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Lichtempfindlichkeit

Lichtempfindlichkeit kann in mehreren Erscheinungsformen auftreten mit einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Symptomen und Ursachen. Sie betrifft dabei das Sehvermögen, die Haut und auch neurologische Reaktionen auf bestimmte Arten von Licht. Das Sehvermögen ist an die Aufnahme von Licht gebunden. Dieses trifft in den Augen auf eine große Menge von Nervenzellen, die die Lichtimpulse umsetzen und an das Gehirn weiterleiten. Daraus wird ein Bild erzeugt, das der Sehende als visuelle Erfahrung versteht und einordnet. Um dieses Endergebnis innerhalb der sehr kurzen Reaktionszeit zu erzielen, ist nicht nur die Verbindung zwischen Gehirn und Auge gefordert.

Das Auge selbst besteht aus einer Reihe unterschiedlicher Bereiche, in denen bei jedem Sehvorgang ebenso unterschiedliche Funktionen ausgef√ľhrt werden. Sobald einer dieser Bereiche beeintr√§chtigt ist, kommt es zu Sehst√∂rungen, die nicht selten als Lichtempfindlichkeit der Augen erlebt werden. Eine schmerzhafte Reaktion auf Licht geht h√§ufig von der Hornhaut aus. Eine Entz√ľndung in Form einer Keratitis oder die Verletzung durch Fremdk√∂rper reizen die Nervenenden in der Hornhaut. Die Reaktion auf Lichteinfall besteht in einem Schmerzimpuls, der sich bei fortschreitender Erkrankung steigert. Dies gilt ebenso f√ľr eine Entz√ľndung der Regenbogenhaut oder Sch√§digungen des Ziliark√∂rpers. Viele Abschnitte des Auges sind in st√§ndiger Bewegung. Muskeln ziehen sich zusammen oder weiten sich, Fl√ľssigkeit wird transportiert oder durch den Lidschlag erfolgt eine Ber√ľhrung der √§u√üeren Teile.

Die reizenden Impulse bei Lichteinfall bedeuten eine nicht zu unterbrechende Belastung f√ľr die bereits entz√ľndeten Nerven. Im fortgeschrittenen Stadium der Entz√ľndung ist die Photophobie so stark ausgepr√§gt, dass jeder Lichteinfall unertr√§glich f√ľr die Betroffenen wird. Bei einer entz√ľndlichen Reaktion sind besonders Infektionen zu ber√ľcksichtigen. Dazu geh√∂ren auch Folgesymptome einer Autoimmunerkrankung oder eine HIV-Infektion, die √ľber sehr vielf√§ltige Begleitsymptome verf√ľgt.

Neurologische Photosensibilität

Im Gegensatz zur Lichtempfindlichkeit der Augen sind diese bei der Photosensibiliät nicht betroffen. Diese Form der Lichtempfindlichkeit betrifft die Bereitschaft des Gehirns, auf wechselnde Lichtimpulse mit einer Synchronisierung der Nervenimpulse zu reagieren. Schließlich kommt es zu einem epileptischen Anfall. Dazu ist ein Flackerlicht von einer gewissen Regelmäßigkeit erforderlich. Quellen können Lichtshows bei Veranstaltungen sein, Lichtkontraste im Fernsehen oder bei Computerspielen. Sind die Kontraste besonders groß, ist die Anfallsbereitschaft gesteigert. Nicht bei jeder Form der Epilepsie besteht diese Lichtempfindlichkeit.

Zur Messung der Stärke wird bei einem EEG jedoch mit den flackernden Lichtimpulsen gearbeitet und der Frequenzbereich bestimmt. Epileptische Anfälle, die durch Lichtempfindlichkeit ausgelöst werden, können durch eine Vermeidung dieser Kontraste in ihrem Risiko minimiert werden. Dazu gehören oft zusätzliche Lichtquellen in geschlossenen Räumen oder das Tragen von Sonnenbrillen.

