Nachtschweiß

Als Nachtschweiß (nächtliche Hyperhidrose) bezeichnet man übermäßiges Schwitzen während des Schlafens. Betroffene erwachen oft schweißgebadet und mit schweißnassen Haaren. Die Temperatur im menschlichen Körper kühlt nachts um bis zu 1,5 Grad Celsius ab. Dieser Temperaturabfall geschieht im Schlaf, vor allem in der ersten Hälfte der Nacht. Der Körper gibt dabei Wärme von innen nach außen ab, was mittels der Durchblutung und Verdunstung erfolgt.

Der Mensch kann die Wärme aber nur abgeben, wenn die Umwelt sie aufnimmt. Liegt er unter einer dicken Decke oder in einem überheizten Raum, wird die Wärmeabgabe erschwert. Um die Kerntemperatur im Körper trotzdem weiter zu senken, beginnt der Körper zu schwitzen. Der Betroffene leidet unter Nachtschweiß. Nachtschweiß kann auf eine Vielzahl an Krankheiten hinweisen und gilt als ernstzunehmendes Symptom. Nächtliche Hyperhidrose kann aber auch eine vergleichbar harmlose Ursache, wie Stress oder falsche Ernährung, haben.

Symptome und Schweregrad

Betroffenen schwitzen nachts übermäßig und leiden teilweise zusätzlich tagsüber an der Hyperhidrose. Nachtschweiß bedingt jedoch keine Hyperhidrose am Tag und umgekehrt leiden Menschen, die tagsüber stark schwitzen nicht automatisch an der nächtlichen Hyperhidrose. Es wird zwischen „krankheitsbedingtem“ und „normalem“ Nachtschweiß unterschieden.

Generell gilt: Schwitzt der Betroffene trotz angemessener Raumtemperatur und einer der Jahreszeit entsprechenden Bettdecke so stark, dass es einen Wechsel der Nachtkleidung und Bettwäsche erfordert, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine krankheitsbedingte nächtliche Hyperhidrose. Folge- und Begleiterscheinungen der nächtlichen Hyperhidrose ist somit oft ein Umziehen oder Wechseln der Nachtkleidung, was Schlafstörungen nach sich zieht. Nachtschweiß tritt meist im jungen Erwachsenenalter auf, kann jedoch Menschen jeden Alters betreffen. Manche Patienten mit nächtlicher Hyperhidrose leiden ihr ganzes Leben daran, andere haben die Symptome nur von Zeit zu Zeit.

Ein Flüssigkeitsverlust bis 500ml pro Nacht gilt noch als normal. Einige Patienten mit Hyperhidrose geben nachts jedoch bis zu vier Mal so viel Schweiß über die Haut ab. Von einer geringen Hyperhidrose spricht man, wenn die Betroffenen nicht so sehr schwitzen, dass sie sich umziehen müssen. Ein Wechseln des Bettbezuges oder ein Wenden des Kissens auf die andere Seite reicht meist aus. Bei der mäßigen Hyperhidrose stehen Betroffenen meist (mehrmals) in der Nacht auf, um sich frisch zu machen und zu waschen. Das Wechseln der Kleidung ist bei der mäßigen Hyperhidrose für gewöhnlich noch nicht nötig. Bei der schwerwiegenden Hyperhidrose kommt der Betroffenen nicht umhin, sich mehrmals nachts zu waschen und umzuziehen.

Mögliche Ursachen für Nachtschweiß

Der Nachtschweiß kann auf vielerlei Ursachen zurückgehen. Mögliche Ursachen sind Infektionskrankheiten, sowohl akute, wie beispielsweise ein grippaler Infekt oder Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose), aber auch chronische, wie eine Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis), Herzinnenhautentzündung (Edokarditis), Malaria, Tuberkulose oder AIDS. Da es speziell für eine HIV-Infektion keine eindeutigen Symptome gibt, muss der Nachtschweiß keinesfalls auf eine Infektion mit dem HI-Virus hinweisen. Des Weiteren kann Nachtschweiß Malignome zur Ursache haben. Das bedeutet, dass möglicherweise Blutkrebs (Leukämie), Lymphknotenschwellungen (Lymphome) oder andere Krebserkrankungen und Karzinome beim Betroffenen vorliegen.

