Cervikale intraepitheliale Neoplasie

Als Cervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) werden Veränderungen der Zellen des weiblichen Gebärmutterhalses bezeichnet. Sie sind als Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs zu betrachten und können sich im weiteren Verlauf zu einem Gebärmutterhalskrebs entwickeln. Die Schwere der Erkrankung wird in drei Klassen festgelegt: CIN1 – geringradig, CIN2 – mittelgradig und CIN3 – hochgradig. Es handelt sich um Neoplasien, die normalerweise vor der Menopause auftreten.

Betroffen sind daher vor allem jüngere Frauen. Ebenso besteht nach einer Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko, Cervikale intraepitheliale Neoplasie zu entwickeln. Als hauptsächlicher Verursacher gilt eine chronische Infektion mit den humanen Papillomviren (HPV). Sie sind vor allem bei jungen Frauen weit verbreitet, wobei das Risiko durch häufiges Wechseln des Partners steigt. Knapp 80 Prozent der deutschen Frauen kommen zumindest einmal im Leben mit HPV in Berührung.

Normalerweise durchläuft die Krankheit die drei Schweregrade innerhalb mehrerer Jahre. Nur durch regelmäßige Kontrolle in Form eines Krebsabstriches ist es möglich, rechtzeitig therapeutische Schritte einzuleiten. Die Therapie richtet sich dabei nach der Entwicklung der Krankheit. Nur knapp 20 Prozent der Fälle von Cervikale intraepitheliale Neoplasie entwickeln sich zu einer bedrohlichen Krankheit und entwickeln einen Gebärmutterhalskrebs. Oft verschwindet die Krankheit ohne Therapie nach einigen Monaten.

Ursachen

In fast allen verzeichneten Fällen von Cervikale intraepitheliale Neoplasie konnten humane Papillomaviren im Gewebe gefunden werden. Humane Papillomaviren werden vor allem durch den Akt übertragen. Sie können in etwa 30 verschiedenen Formen den Urogenitaltrakt des Menschen befallen. Die Formen, die am häufigsten eine Cervikale intraepitheliale Neoplasie verursachen, sind HPV 16 und 18. Sie sind für über 70 Prozent der bösartigen Neoplasien verantwortlich. Die meisten Frauen kommen in ihrem Leben einmal mit HP-Viren in Kontakt, die Krankheit wird jedoch nicht immer chronisch. Auch bei einer chronischen Infektion muss sich keine Cervikale intraepitheliale Neoplasie entwickeln.

Cervikale intraepitheliale Neoplasie Symptome

Es gibt keinerlei Symptome, an denen sich die Cervikale intraepitheliale Neoplasie erkennen lässt. Um die Krankheit zu erkennen, ist deshalb eine regelmäßige Untersuchung durch den Gynäkologen erforderlich. Sollte sich aus der Cervikale intraepitheliale Neoplasie ein Gebärmutterhalskrebs entwickeln, so verursacht dieser auch erst im fortgeschrittenen Status Symptome wie etwa ein blutiger und schleimiger Ausfluss.

Diagnose

Jede Frau sollte einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen durchführen. Hier wird ein Zellabstrich des Gebärmutterhalses genommen. Die Zellen können im Anschluss direkt unter dem Mikroskop in Bezug auf eine Veränderung des Gewebes untersucht werden. Auf diese Weise kann eine Cervikale intraepitheliale Neoplasie schon im sehr frühen Status erkannt werden und eine Therapie eingeleitet werden. Zusätzlich ist eine Untersuchung des Muttermundes durch ein Kolposkop ratsam, da auch hier Hinweise auf eine Veränderung des Gewebes entnommen werden können. Sollte sich bei dieser Untersuchung ein Verdacht auf Cervikale intraepitheliale Neoplasie ergeben, so wird die endgültige Diagnose durch eine Gewebeprobe (Biopsie) des verdächtigten Bereiches erstellt. Diese Probe wird unter dem Mikroskop untersucht und ermöglicht eine Einteilung der Erkrankung in die drei Schweregrade CIN1, CIN2 sowie CIN3.

Therapie / Behandlung

Wenn die Diagnose anhand einer Biopsie gestellt wurde, richtet sich das weitere Vorgehen auf der einen Seite nach dem Schweregrad der Erkrankung und auf der anderen Seite nach dem Alter des Patienten beziehungsweise, ob er einen Kindeswunsch hegt. Da Cervikale intraepitheliale Neoplasie eine hohe Spontanheilungsquote aufweist, ist eine Therapie nicht immer notwendig.

