Sexuelle Dysfunktion

Sexuelle Dysfunktionen beim Mann sind Erektionsstörungen, Libidoverlust oder Libidoschwäche und Ejakulationsstörungen. Die Diagnose der sexuellen Dysfunktion ergibt sich erst, wenn die Funktionsstörungen länger als ein halbes Jahr anhalten. Ungefähr die Hälfte aller HIV-infizierten Männer klagen über sexuelle Dysfunktionen. An erster Stelle der Beschwerden steht die Erektionsstörung, gefolgt von Libidoschwäche und Ejakulationsstörungen. HIV-infizierte Männer klagten schon immer über sexuelle Dysfunktionen, aber seit es die neuen HIV-Therapien gibt, nehmen die Beschwerden zu.

Die Nebenwirkungen der HIV-Behandlung

Die heutige HIV-Therapie ist durch zahlreiche, schwer zu überblickende Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Substanzen geprägt. Durch die hochaktive antiretrovirale Kombinationstherapie, die mit der Abkürzung HAART bezeichnet wird (highly active antiretroviral therapy), reduzierten sich die AIDS-definierten Krankheitsbilder, und die Lebenserwartung erkrankter HIV-Patienten steigt.

Die Therapie lässt die Erkrankten länger leben, hat aber auch negative Aspekte, die die Lebensfreude einschränken und sich zu großen Problemen entwickeln können. Zu den Langzeitnebenwirkungen gehören Fettstoffwechselstörungen, die das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen erhöhen. Auch die körperliche, unattraktive Veränderung durch Lipodystrophie, eine Fettverschiebung im Körper, wirkt deprimierend und beeinflusst die Motivation, die Therapie durchzuhalten. Studien belegen, dass der Erfolg der Therapie in Frage gestellt wird, wenn nur fünf Prozent der Medikamente nicht eingenommen werden.

Das Gefühl von Schlappheit, fehlender Energie und Leistungskraft macht mutlos und erhöht den Leidensdruck. In vielen Fällen drücken finanzielle Schwierigkeiten auf die Stimmung. Konflikte mit der Krankenkasse, dem Vermieter, dem Arbeitgeber oder der Bank geben genug Anlass zur Verzweiflung. Auch in der Familie oder dem Bekanntenkreis entwickeln sich in solchen Lebenslagen eher enttäuschende Streitereien als Trost und aufmunternde Gespräche. In einer so komplizierten gesundheitlichen und sozialen Lage kommt es in einigen Fällen auch zur gesellschaftlichen Isolation.

Nicht zuletzt die Furcht vor Armut, Einsamkeit und dem Tod kann die Stimmung permanent beeinflussen. Die Folgen der pessimistischen Einschätzung der eigenen Lebenslage können erhöhter Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum sein. Aber auch Schmerzmittel, Schlaftabletten, Antidepressiva und Medikamente (insbesondere die die Magensäure hemmen oder den Blutdruck senken) können die Lust auf Sex negativ beeinflussen. Dass bei einer Kombination so vieler Stressfaktoren – gegebenenfalls sogar zusammen mit der Angst, einen HIV-negativen Partner anzustecken, die sexuelle Lust abnimmt oder ganz auf der Strecke bleibt ist absolut verständlich.

Die biologische Ursache sexueller Dysfunktionen ist das Alter des Mannes. Nimmt die Testosteronproduktion ab, kommt es zu Durchblutungsstörungen, zu Nerven- oder Gefäßveränderungen oder ist das Schwellkörpergewebe des Mannes unempfindlicher geworden, entstehen Erektionsstörungen. Bei HIV-positiven Männern, werden diese Symptome durch die HIV-Therapie verstärkt. Wenn HIV-positive Männer klagen, die HIV-Therapie verursache bei ihnen sexuelle Dysfunktionen, ist das also faktisch nur bedingt richtig. Es ist die Kombination aller Belastungen, das Alter, die seelische Belastung und die medizinische Behandlung, die das Liebesleben stören. Und genau deshalb ist eine Behandlung der sexuellen Dysfunktion auf vielfältige Art und Weise möglich!

Behandlung sexueller Dysfunktion

Vor der Behandlung wird die sexuelle Dysfunktion von einem Arzt diagnostiziert. In einem ausführlichen Gespräch wird zunächst die Situation des Patienten analysiert. Die Lebenssituation ist möglicherweise nicht zu verändern, aber wenn eine Hormonstörung vorliegt und ein Testosteronmangel behandelt wird, kann sich das Lebensgefühl verbessern. Zur Bestimmung des Hormonspielegels muss das Blut untersucht werden. Mit einem Ultraschallgerät kann der Arzt die Gefäße im Penis und den Hodensack untersuchen und – falls nötig – behandeln.

Seit es potenzfördernde Medikamente im Handel gibt, die scheinbar gut vertragen werden und wirksam sind, kann eine Erektionsschwäche erfolgreicher behandelt werden als früher. Es gibt mehrere verschiedene Sorten zur Auswahl. Männer, die HIV-positiv sind, sollten bedenken, dass sich Medikamente gegen sexuelle Dysfunktionen nicht unbedingt mit den Arzneien der HIV-Therapie vertragen und es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen kann. In jedem Fall ist der behandelnde Arzt der richtige Berater bei der Auswahl und der Dosierung des die Libido steigernden Mittels. Um auszuprobieren, ob das Medikament gut tut und eine angenehme Wirkung hat, wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen und zu sehen, mit welcher Menge sich die Lebensqualität erhöht.

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