Bowenoide Papulose

Bowenoide Papulose, medizinischer Fachbegriff Condylomata plana, bezeichnet eine durch humane Papillomviren, kurz HPV, hervorgerufene Hautinfektion, welche zu papulösen Hautveränderungen im Genitalbereich führt. Die Bowenoide Papulose an sich ist gleichzeitig Infektion und Symptom, da eine Infektion durch HPV weitere schwerwiegende Folgen haben kann, wie etwa Penis- und Anal-Karzinome oder Gebärmutterhalskrebs.

Die Erreger dieser Krankheit sind virale Serotypen, womit in diesem Fall humane Papillomviren der Gruppen 16, 18, 31 und 33 gemeint sind, und werden als Hochrisikotypen gehandelt. Diese Bezeichnung rechtfertigt sich durch ein erhöhtes Krebswachstumsrisiko nach der Infektion mit Viren dieser Gruppen. Da die Viren nach einer Infektion jahrelang inaktiv bleiben können, wodurch es erst nach Wochen oder Monaten zum Ausbruch der Symptome kommen kann, ist es schwer eine Infektion durch HPV unmittelbar nach dem Infizieren festzustellen. Der Mehrzahl der Betroffenen bewegt sich im Alter von 20 bis 40 Jahren. Wird bei einem Beziehungspartner eine HPV-Infektion festgestellt ist sein Partner mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls infiziert.

Ursachen

Die Ursache der Krankheit ist eine Infektion durch humane Papillomviren der Gruppen 16, 18, 31 und 33, welche alle sogenannte Hochrisikotypen dieser Virenart darstellen. Die Infektion erfolgt hauptsächlich durch Hautkontakt, in diesem Fall vorrangig durch ungeschützten Verkehr und zählt als eine der am häufigsten via Akt übertragenen Infektionen, wobei die eigentliche Ansteckung jedoch oftmals unbemerkt bleibt. Seltener werden die Viren beispielsweise durch gemeinsam benutzte Handtücher übertragen.

Da in 99,7% der Fälle auch Hochrisikotypen dieser Gruppen beim Entstehen eines Zervixkarzinoms involviert sind, was die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen darstellt, kommt dieser Virengruppe eine besondere Bedeutung auch bei allgemeinem Genitalkrebswachstum zu. Das Auftreten einer bowenoiden Papulose ist daher meist ein erstes Anzeichen für die Infektion durch HP-Viren und sollte beim Feststellen der Symptome schnellstmöglich untersucht werden.

Bowenoide Papulose Symptome

Bowenoide Papulose drückt sich durch verschiedenförmige rot-braune Papeln aus, welche sich vor allem in der Region des Glans penis beim Mann und an den kleinen und großen Labien der Frau bilden. Da diese Hautveränderungen weder schmerzhaft sind, noch Juckreiz verursachen, werden sie von den Betroffenen häufig entweder zu spät bemerkt oder diese versuchen mit eigenen Mittel die Irritationen wieder loszuwerden, bevor eine Bowenoide Papulose und damit eine HPV-Infektion diagnostiziert werden kann. Auf längere Sicht ist allerdings ein Übergang in Vulva- oder Peniskarzinome möglich, weswegen es sich empfiehlt bei jeglicher Hautirritation im Genitalbereich sofort einen Arzt zu konsultieren.

Diagnose

Dyskeratotische Zellen in der Dermis sind auffallend und entsprechen einem Carcinoma in situ, dem Frühstadium eines epithelialen Tumors ohne invasives Wachstum, der sich ausschließlich intraepithelial ausbildet, was die Diagnose der bowenoiden Papulose sichert. Die auffallende Ähnlichkeit zu einem Morbus Bowen, das Auftreten dieser allerdings nur im Genitalbereich bestätigen Bowenoide Papulose zusätzlich. Außerdem ist es möglich die DNA der HP-Viren mittels Polymerase-Kettenreaktion nachzuweisen und durch Hybridisierung und Sequenzierung die genauen viralen Serotypen zu bestimmen, bevor die Symptome erstmals auftreten. Es ist allerdings möglich, dass bei einer niedrigen Virenkonzentration fälschlicherweise negative Ergebnisse auftreten.

