Zwölffingerdarmgeschwür

Als gutartige Geschwulst ist das Zwölffingerdarmgeschwür eine der häufigsten Erkrankungen des gesamten Verdauungsapparates: Statistiken zufolge hat jeder zehnte Deutsche im Laufe seines Lebens mit diesem Krankheitsbild zu kämpfen. Damit tritt es etwa viermal so häufig in Erscheinung wie das MagengeschwürMänner sind dabei deutlich öfter betroffen als Frauen. Auch bei Personen mit der Blutgruppe 0 ist eine Häufung der Erkrankung zu beobachten. Sie tritt überwiegend im jüngeren und mittleren Lebensalter auf, verstärkt im Frühling und im Herbst. Nicht zwangsläufig verursacht das Zwölffingerdarmgeschwür Beschwerden.

Oftmals wird es erst im Rahmen einer routinemäßig durchgeführten Untersuchung entdeckt. Die Symptome, durch die sich das Geschwür bemerkbar machen, haben einen sehr unspezifischen Charakter und lassen damit keine eindeutigen Rückschlüsse auf die Erkrankung zu. Vor diesem Hintergrund ist eine Absicherung der Diagnose mithilfe verschiedener Untersuchungen von entscheidender Bedeutung. Dem Zwölffingerdarmgeschwür liegt eine Beschädigung der Schleimhaut innerhalb des Zwölffingerdarms zugrunde. Diese wird zumeist durch eine hohe Konzentration der Magensäure hervorgerufen. Aber auch andere Ursachen kommen für die Entstehung der Geschwulst infrage.

Sofern eine angemessene Therapie in Angriff genommen wird, ist die Chance auf eine vollständige Heilung mit mehr als 90 Prozent sehr hoch. Rückfälle können jedoch immer wieder vorkommen. Dieses Risiko lässt sich mithilfe vorbeugender Maßnahmen allerdings weitestgehend minimieren.

Zwölffingerdarmgeschwür Ursachen

Zwoelffingerdarmgeschwuer SymptomeDie Beschwerden des Zwölffingerdarmgeschwürs werden durch ein Ungleichgewicht zwischen der auf Dauer schädigenden Magensäure und den neutralisierenden Mechanismen der Schleimhaut ausgelöst. Der natürliche Schutz des Körpers kann nicht länger aufrecht gehalten werden. Im Normalfall sorgen eine hohe Durchblutung, die Bildung von Prostaglandinen und eine alkalische Schleimschicht dafür, dass die aggressive Magensäure keine Wirkung auf die Schleimhäute hat.

Kommt es jedoch zu einer Überproduktion des Verdauungssaftes, so lässt sich eine Schädigung ohne entsprechende Therapie nicht verhindern. Besonders verheerend ist in diesem Zusammenhang der Schlaf: Während dieser länger andauernden Periode der Nüchternheit findet die wichtige Neutralisation nicht in ausreichendem Maße statt. Damit wird der Entstehung des Zwölffingerdarmgeschwürs Tür und Tor geöffnet. Auch die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist als mögliche Ursache für die Erkrankung bekannt.

Ein Risiko besteht darüber hinaus bei einem sehr niedrigen pH-Wert, die kontinuierliche Einnahme von Medikamenten mit hemmender Wirkung auf die Prostaglandinsynthese und Störungen der Durchblutung in der Wand des Darmes. Psychosomatische Faktoren kommen ebenfalls als Ursache infrage.

Zwölffingerdarmgeschwür Symptome

Es sind wenig charakteristische Zeichen, die auf ein Zwölffingerdarmgeschwür hinweisen: Die meisten der Beschwerden treten auch im Zusammenhang mit anderen Krankheiten auf. So kündigt sich der Beginn der Erkrankung zum Beispiel durch unspezifische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen an. Bemerkbar macht sie sich in der Regel auch durch einen unregelmäßigen Stuhlgang, nicht selten geht sie mit einem massiven Gewichtsverlust einher.

Darüber hinaus ist das Zwölffingerdarmgeschwür bekannt dafür, ein unangenehmes Druck- und Völlegefühl im Oberbauch zu verursachen. Typisches Kennzeichen für das Ulcus duodeni ist jedoch der sogenannte Nüchternschmerz, der sich einige Stunden nach dem Essen oder gar während der Nachtruhe einstellt und zumeist um den Bauchnabel herum in Erscheinung tritt. Doch auch im Bereich des mittleren Oberbauches können sich Schmerzen ausbreiten.

Häufig kann eine Verschlimmerung der Beschwerden durch Stress und den Konsum von Koffein oder Nikotin beobachtet werden. Rund 30 Prozent aller Betroffenen aber bemerken die Erkrankung erst dann, wenn sie bereits weit fortgeschritten ist. Bis zu diesem Zeitpunkt sind sie völlig frei von jeglichen Symptomen.

Diagnose Zwölffingerdarmgeschwür

Aufgrund der Tatsache, dass die mit einem Zwölffingerdarmgeschwür zusammenhängende Symptomatik auch in Verbindung mit anderen Erkrankungen auftreten kann, reichen Anamnese und körperliche Untersuchung zur Diagnosestellung nicht aus. Dies gilt selbst dann, wenn in der Vergangenheit bereits Geschwüre festgestellt werden konnten. Lassen die Beschwerden den Verdacht auf eine Entzündung im Bereich des Magen-Darm-Traktes aufkommen, müssen daher weitere Maßnahmen ergriffen werden. Nur so kann der Arzt feststellen, ob es sich tatsächlich um ein Geschwür oder aber lediglich um eine Reizung handelt.