Lichtallergie der Haut

Neben der Lichtempfindlichkeit der Augen geh√∂ren Reaktionen der Haut auf nat√ľrliches oder k√ľnstliches Licht zu den h√§ufigsten Erscheinungen von Lichtsensibilit√§t. Darunter ist die gesteigerte oder abnormale Reaktion der Haut auf kurz- und langwelliges UV-Licht zu verstehen. Die Reaktion ist unabh√§ngig davon, ob es sich um nat√ľrliches oder k√ľnstliches Licht handelt. Sowohl UVA-Licht als auch UVB-Licht k√∂nnen bei Personen, die an dieser Lichtempfindlichkeit leiden, zu den gleichen Hautreaktionen f√ľhren. Gew√∂hnlich treten auf den Hautbereichen, die zuvor dem Licht ausgesetzt waren, L√§sionen auf. Die Form ist dabei ebenso unterschiedlich wie die St√§rke. Auch die Reaktionszeit der Haut auf die Lichteinwirkung ist je nach Ursache und Individuum unterschiedlich. Sie kann von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden dauern, bevor die ersten Symptome auftreten. Die Reaktionen √§hneln denen einer Dermatitis, haben jedoch sehr viele verschiedene Ursachen.

Zu den Gr√ľnden der bestehenden oder sich entwickelnden Lichtempfindlichkeit geh√∂ren Erbkrankheiten wie das Bloom-Syndrom oder Albinismus. Erkrankungen wie die G√ľrtelrose sind bekannt f√ľr die damit einhergehende Lichtallergie. Auch Lupus Erythematodes weist eine Lichtempfindlichkeit der Haut als eines der Symptome auf. Eine neu auftretende Lichtempfindlichkeit ohne Verbindung mit der Einnahme von die Sensibilit√§t erh√∂henden Medikamenten kann auch zu den Symptomen einer HIV-Infektion geh√∂ren. Durch die generalisierende Beeintr√§chtigung des Immunsystems und die individuell sehr unterschiedlichen Krankheitszeichen vermag die Erkrankung die Belastbarkeit der Haut zus√§tzlich herabzusetzen. Da auch schon bei gesunder Haut UV-Licht zu Ver√§nderungen bis hin zu Krebs f√ľhren kann, steigert sich dieses Erkrankungsrisiko bei Menschen mit erh√∂hter Lichtempfindlichkeit durch eine derartige Vorerkrankung um ein Vielfaches.

Lichtempfindlichkeit durch äußere Einwirkungen

Nicht nur Erkrankungen sind die Ausl√∂ser einer erh√∂hten Lichtempfindlichkeit. Besonders bei den dermatologischen Symptomen existieren daneben auch √§u√üere Einfl√ľsse, die zu einer Erh√∂hung beitragen. Zun√§chst handelt es sich dabei um die Auswirkungen von Medikamenten. Einige Medikamente f√ľhren als Nebenwirkung dazu, dass die Haut empfindlicher gegen√ľber Licht wird. Sie kann d√ľnner werden oder weniger Schutz durch ihre Pigmentierung erhalten. Die Nebenwirkungen sind zumeist bekannt und w√§hrend der Behandlungsdauer wird mit entsprechenden Vorsichtsma√ünahmen auf die Lichtempfindlichkeit reagiert.

Daneben existieren phototoxische Reaktionen, die durch die einfache Ber√ľhrung von Pflanzen ausgel√∂st werden k√∂nnen. Der Riesen-B√§renklau oder auch Herkulesstaude geh√∂rt zu den bekannten Arten, bei denen ein einfacher, ungesch√ľtzter Hautkontakt mit anschlie√üender Einwirkung von Sonnenlicht zu verbrennungs√§hnlichen Hautreaktionen f√ľhrt. Die Lichtempfindlichkeit nach dem Kontakt mit einer phototoxischen Substanz ist nicht beendet, nachdem diese Substanz von der Haut entfernt wurde.

Langfristige Schäden durch die einmalige Einwirkung sind möglich und erfordern selbst nach Abheilung der betroffenen Stellen eine aufmerksame Beobachtung. Die Schäden sind auf molekularer Ebene zumeist jahrelang nachweisbar. In Verbindung mit der Hautalterung und der so eintretenden nachlassenden Regenerationsfähigkeit kann es auch nach Jahrzehnten an diesen Stellen zu bösartigen Hautveränderungen kommen.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 12. Oktober 2020.
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