Rauchen und HIV

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Dass Rauchen ungesund ist, muss nicht erst erwähnt werden. Wir wurden alle schon seit dem Kindesalter darüber aufgeklärt, dass Rauchen ungesund ist, langfristige Gesundheitsschäden hervorrufen und schwere Krankheiten wie Krebs verursachen kann.

Tabakrauchen in Form von Zigaretten-Konsum ist trotzdem in der Gesellschaft weit verbreitet. Tabak gehört zu den sogenannten „legalen Drogen“ und führt somit auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, insbesondere bei übermäßiger Dosierung (Stichwort: Zigarettensucht) zu schweren Erkrankungen. Fakt ist aber, dass das Rauchen genau wie der Konsum von Alkohol aus der Gesellschaft nicht wegzudenken ist.

Die Kombination einer HIV Infektion mit Rauchen ist nicht so ungefährlich, wie man dies auf den ersten Blick vermuten würde. Es resultieren zahlreiche Risiken und Gefahren aus der Tatsache, dass ein HIV positiver Mensch raucht. Gerade schwere Raucher (sog. Kettenraucher) leiden massiv unter den potentiellen Folgen des Rauchens in Kombination mit der HIV Infektion. Im Folgenden finden Sie daher einige Informationen rund um diese Thematik, die – leider – bisher kaum im Fokus wissenschaftlicher Forschung steht.

HIV positiv und Rauchen?

Dank der massiven Fortschritte im Bereich der Forschung, ist definitiv gesichert, dass HIV positive Menschen schon heute eine Lebenserwartung haben, die sich der Lebenserwartung von HIV negativen Menschen immer mehr angleicht. Eine entsprechende Medikation kann das Leben auch mit HIV umd Jahre bzw. Jahrzehnte verlängern ohne, dass an dem Patienten das AIDS Vollbild diagnostiziert wird. Im Rahmen dieses Fortschritts der HIV-Medikation muss aber auch bedacht werden, dass HIV positive Menschen ganz besonders darauf achten sollten, ungesunde Umweltfaktoren wie eben das Rauchen zu reduzieren.

Rauchen und HIV Therapie: es gibt bisher keine gesicherten Informationen darüber, dass das Tabakrauchen die HIV Medikamente, die im Rahmen einer HIV Therapie eingesetzt werden, beeinflussen. Das Rauchen beeinflusst auch nicht die Anzahl der CD4-Zellenoder gar der Medikamente der Antiretroviralen Therapie. Trotzdem kann sich das Rauchen äußerst negativ auf HIV Patienten auswirken. Dies haben wir im Folgenden detailliert für Sie dargestellt und aufgeschlüsselt:

Opportunistische Infektionen / AIDS definierende Erkrankungen und das Rauchen

Das Rauchen schwächt das Immunsystem und stört die Lungenfunktion. Hieraus resultiert eine schlechtere Fähigkeit des Organismus zur Bekämpfung von Infektionen, so dass HIV positive Raucher eher zur Entwicklung bestimmter Opportunistischer Infektionen neigen – insbesondere im Zusammenhang mit der Lunge: Infektionen wie PCP und virale, als auch bakterielle Lungenentzündung (Pneumonie) treten bei rauchenden HIV positiven Menschen deutlich häufiger und intensiver auf. Hieraus resultieren diverse gesundheitliche Risiken, die nicht zu unterschätzen sind. Eine Lungenentzündung kann bei einem starken Raucher eher tödlich enden, als bei einem Nichtraucher. Rauchende Frauen hingegen haben ein besonderes Risiko, an Humanen Papillomvoren (HPV) zu erkranken, was das Risiko für Gebärmutterhalskrebs massiv steigert.

  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung / Raucherhusten (COPD)
    Rauchen verursacht bei allen Rauchern, aber insbesondere bei starken Konsumenten einen sogenannten Raucherhusten. Gerade HIV positive Raucher entwickeln daher schneller ein sogenanntes Lungen-Emphysem infolge der chronischen Lungenerkrankung.
  • Krebs
    HIV positive Menschen erkranken statistisch gesehen häufiger an Krebserkrankungen der Lunge, des Mund-Rachen-Raums, der Blase und Bauchspeicheldrüse. HIV positive Raucher sind nochmals anfälliger für diese Erkrankungen – selbst, wenn sie über eine austarierte Viruslast und eingestellte Medikamente verfügen.
  • Herzinfarkt
    Rauchen ist bekanntlich die häufigste Ursache für den Herzinfarkt. Bestimmte HIV Medikamente können die Konzentration von Cholesterin und anderen Fette im Blut steigern und das gute Cholesterin (sog. HDL-Cholesterin) wiederum senken. Dies führt dazu, dass Stoffwechsel-Erkrankungen wie Diabetes häufiger auftreten und somit das Risiko erhöht wird, an Herzerkrankungen und somit auch dem Herzinfarkt zu erkranken.
  • Leber
    Auch wenn Nikotin als „legale Droge“ im Umlauf ist, ist und bleibt es eine Droge – ein Gift für den Körper. Das Nervengift Nikotin wird in der Leber abgebaut. Hier kan es zu schweren Komplikationen mit der Medikation der HIV Patienten kommen, da diverse HIV Medikamente ebenfalls massiv auf die Leber einwirken, so dass deren Funktion nachhaltig negativ beeinflusst wird. Dass dies weder förderlich für die HIV Therapie, noch für den gesamten Gesundheitszustand des HIV Patienten ist, versteht sich von selbst.

Fazit zum Thema „HIV und Rauchen“: Nichtraucher werden!

Rauchen ist und bleibt gefährlich. Wie bei jeder legalen Droge kommt es auch bei HIV positiven Rauchern darauf an, wie sie mit dem Konsum haushalten. Fakt ist, dass jede gerauchte Zigarette negative Auswirkungen auf das Immunsystem hat. Gerade deshalb raten wir auch allen HIV positiven Menschen davon ab, weiterhin zur Zigarette zu greifen. Auch wenn das Thema medial gerne verharmlost wird – die Gefahren liegen auf der Hand und sind alles andere als hypothetisch, sondern einzig die logische Konsequenz aus den ohnehin schon gravierenden Folgen der HIV Infektion in Kombination mit dem Nervengift Nikotin und den weiteren Inhaltsstoffen von Zigaretten. Deshalb sollte sich unserer Meinung nach auch jeder HIV positive Raucher darüber informieren, welche Gefahren für ihn persönlich bestehen und dann abwägen, ob er nicht doch eher mit dem Rauchen aufhört. Die Fortschritte in der Medikation von HIV und AIDS sind so gravierend, dass die Lebenswartung von HIV positiven Menschen immer mehr der Lebenserwartung der Gesamtgesellschaft entspricht – dass man diesen Umstand insbesondere durch starkes Rauchen infrage stellt, dürfte klar sein.

Denken Sie immer daran: alles, was ihr Immunsystem beeinträchtigt, kann per se nich förderlich bei der Therapie der HIV Infektion sein. Jede nicht gerauchte Zigarette verlängert das Leben nachhaltig und ist daher eine „gute Zigarette“.

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