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Postexpositionsprophylaxe

Es ist Fakt, dass eine HIV Infektion nur durch Pr√§vention sicher vermieden werden kann. Da es aber auch abseits von sch√ľtzbaren Bereichen wie beispielsweise im beruflichen Alltag oder im Rahmen einer Straftat oder eines Unfalls zu einer HIV Exposition kommen kann, m√∂chten wir hier die Postexpositionsprophylaxe (kurz: PEP) vorstellen.

Die Postexpositionsprophylaxe ist praktisch gesehen die einzige M√∂glichkeit, eine HIV Infektion trotz erfolgter Exposition nachtr√§glich abzuwenden. Sofern man also infekti√∂sen K√∂rperfl√ľssigkeiten von HIV positiven Menschen oder Menschen mit unbekanntem Serostatus ausgesetzt waren, so kann eine PEP f√ľr Sie infrage kommen, wenn einige Kriterien erf√ľllt werden.

Das wichtigste Kriterium √ľberhaupt ist der Faktor Zeit. Eine Postexpositionsprophylaxe kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie aller sp√§testens innerhalb von 72 Stunden nach dem Risikokontakt (RK) begonnen wurde. Sp√§ter als 72 Stunden erh√§lt man im Regelfall keine PEP, da diese dann schlicht nicht mehr wirken kann. Es hat sich gezeigt, dass ein Beginn der PEP innerhalb von 24 Stunden nach dem RK sehr wahrscheinlich dazu f√ľhrt, dass die PEP wirkt. Wird mit der PEP innerhalb von 2 Stunden nach dem Risikokontakt begonnen, ist dies optimal.

Es gilt die Regel: Je fr√ľher mit der PEP begonnen wird, desto besser!

Daher ist es von elementarer Wichtigkeit, dass man sich nach der Exposition umgehend in ärztliche Behandlung begibt. Auch wenn das Ganze mitten in der Nacht, am Wochenende oder an einem Feiertag geschehen sein sollte, so besteht immer die Möglichkeit, im Krankenhaus eine PEP einzuleiten.

In den meisten F√§llen entscheidet der Arzt anhand der zugrunde liegenden Faktoren, ob eine HIV PEP indiziert ist, oder nicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI), das in Deutschland f√ľr die √úberwachung der HIV Epidemie verantwortlich ist, verweist auf der eigenen Webseite auf die nachfolgenden PEP Richtlinien, die in Zusammenarbeit der Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) mit dem RKI und weiteren Institutionen entwickelt wurden. Die meisten √Ąrzte fundieren ihre Entscheidung √ľber die PEP auf diesen bew√§hrten Richtlinien.

(Vgl. daignet.de PDF zum Thema „Deutsch-√Ėster¬≠rei¬≠chi¬≠schen Leit¬≠linien zur Post¬≠ex¬≠po¬≠si¬≠ti¬≠onel¬≠len Pro¬≠phy¬≠laxe der HIV-In¬≠fekt¬≠ion“)

Ablauf der Postexpositionsprophylaxe bei HIV

Inhaltsverzeichnis zum Thema Postexpositionsprophylaxe:

Die HIV PEP sollte wie gesagt im Idealfall sp√§testens 24 Stunden nach dem RK initialisiert werden. Je fr√ľher, desto besser. Auf diesem Grunde beginnt die PEP damit, dass sich der Patient an einen Arzt oder an ein Krankenhaus wendet und die Sachlage schildert.

Kann der behandelnde Arzt eine Indikation f√ľr eine PEP erkennen, so verschreibt er ihnen Medikamente (i.d.R. Tabletten), die Sie √ľber einen Zeitraum von zumeist 4 Wochen einnehmen m√ľssen. Die Postexpositionsprophylaxe ist bei einer potentiellen HIV Infektion¬† nur dann wirklich effektiv, wenn die Einnahmezeiten strikt eingehalten werden (Compliance).