Bei CIN1 und CIN2 wird üblicherweise vorerst eine halbjährige, gründliche Untersuchung angesetzt. Nur, wenn sich die Neoplasie innerhalb von zwei Jahren (CIN1) beziehungsweise einem Jahr (CIN2) nicht zurückgebildet hat, wird eine Therapie notwendig. Wird die Stufe CIN3 diagnostiziert, ist eine der folgenden Therapien ebenso unabdinglich:

  1. Kryotherapie: Bei kleinen und weniger schweren Erkrankungen des Gewebes kann eine Kryotherapie durchgeführt werden. Das befallene Gewebe und die umliegenden Zellen werden dabei mittels Kühlsonden auf -90 Grad Celsius gefroren und damit zerstört.
  2. Laser-Ablation: Die neue und technisch aufwendige Methode verdampft die oberflächlichen Schichten des befallenen Gewebes mit Hilfe eines Laserstrahls.Konisation: Mit Hilfe eines Skalpells oder einer Elektroschlaufe werden die äußersten Teile der Gebärmutter kegelförmig herausgenommen. Sollte sich die Erkrankung sehr nahe an der eigentlichen Gebärmutter befinden, so muss sehr schnell mit der Behandlung begonnen werden, um die Gebärmutter unversehrt zu belassen.
  3. Hysterektomie: Früher wurde häufig die gesamte Gebärmutter entfernt. Aufgrund neuer Techniken ist dies heute nur noch bei speziellen Formen der Cervikale intraepitheliale Neoplasie notwendig und führt zwangsläufig zu einer Gebärunfähigkeit.Im Falle einer Schwangerschaft kann mit der Therapie erst etwa sechs Wochen nach der Geburt begonnen werden.

Auch wenn eine Therapie erfolgreich durchgeführt wurde, sind weiter regelmäßige Untersuchungen notwendig, da ein Wiederauftreten der Cervikale intraepitheliale Neoplasie nicht ausgeschlossen werden kann.

Verlauf

Sind HPV-Viren im Körper vorhanden, können diese durch eine winzige Verletzung in das Gewebe des Gebärmutterhalses eindringen. Dort infizieren sie zunehmend größere Teile der Balsalzellen. Anschließend kommt es zu krankhaften Veränderungen des Gewebes, die in verschiedenen Schweregraden auftreten (CIN1, CIN2, CIN3). Durchbrechen die erkrankten Zellen den Basalmembran, die unter dem Gewebe liegt, können sich die Zellen ungehindert fortpflanzen. An dieser Stelle liegt ein invasiver Krebs vor.

Im fortgeschrittenen Status führt dieser zu starken Schmerzen und blutigen oder schleimigen Ausscheidungen. Dies ist der erste Zeitpunkt, an dem Symptome für den Patienten merkbar auftreten. Eine Therapie zu diesem Zeitpunkt gestaltet sich bereits sehr kompliziert.

Vorbeugen

Wer eine eine Cervikale intraepitheliale Neoplasie vorbeugen möchte, muss insbesondere eine Infektion mit den humanen Papillomviren vorbeugen. Dies geschieht an erster Stelle durch den Einsatz von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Allerdings können Papillomaviren auch durch intimen Kontakt wie zum Beispiel beim Petting übertragen werden. In einigen Fällen wurden HP-Viren bei Kindern festgestellt, weshalb es weitere, unbekannte Infektionswege geben muss. Seit einigen Jahren gibt es zudem einen Impfstoff gegen HP-Viren.

Ein Zweifach-Impfstoff, der vor den Hochrisikoviren HPV 16 und HPV 18 schützt, sowie ein Vierfach-Impfstoff, der zusätzlich die Infektion mit HPV 6 und HPV 11 vorbeugt. Letztere sind ebenso Hauptauslöser von Genitalwarzen. Einen kompletten Schutz vor Cervikale intraepitheliale Neoplasie bietet die Impfung nicht, da die Krankheit auch auf anderen Wegen entstehen kann. Eine regelmäßige Kontrolle durch den Gynäkologen ist daher auch mit Impfung empfehlenswert. Schlussendlich kann auch Nikotinabstinenz das Risiko verringern, dass es durch HP-Viren zu einer Cervikale intraepitheliale Neoplasie kommt.

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