Therapie / Behandlung

Die simpelste Art zur Entfernung der bowenoiden Papulose ist die Abtragung der Hautveränderungen durch Kohlendioxidlaser oder Elektrokauter. Elektrokaustik bezeichnet dabei eine Methode zur operativen Durchtrennung verschiedener Gewebsstrukturen oder der gänzlichen Entfernung von Körpergewebe. Mithilfe eines intensiven elektrischen Stroms ist es dem Elektrokauter möglich je nach Anwendungsdauer das entsprechende Gewebe zu durchtrennen oder vollständig zu verdampfen.

Weiterhin ist eine Entfernung durch Diathermie oder Kürettage möglich. Bei Diathermie, auch Hochfrequenzthermotherapie, handelt es sich um eine elektrotherapeutische Methode, bei der innerhalb des Körpergewebes Wärme unter Einwirkung von elektrischem Strom erzeugt wird. Mittels hochfrequentem Strom wird das durch Bowenoide Papulose infizierte Gewebe getrennt und lokal zerstört. Da der Genitalbereich stark durchblutet wird ist Diathermie eine bevorzugte Methode, um die Blutung durch die Entfernung des Körpergewebes gering zu halten.

Bei Kürettage handelt es sich um einen medizinischen Begriff, der die Ausschabung von Gewebe bezeichnet. Unter Zuhilfenahme eines scharfkantigen Instruments, genannt Kürette, erfolgt per Ausschabung die operative Entfernung des durch Bowenoide Papulose befallenen Gewebes. Obwohl jede dieser Behandlungsmöglichkeiten die Hautirritationen erfolgreich entfernt besteht noch immer die Gefahr einer möglichen malignen Entartung, durch die noch immer bestehende HPV-Infektion, weswegen sorgfältige Nachkontrollen und langfristige Überwachung empfehlenswert sind.

Verlauf

Aufgrund der möglichen langen Inkubationszeit der Viren nach der eigentlichen Infektion ist oftmals schwer festzustellen wo ein Betroffener sich infiziert hat, sollte er nicht mit einem festen Partner leben. Nach unbestimmter Zeit von einigen Wochen bis sogar zu einigen Jahren beginnen die Symptome von bowenoider Papulose aufzutreten. Wird umgehend ein erfahrener Mediziner konsultiert ist es möglich das befallene Gewebe größtenteils sicher und restlos zu entfernen.

Anschließend verbleiben nur regelmäßige Nachuntersuchungen, um einen Wiederausbruch auszuschließen oder frühzeitig zu erkennen. Bleibt aufgrund der zunächst harmlos erscheinenden Hautirritationen die Bowenoide Papulose hervorruft die Krankheit zu lange unbehandelt in der Hoffnung sie verschwinde nach einiger Zeit von selbst, können verschiedene Karzinome die Folge sein, was die Behandlung erschwert, wenn das Krankheitsbild zu spät diagnostiziert wird. In zu späten Stadien kann die HPV-Infektion für den Patienten sogar zum Tod führen.

Vorbeugen

Zur Vorbeugung, gegen HPV-Infektionen allgemein und damit auch gegen Bowenoide Papulose, ist eine Impfung zur vorbeugenden Immunisierung empfohlen, welche auch schon für Mädchen und Jungen von 12 bis 17 Jahren empfehlenswert ist. Da alle angebotenen Impfstoffe ausschließlich vorbeugend und nicht therapeutisch wirken kann mit ihnen jedoch keine bestehende HPV-Infektion behandelt oder beseitigt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Vorsorge stellt der Schutz beim Geschlechtsverkehr dar, der das Ansteckungsrisiko zwar erheblich senkt, es allerdings nicht vollständig verhindern kann. Diese Tatsache kommt daher, dass eine HPV-Infektion nicht um eine klassische Geschlechtskrankheit handelt, welche durch Körperflüssigkeiten übertragen wird, sondern eine Infektion durch Kontakt erfolgt, wodurch auch Stellen außerhalb des durch das Kondom geschützten Bereichs zur Infektionsquelle für Bowenoide Papulose werden können.

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