen. Eine weitere Art der Pilzinfektion ist die der Kopfhaut.

Die Behandlung gehört in die Hände des Dermatologen oder des die Grunderkrankung behandelnden Internisten. Es kommt bei einer Pilzinfektion des Kopfes zu Haarausfall, kahlen Stellen und zum verzögerten und verminderten Haarwachstum. Mit speziellen Shampoos, Tinkturen und Lotionen wird der Pilzbefall der Kopfhaut bekämpft. Dies kann sehr lange dauern und erfordert vom Patienten Geduld und Nachhaltigkeit.

Auch Schleimhäute, innere Organe und das Blut können betroffen sein

HIV Patienten leiden auch sehr oft unter einer Pilzinfektion der Haut und Schleimhaut der Geschlechtsorgane. Auch hier kann, neben der Behandlung mit Antifungiziden, unterst√ľtzend zur Eichenrinde gegriffen werden. Genau wie beim Befall der Kopfhaut mit Pilzmycelen kann auch eine Infektion der Geschlechtsorgane mit Pilzsporen lange dauern und immer wieder auftreten. Es gibt kein Patentrezept, um diese Infektionen zu vermeiden. Pilze k√∂nnen auch an der Mundschleimhaut, der Magenschleimhaut und an den inneren Organen auftreten.

Die gest√∂rte Immunabwehr des HIV Patienten beg√ľnstigt die Ansiedelung mit Pilzsporen, Bakterien und Viren √ľber das normale Ma√ü hinaus. Ist die Mundschleimhaut ger√∂tet oder gar wund, bilden sich wei√üliche Bel√§ge auf der Zunge und in den Backentaschen, so sollte umgehend der behandelnde Arzt aufgesucht werden, damit ein √úbergreifen der Infektion auf den Magen-Darmtrakt vermieden werden kann. Ist dies dennoch geschehen, so muss der Patient mit Magen- und Bauchschmerzen, aber auch mit leichteren oder gar schweren Durchf√§llen rechnen. Die empfindliche Darmflora ist dann in ihrer Zusammensetzung gest√∂rt und der Patient muss innerlich gegen die Pilzinfektion behandelt werden. Durch die brennenden, infekti√∂sen Durchf√§lle kommt es eventuell auch zu einer Entz√ľndung und Ansteckung des Rektal- und Urogenitaltraktes, was wiederum auch eine √§u√üerliche Behandlung erfordert.

Pilzinfektionen k√∂nnen auch an den inneren Organen auftreten. Bei HIV und AIDS Patienten ist, neben allen √ľbrigen Organen, insbesondere die Lunge f√ľr eine Infektion mit Pilzsporen gef√§hrdet. Bei allen Auff√§lligkeiten, die die Bronchien und die Lunge betreffen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine Pilzinfektion der Lunge kann schwere Komplikationen beim Patienten hervorrufen und er sollte keinesfalls versuchen, solch eine Erkrankung in Eigenregie zu behandeln. Manchmal treten Pilzinfektionen der Lunge auch als so genannte Superinfektion w√§hrend oder nach einer bakteriellen oder viralen Lungenentz√ľndung auf. Nur der Arzt kann mit histologischen Untersuchungen den Grund der Lungenentz√ľndung oder der Bronchitis abschlie√üend feststellen und ad√§quat behandeln. Auch alle anderen inneren Organe eines HIV Patienten sind vor einer Pilzinfektion nicht wirklich sicher. Die oft unumg√§nglichen Gaben von aus Pilzen hergestellten Antibiotika w√§hrend einer bakteriellen Infektion k√∂nnen Pilzinfektionen beg√ľnstigen und hervorrufen.

Es kann aber auch eine Pilzinfektion des Blutes auftreten. Dabei sind Pilzsporen in die Blutbahn √ľbergetreten und k√∂nnen schwere Fieberanf√§lle, eine lebensbedrohliche Sepsis und somit auch den Tod des Patienten verursachen. Die Behandlung einer Pilzinfektion des Blutes findet, wie auch der Befall der inneren Organe mit Pilzen, grunds√§tzlich im Krankenhaus statt. Nur dort kann der Patient nahtlos √ľberwacht werden und erh√§lt die intensive Pflege und Medikation, die zu seiner Wiederherstellung von N√∂ten ist. Pilzinfektionen beugt man durch gesunde, ausgewogene Ern√§hrung mit wenig wei√üem Zucker und wei√üem Mehl etwas vor. Dazu kommt ausreichend Bewegung an frischer Luft und eine verantwortungsvolle Hygiene und Pflege der Haut. Damit k√∂nnen HIV Patienten eventuellen Pilzinfektionen vorbeugend entgegentreten.