Chlamydien

Chlamydien, griechisch Chlamys oder Chlamydos, auf deutsch „Mantel“, sind gramnegativ gefärbte, kugelförmige Bakterien, welche sich in der Zellstruktur verschiedener Lebewesen festsetzen. Eine Infektion mit Chlamydien ist auch beim Menschen möglich. Sie gehören zu der Gruppe der Eubakterien und vermehren sich ausschließlich in der entsprechenden Wirtszelle. Die Bakterien können bei Übergriff auf die Zelle eine Chlamydiose auslösen, welche mit einer Erkrankung der Schleimhäute im Geschlechts-, Augen- oder Atemwegsbereich einhergeht.

Chlamydien stellen dabei eine besondere Gefahr für Schwangere dar, da sie den Körper des Ungeborenen schaden oder zu Frühgeburten führen können. Zusätzlich kann eine Infektion schwere gesundheitliche Folgen wie Erblindung, Arthritis oder Unfruchtbarkeit verursachen, wenn die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt wird. Besonders in Entwicklungsländern sind Chlamydien häufig verbreitet und stellen weltweit eine der Hauptursachen bezüglich sexuell übertragbarer Krankheiten dar. Des Weiteren wird vermutet, dass die Bakterien eine Infektion mit Geschlechtskrankheiten wie HIV zusätzlich fördern.

Ursachen

Hauptursache für die Übertragung von Chlamydien stellt ungeschützter Geschlechtsverkehr dar. Die Infektion erfolgt dabei durch die Übertragung von vaginaler sowie Samenflüssigkeit im genitalen Bereich. Hierbei ist jedoch kein direkter Geschlechtsverkehr vonnöten, die Übertragung kann beispielsweise auch über die mit der infizierten Körperflüssigkeit behafteten Hände erfolgen. Sollte diese anschließend noch in die Augen gelangen, kann eine ernsthafte Entzündung entstehen. Auch die Übertragung von Tieren auf den Menschen ist durchaus möglich, insbesondere durch exotische Vögel.

Chlamydien Symptome

Grundsätzlich sind die Symptome bei Männern und Frauen unterschiedlicher Natur. Beim Mann gilt eine Entzündung der Harnröhre als häufigstes Indiz einer bakteriellen Infektion mit Chlamydien. Dabei entsteht ein dauerhaft erhöhter Harndrang, welcher jedoch meist unmöglich gestillt werden kann. Das Wasserlassen wird erschwert und kann ziehende Schmerzen verursachen. Während des Urinierens entsteht ein unangenehmes Jucken und Brennen. Des Weiteren können Prostata und Nebenhoden entzündet sein. Auch ein eitriger Ausfluss ist möglich. Bei Frauen beschränkt sich die Infektion dagegen anfangs auf den Gebärmutterhals und die Harnröhre. Brennen während des Wasserlassens, ein schleimiger, eitriger Ausfluss sowie ein ständiges Jucken im Genitalbereich sind häufig auftretende Merkmale.

Später kann die Infektion zusätzlich bis in die Höhle der Gebärmutter und den Eileiter aufsteigen, sodass meist eine Entzündung des gesamten Beckenbereichs die Folge ist. Sollte dies der Fall sein, entstehen Bauchschmerzen und Fieber. Breiten sich die Chlamydien ungehindert weiter aus, kann zudem eine Perihepatitis, eine Entzündung des Bereiches rund um die Leber, entstehen. Unabhängig vom Geschlecht des Betroffenen kann auch eine Entzündung des Augen- sowie Lungenbereichs entstehen. Bei Nichtbehandlung können dabei lebensbedrohliche Erkrankungen sowie eine Erblindung verursacht werden.

Diagnose

Eine moderne Diagnose von Chlamydien erfolgt bei beiden Geschlechtern durch spezielle molekulargenetische Verfahren. Beim Mann wird zu diesem Zweck die Flüssigkeit innerhalb der Harnröhre untersucht, bei der Frau die des Gebärmutterhalses. Gesucht werden dabei Hinweise auf die DNS, das Erbgut der Chlamydien. Da diese nur spurenartig auftritt, wird sie mittels der PCR-Methode vermehrt und anschließend sichtbar gemacht.