Neben Autoimmunkrankheiten wie Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen), Chronischer Polyarthritis, Arteriitis temporalis oder Polymyalgia rheumatica, können auch neurologische Krankheiten wie Epilepsie, Morbus Parkinson und Apoplex Nachtschweiß verursachen. Diabetiker und Menschen mit anderen Stoffwechselstörungen oder starkem Übergewicht leiden oft an nächtlicher Hyperhidrose. Eine hormonelle Umstellung im Körper, wie etwa die Menopause, Andropause, oder eine bestehenden Schwangerschaft, sowie Hormonstörungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion), kann ebenfalls Nachtschweiß für die Betroffenen mit sich bringen.

Hormonersatzpräparate, Hormonblocker oder sonstige Medikamente, wie Antidepressiva, Antidiabetika oder Neuroleptika, haben nächtlicher Hyperhidrose als mögliche Nebenwirkung. Nachtschweiß kann außerdem auf eine ungesunde Lebensweise und Stress, sowie auf Alkohol und Drogen, inklusive deren Entzug, zurückzuführen sein. Nachtschweiß, dessen Ursache unklar bleibt, bezeichnet man als idiopathischen Nachtschweiß. Treten neben der nächtlichen Hyperhidrose auch Fieber und Gewichtsverlust auf, so spricht man von der B-Symptomatik.

Nachtschweiß – Diagnose und Therapie

Patienten mit nächtlicher Hyperhidrose wird empfohlen, einen Facharzt aufzusuchen. Dieser kann anhand einer umfassenden Anamnese, Untersuchungen und speziellen Verfahren (Bildgebende Verfahren, Labortests) eine Diagnose stellen und die Ursache für den Nachtschweiß ermitteln. Die Therapie richtet sich folglich nach den zugrunde liegenden Ursachen für die nächtliche Hyperhidrose und kann so optimal behandelt werden.

Beim idiopathischen Nachtschweiß (Ursache lässt sich nicht ermitteln) kann eine Änderung der Lebensgewohnheiten Abhilfe schaffen. Das kann sich auf einfache Außenfaktoren beziehen, die für bessere Schlafbedingungen sorgen, wie regelmäßiges Lüften des Schlafzimmers oder der Einstellung einer angemessenen Zimmertemperatur. Unabhängig von nächtlicher Hyperhidrose ist es allgemein gesundheitsfördernd, das Schlafzimmer etwas kühler zu halten, als die übrigen Räume. Eine Temperatur von etwa 18 Grad Celsius im Schlafzimmer gilt als ideal. Auch eine neue Bettdecke kann den Nachtschweiß reduzieren. Dicke oder schwere Decken sollten gegen leichtere ausgetauscht werden, die Feuchtigkeit aufnehmen können.

Ferner sollten Betroffene darauf achten, was Sie vor dem Schlafengehen zu sich nehmen und von ungesunden Essgewohnheiten Abstand nehmen. Zu den Lebensmitteln, die Menschen mit Nachtschweiß vor dem zu Bett gehen meiden sollten, gehören Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke und Speisen, Alkohol, Schokolade, sowie fettreiche und scharfe Gerichte. Es wird empfohlen, den Genuss dieser Speisen und Getränke mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen einzustellen. Patienten mit Übergewicht wird nahe gelegt, ihr Gewicht zu reduzieren. Auch Hausmittel haben sich bei Nachtschweiß bewährt.

Kamillentee wirkt beruhigend, während Pfefferminztee eine leicht kühlende Wirkung hat. Dasselbe gilt für Wanzenkraut. Kalte Umschläge an den Handgelenken helfen Betroffenen oft, da sie an dieser Stelle das Blut kühlen und gekühlt in den Körper transportieren, was eine erfrischende Wirkung hat. Hausmittel und eine Veränderung der Schlafbedingungen können helfen, wenn der Nachtschweiß keine ernsthafte Erkrankung als Ursache hat. Ein Arztbesuch ist in jedem Fall ratsam, um das Risiko einer ernsthaften Erkrankung auszuschließen und im Krankheitsfall mit einer geeigneten Behandlung zu beginnen.

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