Erektile Dysfunktion

Die erektile Dysfunktion (ED), auch Erektionsschwäche oder im Volksmund auch Erektionsstörung genannt, ist eine der möglichen Begleiterscheinungen der HIV Phasen und manchmal auch eine Nebenwirkung der Medikation. Man versteht unter dem Betriff die wiederholte Unfähigkeit der Erlangung einer Erektion. Um von einem echten Krankheitsbild sprechen zu können, muss die Erektionsunfähigkeit länger als ein halbes Jahr und in mehr als 70% der Versuche des Geschlechtsverkehrs auftreten.

Generell steigt das Risiko einer erektilen Dysfunktion mit dem Alter an, unabhängig von einer HIV-Erkrankung. Dies ist auf die Reduzierung der Testosteronproduktion mit zunehmendem Alter zurückzuführen. Doch HIV-positiv getestete Männer sind auffällig häufiger von Erektionsstörungen betroffen, als nicht-erkrankte Männer: ca. 46% der Männer mit einer HIV-Infektion leiden an Erektionsstörungen (vgl. http://www.hiv-med-info.de/dwn/medInfo70.pdf). Die Libido und Ejakulation sind jedoch meist weitestgehend normal.

Erektile Dysfunktion – wie entsteht sie?

Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind vielfältig und können sowohl organischer, als auch psychischer Natur sein, wobei organische Defekte die häufigsten sind (in ca. 80% der Fälle) (vgl. aidshilfe-koeln.de > PDF Datei „Sexuelle Funktionsstörungen bei Männern mit HIV“). Eine Beschädigung der Blutgefäße oder Durchblutungsstörungen in Folge von Stoffwechselstörungen, Diabetes melitus, Bluthochdruck oder der Einnahme von Nikotin können beispielsweise organische Ursachen für eine Erektionsstörungen sein. Auch durch den HI-Virus beschädigte Nerven führen zu einem solchen Symptom.

Doch die HIV-Erkrankung muss nicht nur direkte Auswirkungen auf die Nerven oder Organe haben, sondern die Krankheit beeinflusst auch die Psyche der Patienten. Sie kann psychische Erkrankungen zur Folge haben, die sich auf die Erektion auswirken können. Besonders die Angst davor, beim Vollzug des Geschlechtsverkehrs den Partner möglicherweise mit dem HI-Virus zu infizieren, kann eine Ursache für Erektionsprobleme sein. Auch Depressionen sind mögliche Auslöser. Der psychosoziale Aspekt der Erkrankung darf nicht unterschätzt werden, da Erektionsprobleme ein Tabuthema in der Gesellschaft ist und selbst der Gang zum Arzt die Betroffenen viel Überwindung kostet.

Eine erektile Dysfunktion kann durch die Einnahme von Psychopharmaka oder Medikamenten bedingt werden. Die HIV-Medikamente selbst, besonders bei Einnahme verschiedener Medikamente, können Störungen der Erektion auslösen. Um einen solchen Effekt zu verhindern, sollte der behandelnde Arzt konsultiert werden.

Wichtige Einflüsse haben auch die Einnahme von Alkohol, Nikotin oder Drogen: sie fördern eine erektile Dysfunktion und sollten daher von betroffenen Patienten gemieden werden.

Therapie der erektilen Dysfunktion

Entsprechend der verschiedenen Ursachen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie einer erektilen Dysfunktion. So kann direkt die organische Ursache behandelt werden durch die Einnahme von Medikamenten mit Bestandteilen wie beispielsweise Testosteron. Optional oder additional kann auch die Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten mit dem Wirkstoff Sildenafil erfolgen. Eine psychotherapeutische Behandlung ist meist ebenfalls indiziert, da die Patienten sehr unter ihrer Erkrankung und den Folgen der Erektionsstörungen leiden.

Es gibt auch viele Selbsthilfegruppen, die bei der psychischen Bewältigung helfen können. Besonders im Internet wird eine Vielzahl von Medikamenten angeboten, die einer Erektionsstörung entgegenwirken sollen, doch vor Einnahme solcher Mittel ist die Konsultation eines Arztes ratsam. Es gibt auch die Möglichkeit Medikamente direkt in den Schwellkörper oder in die Harnröhre zu injizieren. Es existiert eine große Anzahl mechanischer Hilfsmittel, die die Erektion verlängern sollen.

Prävention

Wie bei den meisten Erkrankungen ist auch bei der erektilen Dysfunktion die Lebensführung des Patienten ganz entscheidend und sollte dementsprechend angepasst werden: gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung wirken Erektionsstörungen entgegen. Stress sollte möglichst verhindert, oder wenigstens vermieden werden, daher sind regelmäßige Ruhepausen und Entspannungstechniken empfehlenswert.

Wenn irgend möglich, so empehlen wir jedem Betroffenen, sich frühzeitig mit dem behandelnden Arzt zu unterhalten und „Klartext“ zu reden – auch, wenn man über derartige Dinge eher weniger mit Dritten sprechen möchte. Erst dies ermöglicht es dem Arzt, alle Fakten abzuwägen und vor allem Gegenmaßnahmen vorzuschlagen.

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