Trichomoniasis

Wenn der Scheidenbereich brennt, juckt und unangenehm riecht, dann könnte es sich um die durch Protozyten verursachte Geschlechtserkrankung Trichomoniasis handeln. Trichomoniasis ist eine in Deutschland recht seltene Erkrankung der Geschlechts- und Harnorgane, die mittels einzelliger Bakterien (Protozyten) auf sexuell übertragbarem Wege entsteht und somit zu den Geschlechtskrankheiten gehört. In Deutschland ist eine Trichomonaden-Infektion nicht meldepflichtig.

Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Die Beschwerden betreffen den äußeren und inneren Scheidenbereich und werden als sehr quälend empfunden. Der parasitäre Erreger Trichomonas vaginalis verursacht ein starkes Anschwellen der Schleimhäute im Scheidenbereich und führt zu einer „Fehlbesiedelung“ mit Stuhlbakterien, welche für den stechend scharfen Geruch verantwortlich sind. Dieses Krankheitsbild nennt sich „Aminvaginose“. Hinzu kommen ein starker, schaumiger Ausfluss sowie ein unerträglicher Juckreiz und ein schmerzhaftes Brennen

Beim Mann macht sich eine Ansteckung mit Trichomoniasis nur durch eine leichte Irritation beim Wasserlassen bemerkbar. Meist hat der Mann gar keine Krankheitsanzeichen, was ihn oft unwissentlich zum Überträger macht. Bei der Diagnose Trichomoniasis muss demnach der Sexualpartner unbedingt ebenfalls behandelt werden. Bei Geschlechtskrankheiten allgemein sollte der Partner immer vorbeugend mitbehandelt werden, um eine sofortige Wiederansteckung zu vermeiden. Die meisten Sexualkrankheiten entstehen durch Bakterien und nicht durch Viren. Somit wird durch eine überstandene Erkrankung keine Immunität erreicht.

Ursachen

Trichomonas vaginalis nennt sich das einzellige Geißeltierchen, dass für die Infektionskrankheit Trichomoniasis verantwortlich ist. Trichomonaden bevorzugen eine ph-neutrale und feucht-warme Umgebung. Diese finden sie im Scheiden- und Harnröhrenbereich des Menschen sowie in tropischen und subtropischen Gebieten (dort in unsauberen Hygienebereichen). Außerhalb des Körpers trocknen die parasitären Einzeller aus und sterben ab.

Trichomoniasis ruft im Vaginalbereich ein Anschwellen und eine heftige Entzündung der Schleimhäute hervor. Meist ist die Harnröhre mit betroffen. Die Erkrankung ruft beim Mann nur geringe bis gar keine Symptome hervor, weshalb er als Hauptüberträger in Frage kommt. Frauen stecken sich oft durch ungeschützten Geschlechtsverkehr bei Urlaubsbekanntschaften im Ausland mit Trichomoniasis an. Männer übrigens ebenso – sie merken es nur nicht. Die Trichomonaden werden mittels Sperma und Vaginalflüssigkeit übertragen. Äußerst selten geschieht eine Ansteckung ohne sexuellen Verkehr.

Trichomoniasis Symptome

Bei Frauen gehört ein stark riechender, schaumiger Ausfluss zu den unangenehmsten Symptomen. Oft ist der Geruch, der an fauligen Fisch erinnert, so stark, dass er durch die Kleidung hinweg spürbar wird. Hinzu kommen ein starkes Brennen und ein quälender Juckreiz im Intimbereich. Der Scheidenbereich ist im schlimmsten Fall bis zu den äußeren Schamlippen gerötet und geschwollen

Die Beschwerden sind meist so stark, dass der Geschlechtsverkehr unerträglich wird und mit starken Schmerzen verbunden ist. Ebenso wird das Wasserlassen als sehr unangenehm empfunden, da die Trichomonaden auch die Harnröhre befallen. Die Schmerzen beim Urinieren sind mit denen einer leichten Blasenentzündung vergleichbar. Der starke Geruch wird durch eine Begleiterscheinung der Trichomoniasis verursacht, die sich Aminvaginose nennt.

Durch den Befall mit dem parasitären Einzeller wird die Scheidenflora empfindlich in ihrem Gleichgewicht gestört und es kommt zu einer „Fehlbesiedelung“ mit Stuhlbakterien, von denen sich das Bakterium ernährt. Die Symptome beim Mann sind weniger ausgeprägt. Meist merken Männer gar nicht, dass sie sich mit Trichomoniasis angesteckt haben. Ein Ausfluss aus der Harnröhre ist beim Mann sehr selten, auch Schmerzen empfindet er kaum.

