Buschke-Löwenstein-Tumor

Beim Buschke-Löwenstein-Tumor handelt es sich um eine bestimmte Form einer virusbedingten Peniswucherung. Der Buschke-Löwenstein-Tumor ist ein so genanntes verruköses peniles Karzinom und geht einher mit einem massivem exophytischen Condylomata Befall. Die Differenzialdiagnose zum gut differenzierten Plattenepithel Peniskarzinom ist ausschließlich Urologen oder speziell auf diesem Gebiet geschulten Onkologen vorbehalten. Der Buschke-Löwenstein-Tumor zeigt ein typisches blumenkohlartiges Wachstum, das in der Lage ist, lokale Gewebestrukturen zu verdrängen und darüber hinaus auch die genitale Umgebung befallen kann. Tochtergeschwülste, also Metastasen, existieren bei dieser Form des Penis Karzinoms so gut wie nie. Auch der Befall der regionalen Lymphknoten ist beim Buschke-Löwenstein-Tumor ein seltener Befund. Der Tumor hat jedoch lokal gesehen eine recht hohe Tendenz zur Neubildung, also eine ausgeprägte Rezidivneigung.

Die Behandlungsmaßnahmen sind ausschließlich organerhaltend angelegt und beinhalten immer eine großzügige Excision der Tumormasse. Es handelt sich dabei um eine urologisch-chirurgische Operationsmethode, bei der im besten Fall bis zu 100 % der befallenen Gewebeeinheiten entfernt werden können. Nach der Operation sind aufgrund der sehr hohen Rezidivneigung stets engmaschige Nachkontrollen erforderlich. Die Ursachenforschung beim Buschke-Löwenstein-Tumor hat eindeutig gezeigt, dass diese Tumorart durch Viren ausgelöst wird.

Ursachen

Die Ursache des Buschke-Löwenstein-Tumors sind so genannte humane Papillom Viren (HPV). Die gleiche Virenart kann auch die Geschlechtsorgane von Frauen befallen, das dabei entstehende Krankheitsbild heißt Condylomata accuminata, auch Feigwarzen genannt. Sowohl der Buschke-Löwenstein-Tumor bei den Männern als auch die Feigwarzen bei Frauen gehören zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Das Virus wird beim Geschlechtsverkehr übertragen und die Risikofaktoren, sich mit dem Virus anzustecken, sind vergleichbar mit denen anderer sexuell übertragbarer Krankheiten. Zu den klassischen Geschlechtskrankheiten zählt der Buschke-Löwenstein-Tumor jedoch nicht.

Besonders gefährdet sind jüngere, sexuell aktive Menschen mit häufigem Partnerwechsel und auch homosexuelle Personen. Der regelmäßige Gebrauch von Kondomen scheint vor der Ansteckung zu schützen, es fehlen allerdings bis heute aussagekräftige Studien, die dies auch eindeutig belegen könnten. Es sind mehr als 100 Typen der humanen Papillom Viren bekannt. Sie gelten als äußerst widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse und können beispielsweise auch über die Finger übertragen werden.

Buschke-Löwenstein-Tumor Symptome

Der Befall mit humanen Papillomviren verursacht beim Buschke-Löwenstein-Tumor die typische Symptomatik. Dazu gehört in erster Linie die Lokalisation der befallenen Areale. Dies sind insbesondere die gesamten äußeren Genitale, aber auch die Leisten, die Harnröhre, Rektum und Anus. Sogar die Mundhöhle kann vom Buschke-Löwenstein-Tumor befallen werden, ursächlich wäre in diesem Fall ungeschützter Oralverkehr.

Die Grundefflorenszens des Buschke-Löwenstein-Tumors zeigt eher rotbraune, weiche, einzelne oder gehäuft auftretende papillomatöse Tumoren. Diese sind ihrem Erscheinungsbild nach entweder breitbasig oder gestielt. Auch wenn bei einem Partner noch keine Krankheitserscheinungen vorliegen sollten, ist dessen Untersuchung trotzdem dringend erforderlich. Die endgültige Diagnose erfolgt anhand einer molekularbiologischen Virus Typisierung. Dabei handelt es sich um relativ teure und zeitaufwändige Laboruntersuchungen, die nur in speziellen Instituten durchgeführt werden. Als weiterführende Diagnostik können auch die einzelnen Subtypen des Virus bestimmt werden, was jedoch keine Routinediagnostik darstellt.