Bei der Sicherung der Diagnose gilt die als Gastroduodenoskopie bezeichnete Magenspiegelung und des Zwölffingerdarms als Mittel der Wahl. Im Rahmen dieser Untersuchung führt der Arzt seinem Patienten einen biegsamen Schlauch über den Mund in die Speiseröhre ein. Auf diese Weise kann er Beschaffenheit und Zustand der Schleimhautoberflächen überprüfen und vorhandene Geschwüre lokalisieren.

Oftmals wird während der Spiegelung eine Biopsie vorgenommen. Die Auswertung der Gewebeproben gibt Aufschluss darüber, ob es sich möglicherweise um eine Krebserkrankung handelt. Darüber hinaus lässt sich hiermit auch eine Besiedelung der Schleimhäute mit dem Bakterium Helicobacter pylori nachweisen.

Kann ein Gastroduodenoskopie nicht durchgeführt werden, lassen sich auch Röntgenaufnahmen und Ultraschall heranziehen, um wertvolle Informationen in Bezug auf die Erkrankung zu erhalten und die Diagnose absichern.

Zwölffingerdarmgeschwür Therapie / Behandlung

Die Art der Behandlung richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Liegt eine bakterielle Infektion vor, so ist die Verabreichung eines Antibiotikums unerlässlich. Es gilt, den Keim vollständig auszurotten. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang die Kombination zweier Mittel mit einem zusätzlichen Protonenpumpenhemmer. Eine solche Behandlung verhilft in über 90 Prozent aller Fälle zum gewünschten Erfolg – und das nach nur einer Woche. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch auch die konsequente Vermeidung auslösender Faktoren. So sollten zum Beispiel entsprechende Medikamente schnellstmöglich abgesetzt werden.

Auch der Verzicht auf den Konsum von Nikotin und Alkohol stellt einen Teil der Behandlung dar. Im Rahmen der konservativen Therapie geht es jedoch nicht nur darum, zerstörende Faktoren zu minimieren. Im Gegenzug sollen die körpereigenen protektiven Funktionen erneut aufgebaut werden. Hierbei erweisen sich die Wirkstoffe Pantoprazol und Omeprazol als hilfreich: Sie greifen regulierend in die Säureproduktion ein und sorgen so für eine deutliche Reduzierung der aggressiven Wirkung.

Eine Operation des Zwölffingerdarmgeschwürs erfolgt heute nur noch in seltenen Fällen. Gleiches gilt für die Vagotomie. Zeigt eine medikamentöse Behandlung keinen Erfolg, wird in der Regel eine Magenteilresektion nach Billroth vorgenommen. Dabei wird das Gewebe, welches für die Produktion des Magensafts verantwortlich ist, zu großen Teilen entfernt. In der Folge kann das Zwölffingerdarmgeschwür abheilen.

Zwölffingerdarmgeschwür Verlauf

Die Aussicht auf einen Behandlungserfolg ist sehr hoch. Werden die Beschwerden frühzeitig erkannt und zugeordnet, so kann der Entstehung des Zwölffingerdarmgeschwürs sogar entgegengewirkt werden. Obwohl mehr als 90 Prozent der Fälle geheilt werden können, besteht grundsätzlich das Risiko eines Rückfalls. Wie hoch dieses ist, hängt maßgeblich auch mit den Lebensgewohnheiten des Betroffenen zusammen.

Im Verlauf des Zwölffingerdarmgeschwürs können erhebliche Komplikationen auftreten. So kommt es vergleichsweise häufig zu einer Blutung, deren Ausmaße stark variieren. Handelt es sich lediglich um kleinere Blutungen, bleiben diese oftmals unentdeckt. Bestehen sie auf Dauer, kann dies eine Blutarmut zur Folge haben. Doch auch größere Blutungen sind keine Seltenheit. Diese können nicht nur Teerstuhl verursachen, sondern gar zu einem Blutvolumen-Mangel-Schock führen. Auch die Penetration des Geschwürs in andere Organe wie etwa Bauchspeicheldrüse, Leber oder Dickdarm stellt eine ernstzunehmende Komplikation dar. Sie geht in der Regel mit starken Schmerzen einher.

Als lebensbedrohlich erweist sich ein Durchbruch des Zwölffingerdarmgeschwürs: Hierbei werden die einzelnen Wände des Darms perforiert, dessen Inhalt entleert sich wiederum in den Bauchraum. Dies führt zu einer schweren Bauchfellentzündung, die dem Betroffenen den Tod bringen kann.

Zwölffingerdarmgeschwür Vorbeugen

Mithilfe einfacher Maßnahmen lässt sich das Risiko eines Zwölffingerdarmgeschwürs weitestgehend minimieren. Als hilfreich erweist es sich, Stresssituationen nach Möglichkeit zu meiden und nach adäquaten Methoden zur Bewältigung zu suchen. Hier kommt sowohl autogenes Training als auch körperliche Bewegung infrage. Eine wesentliche Rolle kommt auch den Ernährungsgewohnheiten zu. Dabei empfiehlt es sich nicht nur, auf den Konsum von Alkohol und Nikotin zu verzichten: Grundsätzlich gilt es, sämtliche den Magen belastende Faktoren weitestgehend einzuschränken. Wurde in der Vergangenheit bereits ein Zwölffingerdarmgeschwür diagnostiziert, kann sich auch eine prophylaktische Behandlung als sinnvoll erweisen.

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