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Kryptokokkenmeningitis

Die Kryptokokkenmeningitis ist ein Befall der Hirnh├Ąute (Meningen) im Bereich der Stammganglien und anderer Hirnareale durch Ausbreitung einer vorangegangenen Cryptococcus-Mykose (sog. Busse-Buschke-Krankheit). Erreger sind hierbei der Cryptococcus neoformans oder ein Cryptococcus bacillisporus, bei denen es sich um ca. 3-6 ┬Ám gro├če, von einer Polysaccharid-Kapsel umgebene Spross-Zellen von bestimmten Hefepilzen handelt.

Diese Pilze kommen nat├╝rlicherweise im Boden vor, jedoch ist Vogel-Kot ein besonders geeigneter N├Ąhrboden dieser Pilze, sodass es hier oftmals zu einer deutlichen Konzentration der Pilze kommen kann. Bei der durch dieselben Erreger h├Ąufig im Vorfeld ausgel├Âsten Kryptokokken-Mykose handelt es sich um eine Pilzinfektion, welche durch Einatmen der Sporen prim├Ąr die Lungen bef├Ąllt und dort unter anderem zur Entstehung von Granulomen (kleine, kn├Âtchenf├Ârmige Zellwucherungen) f├╝hrt. H├Ąufigste Ursache f├╝r die Entstehung der Erkrankung ist dabei eine generalisierte Immunschw├Ąche, in den meisten F├Ąllen infolge einer Tumorerkrankung oder eines Immundefektes wie z.B. bei einer HIV-Erkrankung.

Eine Meningitis ist grunds├Ątzlich eine Entz├╝ndung der Meningen (Hirn- und R├╝ckenmarksh├Ąute), welche aus harter Hirnhaut (Dura Mater) und weicher Hirnhaut (Arachnoidea und Pia Mater) bestehen und das sogenannte ZNS (Zentrale Nervensystem) umschlie├čen, wobei ZNS als Sammelbegriff f├╝r das Gehirn sowie das R├╝ckenmark in der Wirbels├Ąule steht. Man unterscheidet zwischen der bakteriellen und nicht-bakteriellen Meningitis. Somit geh├Ârt die Kryptokokkenmeningitis aufgrund der Art ihrer Erreger (Pilzsporen) zu den nicht-bakteriellen Formen der Hirnhautentz├╝ndung.

Symptome und Diagnose der Kryptokokkenmeningitis

Die grundlegenden Symptome einer Kryptokokkenmeningitis gleichen denen der Meningitis im Allgemeinen. ├ťblich sind Kopf- und Nackenschmerzen, verbunden mit der f├╝r Meningitiden so typischen Nackensteifigkeit und hohem Fieber, des Weiteren Schwindel und ├ťbelkeit, teilweise mit Erbrechen einhergehend. In einigen F├Ąllen kommt zu diesen Symptomen auch noch eine ├ťberempfindlichkeit gegen Licht und/oder laute Ger├Ąusche hinzu. Im Verlauf kann sich Verwirrtheit einstellen, die Patienten k├Ânnen unter Krampfanf├Ąllen leiden und es kann zu Bewusstseinseintr├╝bungen, unter Umst├Ąnden sogar bis hin zur Bewusstlosigkeit der Betroffenen kommen.

Zur Feststellung einer Meningitis werden verschiedene Tests durchgef├╝hrt. Nach den ├╝blichen, allgemeinen Untersuchungsma├čnahmen wie Erheben der Vitalparameter (u.a. Blutdruck und Puls messen), Pupillenreaktionskontrolle (mit Hilfe einer Pupillenleuchte) sowie einer Blutzuckermessung zur Differentialdiagnostik gibt es drei relativ eindeutige Tests bzw. Anzeichen f├╝r eine Erkrankung der Hirnh├Ąute. So spricht man bei Patienten, die im Bett mit angezogenen Knien liegen und diese nicht strecken k├Ânnen von einem positiven Kernig-Zeichen. Kommt es beim Beugen des Kopfes zu einem unwillk├╝rlichen Anziehen der Beine, so gilt dies als positives Brudzinski-Zeichen.