Zusätzlich kann auf eine Untersuchung des Blutes zurückgegriffen werden. Sollten entsprechende Antikörper darin entdeckt werden, ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine Infektion mit Chlamydien, wobei bei dieser Methode nicht zuverlässig zwischen aktiver und bereits geheilter Krankheit unterschieden werden kann. Da eine spezielle Behandlung von Chlamydien unumgänglich ist, muss eine Infektion jedoch mit hundertprozentiger Sicherheit festgestellt werden. Meist wird der Arzt den Patienten auch nach einem eventuellen Besuch im tropischen Ausland fragen, da dies einen wichtigen Anhaltspunkt darstellen könnte.

Therapie / Behandlung

Ist eine Infektion mit Chlamydien erst einmal diagnostiziert worden, sollte eine Behandlung so schnell wie möglich erfolgen. Sollte man in einer Partnerschaft leben, ist es der erste Schritt, seinem Partner darüber zu informieren. Eine mögliche Ansteckung sollte in jedem Fall vermieden werden. Auch auf Geschlechtsverkehr sollte während des gesamten Zeitraums der Therapie verzichtet werden. Sollte der Partner bereits infiziert sein, wird eine gemeinsame Behandlung notwendig.

Die Therapie erfolgt dabei über circa 7 bis 10 Tage mithilfe von Antibiotika. Die Dauer sowie der Erfolg der Behandlung hängen im Wesentlichen davon ab, wie lange die Chlamydien sich bereits im Körper befinden. Grundsätzlich ist eine bakterielle Infektion sowie auch eine Entzündung der Augen durch Chlamydien jedoch gut und zuverlässig mit einem Antibiotikum, in Form von Tetrazyklinen oder Erythromycin, zu heilen.

Verlauf

Sollte eine Infektion mit Chlamydien nicht rechtzeitig erkannt und behandelt werden, können erhebliche Komplikationen und Folgeschäden auftreten, welche den Infizierten ein Leben lang begleiten werden. Bei Frauen kann es bis zur Unfruchtbarkeit sowie einer dauerhaften Entzündung und Verklebungen im Bereich des Unterleibes kommen. Schwangere erleben häufig Frühgeburten und ein vorzeitiges Platzen der Fruchtblase. Zudem kann eine Übertragung der Bakterien auf das Ungeborene erfolgen. Lungen- und Augenentzündungen sind die Folge.

Bei Männern können im Falle einer Nichtbehandlung Gelenkentzündungen, geschwollene Knie und Füße, Harnwegs-, Prostata-, Hoden- und Augenentzündungen sowie Hautausschläge auftreten. Eine fehlende Therapie verursacht langfristig schwerwiegende Spätfolgen. Hierbei seien besonders chronische Lungenentzündungen, Asthma und Erblindung zu erwähnen. Unter Spezialisten wird teilweise darüber diskutiert, ob Chlamydien auch für Krankheiten wie Multiple Sklerose, Alzheimer und Atherosklerose verantwortlich beziehungsweise an der Entstehung beteiligt sein könnten.

Vorbeugen

Um Chlamydien gezielt vorzubeugen, empfiehlt sich an erster Stelle Safer-Sex mittels Kondomen. Schwangere sollten sich bei Verdacht schleunigst untersuchen lassen und bei Feststellung einer Infektion unverzüglich mit der Behandlung beginnen. So kann sichergestellt werden, dass das Ungeborene keinen Schaden erleidet. Da auch Tiere, insbesondere exotische Vögel, von der Krankheit betroffen sein können, sollten Vogelhalter ihre Tiere nur von seriösen Anbietern beziehen. Staub im Käfig sollte bei Verdacht auf Chlamydien dabei in keinem Fall eingeatmet werden.

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