Diagnose

Anhand des Beschwerdebildes stellt der Arzt (meist der Gynäkologe) eine Verdachtsdiagnose. Um diese Erstdiagnose abzusichern, wird ein Abstrich vom Scheidensekret vorgenommen, das mikroskopisch im Labor untersucht wird. Trichomonaden sind gut unter dem Mikroskop sichtbar und an ihren äußeren Merkmalen zu erkennen (Geißelauswüchse, birnenförmige Form, taumelnde Bewegungen). Ein erhöhter PH-Wert (über 6,0) deutet zusätzlich auf eine Trichomoniasis hin. Beim Mann kann ebenfalls ein Abstrich vorgenommen werden. Wird der Erreger bei der Partnerin diagnostiziert, kann auf einen Abstrich beim Mann verzichtet werden, da dieser ohnehin mitbehandelt wird.

Eine Aufklärung ist jedoch oft notwendig, da viele Männer denken, die Frau hätte sie „betrogen“, weil sie selbst keine Beschwerden aufweisen. Gleichzeitig wird anhand des Vaginalabstrichs auf weitere Erreger getestet, um zusätzliche Infektionen und Geschlechtskrankheiten auszuschließen. Eine Trichomoniasis Infektion ist oft „Wegbereiter“ für andere Sexualkrankheiten. Frauen, die an Trichomoniasis erkrankt sind, weisen eine erhöhte Anfälligkeit für eine Ansteckung mit AIDS, Gonokokken, Chlamydien oder Syphilis auf.

Therapie / Behandlung

Trichomoniasis wird mit spezifischen Antibiotika behandelt, die exakt auf den Erreger einwirken und diesen bekämpfen. Die besten Ergebnisse erzielt der Wirkstoff Metronidazol, der in Tablettenform einmalig eingenommen werden muss. Eine alleinige Behandlung im Intimbereich durch antibakterielle Cremes und Salben zeigt keine ausreichende Wirkung. Ob die Therapie anschlägt, muss vom Arzt kontrolliert werden. Hierzu wird nach etwa einer Woche ein weiterer Abstrich entnommen und im Labor auf noch vorhandene Erreger untersucht. Bei den meisten Betroffenen wirkt das Antibiotikum schnell und effektiv.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind jedoch wichtig. Bei einigen Erkrankten ist eine mehrmalige Antibiotika-Gabe erforderlich – besonders dann, wenn die Trichomoniasis durch Selbstmedikation „verschleppt“ wurde und die Erreger Resistenzen und chronische Anzeichen aufweisen. Bei einer Infektion mit Trichomoniasis in der Schwangerschaft gelten gesonderte Behandlungsmethoden, um den Embryo zu schützen.

Verlauf

Trichomoniasis greift massiv die genitalen Schleimhäute an, was zur Infektion mit weiteren bakteriellen Erkrankungen führt, die im fortgeschrittenen Stadium den typischen penetranten Geruch verursachen. Normalerweise treten erste Symptome bereits fünf Tage nach der Ansteckung auf. Bei Menschen mit starkem Immunsystem können die Anzeichen verzögert auftreten. Eine Immunität besteht jedoch nicht. Einmal angesteckt, bricht die Trichomoniasis auf jeden Fall aus.

Die Erkrankung beginnt mit einer leichten Entzündung des Scheidenbereiches. Kurz darauf beginnt der Intimbereich zu brennen und ein schaumiger, weißlich-gelber, übelriechender Ausfluss entsteht. Gleichzeitig sind Vagina und Schamlippen stark gerötet und geschwollen. Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen, die bis in den Unterbauch ziehen, sind bei Frauen symptomatisch. Rechtzeitig diagnostiziert, ist die Trichomoniasis sicher und effektiv behandelbar.

Eine Linderung der Beschwerden tritt bereits einen Tag nach der Behandlung ein. Eine Trichomoniasis Infektion in der Schwangerschaft kann Fehlgeburten und frühzeitige Wehen verursachen.

Vorbeugen

Da es sich bei der Trichomoniasis um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt, ist eine Vorbeugung hauptsächlich durch die Verwendung von Kondomen zu erreichen. Vor allem Sexualkontakte im Urlaub oder mit unbekannten Personen sollten niemals ohne Schutz stattfinden. Gleichzeitig schützen Kondome vor allen weiteren Geschlechtskrankheiten. Bei einer Infektion muss der Sexualpartner mitbehandelt werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchen beim Gynäkologen oder Urologen sind ebenfalls wichtig, um eine Trichomoniasis Infektion rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können.

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