Herpes simplex

Fast alle Menschen auf der Erde sind mit dem Herpes simplex Virus infiziert. Dabei treten an Haut und Schleimhaut juckende, nässende Bläschen auf, die beim Platzen auf Aufkratzen neue Infektionsherde schaffen. Wer einmal mit Herpes simplex infiziert ist, trägt das Virus latent im Körper und es kann jederzeit ausbrechen. Das geschieht meist an den Mundwinkeln und um den Mund herum. Das Virus kann aber auch in die Nase wandern oder die Augen befallen.

Durch sexuelle Kontakte kann es auf die Intimregion verschleppt werden. Herpes Simplex tritt bei manchen Menschen öfter auf, andere erleben nur einen oder wenige Ausbrüche im Laufe ihres Lebens. Auch zu intensive Sonneneinstrahlung oder das Baden in Meerwasser kann den Ausbruch von Herpes simplex Infektionen hervorrufen. Verschiedene Medikamente stehen auch im Verdacht, das latente Herpes Virus ausbrechen zu lassen.

Ein schwaches Immunsystem begünstigt den Ausbruch

Ein schwaches Intimsystem erlaubt dem Herpes Simplex Virus, an verschiedenen Stellen des Körpers auszubrechen. Manche Frauen im gebärfähigen Alter leiden jeden Monat pünktlich zur Regelblutung an der nässenden, unattraktiven Infektion. Aber auch in der Zeit der jährlichen Grippewelle leiden viele Menschen an Herpes Simplex Bläschen. Auch bei mit HIV infizierten oder an AIDS erkrankten Menschen ist eine Häufung von Infektionen mit Herpes Simplex zu beobachten. Wo immer ein geschwächtes Immunsystem vorliegt, hat das Virus leichtes Spiel. Herpes Viren können während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden, wenn diese an einer Herpes Infektion der Scheide leidet.

Die Infektion der Geschlechtsorgane mit Herpes Simplex nennt man Herpes Genitalis. Sie ist sehr schmerzhaft und für chronisch erkrankte Menschen eine sehr quälende Angelegenheit. Für ein Neugeborenes aber ist sie eine große Gefahr und der behandelnde Gynäkologe wird der werdenden Mutter eventuell zu einem Kaiserschnitt raten. Bei einem sehr schwachen Immunstatus, wenn es also sehr wenige T-Helferzellen gibt, hat das Virus auf und im Körper des Menschen leichtes Spiel. Große Infektionsherde können die Folge sein und das Virus kann beispielsweise als anfangs harmloser Herpes Labialis durch die Nase ins Gehirn wandern. Es durchbricht dabei die so genannte Blut-Hirnschranke, die normalerweise das Gehirn vor Erregern schützt.

Die Folgen sind beispielsweise infizierte Liquorflüssigkeit und eine schwere Herpes simplex Meningitis, die auch tödlich ausgehen kann. Selbst wenn die Infektion mit Medikamenten eingedämmt werden kann, besteht die Gefahr erneuter Infektionen des Gehirns und somit einer Chronifizierung.

Die Natur ließ ein Kraut wachsen und die Medizin forscht

Wundermittel gegen Herpes gibt es bis heute nicht, aber es wächst ein Kraut in der Natur und bei manchen Menschen im Garten, das gegen leichtere Formen einer Herpes simplex Infektion helfen kann. Es ist die bei uns heimische Zitronenmelisse, die nachweislich Herpesviren bekämpft. Als Creme oder Salbe aufgetragen mildert sie das Brennen der Haut und lässt die infizierten Bläschen schneller austrocknen. Es gibt neben der Zitronenmelisse auch verschiedene chemische Substanzen, die als äußerlich oder innerlich angewandte Präparate zum Einsatz kommen.

Bei den innerlich angewandten Substanzen ist allerdings zu beobachten, dass das Virus mit der Zeit dagegen immun zu werden scheint. Dennoch können Gaben dieser Virustatika genannten Medikamente den betroffenen Patienten zumindest eine Zeitlang Linderung verschaffen und Superinfektionen verhindern. Es gibt bis heute keinen wirksamen Impfschutz gegen Herpes simplex Viren. Gegen andere Viren aus dieser Familie war die Medizin schon erfolgreicher, wie gegen das Varizella-Zoster-Virus, das die Windpocken auslöst.