Sofern beim passiven Beugen in der H├╝fte eines zuvor gestreckten Beines pl├Âtzliche Schmerzen auftreten, ausstrahlend vom R├╝cken in das entsprechende Bein, spricht man von einem positiven Las├Ęgue-Zeichen. Obwohl diese Zeichen, sofern sie positiv ausfallen, bereits einen sehr eindeutigen Hinweis auf eine Hirnhautentz├╝ndung liefern, wird zur Sicherung der Diagnostik in der Klinik mittels einer sogenannten Lumbalpunktion Liquor (spezielle Fl├╝ssigkeit aus dem ZNS) entnommen. Trotz aller anderen Tests handelt es sich hierbei um die entscheidende Untersuchung zur sicheren Diagnose, da mittels des entnommenen Liquors auch die jeweiligen Erreger der Meningitis ermittelt werden k├Ânnen, sofern diese nicht physikalisch (z.B. durch zu hohe Sonneneinstrahlung oder Strahleneinwirkung) verursacht wurde.

Im besonderen Fall der Kryptokokkenmeningitis kann mittels der Liquoruntersuchung der Erreger eindeutig festgestellt werden. Zus├Ątzlich wird der Patient meistens noch zur Sicherstellung der Diagnose auf die in diesem Fall vorangegangene Mykose untersucht und im Verlauf behandelt. Auch sollte eine Suche nach dem Grund der Immunschw├Ąche erfolgen, so dass eine umfangreiche Blutuntersuchung immer zum Umfang der ausf├╝hrlichen Diagnose geh├Ârt. Gegebenenfalls werden bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen oder ein CT (sog. Schichtr├Ântgen) zur Diagnostik der Mykose sowie einer eventuellen, im Vorfeld bereits bestehenden Erkrankung hinzugezogen.

Kryptokokkenmeningitis – Therapie, Verlauf und Prognose

Neben der Therapie (je nach Auftreten) der allgemeinen Symptome z.B. durch Fl├╝ssigkeitszufuhr, Senkung des Fiebers, ggf. Gabe eines krampfl├Âsenden Mittels und ├Ąhnlicher Ma├čnahmen steht selbstverst├Ąndlich die Bek├Ąmpfung des jeweiligen Erregers im Mittelpunkt. Dieses geschieht im Fall der Kryptokokkenmeningitis durch Verabreichung eines entsprechenden Antimykotikums (d.h. eines Medikaments zur Bek├Ąmpfung von Pilzerkrankungen) ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie z.B. HIV wird zus├Ątzlich noch ein anderes, spezielles Antimykotikum als Dauerprophylaxe zur Vorbeugung einer erneuten Infektion verabreicht. Au├čerdem werden ├╝blicherweise die durch die vorangegangene Mykose verursachten Granulome chirurgisch entfernt.

Je nach Zustand des Patienten kann eine zeitweise ├ťberwachung auf einer Intensivstation notwendig werden. Im Fall einer, wenngleich auch eher selten auftretenden, Ateminsuffizienz (Minderleistung der Atmung) oder im Fall einer l├Ąngerfristigen Bewusstseinsst├Ârung kann zus├Ątzlich auch noch eine Beatmungstherapie erforderlich sein. Wie bei allen Formen der Hirnhautentz├╝ndung k├Ânnen nach einer ausgeheilten Kryptokokkenmeningitis Folgesch├Ąden, h├Ąufig in Form von Schwerh├Ârigkeit und kognitiven Minderleistungen, auftreten. Insbesondere bei Kindern kann es dabei auch zu Lernschwierigkeiten und Verhaltensauff├Ąlligkeiten kommen.

Die Kryptokokkenmeningitis stellt, ├Ąhnlich wie auch die meisten anderen Hirnhautentz├╝ndungen, unbehandelt eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung dar. Rechtzeitig erkannt und behandelt hat sie f├╝r den Patienten im Allgemeinen jedoch eine positive Prognose mit guten Aussichten auf eine vollst├Ąndige Heilung. Jedoch sollte man dabei nicht die Grunderkrankung des jeweiligen Betroffenen au├čer Acht lassen, da zur Infektion mit dieser Form der Hirnhautentz├╝ndung immer auch eine Schw├Ąchung der Immunabwehr vorliegen muss. Solange die Grunderkrankung also nicht ebenfalls ausgeheilt wurde, besteht weiterhin zumindest die Gefahr einer erneuten Infektion mit dem Cryptococcus neoformans oder dem Cryptococcus bacillisporus und somit einer erneuten Kryptokokkenmeningitis.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt ├╝berarbeitet am: 12. Oktober 2020.
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