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Zervixkarzinom

Das Zervixkarzinom, ein b├Âsartiger Tumor im Bereich des Geb├Ąrmutterhalses, des Cervix uteri, ist nach dem Brustkrebs die h├Ąufigste Krebsart bei Frauen. Jedes Jahr erkranken ├╝ber 6000 Frauen in Deutschland und ├╝ber 500.000 Frauen weltweit, wobei knapp 350.000 an den Folgen sterben. Bei Frauen mit einer HIV-Infektion tritt das Zervixkarzinom durchschnittlich neunmal h├Ąufiger auf als bei Frauen ohne diese Erkrankung. Zudem ist der Tumor bei ihnen h├Ąufig aggressiver und breitet sich schneller im Organismus aus.

Die h├Ąufigsten Erkrankungen treten im Alter von 34 und 39 sowie im Alter von 60 bis 64 auf. Dabei erkranken die Patientinnen in den letzten Jahrzehnten in durchschnittlich immer j├╝ngerem Alter, was h├Ąufig auf den fr├╝her stattfindenden ersten Geschlechtsverkehr zur├╝ckgef├╝hrt wird, haben jedoch gleichzeitig, aufgrund der immer besser werdenden Vorsorgeuntersuchungen und Fr├╝herkennung, eine stetig gr├Â├čer werdende Chance auf eine vollst├Ąndige Heilung.

Ursachen und Symptome

Sch├Ątzungen zufolge gehen fast 98 Prozent der Zervixkarzinome urs├Ąchlich auf eine Infektion mit sogenannten humanen Papillomviren (HPV) zur├╝ck. Grundlage f├╝r diese Erkenntnis waren die Arbeiten von dem deutschen Mediziner Harald zur Hausen, der daf├╝r im Jahre 2008 mit dem Nobelpreis f├╝r Physiologie oder Medizin geehrt wurde. Von den ├╝ber 200 verschiedenen Typen der HPV werden aber lediglich zwei als Ursache f├╝r ein Zervixkarzinom angesehen. Die HPV ├╝bertragen sich, entweder durch eine Schmieren- oder eine Kontaktinfektion, h├Ąufig schon beim ersten Geschlechtsverkehr. Fast zwei Drittel aller Frauen sind bereits f├╝nf Jahre nach ihrem ersten Geschlechtsverkehr mit HPV infiziert, insgesamt sind es sogar knapp drei Viertel. Allerdings beseitigt das Immunsystem bei ├╝ber 70 Prozent der Betroffenen die Infektion ohne weitere Folgen. Schafft das Immunsystem es hingegen nicht, die Viren erfolgreich zu bek├Ąmpfen, k├Ânnen Dysplasien, also anormale Neubildungen, am Geb├Ąrmutterhals entstehen, die wiederum im Verlauf von 10 bis 20 Jahren zur Entstehung eines Zervixkarzinoms f├╝hren k├Ânnen.

Bei HIV-positiven Frauen mit einem Immundefekt ist das Immunsystem h├Ąufig nicht dazu in der Lage, sich gegen die Viren zu wehren, was zu einer opportunistischen Infektion mit HPV sowie zu einer geringeren Wahrscheinlichkeit die Viren – und damit auch die Vorstufe des Zervixkarzinoms – zu bek├Ąmpfen f├╝hren kann. Zu den weiteren Risikofaktoren f├╝r eine Infektion mit HPV z├Ąhlen oft wechselnde Geschlechtspartner, mangelnde Hygiene im Genitalbereich sowie ein sehr fr├╝her erster Coitus.

Es wird zudem angenommen, dass Rauchen sowie eine h├Ąufige Einnahme von oralen Kontrazeptiva, wie der Antibabypille, das Risiko f├╝r eine Erkrankung an einem Zervixkarzinom erh├Âhen. Seit 2006 existiert ein Impfstoff gegen die, den Krebs verursachenden, HPV, der allerdings nur vorbeugend und nicht heilend wirkt, weswegen er in der Regel nur jenen Frauen verabreicht wird, die zuvor noch keinen Verkehr gehabt haben. Kondome bieten hingegen keinen sicheren Schutz gegen eine Infektion sondern senken lediglich das Risiko einer solchen.

Die Symptome f├╝r ein Zervixkarzinom sind im Fr├╝hstadium der Erkrankung kaum wahrnehmbar, da das Geschw├╝r zun├Ąchst weder Schmerzen noch sonstige Beeintr├Ąchtigungen von K├Ârperfunktionen hervorruft. Erst mit zunehmender Gr├Â├če und Geschw├╝rbildung des Tumors kommt es h├Ąufig zu Blutungen w├Ąhrend des Coitus, tr├╝bem Ausfluss sowie Blutungen au├čerhalb der Regel. Im fortgeschrittenen Stadium kann es dar├╝ber hinaus, durch die Ausbreitung des Tumors in andere Organe des kleinen Beckens, zu Nierenstauungen und Lymph├Âdemen kommen.

