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Herpes Zoster / G├╝rtelrose

Herpes Zoster ist der Fachausdruck f├╝r eine schmerzhafte und unangenehme Krankheit, die im Volksmund schlicht „G├╝rtelrose“ genannt wird. Der Begriff G├╝rtelrose leitet sich von der Form des Ausschlags her, der im Laufe der Krankheit wie ein Streifen wirkt. Zum Ausbruch der G├╝rtelrose kommt es, wenn die nach der Infektion mit Windpocken im K├Ârper verbliebenen Varizella-Zoster-Viren reaktiviert werden bzw. das Immunsystem nicht in der Lage ist, die Reaktivierung zu verhindern. In der Anfangsphase des Herpes Zoster sp├╝ren Patienten teilweise nur M├╝digkeit und Abgeschlagenheit und klagen evtl. ├╝ber leichtes Fieber. Danach kommt es zu teilweise sehr starken, brennenden Schmerzen. Das liegt daran, dass der Virus sich an Nerven festgesetzt hat und bei der Reaktivierung die betroffenen Stellen reizt, was sich wiederum darin ├Ąu├čert, dass Schmerzsignale ans Gerhirn gesandt werden.

In der Folge vermehren sich die aktiv gewordenen Viren und „wandern“ an den Nervenbahnen entlang, so dass die Schmerzen ausstrahlen. Die aktiven Viren f├╝hren zu einer R├Âtung der Haut im betroffenen Bereich, aus der dann Erhebungen wie bei M├╝ckenstichen erwachsen, die sich sodann zu Bl├Ąschen entwickeln und sich miteinander verbinden – auf diese Weise erh├Ąlt der Ausschlag das streifenf├Ârmige Aussehen. Diese stark juckenden und/oder brennend schmerzenden Bl├Ąschen sind das deutlichste Anzeichen f├╝r eine G├╝rtelrose, die sich fast immer nur auf einer K├Ârperh├Ąlfte manifestiert (oft an R├╝cken, Bauch, Oberschenkeln, Armen, aber auch manchmal an Hals, Gesicht oder Genitalien).

Die Bl├Ąschen f├╝llen sich mit hochansteckender Fl├╝ssigkeit und sollten daher nicht absichtlich zum Platzen gebracht werden. Bei einer Abheilung der Infektion, die von selbst oder durch Medikamentengabe erfolgen kann, trocknen diese Bl├Ąschen aus, bedecken sich mit Schorf und heilen dann ab – allerdings ist die Gefahr der Narbenbildung oder des Zur├╝ckbleibens von Verf├Ąrbungen gro├č.

Wie entsteht G├╝rtelrose?

G├╝rtelrose kann de facto jeder Mensch bekommen, der schon einmal an Windpocken erkrankt ist, was auf weit ├╝ber 90 Prozent der Bev├Âlkerung zutrifft. Denn selbst nach der vollst├Ąndigen Ausheilung dieser Kinderkrankheit verbleibt das Virus, das bei Erstinfektion Windpocken ausl├Âst, im K├Ârper. Es setzt sich an den Nervenbahnen fest und „schl├Ąft“. Unter bestimmten Umst├Ąnden kann es reaktiviert werden und f├╝hrt dann zum Ausbruch einer G├╝rtelrose. Die Hauptursache f├╝r den Ausbruch einer G├╝rtelrose ist ein geschw├Ąchtes Immunsystem, wie es beispielsweise bei sehr alten oder sehr kranken Menschen vorkommt.

An der Immunkrankheit Aids leidende Menschen oder Patienten, die gerade an einer Chemotherapie oder einer anderen, das Immunsystem belastenden Therapie teilnehmen, sind ebenfalls stark gef├Ąhrdet. G├╝rtelrose kommt relativ h├Ąufig bei Aids-Kranken vor und k├Ânnte ein Symptom sein, das die Aids-Erkrankung anzeigt, aber nat├╝rlich kommt G├╝rtelrose auch bei sehr vielen nicht an Aids erkrankten Menschen vor. Ausl├Âser sind neben einem geschw├Ąchten Immunsystem vor allem starker Stress und in manchen F├Ąllen starke UV-Strahlung. Diese Faktoren f├╝hren dazu, dass der K├Ârper keine Energien mehr auf die Bek├Ąmpfung der reaktivierten Varizella-Zoster-Viren verwenden kann.

Ansteckungsgefahr bei Herpes Zoster bzw. G├╝rtelrose

G├╝rtelrose ist nicht so ansteckend wie die „Kinderkrankheit“ Windpocken, da der Herpes Zoster nicht aufgrund von Tr├Âpfcheninfektion ├╝bertragen wird, sondern nur durch Kontakt mit der infekti├Âsen Bl├Ąschenfl├╝ssigkeit. Dieser Kontakt kann aber auch per Schmierinfektion erfolgen, wenn ein Erkrankter beispielsweise noch Spuren der Bl├Ąschenfl├╝ssigkeit an den H├Ąnden hat und damit andere Menschen oder auch Gegenst├Ąnde, die nachher von wieder anderen Menschen angefasst werden, ber├╝hrt. F├╝r den Gro├čteil der Bev├Âlkerung herrscht keinerlei Gefahr, da ihr Immunsystem stark genug ist, die Reaktivierung ihres Herpes Zoster zu verhindern.

