Lymphome

Als Lymphom bezeichnet man alle nicht-normalen Vergr√∂√üerungen der Lymphknoten. Hierbei kann es sich sowohl um eine Schwellung des urspr√ľnglichen Gewebes als auch um neoplastische Ver√§nderungen (Tumore) handeln. Alle Formen von Lymphomen k√∂nnen als opportunistische Infektion im Rahmen von HIV bzw. AIDS auftreten; sie sind jedoch nicht darauf beschr√§nkt und k√∂nnen auch als Symptom einer anderen Erkrankung erscheinen. Im Zusammenhang mit AIDS handelt es sich bei Lymphomen um sogenannte Sekund√§re Erkrankungen: Sie treten als Folge einer anderen, urs√§chlichen Krankheit auf.

Gutartige Lymphome

Bei einer gutartigen Lymphknotenschwellung (benigne Lymphadenopathie, B√§fverstedt-Syndrom) schwillt das bereits im Normalzustand vorhandene Gewebe an und erreicht so eine √ľberdurchschnittliche Gr√∂√üe. Als krankhaft gilt eine solche Schwellung in der Regel dann, wenn der Lymphknoten einen Durchmesser von mehr als einem Zentimeter annimmt. Die Lymphknotenschwellung kann sich entweder regional nur auf einen bestimmten K√∂rperbereich beschr√§nken oder generalisiert in verschiedenen K√∂rperregionen auftreten.

Letzteres lässt sich auch unter den Begriff Lymphomatose fassen. An einigen Körperstellen ist ein Lymphom besser sichtbar als an anderen: Vor allem in der Leistenbeuge können unter der Haut befindliche, geschwollene Lymphknoten gut erkannt werden; sie zeichnen sich als kleine Erhebung sichtbar ab. Da die Lymphknoten in der Leistenregion allgemein etwas größer sind, gilt hier eine Schwellung erst dann als krankhaft, wenn der Lymphknoten einen Durchmesser von mehr als 1,5 cm erreicht. Die Geschwulste weisen eine rötliche oder bläuliche Färbung auf.

Die Schwellung entsteht durch eine erh√∂hte Aktivit√§t der Lymphknoten. Die Lymphknoten sind daf√ľr zust√§ndig, die Gewebefl√ľssigkeit (Lymphe) zu filtern und dadurch von Verunreinigungen und Krankheitserregern zu befreien. Deshalb gelten Lymphknoten als Bestandteil des Immunsystems. Da es bei AIDS zu einer Schw√§chung des Immunsystems kommt, bem√ľht sich der Organismus, diese Schw√§chung durch erh√∂hte Aktivit√§t der noch verf√ľgbaren Kapazit√§ten zu kompensieren. Als Folge arbeiten auch die Lymphknoten verst√§rkt ‚Äď was wiederum ihre Schwellung verursacht. Im Falle einer konkreten Infektion schwellen die Lymphknoten bei AIDS-Betroffenen schneller an, als bei HIV-Negativen. Ob die Infektion akut oder chronisch ist, spielt dabei keine Rolle. Auch Entz√ľndungen k√∂nnen dementsprechend eine Lymphknotenschwellung hervorrufen. Die Behandlung von gutartigen Lymphomen erfolgt meistens mittels einer Kombination aus der Behandlung mit Medikamenten und einer Strahlentherapie. Das Ziel ist dabei die Zerst√∂rung und der Abbau des Lymphoms.

Bösartige Lymphome

B√∂sartige Lymphome (maligne Lymphadenopathie) sind Tumore, die zum Beispiel aus den Lymphknoten entstehen. Sie k√∂nnen ihren Ursprung jedoch auch im Knochenmark, in den Tonsillen (Mandeln) oder der Milz haben. Wie bei anderen Neoplasien auch steigt mit zunehmendem Alter das Risiko f√ľr b√∂sartige Lymphome. Die Tumore an sich verursachen in der Regel keine Schmerzen, k√∂nnen jedoch durch die Verdr√§ngung von anderem Gewebe sp√ľrbar sein. Rein √§u√üerlich sind gutartige und b√∂sartige Lymphome nicht voneinander zu unterscheiden; zudem beeintr√§chtigen sie beide das Immunsystem. Die Zellen, die bei b√∂sartiger Lymphadenopathie eine Rolle spielen, sind bestimmte wei√üe Blutk√∂rperchen (T- und B-Lymphozyten) sowie die Zellen des retikul√§ren Bindegewebes. Wei√üe Blutk√∂rperchen haben die Aufgabe, aktiv gegen Krankheitserreger vorzugehen und damit Infektionskrankheiten vorzubeugen oder eine bereits ausgebrochene Infektionskrankheit zu bek√§mpfen. Das retikul√§re Bindegewebe ist in der Lage, Partikel in sich aufzunehmen ‚Äď zum Beispiel Abbauprodukte aus Stoffwechselprozessen, Geweberesten, Schadstoffe und Krankheitserreger.