Diagnose und Behandlung

F├╝r die Fr├╝herkennung eines Zervixkarzinoms ist der sogenannte „Pap-Test“ von gro├čer Bedeutung. Bei diesem werden gef├Ąrbte Zellabstriche vom Muttermund genommen und auf Auff├Ąlligkeiten untersucht. Dabei wird mithilfe eines Spatels ein Abstrich des Geb├Ąrmutterhalses gemacht. Die dabei entnommenen Zellen werden dann auf einen Objekttr├Ąger aufgebracht und anschlie├čend mit dem Farbstoff H├Ąmatoxylin eingef├Ąrbt. Durch die Analyse der F├Ąrbung kann der Arzt dann beurteilen, ob ein Zervixkarzinom oder eine Vorstufe im Geb├Ąrmutterhals vorhanden sind. Bei einem akuten Verdacht wird dann in der Regel eine histologische Untersuchung einer Gewebeprobe des Geb├Ąrmutterhalses sowie eine Sonografie durchgef├╝hrt, um das Vorhandensein eines Karzinoms eindeutig ausschlie├čen bzw. best├Ątigen zu k├Ânnen. Aufgrund ihrer hohen Anf├Ąlligkeit ist besonders bei Frauen, die an AIDS leiden, eine regelm├Ą├čige Untersuchung der Geb├Ąrmutter auf m├Âgliche Karzinome oder deren Vorstufen von immenser Wichtigkeit.

Die Behandlung eines Zervixkarzinoms ist immer abh├Ąngig von dem Stadium, in welchem sich dieses befindet. Wird eine Erkrankung bereits in einer fr├╝hen Vorstufe entdeckt, kann diese bis zu zwei Jahre lang in regelm├Ą├čigen halbj├Ąhrigen Abst├Ąnden hinsichtlich etwaiger Weiter- bzw. R├╝ckbildungen kontrolliert werden und anschlie├čend, sollte sie sich nicht selbstst├Ąndig zur├╝ckgebildet haben, entfernt werden, ohne dass dabei die gesamte Geb├Ąrmutter herausgenommen werden muss. Liegt hingegen schon ein Karzinom vor, muss h├Ąufig die ganze Geb├Ąrmutter herausoperiert werden, um ein Wiederkehren des Tumors zu verhindern.

Nur in ganz fr├╝hen Stadien wird auf ausdr├╝cklichen Wunsch der Frau, die eventuell noch Kinder bekommen m├Âchte, nur eine Teilentfernung der betroffenen Region durchgef├╝hrt. In fortgeschrittenen Stadien m├╝ssen zudem die Lymphknoten im Bereich des Beckens sowie die Eierst├Âcke entfernt werden. Je nach Ausbreitung des Krebses im K├Ârper ist im Anschluss an die Entfernung eine zus├Ątzliche Strahlen- oder Radiochemotherapie unerl├Ąsslich.

Heilungschancen

Die Heilungschancen bei einem Zervixkarzinom h├Ąngen stark von dem Stadium ab, in welchem dieses erkannt und eine Behandlung eingeleitet wurde. Bei der Entfernung der Vorstufe des Karzinoms liegen die Heilungschancen bei nahezu 100 Prozent, w├Ąhrend sie bei einer sp├Ąten Entdeckung im Stadium III oder IV, bedingt durch die wahrscheinlich schon sehr ausgepr├Ągte Streuung des Krebses, nur noch bei 40 bzw. 10 Prozent liegen. In den fr├╝hen Stadien IA und IB liegen die Chancen auf eine Heilung noch bei ├╝ber 90 Prozent. Wie bei anderen Krebsarten, kann auch beim Zervixkarzinom ein Rezidiv auftreten, also eine Wiederkehr des Krebses erfolgen. Bei Patientinnen mit einer AIDS-Erkrankung kommt es dabei viel h├Ąufiger zu Rezidiven als bei Patientinnen ohne eine solche Vorerkrankung.

Zukunftsprognosen

Experten gehen, sowohl wegen der guten M├Âglichkeiten zur Fr├╝herkennung der Vorstufen als auch aufgrund der mittlerweile sehr h├Ąufig durchgef├╝hrten Impfung junger M├Ądchen gegen die krebsverursachenden HPV, von einem weiteren R├╝ckgang der Neuerkrankungen in Deutschland und in der Welt in den kommenden Jahrzehnten aus. Auch die Aufkl├Ąrungs- und Pr├Ąventionskampagnen gegen eine vermehrte Ausbreitung von AIDS in der Bundesrepublik geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die Zahl der Neuinfektionen mit dem gef├Ąhrlichen Virus senken l├Ąsst und als eine Folge davon auch die Zahl der Neuerkrankungen an Zervixkarzinomen sinken wird.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt ├╝berarbeitet am: 14. Oktober 2020.
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