HIV 1 / HIV I

Das HI Virus wird grundsätzlich durch die beiden Virenstämme HIV1 und HIV2 definiert. Die Typen werden oftmals auch durch lateinische Ziffer-Suffixe in der Form „HIV I“ und „HIV II“ bezeichnet. Allen Schreibweisen ist jedoch gemein, dass sie sich auf die Virenstämme des HI Virus beziehen. Wenn die Rede von HIV ist, so geht man weltweit davon aus, dass HIV 1 gemeint ist. Der HIV 2 Typ hingegen ist primär in Westafrika verbreitet. Dieser Artikel widmet sich dem Typ HIV 1 und bietet detaillierte Informationen zum spezifischen Virenstamm.

Gemeinsamkeiten der Virenstämme HIV-1 und HIV-2

HIV-1 wie auch HIV-2 sind ähnlich konstruiert und haben somit schon per se eine Gemeinsamkeit. Zudem werden beide Typen vorwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und durch die kollektive Benutzung von Fixbestecken übertragen und verbreitet. Beide Virentypen führen in der Regel spätestens nach 12 Wochen nach der Infektion zu einer nachweisbaren Anzahl von Antikörpern. Dies wiederum führt dazu, dass HIV1 und 2 durch einen Antikörpertest (meist ELISA oder Western blot) sicher nachgewiesen werden können. Hieraus folgt auch, dass spätestens 12 Wochen nach einem potentiellen Risikokontakt ein sicheres Testergebnis bei Durchführung eines HIV-Tests vorliegt. (Vgl. http://www.rki.de/cln_178/nn_208880/SharedDocs/FAQ/HIVaIDS/FAQ__05.html)

Spezifika von HIV1

HIV-1 führt in vielen Fällen relativ früh zu einem geschwächten Immunsystem und der daraus resultierenden Immunschwäche. Opportunistische Infektionen haben somit leichtes Spiel und können somit auch früher zum AIDS Vollbild führen. HIV1 ist – im Vergleich zu HIV2 – leichter übertragbar und hat sich daher innerhalb von wenigen Jahrzehnten bis in die letzten Winkel der Welt verbreitet.

Antiretrovirale Therapie (ART) und Hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART)

Eine HIV-1 Infektion kann durch eine ART oder durch eine HAART therapiert werden. Beide therapeutischen Ansätze schlagen bei diesem Virenstamm an. Die medikamentösen Eckpfeiler der ART werden durch Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI und NNRTI) gebildet. Die ART kann nur dann effektiv sein, wenn der Patient die verordneten Medikamente regelmäßig gemäß dem ärztlich verordneten Schema einnimmt.

Die HAART wiederum zeichnet sich durch die Kombination von zwei nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) mit einem nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI) beziehungsweise gegebenenfalls auch einem HIV Proteaseinhibitor (PI), dessen pharmakologische Wirksamkeit durch eine Dosis des Protease-Inhibitors Ritonavir verstärkt wird, aus.

Verlauf der HIV-1 Therapie

Infektionen mit HIV-1, wie auch mit HIV-2 sind bislang nicht heilbar und führen von der Akuten Phase der HIV-Infektion über die Latente Krankheitsphase bis hin zum AIDS related complex (ARC) und schlussendlich zum AIDS Vollbild. Die Behandlung von HIV1 Infektionen ist daher per se nicht kurativ ausgerichtet, sondern zielt darauf ab, die Virenverbreitung zu verlangsamen und die Symptome der trotz Behandlung fortschreitenden Krankheit zu lindern. Entgegen der weitläufigen Meinung ist eine HIV1-Infektion kein sofortiges Todesurteil. HIV ist mittlerweile medikamentös im Rahmen einer Antiretroviralen Therapie (ART) oder im Rahmen einer HAART so in den Griff zu bekommen, dass man als Patient noch viele Jahrzehnte ein lebenswertes Leben leben kann. Die lebenslange Einnahme von Medikamenten und die Therapietreue (Compliance) fordert von den Patienten trotzdem ein Höchstmaß an Disziplin. In vielen Fällen wird die Therapie daher auch von einer Umstellung des Lebenswandels sowie der Ernährung begleitet.

Psychologische Komponente

Der Themenkomplex „psychologische Hilfe“ in Zusammenhang mit einer HIV-Infektion ist gesellschaftlich weitaus mehr im Fokus, als bei anderen Erkrankungen – das Thema wird permanent weniger tabuisiert, was wiederum zu einer deutlichen Steigerung der Nachfrage in diesem Bereich resultiert. Fakt ist, dass HIV Patienten nicht nur einen Arzt und Medikamente, sondern eben auch psychologischen Beistand benötigen. Das Arzt-Patienten Verhältnis wird daher in vielen Fällen durch Psychologen, Psychiater, Anlaufs- und Hilfestellen bzw. Selbsthilfegruppen triangular erweitert, was wiederum zu symbiotischen Effekten bezüglich der Therapie führen kann.

Fakt ist, dass es immer sinnvoll ist, einen Profi mit ins sprichwörtliche Boot zu holen – auch wenn man als Infizierter noch nicht in ein tiefes seelisches Loch gefallen ist. Ein erfahrener Psychologe oder Psychiater, aber auch erfahrene Anlaufstellen können – sofern sie rechtzeitig mit an Bord genommen werden – präventiv seelisches Leid vermeiden und somit zu einem unverzichtbaren Bestandteil der HIV Therapie werden.

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