Man unterscheidet zwei Arten von bösartigen Lymphomen:

  1. Das Hodgkin-Lymphom charakterisiert ein bestimmtes Zellmuster. Der Tumor besteht in diesem Fall aus Hodgkin-Zellen, die wie alle Zellen einen Zellkern besitzen, und den Sternberg-Reed-Zellen. Letztere weisen als Besonderheit mehrere Zellkerne auf und sind damit unter dem Mikroskop gut zu identifizieren. Zur Diagnose kann das Blutbild des Betroffenen herangezogen werden: Die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist genauso auff√§llig wie das C-reaktive Protein. Au√üerdem f√ľhren Hodgkin-Lymphome dazu, dass deutlich weniger Lymphozyten im Blut vorhanden sind. Die Ursache f√ľr Hodgkin-Lymphome ist bislang noch nicht genau gekl√§rt. Da sie jedoch auff√§llig oft bei immunsuppressiven Behandlungen auftreten, ist auch ein verst√§rkter Zusammenhang mit AIDS m√∂glich. Allerdings muss betont werden, dass dies nicht zwingend einen kausalen Zusammenhang darstellen muss.
  2. Die zweite Variante von b√∂sartigen Lymphomen sind sogenannte Non-Hodgkin-Lymphome: Alle b√∂sartigen Lymphome, die keine Hodgkin-Lymphome sind, fallen unter diese Bezeichnung. Die Tumore verf√ľgen dementsprechend √ľber ein abweichendes Zellmuster. Non-Hodgkin-Lymphome lassen sich noch einmal in zwei Subgruppen unterteilen: Je nachdem welche Immunzellen betroffen sind, hei√üen sie T- oder B-Zonen-Lymphom, gelegentlich auch T- oder B-Zell-Lymphom. Neben der Bildung von Tumoren kommt es beim Auftreten der Non-Hodgkin-Lymphome zu weiteren Symptomen, die √Ąhnlichkeit mit denen einer Depression haben. Die Betroffenen leiden unter M√ľdigkeit und Energielosigkeit, f√ľhlen sich ausgelaugt und tr√§ge. Zudem k√∂nnen Fieber, n√§chtliche Schwei√üausbr√ľche ohne konkrete Ursache, vermehrte Infekte und Ver√§nderungen im Blutbild des Betroffenen auftreten.

Lymphom Therapie

Bei der Therapie von Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen spielt die B√∂sartigkeit des Tumors eine Rolle: Das hei√üt, es muss ber√ľcksichtigt werden, wie schnell sich die Krebszellen teilen. Grunds√§tzlich kann √ľber die genaue Art der erforderlichen Behandlung nur ein Arzt Auskunft geben, der den Betroffenen kennt. Therapieentscheidungen sind immer eine Abw√§gung im Einzelfall. Bei allen Arten von Lymphomen kommen in erster Linie Chemo- und Strahlentherapie in Frage.

Da diese das Immunsystem zusätzlich schwächen, muss bei AIDS-Betroffenen besonders sorgfältig abgewogen werden, ob eine Behandlung des Lymphoms (schon zu diesem Zeitpunkt) notwendig ist oder ob der Betroffene dadurch nicht womöglich einem noch größeren Risiko ausgesetzt wird. Insbesondere bei weniger bösartigen Non-Hodgkin-Lymphomen muss nicht in jedem Fall sofort eine Behandlung erfolgen. Vor allem, wenn kaum Beschwerden auftreten, ist dies nicht zwingend notwendig; allerdings muss die Entwicklung des Lymphoms beobachtet werden, um gegebenenfalls einzugreifen.