Therapie / Behandlung

Bei der Therapie des Buschke-Löwenstein-Tumors muss nach heutigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand davon ausgegangen werden, dass eine komplette Entfernung sämtlicher Viruspopulationen im befallenen Gebiet nicht möglich ist. Die durch das Virus verursachten so genannten exophytischen Läsionen der Schleimhaut werden so weit wie möglich chirurgisch entfernt. Alle weiteren therapeutischen Maßnahmen sind darauf abgestimmt, eine Ausbreitung des Tumors möglichst zu vermeiden. Lokal kommen zur Therapie so genannte Virostatika sowie Immunsuppressiva zum Einsatz.

Die häufigsten dafür angewandten Zubereitungen enthalten als Lösung zum Auftragen oder als Creme die Wirkstoffe Podophyllotoxin und Imiquimod. Diese Therapie ist sehr teuer und bewirkt über die immunmodulierende Wirkung die lokale Ausschüttung des so genannten Tumornekrosefaktors und von Interferonen. Ein weiteres, aber kostengünstiges Mittel zur Behandlung vom Buschke-Löwenstein-Tumor ist Trichloressigsäure in einer Konzentration von 80 %. Besonders kleinere Läsionen werden damit über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen behandelt. Nur bei gesicherter Diagnose ist auch die Behandlung mit Laserstrahlen möglich, man spricht in diesem Zusammenhang auch von der so genannten Laserkoagulation.

Verlauf

Der Verlauf der Erkrankung ist eher langsam und schleichend. Nach der Ansteckung können bis zum Auftreten erster Krankheitserscheinungen einige Wochen vergehen, dies ist die so genannte Inkubationszeit. Die Inkubationszeit ist sowohl von der aktuellen Immunlage des Patienten als auch vom Virenstamm und der Initialkeimdosis abhängig. Der weitere Verlauf hängt also entscheidend auch davon ab, welche Virenmenge übertragen wurde. Die anfänglich entstehenden kleinen Papeln machen zunächst keine nennenswerten Symptome und sind außerdem auch recht schwer zu erkennen. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu den typischen blumenkohlartigen Ausformungen des Tumors. Die Farbtöne, die der Tumor dabei annehmen kann, schwanken zwischen grau, braun bis hin zu rot und weiß.

Zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung besteht bei jedem weiteren sexuellen Kontakt direkte Ansteckungsgefahr. Die erhabenen Knötchen treten zunächst einzeln auf, im weiteren Verlauf dann auch gruppenförmig bis hin zu schweren Verlaufsformen mit zum Teil irreversiblen Zerstörungen der äußeren Genitale. Diese fulminanten Verläufe sind jedoch eher die Ausnahme und besonders dann zu finden, wenn Betroffene trotz der unübersehbaren Krankheitszeichen keinen Arzt aufsuchen.

Vorbeugen

Eine direkte Vorbeugung gegen Feigwarzen ist bislang nicht bekannt. Humane Papillomviren, die unter anderem für die Entstehung des Buschke-Löwenstein-Tumors, sowie von Genitalwarzen und von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, werden nach heutigem Kenntnisstand ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Das gilt für sämtliche mögliche Praktiken des Geschlechtsverkehrs, bei denen die Viren in die entsprechenden Körperhöhlen übertragen werden.

Der beste derzeit bekannte Schutz vor einer Infektion ist die Verwendung von geprüften Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Die Verwendung von zusätzlichen antiviralen Cremes scheint die Infektionsgefahr dagegen nicht zu verringern. Häufig wechselnde Partner als Risikofaktor sollten vermieden werden, um die Gefahr einer Ansteckung möglichst gering zu halten. Bei unbekannten Partnern ist der Gebrauch von Kondomen immer zu empfehlen, auch im Hinblick auf andere sexuell übertragbare Krankheiten. Eine weitere vorbeugende Maßnahme, in die große Hoffnungen gesetzt werden, ist die Impfung gegen humane Papillom Viren. Eine entsprechende Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wird bereits in der gynäkologischen Praxis angewandt.

Eine direkte Impfung gegen den Buschke-Löwenstein-Tumor bei Männern existiert allerdings noch nicht. Das Problem bei der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen liegt in der Vielzahl der Virenstämme, die für das Auftreten von Krankheitserscheinungen verantwortlich sind. Einige Stoffe gegen humane Papillomviren befinden sich außerdem noch in der Erprobungsphase. Aus heutiger Sicht wird die reguläre Zulassung als Arzneimittel aber noch einige Jahre auf sich warten lassen.

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