Gelenkschmerzen

Jeder Knochen unseres Körpers durch ein Gelenk mit seinem Nachbarknochen verbunden. Erst dadurch ist unsere Beweglichkeit möglich. Durch das Kniegelenk können wir elastisch laufen, der Ellenbogen macht das Abstürzen möglich. Damit diese Knochenenden weich aufeinander gleiten können, besitzen sie eine Kuppe aus elastischem, druckfestem Knorpel. Dieser Knorpel ist zwar nicht durchblutet, besteht aber aus lebendigen Zellen. Sie bilden den Knorpel, der das Knochenende elastisch hält. Diese Knorpelzellen wiederum werden durch Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Ist dieser Nährstofftransport behindert, werden die Knorpelzellen abgebaut und sterben langsam ab. Infolgedessen reiben die ungeschützten Knochenenden aufeinander, was zu teilweise starken Schmerzen führt. Gelenkschmerzen können die verschiedensten Ursachen haben. Häufig ist Verschleiß der Grund, der wiederum altersbedingt oder durch Überlastung und Sport auftritt. Auch äußere Verletzungen können zu Gelenkschmerzen führen.

Äußere Verletzungen, die sich auf Gelenke auswirken

Eine Verstauchung, die zum Beispiel durch Umknicken entstanden ist, kann einen kurzen Schmerz herbeiführen oder bewirken, dass das Gelenk gar nicht mehr belastbar ist. Meist tritt eine sichtbare Schwellung auf und das Gelenk muss für längere Zeit geschont werden. Wenn man das Gelenk übermäßig stark bewegt, dehnen sich die Bänder ebenfalls so sehr, dass sie zerren oder reißen. Eine solche übermäßige Bewegung ist zum Beispiel das Umknicken des Fußes oder ein Sturz aufs Knie, wie er häufig beim Skifahren vorkommt.

Meniskusverletzungen

Vielfach entstehen Gelenkschmerzen durch Meniskusverletzungen. Das Knie besteht aus drei einzelnen Gelenken, deren Zusammenhalt über Bänder und Sehnen gewährleistet sein muss. Als „Puffer“ zwischen den Knochenteilen hat jedes Knie zwei bewegliche Scheiben, die Menisken. Typische Meniskus-Beschwerden sind starke Schmerzen beim Strecken des Knies oder sobald man darauf drückt. Das Gelenk schlackert, die Bewegungen werden unsicher.

Das Risiko für Meniskusverletzungen ist beim Sport, insbesondere bei Fußball und Skifahren, besonders hoch. Auch Berufe mit permanent hockender Haltung begünstigen derartige Verletzungen. Wird die Knieverletzung nicht richtig behandelt und ausgeheilt, verliert man viel Zeit, in der sich eine Arthrose entwickeln kann.

Rheuma

Die Krankheit Rheuma umfasst gut 100 verschiedene Formen. Man unterscheidet die Hauptgruppen entzündliches Rheuma, degeneratives Rheuma und Gicht. Dementsprechend schwierig ist eine genaue Diagnose der Krankheit. Alle Ursachen müssen unterschiedlich behandelt werden, auch wenn sie letztendlich die eine Gemeinsamkeit haben, dass sie Gelenke betreffen.

Für die Behandlung von rheumatischen Erkrankungen kann es aufgrund der Vielfalt daher auch kein bestimmtes Schema geben. Bei der Suche nach dem richtigen Arzt geht es zum einen um Schmerzlinderung, aber auch darum, die Beweglichkeit so weit wie möglich zu erhalten. Bei der Schmerztherapie sollte man möglichst auf starke Schmerzmittel verzichten.

Es gibt eine Vielzahl alternativer Therapien, die ohne Medikamente auskommen, den Schmerz dennoch lindern und die Lebensqualität erhalten oder sogar verbessern. Ergotherapie, physikalische Therapie und Salben, die als Wärmetherapie wirken, sind hier zu nennen.

Arthrose

Arthrose gehört zu den degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Die Erkrankung ist eine typische Abnutzungserscheinung, die dann auftritt, wenn die Gelenke für längere Zeit überlastet waren. Typische Beschwerden einer Arthrose sind geschwollene Gelenke, Knötchen an den Fingergelenken, Schmerzen beim Drücken auf das Gelenk sowie Schmerzen, die bei Bewegung langsam nachlassen, aber nach Belastung wieder auftreten. Insgesamt werden die Gelenke unbeweglicher. Fest steht, dass psychische Faktoren wie Traurigkeit, Mut- und Hoffnungslosigkeit Gelenkbeschwerden verschlimmern können.

Andere Faktoren, die den Gelenkverschleiß und somit Gelenkschmerzen beschleunigen:

  • angeborene und nicht behandelte Fehlstellungen im Skelett, speziell X- oder O-Beine sowie Hüftfehlbildungen
  • unbehandelte Meniskusverletzungen
  • Knochenbrüche, die schlecht verheilt sind
  • starkes Übergewicht
  • Leistungssport

Das Erkrankungsrisiko für Arthrose steigt mit zunehmendem Alter. Ab dem 50. Lebensjahr hat etwa die Hälfte aller Menschen arthritisch veränderte Gelenke. In bestimmten Berufsgruppen steigt das Erkrankungsrisiko zusätzlich an, so ist die Kniegelenksarthrose bei Dachdeckern und Bergleuten sowie Büroangestellten besonders häufig, bei Fliesenlegers und Steinmetzen ist sie sogar eine anerkannte Berufskrankheit. Bauarbeiter, die häufig mit dem Presslufthammer arbeiten müssen, leiden beispielsweise häufig unter Arthrose in den Ellenbogen. Vorbeugend kann man durch regelmäßige Bewegung, die alle Gelenke gleichmäßig belastet, viel tun.