Nicht selten kommt es im Laufe der Postexpositionsprophylaxe zu Nebenwirkungen oder schweren Nebenwirkungen. Besonders h√§ufig sind hier √úbelkeit, Erbrechen und Diarrhoe zu nennen. Grundvoraussetzung f√ľr die PEP ist also auch, dass ein Patient die Nebenwirkungen k√∂rperlich und psychisch verkraften kann. Ist diese Ausgangsvoraussetzung nicht gegeben, so kann es vorkommen, dass der behandelnde Arzt unter Abw√§gung aller Faktoren – also auch der realen Infektionswahrscheinlichkeit – von einer PEP abr√§t.

Die HIV PEP wird unter √§rztlicher Betreuung durchgef√ľhrt – sprich: man muss im Verlauf der Postexpositionsprophylaxe regelm√§ssige Arztbesuche einhalten. Sobald die PEP abgeschlossen ist, wird in der Regel ein erstmaliger (oder falls dieser bereits erfolgt ist, ein nochmaliger) HIV-Test durchgef√ľhrt. Fakt ist, dass der Erfolg einer PEP im Regelfall durch einen Antik√∂rpertest 6 Wochen nach Beendigung der Postexpositionsprophylaxe durchgef√ľhrt wird. Die PEP verschiebt die diagnostische L√ľcke also um die Dauer der PEP nach hinten. Vorherige Tests sind in der Regel nicht aussagekr√§ftig.

Nach Beendigung der PEP kann der Patient in einem Gro√üteil der F√§lle mit der Diagnose „HIV negativ“ in den Alltag zur√ľckkehren. Sollte die Diagnose dennoch HIV positiv ausfallen, so kann direkt mit der √§rztlichen Beratung begonnen werden. Aus diesem Grunde wird eine PEP auch nur nach einer ausf√ľhrlichen √§rztlichen Beratung durchgef√ľhrt – der Patient soll von Anfang an so transparent wie m√∂glich √ľber die M√∂glichkeiten und Risiken einer Postexpositionsprophylaxe bei HIV Exposition aufgekl√§rt werden. Nur dann kann er m√ľndig entscheiden, ob er diese Behandlung √ľberhaupt durchf√ľhren lassen m√∂chte.

Kosten der HIV PEP

Eine Postexpositionsprophylaxe ist sehr teuer. Die Kosten f√ľr eine HIV PEP betragen in den meisten F√§llen auf den gesamten Zeitraum gesehen um die 1000 Euro. Die exakten Kosten h√§ngen aber von vielen Faktoren ab und sollten daher immer individuell abgekl√§rt werden.

Gerade bei Gewalttaten und Unf√§llen wird die PEP in aller Regel anstandslos √ľbernommen. Bei selbstverschuldetem ungesch√ľtzten Geschlechtsverkehr kann es vorkommen, dass die involvierte Versicherung eine √úbernahme der Kosten ablehnt.

Daher empfiehlt es sich, die Kosten√ľbernahme durch die Krankenkasse oder die Private Krankenversichung bereits im Vorfeld abzukl√§ren, um nicht auf den Kosten der PEP sitzen zu bleiben. Andererseits muss auch immer bedacht werden, dass diese zuerst gro√ü erscheinende Investition die wohl beste Investition des Lebens sein kann, da man ja direkt in seine Gesundheit investiert und diese ist bekannterweise unbezahlbar.

Auch wenn einige Versicherungen die Kosten√ľbernahme zuerst ablehnen, ist uns von F√§llen berichtet worden, in denen die Kosten doch √ľbernommen wurden, nachdem die Patienten die Versicherung auf die horrenden Folgekosten einer tats√§chlichen HIV Infektion hingewiesen haben. Jeder, der die Grundrechenarten beherrscht sollte dieses Argument nachvollziehen k√∂nnen.

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Dieser Artikel wurde von Marion zuletzt √ľberarbeitet am: 12. Oktober 2020.
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