Schwierig wird es bei immungeschw├Ąchten Menschen oder bei Schwangeren, die noch keine Windpocken-Infektion erlitten haben. Immungeschw├Ąchte Menschen haben ein deutlich h├Âheres Risiko, an G├╝rtelrose zu erkranken, als solche mit einem gut funktionierenden Immunsystem. Immungeschw├Ąchte Menschen sind beispielsweise solche, die an der Immunschw├Ąche Aids erkrankt sind oder eine Chemotherapie durchlaufen. Bei diesen Menschen ist das Immunsystem sehr stark geschw├Ącht und kann seine Funktion kaum erf├╝llen, weswegen die Infektion sehr schnell ausbrechen und einen sehr starken Verlauf nehmen kann. Schwangere sind ebenfalls stark gef├Ąhrdet, da der Ausbruch von Windpocken w├Ąhrend der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind f├╝hren kann.

G├╝rtelrose Behanldung

Behandelt wird die G├╝rtelrose meist mit einem antiviralen Medikament (Virostatikum) in Verbindung mit teilweise sehr starken Schmerzmitteln. Die Medikation wirkt nat├╝rlich umso effektiver, je eher sie eingesetzt wird. Der Patient selbst sollte dazu angehalten werden, sich zu schonen (m├Âglichst Bettruhe einzuhalten), die betroffenen K├Ârperstellen warm zu halten und sie so wenig wie m├Âglich mit Wasser in Ber├╝hrung zu bringen.

Eine vitaminreiche, gesunde Ern├Ąhrung (vor allem die B-Vitamine sind zur Bek├Ąmpfung der Krankheit wichtig) ist ebenfalls hilfreich, um das Immunsystem so zu st├Ąrken, dass es zusammen mit den Anti-Viren-Medikamenten, den sogenannten Virostatika, die sch├Ądlichen Viren bestm├Âglich bek├Ąmpft. Es gibt die M├Âglichkeit, sich gegen G├╝rtelrose impfen zu lassen. Dies verhindert zwar nicht unbedingt die Reaktivierung des Herpes Zoster, so dass die G├╝rtelrose dennoch ausbrechen kann, aber sie senkt das Risiko f├╝r einen schweren, gef├Ąhrlichen Verlauf der G├╝rtelrose erheblich.

Verbreitung

Der Ausbruch der G├╝rtelrose kommt in der deutschen Bev├Âlkerung relativ h├Ąufig vor (rund 30 Prozent sind mindestens einmal im Leben von G├╝rtelrose betroffen) und nimmt mit steigendem Lebensalter zu. J├Ąhrlich erkranken mehr als 350.000 Deutsche, meist mit ├╝ber 50 Jahren, an G├╝rtelrose. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Gefahr von Komplikationen, beispielsweise des Herpes Zoster generalisatus oder der Postherpetischen Neuralgie (siehe unten).

Gefahren der G├╝rtelrose

Oft sind G├╝rtelrosen schmerzhaft und unangenehm, heilen aber innerhalb weniger Wochen bis Monate wieder aus. Es gibt jedoch auch F├Ąlle, in denen es zu Komplikationen kommt. Beispielsweise kann der Nervenbefall sich bis in die Gesichtsregion ausdehnen und dort zu L├Ąhmungen f├╝hren oder auf die Sinnesorgane Augen und Ohren ├╝bergreifen, was zu Sch├Ądigungen der Hornhaut (Erblindung) oder Taubheit f├╝hren kann.

Es kann auch zu einem sogenannten „Herpes Zoster generalisatus“ kommen, bei dem das zentrale Nervensystem vom Varizella-Zoster-Virus angegriffen wird – hier besteht sogar Todesgefahr. Dieser schwere Verlauf kommt selten vor und ist oft eine Folge eines sehr stark geschw├Ąchten Immunsystems beispielsweise bei AIDS oder Leuk├Ąmie.

In nicht wenigen F├Ąllen, gerade in fortgeschrittenem Alter, besteht zudem die Gefahr, dass die starken Schmerzen, die die G├╝rtelrose mit sich bringt, chronisch werden und die Lebensqualit├Ąt der Betroffenen erheblich einschr├Ąnken. Man spricht von einer „postherpetischen Neuralgie“, also einer dauerhaften Nervenreizung, die durch die G├╝rtelrose verursacht wird und nach ihrer Abheilung fortbesteht. Die Schmerzen k├Ânnen mitunter so unertr├Ąglich sein, dass sie Betroffene in die Schmerzmittelsucht oder den Selbstmord treiben. Eine Studie fand 2009 heraus, dass eine G├╝rtelrose das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, um etwa 31 Prozent steigert. Die Gr├╝nde daf├╝r sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt ├╝berarbeitet am: 12. Oktober 2020.
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