Zerrung

Eine Zerrung (Distension) ist eine Überdehnung von Muskelgewebe, Sehnen oder Bändern. Dabei wird aber im Gegensatz zu einem Riss nicht die Struktur zerstört. Am häufigsten werden Muskeln oder Bänder beim Sport gezerrt. Hierbei sind meistens mangelndes Aufwärmen der Muskeln und Bänder die Ursachen einer Muskel- oder Bänderzerrung. Aber auch im Alltag sind Überdehnungen wegen ungewohnter Tätigkeiten oder schlecht koordinierter Bewegungen nicht selten.

Eine Zerrung verursacht plötzlich auftretende und starke Schmerzen in dem betroffenen Bereich. In vielen Fällen kommen noch leichte Krämpfe hinzu, wenn ein Muskel betroffen ist. Bei Bänderzerrungen sind am häufigsten die Sprunggelenke betroffen. Doch zum Glück wird die stützende Funktion der Bänder im Gegensatz zu einem Bänderriss nicht beeinflusst.

Bei leichten Zerrungen reicht die „PECH-Regel“ aus. Das bedeutet im Einzelnen: sofort pausieren, mit Eis/Wasser kühlen, Compression (engl. für Kompression) mit einer Elastikbinde und z.B. das Bein hoch lagern.

Oft sieht man gerade beim Fußball, dass eine Zerrung gekühlt wird und der Spieler dann weiter spielt. Ohne ärztliche Diagnose ist im Alltag davon abzuraten. Denn sehr schnell kann aus einer Muskelzerrung ein Muskelfaserriss werden. Sollten die Schmerzen und Krämpfe nicht nach ein paar Tagen Schonung verschwunden sein, ist ein Arzt zu konsultieren. Der Heilungsprozess kann mit üblichen Sportsalben unterstützt werden. Leichte Bewegungen fördern übrigens den Heilungsprozess, sofern auch Ruhephasen eingehalten werden.

Zerrung Ursachen

Zerrung Symptome & UrsachenUnter den vielen Ursachen für eine Zerrung steht die sportliche Aktivität an erster Stelle. Im den meisten Fällen ist leider eine ungenügende Aufwärmung der Muskulatur der Grund. Doch nur warme und gut durchblutete Muskeln sind dehnbar. Gründliches Aufwärmen kann zwar eine Zerrung nicht verhindern, aber das Verletzungsrisiko stark senken.

Nun gibt es ja nicht nur Muskel-, sondern auch Bänder- Sehnenzerrungen. Da reich oft schon ein leichtes Umknicken mit dem Fuß aus. Besonders Frauen, die hochhackige Schuhe tragen, zerren sich oft die Bänder des Sprunggelenkes. Wer nun als Frau nicht auf solche verzichten kann oder möchte, sollte doch zumindest extreme Absatzhöhen vermeiden. Denn je flacher der Absatz gehalten ist, desto geringer ist auch hier das Risiko, sich zu verletzen. Als nächstes ist noch das Kniegelenk zu erwähnen.

Doch im Gegensatz zum Sprunggelenk ist hier eine zu heftige Drehung Ursache Nummer Eins einer Zerrung. Man spricht bei solchen Distensionen von einer unphysiologischen Bewegung. Zu guter Letzt seien noch schnelle, kraftvolle Bewegungen aufgeführt, wie sie zum Beispiel ein Werfer beim Baseball ausführt. Denn auch eine ständige Belastung im Grenzbereich kann zu einer schmerzhaften Zerrung führen.

Zerrung Symptome

Die ersten Anzeichen bei einer Zerrung sind ein heftiger, meist ziehender Schmerz, der bei der Dehnung des Muskels auftritt. Außerdem ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Sehr oft kann der Muskel nur unter Schmerzen benutzt werden. Nach kurzer Zeit fühlt sich der Muskel auch recht hart an und ist zudem noch druckempfindlich. Da aber die Symptome einer Zerrung auch bei einem Muskelfaserriss auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam. Auch wenn kein Muskelgewebe bei einer Zerrung in der Struktur geschädigt ist, im Gegensatz zu einem Faserriss, treten häufig kleine Einblutungen auf, die von dem umliegenden Gewebe stammen und zu den blauen Flecken führen. Doch diese Hämatome haben nichts mit der Zerrung zu tun, sondern zählen zu den Begleiterscheinungen.

Sind Bänder oder Sehnen gezerrt, treten auch hier die gleichen Symptome auf wie bei einer Verstauchung oder einem Bänderanriss. Aber die typische Schwellung wird ausbleiben, sofern kein umliegendes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wurde. Für einen Laien ist es also nicht einfach, eine erste Selbstdiagnose zu stellen. Das sollte im Zweifelsfall dem Arzt überlassen werden.