Die Forschung im Bereich Herpes simplex Virus läuft auf Hochtouren, insbesondere angesichts der vielen Menschen, die HIV infiziert sind oder an AIDS erkrankt sind. Bei ihnen verlaufen die Infektionen mit dem Herpes simplex Virus besonders schwer.

Herpes simplex aus dem Weg gehen

Insbesondere bereits mit HIV infizierte Menschen oder an AIDS erkrankte Patienten sollten dem Herpes simplex Virus aus dem Weg gehen. Gebührender Abstand von sichtlich an einem akuten Herpes leidenden anderen Menschen hat schon manches verhindert. Wenn der Partner an Herpes leidet, sollten das Küssen und engere Körperkontakte vermieden werden, bis die akute Infektion abgeklungen ist. Schwangere Frauen sollten sich ebenfalls besonders vorsehen, um sich nicht bei einem an Herpes leidenden Menschen anzustecken. Denn es ist theoretisch durchaus möglich, sich zu dem im eigenen Körper befindlichen latenten Virus eine weitere Infektion einzuhandeln.

Das sorgfältige Waschen der Hände ist dabei genauso wichtig wie die anschließende Desinfektion. In Menschenmassen steckt man sich nicht nur mit Herpes simplex leichter an, sondern man kann alle möglichen Infekte bakterieller oder viraler Art davon tragen. Eine weitere Gefahrenquelle ist die Benutzung öffentlicher Toiletten, die oft wahre Brutstätten von Keimen sind.

Mit Herpes leben müssen

Fast alle Menschen müssen mit Herpes simplex Ausbrüchen leben. Auch wer über Jahre keine offensichtliche Infektion mit Herpes labialis oder Herpes genitalis erleiden musste, kann plötzlich wieder daran erkranken. Das Tabakrauchen und das Trinken von Alkohol scheint Herpes simplex Infektionen zu begünstigen. Beides schadet nicht nur früher oder später den Organen und Gefäßen, sondern wirkt sich auch negativ auf das menschliche Immunsystem aus. Wer sich gesund ernährt, genügend Flüssigkeit zu sich nimmt und ausreichend schläft, kann das Immunsystem, von dem so viel abhängt, merklich stärken.

Der Aufenthalt an frischer Luft und zumindest etwas Sport oder Bewegung helfen dem Immunsystem dabei, stark zu bleiben und Infektionen so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Ebenfalls noch nicht endgültig erforschte Aspekte der Herpes simplex Infektion sind die genauen Zusammenhänge zwischen Herpes simplex Virus, Immunsystem und der Psyche. Es scheint diese Zusammenhänge durchaus zu geben und eine gewisse Wechselwirkung zwischen Virus, Seele und Körperabwehr ist nicht abzustreiten. Unglückliche, mit Sorgen belastete Menschen müssen mit Schwankungen des Immunsystems rechnen, was wiederum den Ausbruch einer akuten Infektion mit Herpes hervorrufen kann. Andere Menschen berichten, dass sie nach Situationen, die Ekel oder Abscheu in ihnen erregt hatten, fast unumgänglich eine Herpes Infektion durchmachen mussten.

Dass Stress Herpes simplex auslösen kann, scheint inzwischen ebenfalls unumstritten. Insgesamt bedeutet das für den erkrankten Menschen, der an einer schweren und oft wiederkehrenden Infektion mit Herpes simplex leidet, dass er seine Lebenssituation gründlich überdenken sollte. Vielleicht kann bei einer chronischen Erkrankung mit immer neuen Herpes Schüben eine tiefgreifende Veränderung der persönlichen Verhältnisse Abhilfe schaffen oder zumindest Linderung bringen. Es gibt einiges, was der betroffene Mensch gegen den Herpes simplex und vor allem für sich tun kann.

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