Ideale Sportarten sind Schwimmen, Langlauf, Radfahren und Laufen, sofern es kein extremer Dauerlauf ist. Regelmäßige gymnastische Übungen helfen außerdem. Es kommt vor allem auf die Regelmäßigkeit der Bewegung an. Nur eine regelmäßige, angemessene Bewegung kann das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen, weil der Knorpel dadurch die notwendigen Nährstoffe bekommt. Viele Menschen glauben, durch Ruhigstellung würden die Schmerzen verschwinden. Tatsächlich erreichen Sie aber genau das Gegenteil von dem, was sie möchten. Sind die Beschwerden sehr gravierend, kann auch eine Operation, bei der Fehlstellungen korrigiert werden, helfen.

Gicht

Gicht, früher verniedlichend „Zipperlein“ genannt, ist eine typische Zivilisationskrankheit, die durch falsche Ernährung entsteht. In den Gelenken lagern sich Harnsäurekristalle ab, die starke Beschwerden verursachen. Unbehandelt kann ein Anfall mehrere Wochen dauern. Chronische Gicht kann die Gelenke zerstören. Eine Begleiterscheinung der Erkrankung sind Gichtknoten, die entstehen, wenn das Gewebe die Harnsäurekristalle einkapselt. Diese Knoten kommen in Knochen, Sehnenscheiden, Knorpel, Haut und Nieren vor.

Als Folgeerkrankung kann sich sogar eine ein Nierenschaden entwickeln. Typische Stellen, an denen Gicht auftritt, sind die große Zehe oder das Knie. Das Gelenk schwillt an, wird rot und schmerzt extrem. Oft wird ein Schub von Fieber begleitet. Die Anlage für Stoffwechselerkrankungen, zu denen Gicht gehört, ist erblich. Bei dieser Konstellation scheiden die Nieren die im Körper entstandene Harnsäure nicht in ausreichender Menge aus und die Blutkonzentration der Harnsäure steigt an. Man kann aber den Harnsäurespiegel jedoch selbst günstig beeinflussen, indem man auf fleischhaltige und fetthaltige Kost sowie auf Alkohol verzichtet.

Die chronische Polyarthritis

Bei dieser Krankheit haben sich mehrere Gelenke entzündet, die sich mit der Zeit verformen und immer unbeweglicher werden. Begleiterscheinungen sind Müdigkeit, allgemeine Schwäche, schmerzende Fingergelenke, manchmal auch Fieber. Ein typisches Anzeichen ist das morgendliche Auftreten von versteiften Fingern, das über eine halbe Stunde anhält und von Schmerzen begleitet wird.

An der Entstehung dieser Krankheit ist ein schwaches Immunsystem mitbeteiligt. Auch starke Belastungen und negative Einstellungen haben starke Auswirkungen. Rheumakranke bestätigen generell, dass ihr Körper auf seelische Tiefs mit einem neuen Schub reagiert.

Gelenkentzündungen bei Infektionskrankheiten

Es kann vorkommen, dass sich als Spätfolge einer Infektion eines anderen Organs Gelenkentzündungen zeigen. Infrage kommen dafür Streptokokken, die Halsentzündungen und Scharlach hervorruft sowie verschiedene Erreger für Magen- und Darmerkrankungen. Auch die Erreger von Blasenentzündungen können genauso zu späteren Gelenkentzündungen führen wie eine HIV-Infektion. Es gibt sogar eine Form von Gelenkentzündung, die gemeinsam mit Schuppenflechte auftritt.

Da es sehr lange dauern kann, bis eine Gelenkentzündung wieder vergeht und rheumatisches Fieber das Herzgewebe angreifen kann, sollte man bei untypischen Beschwerden, wie es die meisten Gelenkschmerzen nun einmal sind, grundsätzlich einen Arzt aufsuchen. Durch Bakterien hervorgerufenen Infektionskrankheiten müssen zunächst mit Antibiotika behandelt werden, bevor man die Gelenke genauer untersucht.

Weichteilerheumatismus

Der sogenannte Weichteilerheumatismus bezeichnet sämtliche schmerzhaften Veränderungen in den weichen Teilen des Bewegungsapparates, also dem Bindegewebe. Dazu gehören zum Beispiel das Karpaltunnel Syndrom, der sogenannte Tennisarm oder Schmerzen in der Schulter, die immer bei gleichen Bewegungen auftreten. Die häufigsten Gründe für Weichteilrheumatismus sind Überlastung, einseitige Beanspruchung oder eine dauerhaft falsche Körperhaltung.

Es gibt auch seelisch bedingten Weichteilrheumatismus, dessen Ursache zu über 90 Prozent in Beziehungskonflikten zu finden ist. Menschen mit dieser Erkrankung führen sämtliche Bewegungen des Alltags mit viel mehr Kraftaufwand durch, als eigentlich notwendig wäre. Sie haben bildlich gesehen „schwer zu tragen“, was auch für andere offensichtlich ist. Das macht sie träge, begünstigt Gelenkschmerzen aber sehr.

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