Zerrung Diagnose

Der Arzt bedient sich bei der Diagnose einer Zerrung dem Ausschlussverfahren, besonders dann, wenn sich im umliegenden Gewebe Hämatome gebildet haben. Führen Abtasten und leichte Dehnungen nicht zu einer eindeutigen Diagnose, wird sich der Doktor mittels Röntgen oder Ultraschall einen Überblick der schmerzenden Region verschaffen. Nur so kann er feststellen, ob nun der Muskel, die Gelenkkapsel oder die Sehne verletzt ist oder das Hämatom nur von dem umgebenden Gewebe stammt. Findet er bei der Untersuchung keine Einblutungen im Muskel, schließt er einen Faserriss bzw. Faseranriss aus und es bleibt dann nur die Diagnose einer Zerrung übrig. Denn leider gibt es keine eindeutigen Symptome für eine Zerrung, die nicht auch bei einem Faserriss auftreten. Und meist deuten erst einmal die Begleiterscheinungen wie zum Beispiel Hämatome eher auf eine ernstere Verletzung hin.

Zerrung Therapie / Behandlung

Meist sind die Schmerzen bei einer Zerrung so heftig, dass man automatisch mit der Belastung pausiert. Dann sollte möglichst schnell der schmerzende Bereich gekühlt werden. Bei Verwendung von Eis oder einem Kühlakku den direkten Hautkontakt vermeiden. Das Kühlen lindert zum einen den Schmerz und sorgt zum anderen für eine verstärkte Durchblutung, die den Heilungsprozess begünstigt. Als nächstes sollte die Region mit einem elastischen Verband gestützt werden.

Sehr wichtig ist, dass auch wenn der Schmerz nicht mehr zu spüren ist, unbedingt eine Belastungspause eingehalten wird. Wer das nicht beachtet, der riskiert schnell einen Muskelfaserriss, im schlimmsten Fall sogar einen Muskelriss. Da sehr oft Regionen des Beines betroffen sind, ist ein Hochlegen des Beines zu empfehlen. Ebenso empfehlenswert ist die Verwendung einer Sportsalbe. Besonders Salben mit Extrakten aus Arnika und Rostkastanie haben sich hier bewährt.

Auch der Zusatz eines leichten Schmerzmittels oder zum Beispiel Heparin in der Salbe unterstützen den Heilungsprozess. Auch schonende Bewegung wird die Heilung fördern, sofern ausreichende Ruhephasen eingelegt werden. Die strikte Einhaltung der PECH-Regel ( pausieren, Eis (also kühlen), Compression (elastischer Verband) und hoch lagern) geben dem Körper Zeit, die Verletzung zu heilen.

Zerrung Verlauf

In der Regel birgt der Verlauf einer Zerrung keine weiteren Risiken. Und wer die PECH-Regel beherzigt, wird nach vier bis fünf Tagen beschwerdefrei sein. Allerdings kann eine Zerrung bei Nichtbeachtung der Regel schnell anders enden. Das beste Beispiel hierfür ist der Profifußball, denn oft beobachtet man, wie sorglos mit einer Zerrung verfahren wird. Da wird gekühlt und bandagiert, aber keine Pause eingelegt. Und sehr häufig heißt es dann am Ende eines Spiels: Ausfall des Spielers wegen Muskelfaserriss. Daran sieht man, wie ernst solche kleinen Regeln zu nehmen sind. Doch von diesem Beispiel mal abgesehen, verläuft eine Zerrung unproblematisch und sollte nach recht kurzer Zeit wieder verheilt sein.

Zerrung Vorbeugen

Da nun die meisten Zerrungen beim Sport auftreten, ist ein gutes Aufwärmtraining das beste Mittel, einer Zerrung vorzubeugen. Richtiges Aufwärmen kann zwar nicht immer vor einer Zerrung schützen, aber sehr oft den Verlauf lindern oder sogar vor einem Faserriss schützen. Für alle anderen Lebenslagen empfiehlt sich, nicht sofort aus einer Ruhephase heraus mit schwerer Arbeit zu beginnen. Schon kurze leichte Arbeiten können Muskeln, Bänder und Sehnen auf die schwere Arbeit vorbereiten.

Ebenso ist eine aktive Freizeitgestaltung und/oder Ausgleichssport eine Methode, Zerrungen vorzubeugen. Für die Damenwelt sei hier noch erwähnt, dass das Tragen flacher Schuhe die Gelenke und Bänder stärkt.

Ein regelmäßiger Wechsel von hohen Absätzen und flachen Schuhen ist dabei die beste Art, das Sprunggelenk vor Zerrungen zu schützen.

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